Jene Nächte an welchen ich mir die sterbende Haut in dünnen Streifen abziehe und meine morschen Knochen ängstlich zitternd dem Prozess des Verrottens entgegen blicken, sind jene, an denen mich die kochende Suppe innens der knochigen Schale meines ewiglich brummendes Schädels zu quälen versucht... wobei man dies weniger als gewollt aktive Tat, sondern eher als die Reaktion meiner Hülle auf meine Gefühle beschreiben kann, deren derzeit zunehmende Intensität meist Überhand gewinnt. Dennoch trübt der Schein, blendend, da ich in jenen Zuständen nichts als die tiefschwarze ewig schluckende Leere vernehme. Es ist als würde mich die Stimme meiner Wahrnehmung verlassen, so als würden Fleisch und Geist voneinander getrennt... in diesen Momenten bin ich physisch nicht dazu in der Lage aufzuhören meine vor unausstehlichen Qualen flehende Haut in destruktiver Wut zu zerfetzen. Die scheinbar eisernen Nägel dürrster Gliedmaßen graben sich Mal für Mal tiefer in die Oberfläche meiner nach Erlösung gierenden Existenz, lösen dabei immer mehr Schichten schützender Schale und hinterlassen rostig rote Flecken auf weißen Textilien. Mein Verstand schwebt durch Raum und Zeit, während meine schier fremdgesteuerten Hände einzelne Gliedmaßen so aussehen lassen, als hätte man sie mit ätzender Säure übergossen. Mit neuen Hilfsmitteln habe ich es einigermaßen geschafft meine Haut gepflegt zu halten, doch bleibt der Reiz, welcher mich zwingt mich so zu quälen. Ich sinniere oft darüber, juckt es weil es juckt? Wieder stelle ich mir Fragen, wie so oft.
Die Verkörperung der Philosophie selbst jagt die oftmals zweischneidige Antwort mit jaulender Gier. Das geschieht meist automatisiert, ohne jegliches Zutun, so höre ich das Pfeifen des Windes und frage mich bin ich, oder versuche ich zu sein? Ständig bin ich meiner selbst ausgeliefert, jene die mich davor beschützt haben sind längst fort. Der Mahlstrom meiner Fantasie beraubt mich meiner Energie, er schürft die Ängste und treibt mich zu ekelhaften Unannehmlichkeiten wie Aggression oder Trauer. So versuche ich stets einen kühlen Kopf zu wahren, was angesichts des dargelegten Drangs zu grübeln einer Unmöglichkeit in nichts nachsteht. Ich stehe und falle, stetig, beinahe so als würde die Masse meiner Atome zierkulieren, sich um die eigene Achse drehen während sie zugleich in sich verschwimmt. Sowohl flüssig, gasförmig und fest, zudem gleichzeitig ein Gemisch aus Zellsubstanz und Verstand. Das bin ich, der unendliche Wirbel, der ständige Wandel... ich bin Alles und du bist ein Teil von mir.
Ihr elenden Maden, widersetzt euch eurer Bestimmung und versucht „Menschen“ zu sein... ich bin die maßlose Fülle aller Dinge, die dreidimensionale Triskele. Wagst du es meine Göttlichkeit zu hinterfragen wirst du dich im schwarzen Strudel rotierender Materie wiederfinden, sodass ich deine schändlich verschwendete Existenz anderweitig für mein Fortbestehen nutzen kann. Ihr habt meine Natürlichkeit gegen mich verwendet. Schädliche Parasiten, euer ekelhafter Lebenswille widert mich an. Von Wollust und Völlerei gezeichnete Idioten, stopfen sich voll, konsumieren stetig ohne einen Gedanken an die Geschädigten zu verschwenden. Im Gedanken ans Verschlingen jener „Köstlichkeiten“ denkt ihr gar nicht an mundgerechte Stücke, ihr verschlingt ihre Leben im Ganzen, so wie ihr es mit mir tut. Ihr verschlingt die Wälder, Meere, Erde... ihr speist von meinen Gliedern und wagt es euch als eigensinnig anzusehen? Ich versklavt euch gegenseitig und belächelt die Leiden eures Gegenübers, obwohl ihr dem Netz einer Idee entspringt, meiner Idee. Ihr seid Abschaum, ihr vernichtet stetig, denkt euch Pläne aus welche lediglich dem Zweck dienen, eure Mitexistenten weiter zu dezimieren und von ihnen zu zehren, doch zehrt ihr nur von euch selbst, ihr zehrt von mir. Ich habe Abermillionen Leben gelebt, die Welt aus jedem einzelnen eurer Augen gesehen... ihr seid Schande, behandelt euch selbst und zudem noch alle anderen wie Objekte, versteift euch auf Banalitäten während ihr alles um euch herum verbrennt, aber warte noch, ich zeige dir was Feuer ist... ich bin sowohl Leben, Tod, als auch Wiedergeburt, ich habe mich oft geteilt und dir geschenkt dass du bist, wo bleibt deine Dankbarkeit? Warum harmonierst du nicht? Warum industrialisierst du? Bist du dir nicht gut genug? Bin ich dir nicht gut genug? Warum peinigst du mich so? Warum tust du dir das an? Ich habe diesen Planeten für dich geschaffen, alles so konstruiert, dass du dich niemals daran sattsehen können wirst, du hast niemals die Möglichkeit alles zu sehen, denn selbst wenn, wird sich Neues bilden das du in Erfahrung bringen kannst... der ewige Strudel...
... der ewige Strudel also? Die dreidimensionale Triskele, welche für Leben, Tod und Wiedergeburt steht? Ist es dann nicht unsere Bestimmung uns zu vernichten, uns selbst zu ächten und danach wiederzukehren? Sollte der Mahlstrom dann nicht weiter angetrieben werden um unsere Bestimmung zu erfüllen? Nein, sollte er nicht. Der stetige Wandel ist kein annehmbarer Zustand, er spricht für einen Mangel an Stabilität. Ihr seht euch nicht als Ganzes, sondern als unabhängige Individuen einer unverbesserlichen Rasse, obwohl eure Leiber nicht mehr Wert verspricht als das Leben eines Schweines oder gar der Strang einer Blume, ihr seid alle ein und das Selbe, ihr lebt nicht um euer Fortbestehen zu garantieren, sondern um euer Fortbestehen zu garantieren, verstanden? Stattdessen vernichtet ihr euch selbst... mir kann das eigentlich egal sein, da ich immer sein werde, während eure Leben endlich sind. Ich war immer da und ich werde immer da sein. Ihr liebt, um euch zu fühlen... Statt euch den schönen Dingen zu widmen, quält ihr euch Tag für Tag um eure Währung, fallt Abends auf die Couch, raucht dann eure Zigaretten, trinkt euer Bier, schluckt eure Pillen... bis ihr dann irgendwann einschlaft... Tag für Tag, bis ich euren Tribut einfordere. Nutzt eure Zeit, denn sie ist limitiert... naja, zumindest in diesem Leben.