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Zeit gibt es nicht
Es gibt die Vorstellung von Zeit als einen Fluss, dem alles folgt. Als vierte Dimension. Als unabhängige Naturerscheinung, die seit Einstein als relativ erkannt ist.
Dimensionen sind Bewegungsfreiheiten. Drei Dimensionen unseres Raumes: vor-zurück, links-rechts, auf-ab. Dies sind die drei Richtungen, in die sich etwas bewegen kann.
Welche Bewegungsfreiheiten gibt die Zeit? Nur in eine Richtung: die Zukunft. Die Relativität zeigt, dass die Bewegung kontinuierlich erfolgt, aber unterschiedlich “schnell”, je nach Standort. Die Bewegungsfreiheit Richtung Zukunft ist keine Freiheit, denn sie ist weder anzuhalten, noch umzukehren. Die Dinge WERDEN bewegt, sind statisch an diese Bewegung angeheftet.
Zeit und Bewegung im Raum stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang. Die Bewegungsfreiheiten der drei Dimensionen wären keine, wenn es kein Vorher und kein Hinterher gäbe. Erst ist die Tasse auf dem Tisch, dann in der Spüle. Ihre Bewegung durch die drei Raumdimensionen ist immer auch eine durch die Zeit. Selbst wenn sie sich nicht bewegt, bewegt sie sich durch die Zeit. Es ist, als würde der gesamte Raum durch die Zeit geschoben, soweit wir sie als eine Dimension betrachten wollen.
Weil Dimensionen Bewegungsfreiheiten sind, ist die Bewegung unbedingter Teil des Dimensionsverständnisses. Bewegung ist keine eigene Funktion “Zeit”, sondern eine Funktion des Raumes. Das Vorher und Hinterher gehört zur Freiheit der Bewegung im Raum. Es gibt in meiner Vorstellung nichts, das dem Raum hinzugefügt werden müsste, damit Dinge ihren Ort im Raum ändern können - es ist die Definition von Raum, die es ermöglicht.
Könnte sich im Raum nichts bewegen, würde er nicht existieren. Keine Teilchenbewegung, keine Strahlung, keine Krafteinwirkung, keine Entstehung durch einen Big Bang. Die drei Dimensionen wären unvollständig, bzw. gar nicht definierbar ohne die Bewegungsfreiheit.
Da Bewegung dem Raum immanent ist, zu seiner Definition gehört, benötigt sie keine Zeit. Es gibt ein Vorher und ein Hinterher ohne das Konstrukt “Zeit”. Das Aufeinanderfolgen von Zuständen und Orten hat nur eine Richtung, das liegt in der Logik der Reihenfolge. Darum gibt die Idee einer “Dimension Zeit” keine Bewegungsfreiheit, keine Umkehr, kein Anhalten, keine Zeitreisen, keine Zukunftschau.
Nimmt man eine bestimmte, regelmäßige Reihenabfolge, etwa das Schwingen eines Pendels, dann können damit die anderen stattfindenden Bewegungen und Abfolgen verglichen werden. Das Pendel wird uns damit zum Messgerät einer virtuellen “Zeit”. Das Bild des Schwingens ist zwingend und macht infolge seiner präzisen Periodizität den Eindruck der Visualisierung eines Phänomens “Zeit”.
Und doch zeigt das Pendel nichts weiter als die dem Raum innewohnende Eigenschaft der Bewegungsfreiheit. Zeit ist demnach nur ein virtuelles Konstrukt, ein Wahnehmungskonsens, dem sich niemand bisher entzieht.
Die Relativität der Zeit wird damit auch erkennbar: Da Zeit eine Funktion des Raumes ist, und dieser durch Bewegung und Gravitation verformt wird, ist auch die Dichte der Abfolge betroffen, je nach Standort des Beobachters.
Ich vermute nach diesen Überlegungen, dass es keine Zeit gibt. Und wünsche mir Austausch darüber.