Nachdem Ebola vorgestern schließlich auch erstmals aus dem Senegal bestätigt wurde, begannen wir uns Gedanken zu machen, wie den Gabun sich so im Rahmen der momentanen Epidemie verhält. Die Antwort war relativ schnell gefunden. Man tut erst mals gar nix und hofft dann, dass es schon gut gehen wird. Wäre ja auch gelacht, für Spital vorsorglich eine provisorische Isolierstation vorzubereiten, oder gar ein bisschen Schutzkleidung einzulagern. Als das letzte Mal Ebola in Gabun war, haben schließlich auch die Amerikaner dann alles an Material vorbeigebracht, und anscheinend setzt man darauf, dass es dieses Mal wieder so ein wird. Ein paar der im Spital arbeitenden Studenten haben auf Grund dieser klassisch Gabuner Lebensweise die Nerven weggeschmissen und reisen ab. Und ich muss sagen, ich hab Verständnis dafür und bin froh, dass wir im CERMEL viele weniger Patienten Kontakt haben, und wenn dann nur mit solchen, wo wir schon wissen, dass das Fieber auf Grund von Malaria hoch ist.
Eine ähnliche Einstellung wie im Falle von Ebola bekommen wird jedoch auch täglich im Spital zu spüren. So weigert sich der Großteil der Labormitarbeiter aus dem Spital dem CERMEL, das geschätzte 50m entfernt liegt, Bescheid zu geben, falls ein Malariapatient kommt, den man in eine Studie einschließen könnte. Ist ja auch schließlich nicht ihre Arbeit und Forschung interessiert sie ohnehin nicht. Man hätte sogar versucht, sie mit Telefonwertkarten zu ködern, damit sie telefonisch Bescheid geben hätten können, aber dieses Experiment ist auch schief gegangen (aus welchem Grund muss ich wohl nicht näher erläutern). Das gleich Desinteresse trifft man auch bei den Schwestern an, die jedem mit Fieber mal prophylaktisch Chloroquin i.v. verpassen, oder das Resultat abzuwarten, ob's wirklich Malaria ist. Nebenwirkungen? Egal, trifft ja nur den Patienten! Dass es mittlerweile modernere, besser verträgliche und viel besser wirksame Medikamente gibt, und nicht jeder mit Fieber gleich i.v.-Medikamente braucht, scheint möglicherweise sogar bekannt zu sein, aber man sieht nicht ein, warum man den bloß was ändern soll. Unser ehemaliger Finanzminister war da ganz auf einer Linie: "Weil's immer schon so war".