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@wehmutekstase
Seit zwei Tagen weht ständig ein Wind. Ich schlafe ein mit rauschendem Gebüsch im Hinterhof. Ich wache auf, morgens um 4, schließe die Tür und spüre die Kälte. Es weht ein Wind und die Luft ist in einer Nacht von 21 auf 13 Grad abgekühlt. Jetzt ist sie atmungsaktiver. Ich denke, dass sich so Wandel anfühlt. Erst ist es heiß, wenn es nicht heiß sein soll, dann bleibt es heiß, bis das Wetter unvorhersehbar wird und Naturphänomene in regelmäßigen Abständen auftreten. Die Zeit lässt sich plötzlich im Raum falten und wird irgendwann Opfer erfordern, die wir schon Jahrzehnte vorher kennen. Erst, weht ein Wind.
Song of Avignon (Jonas Mekas, 1998)
927-43
less hedonism, more masochism; hurt me, love, cut me open
weniger Hedonismus
mehr Masochismus, mach mich wund,
Liebe, zerreiß mich
Night Bus 15 by dan sully
Aber die Zeit ist zu breit, sie läßt sich nicht ausfüllen. Alles, was man in sie hineinsteckt, weicht auf und dehnt sich.
J. P. Sartre
Emotional hangover is a real thing
Die Tinte versiegt in der faser
zwischen gestern und der Hitze, die in der U-Bahn klebt. Hier gibt es keine Moleküle mehr, nur Schweiß und Parfüm
Ein Fahrrad fällt um und das Heftchen mit den losen Blättern zu Boden
zeitlupenphase
Nächster halt: leopoldplatz
Die Stunde tropft aus der Minute
Ich bin seit kurzem obdachlos und verkaufe die motz
Wortgebilde wirbeln durch die Luft
ich steige die stufen hoch
die wände milchgrün
kohlenstoffdioxid und Wasser rennen mir entgegen
die wand vor mir verflüssigt sich
und ich sammle die Pfützen in meinen Schuhen
such mich
such mich
Bis der Regen aussieht wie Schnee
Das paar
ein für immer verbunden
zusammen gehörig
geschlagen von der Achtlosigkeit
die angst steckt in seinem Mund
beißt und zieht an der zeit
schluckt und spuckt auf Sparflamme
und zieht eine grenze
bis das dunkel in ihr wächst
und sich an der Oberfläche krümmt
dort, wo das licht einfällt
hört eine stimme auf stetig
die Worte eines andern auszusprechen
das unsichtbare band wird faserig
Aber es reißt nicht
für immer dein
auf ewig mein
was man nicht auslöschen kann,
bloody mountain
ich hab geweint, weil die sonne aufgegangen ist
ein ort zum sein
die Schweißtropfen rinnen kontinuierlich der milde entgegen, die die nacht angeblich mit sich bringt. alles wird durch Beziehungen ausgedrückt und ich verhindere jede Berührung, dämme jedes zueinander stehen ein. meine haut juckt. sie ist klebrig und wartet.
noch 6 tage
welchen unterschied mache ich?
beim Essen haben wir
drüber gesprochen
im Einschlafen gelingt es
uns
beieinander zu sein
das gehört wohl dazu
auf dem Fensterbrett wartet
Erbrochenes
es gehört nicht zu uns
wie wir nicht einander
ge zu an auf
- hören