Die bürgerlichen Schriftsteller stellen mit Vorliebe den marxistischen Sozialismus als eine alte zaristische Kaserne dar, wo alles dem Prinzip der Gleichmacherei unterworfen ist. Aber die Marxisten können nicht für die Unwissenheit und den Stumpfsinn der bürgerlichen Schriftsteller verantwortlich gemacht werden... Jedem Leninisten ist bekannt, wenn er wirklich ein Leninist ist, dass die Gleichmacherei auf dem Gebiet der Bedürfnisse und der persönlichen Lebensweise ein reaktionärer, bürgerlicher Unsinn ist, der irgendeiner Sekte von Asketen, aber keiner sozialistischen Gesellschaft würdig ist, denn man kann nicht verlangen, dass alle Menschen die gleichen Bedürfnisse und den gleichen Geschmack haben, dass alle Menschen in ihrer persönlichen Lebensweise sich nach ein und demselben Muster richten... Unter Gleichheit versteht der Marxismus nicht Gleichmacherei auf dem Gebiet der persönlichen Bedürfnisse und der Lebensweise, sondern die Aufhebung der Klassen, das heißt:
a) die gleiche Befreiung aller Werktätigen von der Ausbeutung, nachdem die Kapitalisten gestürzt und expropiriert sind;
b) die gleiche Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln für alle, nachdem die Produktionsmittel zum Eigentum für die gesamte Gesellschaft geworden sind;
c) die gleiche Pflicht aller, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten und das gleiche Recht aller Werktätigen, hierfür nach ihrer Leistung vergütet zu werden (sozialistische Gesellschaft);
d) die gleiche Pflicht aller, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten und das gleiche Recht aller Werktätigen, hierfür nach ihren Bedürfnissen versorgt zu werden (kommunistische Gesellschaft).
Dabei geht der Marxismus davon aus, dass der Geschmack und die Bedürfnisse der Menschen der Quantität und Qualität nach weder in der Periode des Sozialismus noch in der Periode des Kommunismus gleich sind oder gleich sein können ... Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass bei einzelnen Parteimitgliedern dieser Wirrwarr in den Anschauungen und die Begeisterung für die gleichmacherischen Tendenzen der landwirtschaftlichen Kommunen wie ein Ei dem anderen den bürgerlichen Anschauungen unserer ultralinken Toren gleichen, bei denen die Idealisierung der landwirtschaftlichen Kommunen eine Zeitlang so weit ging, dass sie sogar in den Industriewerken und Fabriken Kommunen zu schaffen versuchten, wo die qualifizierten und unqualifizierten Arbeiter, jeder in seinem Beruf arbeitend, den Arbeitslohn zusammenlegen und dann untereinander gleichmäßig aufteilen sollten. Es ist bekannt, welchen Schaden diese kindischen gleichmacherischen Übungen der ‚linken’ Toren unserer Industrie zugefügt haben.