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Darius rümpfte die Nase. Miefen war noch eine Untertreibung. Der ganze Ort stank bestialisch.
Hitch ging einige Meter vor ihm und ließ ihn nicht auch nur ansatzweise auf seine Höhe heran. Mit ihnen führten sie einen Trupp Organon-Soldaten, die ebenso erfreut waren auf der Mission zu sein wie Darius.
Kerzengerade stehend warf Hitch einen frostigen Blick in die Runde.
„Ihr kennt den Befehl. Deckt die Bereiche von Belle Vue, dem Schwarzmarkt und dem Hafen ab. Alles, was weder gelistet noch registriert ist, wird konfisziert. Namen der Beteiligten und letzte Handelspartner der vergangenen fünf Monate werden protokolliert.“
Darius, soeben an seine Seite trottend (und dabei eine bedauerlich schmächtige Figur machend), räusperte sich übertrieben röhrend. Ein paar Soldaten hatten dafür nur ein müdes Augenblinzeln übrig.
„Und macht mal ein bisschen Tempo. Ich will bis zum Mittagessen mit beiden Stiefeln wieder zurück sein.“ Diesmal sahen ihn nicht nur die Soldaten, sondern auch Hitch etwas schräg und genervt an. Dennoch fingen sie müßig an, sich in die vorgegebenen Ortsrichtungen zu bewegen. Drei blieben allerdings in ihrer Nähe stehen und beäugten Darius argwöhnisch.
Dieser, merkwürdig gut aufgelegt, stemmte die Hände an die Seiten. „Was ist mit euch Faulpelzen? Hm?! Muss ich euch erstmal erklären was ein Befehl ist, oder soll ich gleich beim Alphabet anfangen?“
Hitch hielt es nicht für nötig dazu etwas zu sagen, der Pimpf der sich sein Assistent schimpfte, war zumindest (vom Alter her) erwachsen genug, das auszutragen.
Die drei zurück gebliebenen Organons kamen ruhig auf Darius zu, ein einzelner Zog seine Waffe.
„Sag das nochmal“, raunte er. Darius zog eine Augenbraue hoch.
„Ach, und hören könnt ihr auch nicht gut? Warum werdet ihr überhaupt noch hergestellt wie billige Massenware?“
Der Soldat hob die Waffe an seine Kehle. „Ein Wort noch.“
Mittlerweile hatte Hitch von „Durchzug“ wieder zu aufmerksam gewechselt. Die Hände behielt er dennoch demonstrativ gelangweilt an den Oberarmen. Er selbst war auch nicht sonderlich erpicht darauf hier zu sein, aber eine ruhige Mission war ihm immer noch lieber als… das da.
Darius schnalzte abschätzig mit der Zunge. „Nimm deine Griffel aus meinem Gesicht.“ Er schlug dem Soldaten die Waffe aus der Hand, der keine Sekunde zögerte, wütend einen Schritt nach vorn machte und seine Hände um Darius’ Kehle legte.
Beinahe wäre Hitch ein doch recht angespanntes „Lyster!“ herausgerutscht, doch die aufkeimende Sorge (nun ja Sorge… besser, man nannte es Bedenken) fand keinen fruchtbaren Nährboden.
Darius gab erst ein erschrockenes, dann ein verwirrtes und zuletzt arg dem Keuchen nahes Geräusch von sich.
Seine Hände schossen hoch um den Organon von sich zu drücken, an seinen Armen zu zerren, doch der Soldat war (wie eigentlich jeder auf diesem ganzen verdammten Planeten) größer als er und nun, ein Soldat. Und sein Griff um Darius’ Hals war fest und sehr zielstrebig.
Er brachte kaum einen Gedanken zustande, was vielleicht daran lag, dass ihm die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn abgedrückt wurde. Sein Herz raste und der Druck des Luftmangels dröhnte in seinem Kopf, während er würgend versuchte nach Atem zu schnappen.
Er trat aus, seine Füße berührten kaum mehr den Boden und ihm entwich noch ein recht dünnes Röcheln, ehe die Finger seinen Hals so eng umschlossen, dass er nicht einmal dazu mehr fähig war. Sein ganzer Körper pulsierte. Auch an… abwegigen Stellen. Nicht, dass er dem in diesem Moment auch nur den kleinsten Bruchteil seiner Aufmerksamkeit hätte zukommen lassen können. Er war ein wenig mit blau anlaufen und ersticken beschäftigt - was es auch nicht weniger merkwürdig machte.
Hitch war gespannt wie eine Bogensehne, als der Klon nicht von seinem Sekretär abließ. Eigentlich hätte er längst einschreiten müssen, aber etwas ließ den Oberst zögern, auch wenn es rückblickend unnötig und riskant gewesen war, es überhaupt so weit kommen zu lassen. Was ihn hielt war die sehr optimistische Hoffnung, dass Darius das für sich selbst klären könnte, oder der Klon ihn zumindest wieder gehen lassen würde, nachdem er den kleinen Mann etwas erschrocken hatte. Erstens wäre das besser für Darius’ Selbstbewusstsein gewesen, als sich von Hitch den Hintern retten lassen zu müssen, zweitens hätte das größeren Aufrur erspart. Aber um den würden sie wohl nicht rundrum kommen, denn Darius’ zeigte sich nur durch effektloses Strampeln wehrhaft und spätestens als sein Teint einen ungesunden Blauton annahm, konnte man sich über die Intentionen des Organon nicht mehr sicher sein. “Soldat!”, dröhnte die durchdringende Stimme des Oberst über den Platz. Mit drei langen Schritten war er am Ort des Geschehens. Sein Umhang wehte unheilvoll und sein Blick ließ den Organon, der Darius vor Schreck hatte auf den staubigen Boden fallen lassen, regelrecht in sich zusammenschrumpeln, als er sich über ihm aufbaute. “Deine ID, Soldat”, verlangte er, geringer in Lautstärke, aber keinesfalls in Bedrohlichkeit. Irgendwo war es schon persönlich, wenn jemand versuchte seinen Partner zu erwürgen, aber zum Glück des Klones konnte Hitch das nicht zeigen, weshalb er davon absah ihn seine eigene Medizin schmecken zu lassen. Dieser musste offenbar auch kurz realisieren, dass er zumindest noch nicht tot war, denn erst nach einer Sekunde entsetzter Verwirrung stand er zitternd stramm und blubberte: “KS-63-M2, S-sir” Ohne den knochenschmelzenden Augenkontakt zu brechen, reichte Hitch an sein Headset. “Ein Transport für einen in Gewahrsam genommen Klon vom Schwimmenden Schwarzmarkt nach Porta-Fisco, sofort. Und setzen Sie bitte eine psychologische Überprüfung für KS-63-M2 an.” Seine Augen wanderten zu den beiden Gefährten des eventuell defekten Klons und er wies sie unterkühlt an: “Haltet ihn fest. Wenn er flieht werdet ihr standrechtlich exekutiert. Wartet am Hafen auf den Kreuzer.” Die Angesprochen nickten eilig und eifrig und schubsten ihren völlig aufgelösten Kameraden mit den Pistolen am Kopf in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Hitch sah ihnen noch mit zusammengebissenen Zähnen hinterher, bis sie ausser Sichtweite waren, bevor er sich zu seinem Sekretär umdrehte, welcher noch immernoch verstört auf dem Boden hockte. Sein Blick war kurz tadelnd, bevor er mit einem leisen Seufzen weicher wurde. Darius wusste selbst, was er falsch gemacht hatte. “Alles in Ordnung? Kannst du stehen?”, erkundigte er sich und bot ihm die Hand an. Zumindest äußerlich schien er unverl-… Oh? Es schien ihm sogar überdurchschnittlich gut zu gehen, zumindest auf seine genitale Situation schließend. Fragend hob der Oberst eine Braue und ein spötzisches Schmunzeln schlich sich auf seine Lippen. “Stehen scheint nicht das Problem …”
Darius hörte noch durch einen dicken Schleier nahender Ohnmacht Hitchs schneidende Stimme, ehe der Griff um seinen Hals sich löste und er mangels Reflexe, Bodenhaftung und Energie auf den Boden plumste. Es schmerzte als er instinktiv einatmete und sich seine Lungen mit Luft füllten. Sein Brustkorb brannte und seine Luftröhre fühlte sich gequetscht an (was vielleicht, nun, daran lag, dass sie es war). Mit zitternder Hand rieb er sich den Hals und sah, ein Auge zugekniffen zu Hitch und dem Soldaten auf. Neben dem Oberst sah der Organon plötzlich sehr klein aus. Darius zuckte ein wenig zusammen, als er schluckte. Wie Hitch mit dem Klon sprach, über ihm aufragend, mit kühler Stimme und der furchteinflößenden Autorität in jedem Unterton… Manchmal vergaß er wie beängstigend der Oberst sein konnte. Allein, dass er es manchmal vergessen konnte, war ein enormes Privileg. Und dass er da war um dazwischenzugehen, wenn Darius erwürgt wurde war ein weiteres. Dass er so reagierte. Dass er sich um ihn sorgte. Hitch zu haben war ein Privileg. Die Szene zu beobachten ließ fast ein beklemmendes Gefühl in Darius aufkommen, vielleicht, ein wenig, noch durch einen Anflug von Genugtuung, andererseits hatte der Organon, der jetzt kleinlaut seine ID stotterte versucht ihn umzubringen, was seine Anteilnahme ein wenig schmälerte. Und auch das verflüchtigte sich recht schnell als Hitch den Soldaten von seinen beiden Kameraden abführen ließ. Der Organon durfte nach einem schamlosen Mordanschlag auf ihn einfach zu einer Therapiesitzung davonspazieren. Und Hitch hatte ein wenig auf sich warten lassen damit einzugreifen. Er schaute Hitch an, als er den Soldaten nachsah. Sein Kiefer war angespannt. Als er sich zu Darius umwandte lag ein gewisser geschmackloser Vorwurf in seinem Blick. Es war der Blick seines Vorgesetzten. Die Sache war… zugegebenermaßen auf allen Seiten nicht ideal verlaufen. In seine Stimme schlich sich ein wenig Sasha. Das meiste in dieser Hinsicht musste man sich beim Oberst zwischen den Zeilen hinlesen. Darius antwortete mit einem unartikulierten Krächzen und streckte die Hand nach Hitchs aus. Er zögerte als sich Sashas Gesichtsausdruck änderte, eine Braue gehoben und ein amüsiertes Lächeln an seinem Mundwinkel. Er blinzelte bei der Bemerkung und erst nach einigen geistig viel zu zähen Momenten folgte Darius Hitchs Blick zwischen seine Beine. Es war… eine Beule. Und eine gut durchblutete, wie er fühlte. Blut schoss ihm in den Kopf und seine Ohren glühten. “I-chhh” Seine Stimme funktionierte kaum und er röchelte halb, ehe er ein viel zu hohes und ersterbendes “wurde gerade fast umgebracht” hinzusetzte. Scherze waren eher unangebracht. Ebenso wie Erektionen, wo er schon dabei war, aber seine Gedanken wurden von einer Wand aus Scham blockiert ehe sie sich Fragen nach dem Warum hätten annähern können.
Darius schien sich unheimlich zu schämen für seinen kleinen … Zwischenfall, schließend auf sein hochrotes Gesicht und abgehacktes Gestottere. Hitchs Schmunzeln weitete sich aus. Wäre ja auch tragisch gewesen, wäre eine Woche ohne erektionshervorgerufene Peinlichkeit für Darius vergangen. Aber ein Ständer im Angesicht des Todes war wohl eine Prämiere, wenn man das indirekte Risiko der Entdeckung von Hitchs biologischem Geschlecht in Rußland nicht zählte. Die Frage des Warum hielt sich offen, aber damit konnte er sich auch noch beschäftigen, wenn er sichergestellt hatte, dass der Kehlkopf seines Assistenten keine ernsthaften Schäden genommen hatte. “Das passiert mir auch oft, aber ich finde mich danach selten erregt wieder”, neckte der Oberst ihn. Gnädig zog er Darius auf die wackeligen Beine und bedeutete ihm mit einer Handgeste, das Kinn zu heben, bevor er sich einen Handschuh auszog, sich zu ihm hinunterbeugte und vorsichtig seinen Hals abtastete. Er würde wohl einige Würgemale davon tragen, aber ernsthaft beschädigt schien nichts. Trotzdem hätte er es lieber, seinen Partner nochmal ordentlich untersucht zu wissen. So zu sterben wäre sogar unter seiner Würde. “Wenn du wirklich ernsthafte Atemprobleme hast, mach dich bemerkbar. Heute Nachmittag bring ich dich zur Krankenstation, bis dahin, schon deine Stimme. Das sollte dich vorerst auch vor weiteren Auseinandersetzungen bewahren”, sagte Hitch und konnte nicht anders, als im letzten Satz einen spöttischen Unterton einfließen zu lassen. Aber wenn Darius sich immer in diese Situationen manövrierte, war das das mindeste, das er über sich ergehen zu lassen hatte. Eine Woche später war die Stimme des Kleineren mehr oder weniger wiederhergestellt. Zumindest gut genug, um auf Arbeit laut zeternd über die schrecklichen Bedingungen des Umzugs in Hitchs Büro herziehen zu können, also den Fakt, dass er seine Akten und Utensilien selbst (mit Hitchs Hilfe) zwei Stockwerke höher tragen musste, obwohl er froh sein konnte, dass ihm überhaupt Schreibtisch, Schränke und Möbel hinterhergeschleppt wurden. Zum Glück, dachte der Oberst, während er in seiner, neuerdings mit allem erdenklichen Ramsch vollgestellten Wohnung am Schreibtisch über uninteressanten Funkprotokollen brütete. Auch wenn Glück vielleicht nicht der treffenste Begriff war, aber besser als eine ernsthafte Quetschung des Kehlkopfes. Erschöpft kniff er sich in den Nasenrücken und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Noch diese Konversation, dann würde er für heute die Arbeit niederlegen.
Darius quittierte Hitchs Bemerkung mit einem seiner Kehlsitustion geschuldeten schwachen und sogar ein wenig sarkastischen Lachen. Man konnte bei jeder möglichen Gelegenheit eine Erektion bekommen. Bei Ärger, Anspannung, Angst, diversen Formen des Ablebens. Er war versucht in die Defensive zu gehen, doch angesichts des Zustandes seines Halses tat er sich den größten Gefallen damit ausnahmsweise die Klappe zu halten. Eigentlich täte er sich mit dieser Vorgehensweise immer den größten Gefallen, aber so weit reichte die Einsicht nicht. Und so eingeschnappt er sich manchmal gern gab, er genoß es, dass Hitch ihn neckte. Wenn er Witze machte, spöttelte… Dann war es das gutmütige Pendant zu der Gehässigkeit mit der er Darius früher begegnet war und, nun, er war glücklich, dass sie jetzt dort standen. Unbeholfen ließ er sich von Hitch aufhelfen und hob das Kinn, als der Oberst es ihm bedeutete. Es prickelte schon in ihm, während Sasha sich den Handschuh auszog und es wurde nicht besser, als er mit leichtem Druck seinen Hals abtastete. Seine Kehle verengte sich unerklärlicherweise. Er schluckte verhalten und harrte still aus bis der Oberst mit seiner kleinen medizinischen Untersuchung fertig war. Er nickte bei Hitchs Worten. “Ja”, krähte er. Er konnte wirklich fürsorglich sein, wenn man durch eine dicke Schicht Pragmatik hindurchsehen konnte. Und noch einer Prise erzieherischen Spotts. Reden würde er sich in der Tat sparen. Darius verschränkte wenig subtil die Hände vor seinem Schritt. Jetzt hoffte er vor allem, dass sein Blutfluss sich rasch regulierte.
Sein Hals schmerzte noch immer, kratzig hinterm Gaumen und er durfte wieder gut sichtbar die verdammten Würgemale spazieren tragen, aber immerhin war er am Leben und was auch immer. Er hatte das Gefühl, dass man ihn auf der Krankenstation nicht mehr ernst nahm. Mit seriöserer Behandlung hätte das hier sicher schneller gehen können und auch die Tatsache, dass er während seines Umzugs in Hitchs Büro lungentief in verstaubten Aktenschränken hängen musste, trug viel zu seinem Husten und wenig zu seiner Genesung bei. Zudem musste er seine Stimme ständig strapazieren um irgendwelche Klone, die unfähiger als selbst durchschnittliche Möbelpacker waren, anzuweisen seine Möbel beim Transport nicht völlig zu ruinieren. Er war fertig mit dieser Idiotie und Gott sei Dank war er auch fertig mit seinem Arbeitstag. Das Maß an Unfähigkeit, von dem er umgeben war, war auslaugend. Er war erschöpfter als er Recht hatte und vielleicht war er ein wenig zu eilig hergekommen, aber als er schwer atmend vor Hitchs Tür stand und sich fasste zupfte ein Lächeln an seinem Mundwinkel. Er klingelte.
Hitch wusste schon von Darius Anwesenheit, bevor er überhaupt geklingelt hatte. Ein hohes, schnelles Piepsen von einem Bildschirm neben ihm riss den Organon aus seiner schwammigen Erschöpfung und sein Blick schoss alarmiert zu den Bildern der Überwachungskameras. Es war nicht all zu selten, dass der Bewegungsmelder auf seinem Grundstück ausgelöst wurde, sei es von streunenden Schnabeltieren oder Sektenvertreten, ebenfalls streundend. Aber bei Gott, er würde sich nicht erlauben unachtsam zu werden. Als es dann doch nur sein Sekretär war, der freudig, trotz der scheinbaren Angst vor aus dem Boden schießenden Selbstschussanlagen, zu seiner Haustür watschelte, atmete er etwas erleichtert die Luft aus, die er vor Schreck angehalten hatte. Er konnte es nicht leugnen, so unerträglich er manchmal auf Arbeit sein konnte, es war wirklich ... schön ihn zu sehen. Mit jetzt wesentlich entspannteren Gesichtszügen machte er sich auf zum Eingang und öffnete die Tür, kaum, dass der Rotblonde den Klingelknopf betätigt hatte. "Darius", begrüßte er ihn mit einer winzigen Spur eines Lächelns, was seine Art war zu zeigen, dass er sehr sehr froh war, ihn zu sehen und stellte sicher, dass Darius mit allen Gliedmaßen im Haus und die Tür geschlossen war, bevor er ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen gab. Die Finger seiner Rechten wanderten automatisch zu seinem Hals, der immernoch von den Spuren des Zwischenfalls gezeichnet war und strichen federleicht darüber. Wie es ihm darauf bezogen ging, musste er nicht fragen, denn Darius hielt ihn mit Begeisterung auf dem Laufenden über sein Elend. "Du solltest noch nicht rennen", setzte er ihn auf seine übliche Art und Weise und Kenntnis und geleitete ihn weiter in die Küche, wo er ihn kommentarlos auf einem Stuhl platzierte und ein Glas Wasser hinstellte. "Gibt es einen Anlass, dass du hier bist?", fragte der Größere und setzte sich ihm gegenüber. Nicht, dass Darius nicht eh mehr Zeit bei seinem Vorgesetzten zuhause verbrachte als bei sich und sich hier inoffiziell schon längst einquartiert hatte (Es war ein Wunder, dass in seiner Wohnung überhaupt noch Möbel standen), aber normalerweise kündigte er sich vorher an.
Darius rümpfte die Nase. Miefen war noch eine Untertreibung. Der ganze Ort stank bestialisch.
Hitch ging einige Meter vor ihm und ließ ihn nicht auch nur ansatzweise auf seine Höhe heran. Mit ihnen führten sie einen Trupp Organon-Soldaten, die ebenso erfreut waren auf der Mission zu sein wie Darius.
Kerzengerade stehend warf Hitch einen frostigen Blick in die Runde.
„Ihr kennt den Befehl. Deckt die Bereiche von Belle Vue, dem Schwarzmarkt und dem Hafen ab. Alles, was weder gelistet noch registriert ist, wird konfisziert. Namen der Beteiligten und letzte Handelspartner der vergangenen fünf Monate werden protokolliert.“
Darius, soeben an seine Seite trottend (und dabei eine bedauerlich schmächtige Figur machend), räusperte sich übertrieben röhrend. Ein paar Soldaten hatten dafür nur ein müdes Augenblinzeln übrig.
„Und macht mal ein bisschen Tempo. Ich will bis zum Mittagessen mit beiden Stiefeln wieder zurück sein.“ Diesmal sahen ihn nicht nur die Soldaten, sondern auch Hitch etwas schräg und genervt an. Dennoch fingen sie müßig an, sich in die vorgegebenen Ortsrichtungen zu bewegen. Drei blieben allerdings in ihrer Nähe stehen und beäugten Darius argwöhnisch.
Dieser, merkwürdig gut aufgelegt, stemmte die Hände an die Seiten. „Was ist mit euch Faulpelzen? Hm?! Muss ich euch erstmal erklären was ein Befehl ist, oder soll ich gleich beim Alphabet anfangen?“
Hitch hielt es nicht für nötig dazu etwas zu sagen, der Pimpf der sich sein Assistent schimpfte, war zumindest (vom Alter her) erwachsen genug, das auszutragen.
Die drei zurück gebliebenen Organons kamen ruhig auf Darius zu, ein einzelner Zog seine Waffe.
„Sag das nochmal“, raunte er. Darius zog eine Augenbraue hoch.
„Ach, und hören könnt ihr auch nicht gut? Warum werdet ihr überhaupt noch hergestellt wie billige Massenware?“
Der Soldat hob die Waffe an seine Kehle. „Ein Wort noch.“
Mittlerweile hatte Hitch von „Durchzug“ wieder zu aufmerksam gewechselt. Die Hände behielt er dennoch demonstrativ gelangweilt an den Oberarmen. Er selbst war auch nicht sonderlich erpicht darauf hier zu sein, aber eine ruhige Mission war ihm immer noch lieber als… das da.
Darius schnalzte abschätzig mit der Zunge. „Nimm deine Griffel aus meinem Gesicht.“ Er schlug dem Soldaten die Waffe aus der Hand, der keine Sekunde zögerte, wütend einen Schritt nach vorn machte und seine Hände um Darius’ Kehle legte.
Beinahe wäre Hitch ein doch recht angespanntes „Lyster!“ herausgerutscht, doch die aufkeimende Sorge (nun ja Sorge… besser, man nannte es Bedenken) fand keinen fruchtbaren Nährboden.
Darius gab erst ein erschrockenes, dann ein verwirrtes und zuletzt arg dem Keuchen nahes Geräusch von sich.
Seine Hände schossen hoch um den Organon von sich zu drücken, an seinen Armen zu zerren, doch der Soldat war (wie eigentlich jeder auf diesem ganzen verdammten Planeten) größer als er und nun, ein Soldat. Und sein Griff um Darius’ Hals war fest und sehr zielstrebig.
Er brachte kaum einen Gedanken zustande, was vielleicht daran lag, dass ihm die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn abgedrückt wurde. Sein Herz raste und der Druck des Luftmangels dröhnte in seinem Kopf, während er würgend versuchte nach Atem zu schnappen.
Er trat aus, seine Füße berührten kaum mehr den Boden und ihm entwich noch ein recht dünnes Röcheln, ehe die Finger seinen Hals so eng umschlossen, dass er nicht einmal dazu mehr fähig war. Sein ganzer Körper pulsierte. Auch an… abwegigen Stellen. Nicht, dass er dem in diesem Moment auch nur den kleinsten Bruchteil seiner Aufmerksamkeit hätte zukommen lassen können. Er war ein wenig mit blau anlaufen und ersticken beschäftigt - was es auch nicht weniger merkwürdig machte.
Hitch war gespannt wie eine Bogensehne, als der Klon nicht von seinem Sekretär abließ. Eigentlich hätte er längst einschreiten müssen, aber etwas ließ den Oberst zögern, auch wenn es rückblickend unnötig und riskant gewesen war, es überhaupt so weit kommen zu lassen. Was ihn hielt war die sehr optimistische Hoffnung, dass Darius das für sich selbst klären könnte, oder der Klon ihn zumindest wieder gehen lassen würde, nachdem er den kleinen Mann etwas erschrocken hatte. Erstens wäre das besser für Darius’ Selbstbewusstsein gewesen, als sich von Hitch den Hintern retten lassen zu müssen, zweitens hätte das größeren Aufrur erspart. Aber um den würden sie wohl nicht rundrum kommen, denn Darius’ zeigte sich nur durch effektloses Strampeln wehrhaft und spätestens als sein Teint einen ungesunden Blauton annahm, konnte man sich über die Intentionen des Organon nicht mehr sicher sein. “Soldat!”, dröhnte die durchdringende Stimme des Oberst über den Platz. Mit drei langen Schritten war er am Ort des Geschehens. Sein Umhang wehte unheilvoll und sein Blick ließ den Organon, der Darius vor Schreck hatte auf den staubigen Boden fallen lassen, regelrecht in sich zusammenschrumpeln, als er sich über ihm aufbaute. “Deine ID, Soldat”, verlangte er, geringer in Lautstärke, aber keinesfalls in Bedrohlichkeit. Irgendwo war es schon persönlich, wenn jemand versuchte seinen Partner zu erwürgen, aber zum Glück des Klones konnte Hitch das nicht zeigen, weshalb er davon absah ihn seine eigene Medizin schmecken zu lassen. Dieser musste offenbar auch kurz realisieren, dass er zumindest noch nicht tot war, denn erst nach einer Sekunde entsetzter Verwirrung stand er zitternd stramm und blubberte: “KS-63-M2, S-sir” Ohne den knochenschmelzenden Augenkontakt zu brechen, reichte Hitch an sein Headset. “Ein Transport für einen in Gewahrsam genommen Klon vom Schwimmenden Schwarzmarkt nach Porta-Fisco, sofort. Und setzen Sie bitte eine psychologische Überprüfung für KS-63-M2 an.” Seine Augen wanderten zu den beiden Gefährten des eventuell defekten Klons und er wies sie unterkühlt an: “Haltet ihn fest. Wenn er flieht werdet ihr standrechtlich exekutiert. Wartet am Hafen auf den Kreuzer.” Die Angesprochen nickten eilig und eifrig und schubsten ihren völlig aufgelösten Kameraden mit den Pistolen am Kopf in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Hitch sah ihnen noch mit zusammengebissenen Zähnen hinterher, bis sie ausser Sichtweite waren, bevor er sich zu seinem Sekretär umdrehte, welcher noch immernoch verstört auf dem Boden hockte. Sein Blick war kurz tadelnd, bevor er mit einem leisen Seufzen weicher wurde. Darius wusste selbst, was er falsch gemacht hatte. “Alles in Ordnung? Kannst du stehen?”, erkundigte er sich und bot ihm die Hand an. Zumindest äußerlich schien er unverl-… Oh? Es schien ihm sogar überdurchschnittlich gut zu gehen, zumindest auf seine genitale Situation schließend. Fragend hob der Oberst eine Braue und ein spötzisches Schmunzeln schlich sich auf seine Lippen. “Stehen scheint nicht das Problem …”
Darius hörte noch durch einen dicken Schleier nahender Ohnmacht Hitchs schneidende Stimme, ehe der Griff um seinen Hals sich löste und er mangels Reflexe, Bodenhaftung und Energie auf den Boden plumste. Es schmerzte als er instinktiv einatmete und sich seine Lungen mit Luft füllten. Sein Brustkorb brannte und seine Luftröhre fühlte sich gequetscht an (was vielleicht, nun, daran lag, dass sie es war). Mit zitternder Hand rieb er sich den Hals und sah, ein Auge zugekniffen zu Hitch und dem Soldaten auf. Neben dem Oberst sah der Organon plötzlich sehr klein aus. Darius zuckte ein wenig zusammen, als er schluckte. Wie Hitch mit dem Klon sprach, über ihm aufragend, mit kühler Stimme und der furchteinflößenden Autorität in jedem Unterton… Manchmal vergaß er wie beängstigend der Oberst sein konnte. Allein, dass er es manchmal vergessen konnte, war ein enormes Privileg. Und dass er da war um dazwischenzugehen, wenn Darius erwürgt wurde war ein weiteres. Dass er so reagierte. Dass er sich um ihn sorgte. Hitch zu haben war ein Privileg. Die Szene zu beobachten ließ fast ein beklemmendes Gefühl in Darius aufkommen, vielleicht, ein wenig, noch durch einen Anflug von Genugtuung, andererseits hatte der Organon, der jetzt kleinlaut seine ID stotterte versucht ihn umzubringen, was seine Anteilnahme ein wenig schmälerte. Und auch das verflüchtigte sich recht schnell als Hitch den Soldaten von seinen beiden Kameraden abführen ließ. Der Organon durfte nach einem schamlosen Mordanschlag auf ihn einfach zu einer Therapiesitzung davonspazieren. Und Hitch hatte ein wenig auf sich warten lassen damit einzugreifen. Er schaute Hitch an, als er den Soldaten nachsah. Sein Kiefer war angespannt. Als er sich zu Darius umwandte lag ein gewisser geschmackloser Vorwurf in seinem Blick. Es war der Blick seines Vorgesetzten. Die Sache war… zugegebenermaßen auf allen Seiten nicht ideal verlaufen. In seine Stimme schlich sich ein wenig Sasha. Das meiste in dieser Hinsicht musste man sich beim Oberst zwischen den Zeilen hinlesen. Darius antwortete mit einem unartikulierten Krächzen und streckte die Hand nach Hitchs aus. Er zögerte als sich Sashas Gesichtsausdruck änderte, eine Braue gehoben und ein amüsiertes Lächeln an seinem Mundwinkel. Er blinzelte bei der Bemerkung und erst nach einigen geistig viel zu zähen Momenten folgte Darius Hitchs Blick zwischen seine Beine. Es war… eine Beule. Und eine gut durchblutete, wie er fühlte. Blut schoss ihm in den Kopf und seine Ohren glühten. “I-chhh” Seine Stimme funktionierte kaum und er röchelte halb, ehe er ein viel zu hohes und ersterbendes “wurde gerade fast umgebracht” hinzusetzte. Scherze waren eher unangebracht. Ebenso wie Erektionen, wo er schon dabei war, aber seine Gedanken wurden von einer Wand aus Scham blockiert ehe sie sich Fragen nach dem Warum hätten annähern können.
Darius schien sich unheimlich zu schämen für seinen kleinen … Zwischenfall, schließend auf sein hochrotes Gesicht und abgehacktes Gestottere. Hitchs Schmunzeln weitete sich aus. Wäre ja auch tragisch gewesen, wäre eine Woche ohne erektionshervorgerufene Peinlichkeit für Darius vergangen. Aber ein Ständer im Angesicht des Todes war wohl eine Prämiere, wenn man das indirekte Risiko der Entdeckung von Hitchs biologischem Geschlecht in Rußland nicht zählte. Die Frage des Warum hielt sich offen, aber damit konnte er sich auch noch beschäftigen, wenn er sichergestellt hatte, dass der Kehlkopf seines Assistenten keine ernsthaften Schäden genommen hatte. “Das passiert mir auch oft, aber ich finde mich danach selten erregt wieder”, neckte der Oberst ihn. Gnädig zog er Darius auf die wackeligen Beine und bedeutete ihm mit einer Handgeste, das Kinn zu heben, bevor er sich einen Handschuh auszog, sich zu ihm hinunterbeugte und vorsichtig seinen Hals abtastete. Er würde wohl einige Würgemale davon tragen, aber ernsthaft beschädigt schien nichts. Trotzdem hätte er es lieber, seinen Partner nochmal ordentlich untersucht zu wissen. So zu sterben wäre sogar unter seiner Würde. “Wenn du wirklich ernsthafte Atemprobleme hast, mach dich bemerkbar. Heute Nachmittag bring ich dich zur Krankenstation, bis dahin, schon deine Stimme. Das sollte dich vorerst auch vor weiteren Auseinandersetzungen bewahren”, sagte Hitch und konnte nicht anders, als im letzten Satz einen spöttischen Unterton einfließen zu lassen. Aber wenn Darius sich immer in diese Situationen manövrierte, war das das mindeste, das er über sich ergehen zu lassen hatte. Eine Woche später war die Stimme des Kleineren mehr oder weniger wiederhergestellt. Zumindest gut genug, um auf Arbeit laut zeternd über die schrecklichen Bedingungen des Umzugs in Hitchs Büro herziehen zu können, also den Fakt, dass er seine Akten und Utensilien selbst (mit Hitchs Hilfe) zwei Stockwerke höher tragen musste, obwohl er froh sein konnte, dass ihm überhaupt Schreibtisch, Schränke und Möbel hinterhergeschleppt wurden. Zum Glück, dachte der Oberst, während er in seiner, neuerdings mit allem erdenklichen Ramsch vollgestellten Wohnung am Schreibtisch über uninteressanten Funkprotokollen brütete. Auch wenn Glück vielleicht nicht der treffenste Begriff war, aber besser als eine ernsthafte Quetschung des Kehlkopfes. Erschöpft kniff er sich in den Nasenrücken und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Noch diese Konversation, dann würde er für heute die Arbeit niederlegen.
Darius rümpfte die Nase. Miefen war noch eine Untertreibung. Der ganze Ort stank bestialisch.
Hitch ging einige Meter vor ihm und ließ ihn nicht auch nur ansatzweise auf seine Höhe heran. Mit ihnen führten sie einen Trupp Organon-Soldaten, die ebenso erfreut waren auf der Mission zu sein wie Darius.
Kerzengerade stehend warf Hitch einen frostigen Blick in die Runde.
„Ihr kennt den Befehl. Deckt die Bereiche von Belle Vue, dem Schwarzmarkt und dem Hafen ab. Alles, was weder gelistet noch registriert ist, wird konfisziert. Namen der Beteiligten und letzte Handelspartner der vergangenen fünf Monate werden protokolliert.“
Darius, soeben an seine Seite trottend (und dabei eine bedauerlich schmächtige Figur machend), räusperte sich übertrieben röhrend. Ein paar Soldaten hatten dafür nur ein müdes Augenblinzeln übrig.
„Und macht mal ein bisschen Tempo. Ich will bis zum Mittagessen mit beiden Stiefeln wieder zurück sein.“ Diesmal sahen ihn nicht nur die Soldaten, sondern auch Hitch etwas schräg und genervt an. Dennoch fingen sie müßig an, sich in die vorgegebenen Ortsrichtungen zu bewegen. Drei blieben allerdings in ihrer Nähe stehen und beäugten Darius argwöhnisch.
Dieser, merkwürdig gut aufgelegt, stemmte die Hände an die Seiten. „Was ist mit euch Faulpelzen? Hm?! Muss ich euch erstmal erklären was ein Befehl ist, oder soll ich gleich beim Alphabet anfangen?“
Hitch hielt es nicht für nötig dazu etwas zu sagen, der Pimpf der sich sein Assistent schimpfte, war zumindest (vom Alter her) erwachsen genug, das auszutragen.
Die drei zurück gebliebenen Organons kamen ruhig auf Darius zu, ein einzelner Zog seine Waffe.
„Sag das nochmal“, raunte er. Darius zog eine Augenbraue hoch.
„Ach, und hören könnt ihr auch nicht gut? Warum werdet ihr überhaupt noch hergestellt wie billige Massenware?“
Der Soldat hob die Waffe an seine Kehle. „Ein Wort noch.“
Mittlerweile hatte Hitch von „Durchzug“ wieder zu aufmerksam gewechselt. Die Hände behielt er dennoch demonstrativ gelangweilt an den Oberarmen. Er selbst war auch nicht sonderlich erpicht darauf hier zu sein, aber eine ruhige Mission war ihm immer noch lieber als… das da.
Darius schnalzte abschätzig mit der Zunge. „Nimm deine Griffel aus meinem Gesicht.“ Er schlug dem Soldaten die Waffe aus der Hand, der keine Sekunde zögerte, wütend einen Schritt nach vorn machte und seine Hände um Darius’ Kehle legte.
Beinahe wäre Hitch ein doch recht angespanntes „Lyster!“ herausgerutscht, doch die aufkeimende Sorge (nun ja Sorge… besser, man nannte es Bedenken) fand keinen fruchtbaren Nährboden.
Darius gab erst ein erschrockenes, dann ein verwirrtes und zuletzt arg dem Keuchen nahes Geräusch von sich.
Seine Hände schossen hoch um den Organon von sich zu drücken, an seinen Armen zu zerren, doch der Soldat war (wie eigentlich jeder auf diesem ganzen verdammten Planeten) größer als er und nun, ein Soldat. Und sein Griff um Darius’ Hals war fest und sehr zielstrebig.
Er brachte kaum einen Gedanken zustande, was vielleicht daran lag, dass ihm die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn abgedrückt wurde. Sein Herz raste und der Druck des Luftmangels dröhnte in seinem Kopf, während er würgend versuchte nach Atem zu schnappen.
Er trat aus, seine Füße berührten kaum mehr den Boden und ihm entwich noch ein recht dünnes Röcheln, ehe die Finger seinen Hals so eng umschlossen, dass er nicht einmal dazu mehr fähig war. Sein ganzer Körper pulsierte. Auch an… abwegigen Stellen. Nicht, dass er dem in diesem Moment auch nur den kleinsten Bruchteil seiner Aufmerksamkeit hätte zukommen lassen können. Er war ein wenig mit blau anlaufen und ersticken beschäftigt - was es auch nicht weniger merkwürdig machte.
Hitch war gespannt wie eine Bogensehne, als der Klon nicht von seinem Sekretär abließ. Eigentlich hätte er längst einschreiten müssen, aber etwas ließ den Oberst zögern, auch wenn es rückblickend unnötig und riskant gewesen war, es überhaupt so weit kommen zu lassen. Was ihn hielt war die sehr optimistische Hoffnung, dass Darius das für sich selbst klären könnte, oder der Klon ihn zumindest wieder gehen lassen würde, nachdem er den kleinen Mann etwas erschrocken hatte. Erstens wäre das besser für Darius’ Selbstbewusstsein gewesen, als sich von Hitch den Hintern retten lassen zu müssen, zweitens hätte das größeren Aufrur erspart. Aber um den würden sie wohl nicht rundrum kommen, denn Darius’ zeigte sich nur durch effektloses Strampeln wehrhaft und spätestens als sein Teint einen ungesunden Blauton annahm, konnte man sich über die Intentionen des Organon nicht mehr sicher sein. “Soldat!”, dröhnte die durchdringende Stimme des Oberst über den Platz. Mit drei langen Schritten war er am Ort des Geschehens. Sein Umhang wehte unheilvoll und sein Blick ließ den Organon, der Darius vor Schreck hatte auf den staubigen Boden fallen lassen, regelrecht in sich zusammenschrumpeln, als er sich über ihm aufbaute. “Deine ID, Soldat”, verlangte er, geringer in Lautstärke, aber keinesfalls in Bedrohlichkeit. Irgendwo war es schon persönlich, wenn jemand versuchte seinen Partner zu erwürgen, aber zum Glück des Klones konnte Hitch das nicht zeigen, weshalb er davon absah ihn seine eigene Medizin schmecken zu lassen. Dieser musste offenbar auch kurz realisieren, dass er zumindest noch nicht tot war, denn erst nach einer Sekunde entsetzter Verwirrung stand er zitternd stramm und blubberte: “KS-63-M2, S-sir” Ohne den knochenschmelzenden Augenkontakt zu brechen, reichte Hitch an sein Headset. “Ein Transport für einen in Gewahrsam genommen Klon vom Schwimmenden Schwarzmarkt nach Porta-Fisco, sofort. Und setzen Sie bitte eine psychologische Überprüfung für KS-63-M2 an.” Seine Augen wanderten zu den beiden Gefährten des eventuell defekten Klons und er wies sie unterkühlt an: “Haltet ihn fest. Wenn er flieht werdet ihr standrechtlich exekutiert. Wartet am Hafen auf den Kreuzer.” Die Angesprochen nickten eilig und eifrig und schubsten ihren völlig aufgelösten Kameraden mit den Pistolen am Kopf in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Hitch sah ihnen noch mit zusammengebissenen Zähnen hinterher, bis sie ausser Sichtweite waren, bevor er sich zu seinem Sekretär umdrehte, welcher noch immernoch verstört auf dem Boden hockte. Sein Blick war kurz tadelnd, bevor er mit einem leisen Seufzen weicher wurde. Darius wusste selbst, was er falsch gemacht hatte. “Alles in Ordnung? Kannst du stehen?”, erkundigte er sich und bot ihm die Hand an. Zumindest äußerlich schien er unverl-… Oh? Es schien ihm sogar überdurchschnittlich gut zu gehen, zumindest auf seine genitale Situation schließend. Fragend hob der Oberst eine Braue und ein spötzisches Schmunzeln schlich sich auf seine Lippen. “Stehen scheint nicht das Problem …”
Hitch bedachte Darius’ doch sehr verunglückte Begrüßung mit einem herablassenden Zischen und verschränkte die schmalen Arme vorm Körper. Er war weniger angeekelt, er hatte definitiv schlimmeres gesehen als ein bisschen Erbrochenes, als genervt und ungläubig ob der Kurzsichtigkeit seines Sekretärs. “Wenn ich mich an eine Sache von gestern Abend erinnern kann, dann dass ich Ihnen ausdrücklich geraten habe, sich nicht mit einem Alkohol zu übernehmen, den Sie nicht einmal identifizieren können”, merkte er in einem fast lehrerhaft giftigem Ton an. Darius sah regelrecht mitleiderregend aus, wie er da hing, zitternd und ausgesprochen erbärmliche Geräusche von sich gebend. Ein winziger Teil in Hitch verspürte sogar das Bedürfnis dem Blonden eine Hand auf den Rücken zu legen und ihn tröstend zu tätscheln, denn mehr könnte er im Moment eh nicht tun, aber diese uncharakteristische Empathie wurde zum Glück schnell wieder von Pragmatik verdrängt. Nach ein-, zwei Mal übergeben und einem Glas Wasser würde er wieder ganz sein nervtötendes, aber zumindest etwas produktives Ich sein. Außerdem konnte man bei ihm immer davon ausgehen, dass er sich bei jedem noch so kleinen Wehwehchen anstellte, als müsse er sterben, also ging es ihm wahrscheinlich nichtmal all zu schrecklich. Ohne einen weiteren Kommentar ließ er Darius vorerst mit seinem Elend allein und begab sich in ihr heruntergekommenes Schlafzimmer, in dem sie ihre Taschen abgeladen hatten. Während Hitch das Nötigste in einer kleinen Tasche hatte unterbringen können, war Darius am Tag der Abreise tatsächlich mit einem Trecking-Rucksack größer als er selbst angetanzt, den er nun ganz zu seinem Leidwesen durch die Tundra schleppen musste. Aber dafür fand der Oberst die “kleine” Reiseapotheke seines Assistenten, die wahrscheinlich umfangreicher war als das Arsenal der meisten Krankenhäuser in der Umgebung, relativ schnell. Kurz zog er es in Erwägung, sich selbst eine Kopfschmerztablette einzuwerfen, aber schlimm war es im Moment nicht und ein Schwung frischer Luft würde es für ihn genauso tun. Die Nebenwirkungen hingegen könnten seine Sinne eventuell im bevorstehenden Gespräch beeinträchtigen und dieses Risiko würde er nicht eingehen. Aber in Darius Fall wäre es schon eine große Hilfe, wenn er ihren potentiellen politischen Partnern nicht vor die Füße kotzen würde, auch wenn das hieß, dass er delirierend in irgendeiner Ecke lag. Also griff er sich zwei kleine Pillen aus einer Packung und kehrte kurz darauf mit einem Glas Wasser in der Hand zu seinem Sekretär zurück. “Trinken”, befahl er schlicht und ging neben Darius in die Hocke, ihm die Medizin eindringlich unter die Nase haltend. Nicht, dass er davon ausging, dass er Widerstand leisten würde.
Darius schauderte. Er war abstoßend. Er war erbärmlich und ekelerregend. Flach atmend lehnte er den Kopf nur ein wenig zur Seite, damit er zu Hitch aufsehen konnte. Er war ein wenig blass, hatte leichte Augenringe und Bartstoppeln und sein Haar war zerzaust, aber ansonsten war er nicht annähernd so mitgenommen wie sein Sekretär. Auch wenn er nicht wusste wie es in seinem Kopf aussah - aber das hatte er sich noch nie anmaßen können. Es musste schön sein nach einem Glas so betrunken zu sein und dann noch die Disziplin zu haben aufzuhören. Aber von Disziplin wollte er gar nicht zu denken anfangen. Darius presste die Lippen zusammen und wimmerte so leise er konnte als Hitch sprach. Es war seine eigene Schuld. Aber wenn es die einzige Sache war, an die er sich erinnerte war Darius trotz seines elenden, verkaterten Zustands der glücklichste Mann der Welt (eigentlich -ließ er sein Gehirn nicht denken - war er das gestern gewesen). “Ja”, krächzte er reuig. Und statt weiterer Ausführungen übergab Darius sich erneut, während sein Vorgesetzter das Bad verließ. Er machte einige raue, abgehackte Geräusche irgendwo zwischen Röcheln und Jammern, ehe sich sein Körper wieder etwas beruhigte. Er schloss die Augen und atmete schwer. Eine Entschuldigung hätte es ohnehin nicht getan. Er hatte einen Fehler gemacht und sie beide wussten das und er wünschte sich sehnlichst, dass er nicht jede Gelegenheit nutzen würde Hitch von seinem mangelnden Urteilsvermögen zu überzeugen. Alles, was er tun konnte, war sich jetzt zusammenzureißen, den Alkohol aus dem System zu bekommen und wenigstens nicht im Weg zu sein. Zumindest für zweiteres sorgte sein Magen gerade recht eigenverantwortlich. Etwas bebend hob er den Kopf, als er Hitchs Stimme neben sich hörte. Er war neben ihm in die Hocke gegangen und hielt ihm ein Glas hin, in dem es noch brausend zischte. Nicht im Traum hätte er in Erwägung gezogen sich diesem Befehl zu widersetzen. Mit zitternder Hand nahm er das Glas entgegen und streifte dabei fahrlässig Hitchs Finger. Erst nach mehrmaligem Schlucken, zwischen dem er ein, oder vielleicht auch mehrere kleinlaute “Danke” hinhauchte, traute er sich zu das Wasser in einem Zug zu leeren. Es schmeckte nach Erbrochenem. Aber kohlensäurehaltig. Davon auszugehen, dass es drinbleiben würde war sehr optimistisch. Aber es musste. Mit wässrigen Augen und fragend sah er den Oberst an. “Haben Sie auch…?”
Hitchs gesamter Arm spannte sich instinktiv an, als Darius’ Hand seine streifte, er zwang sich aber schnell wieder zur Normalität. So elend wie Lyster aussah (und klang) war es zumindest nicht unmöglich, dass er gestern völlig vergessen hatte. Und selbst wenn er sich erinnerte, zärtliche Gesten als Konsequenz würde er von ihm zu allerletzt erwarten. Es war ein Versehen gewesen. Kein Grund in die Defensive zu gehen. Mit berechnendem Blick sah er zu, wie sein Assistent das Glas an die blassen Lippen setzte. “Langsamer”, wies er ihn an, doch noch bevor er zuende gesprochen hatte, war die Medizin geleert. Wenn er Pech hatte, würde er das in fünf Minuten alles wieder hochbringen, weil er zu schnell getrunken hatte. Mit einem missbilligendem Zischen nahm er das Glas zurück und stellte sich wieder aufrecht, wo er es vorerst auf dem morschen Regalbrett über dem Waschbecken platzierte. Auf Darius’ Frage hin machte der Größere eine wegwerfende Handgeste. “Das würde nur meine Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigen. Es gibt schlimmeres als einen leichten Kater.” Mit einem scharfen Seitenblick setzte er hinterher: “Nicht, dass es Sie zu interessieren hätte.” Er wusste selbst nicht, warum er gerade so besonders grantig gegenüber seinem Sekretär war, dachte er, während er sich wortlos Zahnpasta auf die Bürste drückte. Naja, eigentlich schon. Er konnte sich einreden, dass es an den Kopfschmerzen und seinen stechenden Rippen oder der Tatsache, dass Darius sich so haltlos übernommen hatte lag, aber die bittere Wahrheit war, dass er sich so weit wie möglich von seinen gestrigen Aktionen distanzieren wollte. Ohne sein Zutun rümpfte er die Nase. Er hatte tatsächlich mit ihm geschlafen … Es sogar eingeleitet. Gott, und mitten in der Öffentlichkeit. Mit Lyster . Es war eine Niederlage auf ganzer Linie, bezogen auf Diskretion, Geschmack, aber vor allem Selbstdisziplin. Erbärmlich. Zwischen all dem inneren Monolog hatte der Oberst gar nicht bemerkt, wie sein Blick wieder auf seinen Assistenten gefallen war und er ihn eine Zeit lang mit der Zahnbürste im Mund angeschaut hatte, wie einen Eimer Dienstags-Haferschleim aus der Kantine des Organons. Als er sich dann selbst ertappte, blinzelte er nur kurz irritiert und fixierte sein eigenes staubiges Spiegelbild, bevor er den letzten Rest Zahnpasta ausspuckte. Hoffentlich war dieser Morgen bald vorbei, sodass er sich mit brisanten, diplomatischen Diskussionen ablenken konnte.
Hitch bedachte Darius’ doch sehr verunglückte Begrüßung mit einem herablassenden Zischen und verschränkte die schmalen Arme vorm Körper. Er war weniger angeekelt, er hatte definitiv schlimmeres gesehen als ein bisschen Erbrochenes, als genervt und ungläubig ob der Kurzsichtigkeit seines Sekretärs. “Wenn ich mich an eine Sache von gestern Abend erinnern kann, dann dass ich Ihnen ausdrücklich geraten habe, sich nicht mit einem Alkohol zu übernehmen, den Sie nicht einmal identifizieren können”, merkte er in einem fast lehrerhaft giftigem Ton an. Darius sah regelrecht mitleiderregend aus, wie er da hing, zitternd und ausgesprochen erbärmliche Geräusche von sich gebend. Ein winziger Teil in Hitch verspürte sogar das Bedürfnis dem Blonden eine Hand auf den Rücken zu legen und ihn tröstend zu tätscheln, denn mehr könnte er im Moment eh nicht tun, aber diese uncharakteristische Empathie wurde zum Glück schnell wieder von Pragmatik verdrängt. Nach ein-, zwei Mal übergeben und einem Glas Wasser würde er wieder ganz sein nervtötendes, aber zumindest etwas produktives Ich sein. Außerdem konnte man bei ihm immer davon ausgehen, dass er sich bei jedem noch so kleinen Wehwehchen anstellte, als müsse er sterben, also ging es ihm wahrscheinlich nichtmal all zu schrecklich. Ohne einen weiteren Kommentar ließ er Darius vorerst mit seinem Elend allein und begab sich in ihr heruntergekommenes Schlafzimmer, in dem sie ihre Taschen abgeladen hatten. Während Hitch das Nötigste in einer kleinen Tasche hatte unterbringen können, war Darius am Tag der Abreise tatsächlich mit einem Trecking-Rucksack größer als er selbst angetanzt, den er nun ganz zu seinem Leidwesen durch die Tundra schleppen musste. Aber dafür fand der Oberst die “kleine” Reiseapotheke seines Assistenten, die wahrscheinlich umfangreicher war als das Arsenal der meisten Krankenhäuser in der Umgebung, relativ schnell. Kurz zog er es in Erwägung, sich selbst eine Kopfschmerztablette einzuwerfen, aber schlimm war es im Moment nicht und ein Schwung frischer Luft würde es für ihn genauso tun. Die Nebenwirkungen hingegen könnten seine Sinne eventuell im bevorstehenden Gespräch beeinträchtigen und dieses Risiko würde er nicht eingehen. Aber in Darius Fall wäre es schon eine große Hilfe, wenn er ihren potentiellen politischen Partnern nicht vor die Füße kotzen würde, auch wenn das hieß, dass er delirierend in irgendeiner Ecke lag. Also griff er sich zwei kleine Pillen aus einer Packung und kehrte kurz darauf mit einem Glas Wasser in der Hand zu seinem Sekretär zurück. “Trinken”, befahl er schlicht und ging neben Darius in die Hocke, ihm die Medizin eindringlich unter die Nase haltend. Nicht, dass er davon ausging, dass er Widerstand leisten würde.
Darius’ Betteln löste eine erneute Welle himmlischer Hitze in seinem Vorgesetzten aus und er biss sich lustvoll auf die Unterlippe, während er etwas mehr Druck in seine Berührung legte. Hitch spürte wie seine Oberschenkel zittern vor unterdrückter Erregung und rutschte etwas auf der Hüfte seines Sekretärs herum, welcher sich stöhnend und wimmernd unter ihm wand. Durch den schwülen Nebel hindurch, langsam, aber nicht weniger beklemmend bahnte sich nun doch der innere Konflikt an, den er den ganzen Abend erfolgreich verdrängt hatte. Zu gern würde er einfach damit fortfahren, aber Angst, Stolz und Dysphorie nagten an dem eng gewebten Vorhang aus Lust über seinem Einschätzungsvermögen. Der Oberst konnte nicht mehr in Worte fassen, wie sehr er Darius wollte, alles an ihm, ihn spüren und zum quietschen bringen wollte. Aber dafür fehlte ihm Schlicht und einfach … die Anatomie. Natürlich gäbe es einen Weg, der für beide in der Theorie befriedigend sein könnte, in der Praxis aber an so vielen Stellen aneckte, dass er sicherlich ganze Abhandlungen darüber schreiben könnte warum genau er das unter keinen Umständen tun würde, egal wie viel Alkohol im Spiel war. Unter anderem weil er sich vor Darius outen müsste und so losgelöst von seinen sonst so konservativen Überzeugungen dieser auch schien, stand das völlig außer Frage. “Lyster”, knurrte er kurzatmig, als die Reibung weitere Blitze durch seine Lenden sandt. Diese Überlegungen waren überflüssig. Wenn er selbst nicht kommen konnte, dann würde er dafür zumindest sorgen, dass sein Assisent sich in dem unbeschreiblichen Gefühl verlor. Mit einer raubtierhaften Entschlossenheit rutschte er wieder etwas tiefer und fuhr ohne unnötige Umschweife unter den Bund. Er war sich ziemlich sicher, dass Darius kein weiteres Vorspiel nötig hatte. Seine Fixierung glich einem Wolf, der auf hungriger Streife ein Kaninchen entdeckt hatte. Nichts würde ihn gerade davon abbringen ihn zu erlegen und er würde es mit höchster Präzision tun. Mit festem Griff fuhr er ab der pochenden Erektion entlang, sich dem willkürlichen Rythmus des Sekretärs anpassend.
“Aah!” Darius bäumte sich mit durchgedrücktem Rücken durch und trat fast aus, als Hitch plötzlich in seine Unterhose fuhr. Die Berührung von Haut auf Haut ließ einen weiteren heißen Schock durch seinen Körper fahren und diesmal ebbte er nicht ab. Und… Hitch hatte seinen Namen gesagt. Seinen Namen so zu hören… und wenn es nur sein Nachname war… “Hitch”, brachte er leiser hervor. Er wollte unwillkürlich die Augen schließen, die Erregung nur noch auf sich einwirken lassen, nur fühlen, nur spüren, die Nähe, die Hitze, den Griff des Oberst, aber was er wollte, was er wirklich wollte, war ihn anzusehen. Er stieß in Hitchs Hand, seine eigenen zu Fäusten geballt, keuchte und stöhnte und rutschte herum und versuchte seinen Blick auf seinen Vorgesetzten zu zwingen. Sein Gesicht konzentriert und gerötet und neben der fast bedrohlichen Leidenschaft in seinen Augen zitterte er vor Lust. Darius hatte ihn nie so gesehen, nicht einmal eine annähernd starke Emotion, und irgendwo in seinem Hinterkopf regte sich kurz die Frage ob er es je wieder würde. Die Frage hielt nicht lang an. Kein Gedanke hielt mehr lang an und auch der Vorsatz Hitch anzusehen nicht. Alles in allem hatte er, wie auch immer er das geschafft hatte, schon viel zu lang gehalten. Er stöhnte noch einmal kehlig, balancierte am Rande der Unerträglichkeit, in ihm der Wunsch nach Erlösung, die geballte Begierde, die Masse körperlicher Reize, und dann stieß Hitch ihn hinüber. Es fühlte sich von innen sicher spektakulärer an als von außen. Von außen war es faktisch nur ein Teelöffel Sperma, der sich selbst ohne besondere Geräuscheffekte als Darius’ lautes Keuchen auf seinem Bauch ergoss. Für ihn fühlte es sich unglaublich an, pure, verschwitzte, erhebende Befriedigung, die sich Worten entzog (vor allem, weil Darius in seinem Kopf kein einziges davon artikulieren konnte). Und wie es für Hitch war…
Hitch spürte den Widerstand, das Drängen seines Sekretärs ihm entgegen und hielt ihn umso stärker unten, auch wenn er fast versucht war seinen Bewegungen statt zu geben und die letzte Lücke zwischen ihnen zu schließen. Aber er wollte ihn sehen, ihn unter Kontrolle haben, zum Glück mehr, als er jeden Vorsatz brechen und sich selbst der Berühung hingeben wollte. Zudem spürte eh wie Darius’ Ausdauer dem Ende zuging. Jeder Muskel (auch wenn es zu viele nicht sein dürften) in seinem Körper war angespannt und strebte dem Höhepunkt entgegen. Das raue Stöhen und Zucken war der letzte Vorbote, bevor er unter finalem Aufbäumen über sich selbst kam. Der Oberst konnte sich ein kaum merkliches Naserümpfen nicht verkneifen, als er Darius’ Werk da sah, selbst über seine eigene, noch sehr präsente Lust hinweg. Langsam und etwas unwillig löste er seine Hände von dem Blonden und rieb sich noch einmal an ihm, die Ausläufer seiner eigenen Erregung auskostend, bevor er ein sauberes Taschentuch aus seiner Hosentasche zog und gründich Darius’ Bauch säuberte. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden schnipste er er in irgendeine Ecke des Zimmers. Kurz hielt er inne, den Mann unter ihm noch immer etwas schweratmig beäugend. Er wollte etwas sagen, etwas abschließendes, etwas drohendes, er wusste es selbst nicht. Die Worte verschwammen in seinem Kopf und klebten aneinander, zähflüssig wie geschmolzener Teer. Er war erschöpft und betrunken und eigentlich wollte er gar nicht mehr über irgendwas nachdenken. Mit einem kapitulierenden Knurren rutschte der Oberst von seinem halbnackten Sekretär und ließ sich plump neben ihn fallen. Die Federn quietschen leise. Diesmal gab er seinen inneren Barrieren nichtmal die Chance zu Wort zu kommen, sondern rutsche einfach wortlos näher und warf einen Arm um ihn. Worin bestünde jetzt noch der Sinn sich vor körperlicher Nähe zu zieren? Und Lyster hatte den entscheidenden Vorteil, dass er warm war, was sich als großes Plus herausstellte, jetzt wo die Lust langsam abebbte und die Kälte wieder in seine Glieder einzog.
Darius atmete mit offenem Mund und schaute unter halb geschlossenen Lidern zu Hitch auf. Er merkte wie der Oberst seine Handgelenke losließ und über seinen Oberschenkel rutschte und durch die sich legende, satte Erschöpfung des Orgasmus war es der schönste Anblick, den Darius je gehabt hatte (auch wenn man zugeben musste, dass der Alkohol sein Langzeitgedächtnis weitestgehend funktionsuntüchtig gemacht hatte). Er ließ die Arme neben sich fallen und streichelte abwesend an Hitchs Oberschenkeln herum, während dieser ihm den Bauch mit einem Taschentuch abwischte. So… war Hitch. Er vermied es sich unnötig die Hände schmutzig zu machen. Bis jetzt war es dabei allerdings um andere Körperflüssigkeiten gegangen. Nicht, dass Darius groß fähig gewesen wäre dem Gedanken oder der Tatsache weiter nachzugehen. Er war immer noch nicht fertig damit zu Atem zu kommen und leise und kaum artikuliert Worte aneinanderzureihen, um seine emotionale Lage auch nur annähernd auszudrücken. Es war viel „Gott“ und „Danke“ dabei. Der Alkohol machte ihn offenbar auch noch unnötig mitteilungsbedürftig. Und er hatte geschwitzt. Hitchs Mitteilungsbedürfnis schien vom Alkohol relativ unbeeinträchtigt zu sein, denn er ließ sich ohne ein weiteres Wort neben ihn fallen. Darius wollte nicht, dass er ihn nicht mehr berührte und er war unglaublich dankbar, als er näher rutschte und den Arm um ihn legte. Er schmiegte sich an die Brust des Größeren. Er fühlte sich viel zu geborgen bei jemandem, der ihm vor etwas mehr als einem Jahr ohne zu zögern eine Kugel in den Kopf gejagt hätte, wenn es praktisch gewesen wäre. Er war müde vor Befriedigung und Whiskey, aber… Seine Finger strichen sachte Hitchs Bauch hinab zu seinem Unterleib. „Sie sind noch nicht…“
Hitch spürte wie diese ganz eigenartige Wärme (und Gott sei dank auch die physische Art, durch Darius regelrecht glühende Haut auf seiner) wieder in seine Brust einzog, als er kaum verständliche Danksagungen nuschelte und sich schließlich ohne Zögern an ihn kuschelte. Der Oberst schien in dem Stadium der Trunkenheit angekommen zu sein, in dem man langsam in die Ohnmacht abdriftete. Schläfrig nahm er seine freie Hand nach oben zum Gesicht seines Sekretärs und spielte abwesend mit einer losen Strähne, während dieser seinerseits sanft über den Bauch strich, gefährlich nahe an … unguten Zonen. Bestimmt, aber keinenfalls brutal, griff er zum erneuten Male sein Handgelenk und führte es langsam hoch zu seinem Mund, wo er träge einen Kuss auf seinem Handrücken platzierte. “Lieber nicht”, brummte Hitch beschwichtigend und verschränkte seine Finger mit Darius’. Gar nicht erst darüber nachdenken … Wie um zu klarzustellen, dass er darüber definitiv nicht mehr diskutieren würde schloss er die Augen. Kurz zog er in Erwägung, die staubige Decke über beide zu ziehen, aber dann fiel ihm ein, dass er noch auf genau dieser lag und ihm dann doch nicht kalt genug war, jetzt nochmal aufzustehen. Noch eine Ausrede sich näher an Lyster zu schmiegen. Langsam döste er weg - leicht frierend, betrunken, mit seinem Sekretär in den Armen und mit der schleichenden Gewissheit im Hinterkopf, dass er all das hier morgen bereuen würde …
Darius spürte wie Hitchs Finger durch seine Haare fuhren und es beruhigte ihn viel zu sehr. Er konnte nicht sagen, wann er das letzte Mal so entspannt gewesen war. Seine Lider fielen bereits halb zu, als der Oberst seine Hand nahm und noch durch die Müdigkeit hämmerte sein Herz, als Hitch sie an seinen Mund hob und küsste. Er hörte, dass sein Vorgesetzter etwas sagte, doch er verstand es nicht mehr. Ihre Finger verschränkten sich und er seufzte leise und wohlig. Selbst wenn er gewollt hätte, er war zu nichts mehr fähig als hier eng an Hitch gedrängt zu liegen und jeden Millimeter ihrer Berührung zu genießen, während er wegdämmerte. Seine Augen schlossen sich und er lauschte Hitchs Atem und ehe er einschlief dachte er noch den undenkbaren Gedanken, dass sie das noch nachholen könnten.
„Hnnh“ Darius regte sich sachte und das erste, das er spürte war die Kälte und wie pappig sein Mund schmeckte. Sein Kopf schwirrte vor leerer Orientierungslosigkeit und seine Glieder schmerzten. Aber noch durch die Kühle und das leicht elende Bauchgefühl ging es ihm nicht schlecht. Er rutschte noch im Halbschlaf näher in die Umarmung, den Kopf gegen die Brust vor ihm gekuschelt und ihm fiel ein, dass sie gestern… getrunken hatten. Ziemlich viel getrunken. Sie… Ein eisiger Schock der Nüchternheit durchfuhr ihn, schlimmer als die rußländische Kälte auf seinem nackten Oberkörper, und er zuckte zurück. Er war sehr plötzlich sehr wach und der Kater machte sich bei der Gelegenheit mit voller Wucht bemerkbar. Der surreale Wust an Gefühlen der gestrigen Nacht war nur noch ein scheeler Nachgeschmack. Er lag hier halb nackt, neben seinem Vorgesetzten, Oberst des Organon, Mörder Zahlloser und sie hatten- sie hatten- Nun es gab nicht viel interpretativen Spielraum daran was sie gestern Nacht getan hatten! Mit ihren Klamotten im Zimmer verteilt und so eng beieinanderliegend und- seine Verdrängungsmechanismen konnten die Zimmer zu der Erinnerung gar nicht schnell genug verriegeln um seine internalisierte Homophobie selbstzuschützen. Sein Blick schoß zu Hitch hoch, der noch schlafend neben ihm lag. Was sollte er tun? Was sollte er tun? Die rasende Hysterie und Nervosität verknotete sich mit seinem ohnehin schon flauen Innenleben und er kniff die Augen zusammen. Er konnte… versuchen… aufzustehen und sich seine Sachen anziehen, auch wenn er damit das Risiko einging, dass Hitch ihn bemerkte. Andererseits hatte er nicht sonderlich viele Optionen. Es grauste ihm bei dem Gedanken was Hitch wohl mit ihm täte, wenn er sich erinnerte. Vielleicht… vielleicht hatte der Oberst es vergessen. Sein Herz bebte ein wenig und sein Magen schloss sich solidarisch an. Wenn nicht war es ohnehin egal was er tat, also… Er hielt ein Schlucken zurück und schlüpfte vorsichtig aus dem Bett. Wieselhaft ängstlich schlich er in den Flur und klaubte seine Weste auf, dann huschte er so lautlos wie möglich ins Bad und schlüpfte hinein, er traute sich nicht einmal die Tür zu schließen, deshalb ließ er sie beigelehnt. Über dem Spülbecken öffnete er den Mund und hauchte ein leises Keuchen. Gott, er hatte übermäßige Speichelbildung. Er konnte sich jetzt nicht übergeben, nach dieser Sache, er konnte- er durfte sich nicht übergeben. Das würde… eventuell… die falschen Signale senden. Wenn… Falls er sich doch erinnerte… Sein Magen rebellierte.
Stechende Kopfschmerzen und ein eingeengter Brustkorb, waren das erste was den Oberst begrüßten, als er mühsam die verklebten Augenlider öffnete. Er blinzelte gegen das grelle, morgendliche Licht, das sich seinen Weg durch staubige Vorhänge bahnte und versuchte träge sich kurz über die Augen zu reiben, oder zumindest etwas zu strecken. Aber irgendetwas, oder präsziser, jemand, blockierte seinen rechten Arm. Stutzig hielt er inne und während er sich an die Lichtverhältnisse gewöhnte, setzten sich in Hitchs katergeplagtem Hirn langsam Bruchstücke der Erinnerungen an die gestrige Nacht zusammen. Ein Traum, wie er hoffte. Flehte. Ein Albtraum. Aber tatsächlich, regelrecht gekuschelt an seine Brust lag kein geringerer (geringer als er zu sein wäre auch eine Leistung) als sein Sekretär. Instinktiv rümpfte Hitch die Nase und spannte sich an. Die fast intime körperliche Nähe, die er gestern wohl noch gesucht hatte, war jetzt so abstoßend wie ein Bad in der Kanalisation Porta-Fiscos. Schlimmer sogar, da unten ließen ihm die Leute zummindest seinen Diskretionsabstand. Und gerade als er dachte, schlimmer könnte die Situation nicht werden, traf ihn die Realisation mit ernüchternder Wucht: Sie hatten tatsächlich miteinander geschlafen. Soweit er sich erinnern konnte, hatte er dabei weder Hose noch Binder verloren (und seine leichtet Atemnot bestätigte ihn in letzterem), aber das hieß trotzdem, dass Lyster ihm sehr lange sehr nah gewesen war. Einerseits hatten sie inzwischen schon gemeinsam duschen müssen und er war zu begriffsstutzig gewesen, um irgendwas zu vermuten, dabei hatte er damals keine ganze Flasche irgendeiner unbekannten rußländischen Spirituose intus gehabt. Andererseits, sollte es doch so sein, wusste Hitch bei Gott nicht was er tun sollte. Beziehungsweise, eigentlich schon, aber praktisch war er dem aus rein pragmatischen Gründen extrem abgeneigt.
Ein gedämpftes Stöhnen riss den Oberst aus seinen Gedanken. Darius wachte auf. Vielleicht hatte er einen Filmriss? Selbst wenn, wie sollte er diese Situation erklären? Innerlich fluchend legte er seinen Arm wieder in seine ursprüngliche Position und schloss die Augen. Vorerst war es wohl das beste, den Sekretär in dem Glauben zu lassen, dass Hitch sich an nichts mehr erinnerte. Er spürte wie Darius sich etwas regte und sich schließlich aus dem Bett zu schleichen versuchte. Versuchte, denn er war dabei nicht sonderlich leise oder unauffällig. Durch minimal geöffnete Augen beobachtete Hitch, wie er ins Bad torkelte und dort offenbar vorhatte seinen Mageninhalt wieder ans Licht zu bringen. Großartig. Relativ geräuschlos setzte er sich auf und brachte es endlich fertig, seine schmerzenden Glieder zu strecken. Der Schmerz in seinen Rippen war allgegenwärtig, aber für heute würde er das wohl noch durchhalten müssen. Sie hatten Termine, auch wenn sie dafür sicherlich eh schon zu spät waren. Ein Gähnen im Handrücken erstickend suchte er seine Uniform vom Boden zusammen und versuchte sich so ordentlich wie möglich anzukleiden, auch wenn alles hilflos zerknittert war. Seine Jacke ... Er sah sich um. Seine Jacke lag noch draußen vor der Kneipe. Falls sie dort noch lag und nicht schon längst vom Pack an sich gerissen worden war. Geplagt von Kopfschmerzen kniff er sich in den Nasenrücken und hielt kurz inne, bevor er in Richtung Bad ging und die Tür leise öffnete. Darius hing noch immer über der Toilette. So wie er aussah, hatte er eigentlich schon wieder eine Dusche nötig, aber dafür war keine Zeit. “Lyster”, sagte er trocken, “Reißen Sie sich zusammen. Wir müssen heute noch zur Botschaft und wir liegen bereits in Zeitplan zurück.” Er machte einen Schritt in den winzigen Raum hinein und warf einen Seitenblick zum Spiegel. Hitch sah nicht annähernd so mitgenommen aus wie seine Rechte Hand, aber zwischen Augenringen und Bartstoppeln hatte auch er bessere Tage gesehen. Und seine Haare ... Abwesend fuhr er sich übers Kinn. Vielleicht schaffte er es noch sich zu rasieren, solange Darius sein bestes tat wieder auszusehen wie ein Mensch. “Haben Sie Tabletten dabei?”, erkundigte der Oberst sich, ohne jede Anteilname in der Stimme. Das hier hatte er sich selbst zuzuschreiben, aber vielleicht kam er so etwas schneller auf die Beine.
Darius’ Betteln löste eine erneute Welle himmlischer Hitze in seinem Vorgesetzten aus und er biss sich lustvoll auf die Unterlippe, während er etwas mehr Druck in seine Berührung legte. Hitch spürte wie seine Oberschenkel zittern vor unterdrückter Erregung und rutschte etwas auf der Hüfte seines Sekretärs herum, welcher sich stöhnend und wimmernd unter ihm wand. Durch den schwülen Nebel hindurch, langsam, aber nicht weniger beklemmend bahnte sich nun doch der innere Konflikt an, den er den ganzen Abend erfolgreich verdrängt hatte. Zu gern würde er einfach damit fortfahren, aber Angst, Stolz und Dysphorie nagten an dem eng gewebten Vorhang aus Lust über seinem Einschätzungsvermögen. Der Oberst konnte nicht mehr in Worte fassen, wie sehr er Darius wollte, alles an ihm, ihn spüren und zum quietschen bringen wollte. Aber dafür fehlte ihm Schlicht und einfach … die Anatomie. Natürlich gäbe es einen Weg, der für beide in der Theorie befriedigend sein könnte, in der Praxis aber an so vielen Stellen aneckte, dass er sicherlich ganze Abhandlungen darüber schreiben könnte warum genau er das unter keinen Umständen tun würde, egal wie viel Alkohol im Spiel war. Unter anderem weil er sich vor Darius outen müsste und so losgelöst von seinen sonst so konservativen Überzeugungen dieser auch schien, stand das völlig außer Frage. “Lyster”, knurrte er kurzatmig, als die Reibung weitere Blitze durch seine Lenden sandt. Diese Überlegungen waren überflüssig. Wenn er selbst nicht kommen konnte, dann würde er dafür zumindest sorgen, dass sein Assisent sich in dem unbeschreiblichen Gefühl verlor. Mit einer raubtierhaften Entschlossenheit rutschte er wieder etwas tiefer und fuhr ohne unnötige Umschweife unter den Bund. Er war sich ziemlich sicher, dass Darius kein weiteres Vorspiel nötig hatte. Seine Fixierung glich einem Wolf, der auf hungriger Streife ein Kaninchen entdeckt hatte. Nichts würde ihn gerade davon abbringen ihn zu erlegen und er würde es mit höchster Präzision tun. Mit festem Griff fuhr er ab der pochenden Erektion entlang, sich dem willkürlichen Rythmus des Sekretärs anpassend.
“Aah!” Darius bäumte sich mit durchgedrücktem Rücken durch und trat fast aus, als Hitch plötzlich in seine Unterhose fuhr. Die Berührung von Haut auf Haut ließ einen weiteren heißen Schock durch seinen Körper fahren und diesmal ebbte er nicht ab. Und… Hitch hatte seinen Namen gesagt. Seinen Namen so zu hören… und wenn es nur sein Nachname war… “Hitch”, brachte er leiser hervor. Er wollte unwillkürlich die Augen schließen, die Erregung nur noch auf sich einwirken lassen, nur fühlen, nur spüren, die Nähe, die Hitze, den Griff des Oberst, aber was er wollte, was er wirklich wollte, war ihn anzusehen. Er stieß in Hitchs Hand, seine eigenen zu Fäusten geballt, keuchte und stöhnte und rutschte herum und versuchte seinen Blick auf seinen Vorgesetzten zu zwingen. Sein Gesicht konzentriert und gerötet und neben der fast bedrohlichen Leidenschaft in seinen Augen zitterte er vor Lust. Darius hatte ihn nie so gesehen, nicht einmal eine annähernd starke Emotion, und irgendwo in seinem Hinterkopf regte sich kurz die Frage ob er es je wieder würde. Die Frage hielt nicht lang an. Kein Gedanke hielt mehr lang an und auch der Vorsatz Hitch anzusehen nicht. Alles in allem hatte er, wie auch immer er das geschafft hatte, schon viel zu lang gehalten. Er stöhnte noch einmal kehlig, balancierte am Rande der Unerträglichkeit, in ihm der Wunsch nach Erlösung, die geballte Begierde, die Masse körperlicher Reize, und dann stieß Hitch ihn hinüber. Es fühlte sich von innen sicher spektakulärer an als von außen. Von außen war es faktisch nur ein Teelöffel Sperma, der sich selbst ohne besondere Geräuscheffekte als Darius’ lautes Keuchen auf seinem Bauch ergoss. Für ihn fühlte es sich unglaublich an, pure, verschwitzte, erhebende Befriedigung, die sich Worten entzog (vor allem, weil Darius in seinem Kopf kein einziges davon artikulieren konnte). Und wie es für Hitch war…
Hitch spürte den Widerstand, das Drängen seines Sekretärs ihm entgegen und hielt ihn umso stärker unten, auch wenn er fast versucht war seinen Bewegungen statt zu geben und die letzte Lücke zwischen ihnen zu schließen. Aber er wollte ihn sehen, ihn unter Kontrolle haben, zum Glück mehr, als er jeden Vorsatz brechen und sich selbst der Berühung hingeben wollte. Zudem spürte eh wie Darius’ Ausdauer dem Ende zuging. Jeder Muskel (auch wenn es zu viele nicht sein dürften) in seinem Körper war angespannt und strebte dem Höhepunkt entgegen. Das raue Stöhen und Zucken war der letzte Vorbote, bevor er unter finalem Aufbäumen über sich selbst kam. Der Oberst konnte sich ein kaum merkliches Naserümpfen nicht verkneifen, als er Darius’ Werk da sah, selbst über seine eigene, noch sehr präsente Lust hinweg. Langsam und etwas unwillig löste er seine Hände von dem Blonden und rieb sich noch einmal an ihm, die Ausläufer seiner eigenen Erregung auskostend, bevor er ein sauberes Taschentuch aus seiner Hosentasche zog und gründich Darius’ Bauch säuberte. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden schnipste er er in irgendeine Ecke des Zimmers. Kurz hielt er inne, den Mann unter ihm noch immer etwas schweratmig beäugend. Er wollte etwas sagen, etwas abschließendes, etwas drohendes, er wusste es selbst nicht. Die Worte verschwammen in seinem Kopf und klebten aneinander, zähflüssig wie geschmolzener Teer. Er war erschöpft und betrunken und eigentlich wollte er gar nicht mehr über irgendwas nachdenken. Mit einem kapitulierenden Knurren rutschte der Oberst von seinem halbnackten Sekretär und ließ sich plump neben ihn fallen. Die Federn quietschen leise. Diesmal gab er seinen inneren Barrieren nichtmal die Chance zu Wort zu kommen, sondern rutsche einfach wortlos näher und warf einen Arm um ihn. Worin bestünde jetzt noch der Sinn sich vor körperlicher Nähe zu zieren? Und Lyster hatte den entscheidenden Vorteil, dass er warm war, was sich als großes Plus herausstellte, jetzt wo die Lust langsam abebbte und die Kälte wieder in seine Glieder einzog.
Darius atmete mit offenem Mund und schaute unter halb geschlossenen Lidern zu Hitch auf. Er merkte wie der Oberst seine Handgelenke losließ und über seinen Oberschenkel rutschte und durch die sich legende, satte Erschöpfung des Orgasmus war es der schönste Anblick, den Darius je gehabt hatte (auch wenn man zugeben musste, dass der Alkohol sein Langzeitgedächtnis weitestgehend funktionsuntüchtig gemacht hatte). Er ließ die Arme neben sich fallen und streichelte abwesend an Hitchs Oberschenkeln herum, während dieser ihm den Bauch mit einem Taschentuch abwischte. So… war Hitch. Er vermied es sich unnötig die Hände schmutzig zu machen. Bis jetzt war es dabei allerdings um andere Körperflüssigkeiten gegangen. Nicht, dass Darius groß fähig gewesen wäre dem Gedanken oder der Tatsache weiter nachzugehen. Er war immer noch nicht fertig damit zu Atem zu kommen und leise und kaum artikuliert Worte aneinanderzureihen, um seine emotionale Lage auch nur annähernd auszudrücken. Es war viel „Gott“ und „Danke“ dabei. Der Alkohol machte ihn offenbar auch noch unnötig mitteilungsbedürftig. Und er hatte geschwitzt. Hitchs Mitteilungsbedürfnis schien vom Alkohol relativ unbeeinträchtigt zu sein, denn er ließ sich ohne ein weiteres Wort neben ihn fallen. Darius wollte nicht, dass er ihn nicht mehr berührte und er war unglaublich dankbar, als er näher rutschte und den Arm um ihn legte. Er schmiegte sich an die Brust des Größeren. Er fühlte sich viel zu geborgen bei jemandem, der ihm vor etwas mehr als einem Jahr ohne zu zögern eine Kugel in den Kopf gejagt hätte, wenn es praktisch gewesen wäre. Er war müde vor Befriedigung und Whiskey, aber… Seine Finger strichen sachte Hitchs Bauch hinab zu seinem Unterleib. „Sie sind noch nicht…“
Hitch spürte wie diese ganz eigenartige Wärme (und Gott sei dank auch die physische Art, durch Darius regelrecht glühende Haut auf seiner) wieder in seine Brust einzog, als er kaum verständliche Danksagungen nuschelte und sich schließlich ohne Zögern an ihn kuschelte. Der Oberst schien in dem Stadium der Trunkenheit angekommen zu sein, in dem man langsam in die Ohnmacht abdriftete. Schläfrig nahm er seine freie Hand nach oben zum Gesicht seines Sekretärs und spielte abwesend mit einer losen Strähne, während dieser seinerseits sanft über den Bauch strich, gefährlich nahe an ... unguten Zonen. Bestimmt, aber keinenfalls brutal, griff er zum erneuten Male sein Handgelenk und führte es langsam hoch zu seinem Mund, wo er träge einen Kuss auf seinem Handrücken platzierte. “Lieber nicht”, brummte Hitch beschwichtigend und verschränkte seine Finger mit Darius’. Gar nicht erst darüber nachdenken ... Wie um zu klarzustellen, dass er darüber definitiv nicht mehr diskutieren würde schloss er die Augen. Kurz zog er in Erwägung, die staubige Decke über beide zu ziehen, aber dann fiel ihm ein, dass er noch auf genau dieser lag und ihm dann doch nicht kalt genug war, jetzt nochmal aufzustehen. Noch eine Ausrede sich näher an Lyster zu schmiegen. Langsam döste er weg - leicht frierend, betrunken, mit seinem Sekretär in den Armen und mit der schleichenden Gewissheit im Hinterkopf, dass er all das hier morgen bereuen würde ...
Darius’ Betteln löste eine erneute Welle himmlischer Hitze in seinem Vorgesetzten aus und er biss sich lustvoll auf die Unterlippe, während er etwas mehr Druck in seine Berührung legte. Hitch spürte wie seine Oberschenkel zittern vor unterdrückter Erregung und rutschte etwas auf der Hüfte seines Sekretärs herum, welcher sich stöhnend und wimmernd unter ihm wand. Durch den schwülen Nebel hindurch, langsam, aber nicht weniger beklemmend bahnte sich nun doch der innere Konflikt an, den er den ganzen Abend erfolgreich verdrängt hatte. Zu gern würde er einfach damit fortfahren, aber Angst, Stolz und Dysphorie nagten an dem eng gewebten Vorhang aus Lust über seinem Einschätzungsvermögen. Der Oberst konnte nicht mehr in Worte fassen, wie sehr er Darius wollte, alles an ihm, ihn spüren und zum quietschen bringen wollte. Aber dafür fehlte ihm Schlicht und einfach … die Anatomie. Natürlich gäbe es einen Weg, der für beide in der Theorie befriedigend sein könnte, in der Praxis aber an so vielen Stellen aneckte, dass er sicherlich ganze Abhandlungen darüber schreiben könnte warum genau er das unter keinen Umständen tun würde, egal wie viel Alkohol im Spiel war. Unter anderem weil er sich vor Darius outen müsste und so losgelöst von seinen sonst so konservativen Überzeugungen dieser auch schien, stand das völlig außer Frage. “Lyster”, knurrte er kurzatmig, als die Reibung weitere Blitze durch seine Lenden sandt. Diese Überlegungen waren überflüssig. Wenn er selbst nicht kommen konnte, dann würde er dafür zumindest sorgen, dass sein Assisent sich in dem unbeschreiblichen Gefühl verlor. Mit einer raubtierhaften Entschlossenheit rutschte er wieder etwas tiefer und fuhr ohne unnötige Umschweife unter den Bund. Er war sich ziemlich sicher, dass Darius kein weiteres Vorspiel nötig hatte. Seine Fixierung glich einem Wolf, der auf hungriger Streife ein Kaninchen entdeckt hatte. Nichts würde ihn gerade davon abbringen ihn zu erlegen und er würde es mit höchster Präzision tun. Mit festem Griff fuhr er ab der pochenden Erektion entlang, sich dem willkürlichen Rythmus des Sekretärs anpassend.
“Aah!” Darius bäumte sich mit durchgedrücktem Rücken durch und trat fast aus, als Hitch plötzlich in seine Unterhose fuhr. Die Berührung von Haut auf Haut ließ einen weiteren heißen Schock durch seinen Körper fahren und diesmal ebbte er nicht ab. Und… Hitch hatte seinen Namen gesagt. Seinen Namen so zu hören… und wenn es nur sein Nachname war… “Hitch”, brachte er leiser hervor. Er wollte unwillkürlich die Augen schließen, die Erregung nur noch auf sich einwirken lassen, nur fühlen, nur spüren, die Nähe, die Hitze, den Griff des Oberst, aber was er wollte, was er wirklich wollte, war ihn anzusehen. Er stieß in Hitchs Hand, seine eigenen zu Fäusten geballt, keuchte und stöhnte und rutschte herum und versuchte seinen Blick auf seinen Vorgesetzten zu zwingen. Sein Gesicht konzentriert und gerötet und neben der fast bedrohlichen Leidenschaft in seinen Augen zitterte er vor Lust. Darius hatte ihn nie so gesehen, nicht einmal eine annähernd starke Emotion, und irgendwo in seinem Hinterkopf regte sich kurz die Frage ob er es je wieder würde. Die Frage hielt nicht lang an. Kein Gedanke hielt mehr lang an und auch der Vorsatz Hitch anzusehen nicht. Alles in allem hatte er, wie auch immer er das geschafft hatte, schon viel zu lang gehalten. Er stöhnte noch einmal kehlig, balancierte am Rande der Unerträglichkeit, in ihm der Wunsch nach Erlösung, die geballte Begierde, die Masse körperlicher Reize, und dann stieß Hitch ihn hinüber. Es fühlte sich von innen sicher spektakulärer an als von außen. Von außen war es faktisch nur ein Teelöffel Sperma, der sich selbst ohne besondere Geräuscheffekte als Darius’ lautes Keuchen auf seinem Bauch ergoss. Für ihn fühlte es sich unglaublich an, pure, verschwitzte, erhebende Befriedigung, die sich Worten entzog (vor allem, weil Darius in seinem Kopf kein einziges davon artikulieren konnte). Und wie es für Hitch war…
Hitch spürte den Widerstand, das Drängen seines Sekretärs ihm entgegen und hielt ihn umso stärker unten, auch wenn er fast versucht war seinen Bewegungen statt zu geben und die letzte Lücke zwischen ihnen zu schließen. Aber er wollte ihn sehen, ihn unter Kontrolle haben, zum Glück mehr, als er jeden Vorsatz brechen und sich selbst der Berühung hingeben wollte. Zudem spürte eh wie Darius’ Ausdauer dem Ende zuging. Jeder Muskel (auch wenn es zu viele nicht sein dürften) in seinem Körper war angespannt und strebte dem Höhepunkt entgegen. Das raue Stöhen und Zucken war der letzte Vorbote, bevor er unter finalem Aufbäumen über sich selbst kam. Der Oberst konnte sich ein kaum merkliches Naserümpfen nicht verkneifen, als er Darius’ Werk da sah, selbst über seine eigene, noch sehr präsente Lust hinweg. Langsam und etwas unwillig löste er seine Hände von dem Blonden und rieb sich noch einmal an ihm, die Ausläufer seiner eigenen Erregung auskostend, bevor er ein sauberes Taschentuch aus seiner Hosentasche zog und gründich Darius’ Bauch säuberte. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden schnipste er er in irgendeine Ecke des Zimmers. Kurz hielt er inne, den Mann unter ihm noch immer etwas schweratmig beäugend. Er wollte etwas sagen, etwas abschließendes, etwas drohendes, er wusste es selbst nicht. Die Worte verschwammen in seinem Kopf und klebten aneinander, zähflüssig wie geschmolzener Teer. Er war erschöpft und betrunken und eigentlich wollte er gar nicht mehr über irgendwas nachdenken. Mit einem kapitulierenden Knurren rutschte der Oberst von seinem halbnackten Sekretär und ließ sich plump neben ihn fallen. Die Federn quietschen leise. Diesmal gab er seinen inneren Barrieren nichtmal die Chance zu Wort zu kommen, sondern rutsche einfach wortlos näher und warf einen Arm um ihn. Worin bestünde jetzt noch der Sinn sich vor körperlicher Nähe zu zieren? Und Lyster hatte den entscheidenden Vorteil, dass er warm war, was sich als großes Plus herausstellte, jetzt wo die Lust langsam abebbte und die Kälte wieder in seine Glieder einzog.
Darius’ Betteln löste eine erneute Welle himmlischer Hitze in seinem Vorgesetzten aus und er biss sich lustvoll auf die Unterlippe, während er etwas mehr Druck in seine Berührung legte. Hitch spürte wie seine Oberschenkel zittern vor unterdrückter Erregung und rutschte etwas auf der Hüfte seines Sekretärs herum, welcher sich stöhnend und wimmernd unter ihm wand. Durch den schwülen Nebel hindurch, langsam, aber nicht weniger beklemmend bahnte sich nun doch der innere Konflikt an, den er den ganzen Abend erfolgreich verdrängt hatte. Zu gern würde er einfach damit fortfahren, aber Angst, Stolz und Dysphorie nagten an dem eng gewebten Vorhang aus Lust über seinem Einschätzungsvermögen. Der Oberst konnte nicht mehr in Worte fassen, wie sehr er Darius wollte, alles an ihm, ihn spüren und zum quietschen bringen wollte. Aber dafür fehlte ihm Schlicht und einfach ... die Anatomie. Natürlich gäbe es einen Weg, der für beide in der Theorie befriedigend sein könnte, in der Praxis aber an so vielen Stellen aneckte, dass er sicherlich ganze Abhandlungen darüber schreiben könnte warum genau er das unter keinen Umständen tun würde, egal wie viel Alkohol im Spiel war. Unter anderem weil er sich vor Darius outen müsste und so losgelöst von seinen sonst so konservativen Überzeugungen dieser auch schien, stand das völlig außer Frage. “Lyster”, knurrte er kurzatmig, als die Reibung weitere Blitze durch seine Lenden sandt. Diese Überlegungen waren überflüssig. Wenn er selbst nicht kommen konnte, dann würde er dafür zumindest sorgen, dass sein Assisent sich in dem unbeschreiblichen Gefühl verlor. Mit einer raubtierhaften Entschlossenheit rutschte er wieder etwas tiefer und fuhr ohne unnötige Umschweife unter den Bund. Er war sich ziemlich sicher, dass Darius kein weiteres Vorspiel nötig hatte. Seine Fixierung glich einem Wolf, der auf hungriger Streife ein Kaninchen entdeckt hatte. Nichts würde ihn gerade davon abbringen ihn zu erlegen und er würde es mit höchster Präzision tun. Mit festem Griff fuhr er ab der pochenden Erektion entlang, sich dem willkürlichen Rythmus des Sekretärs anpassend.
Obwohl er eigentlich mit nichts anderem gerechnet hatte, war es doch irgendwo erleichternd, dass sich Darius ihm entgegen drückte, statt sich gegen den kleinen Überfall zu sträuben, was angesichts ihrer Beziehung zueinander eine nachvollziehbare Reaktion gewesen wäre. Bei Gott was hätte er mit ihm anstellen müssen … Aber darüber nachzudenken war gerade völlig sinnlos. Immerhin passierten viel interessantere Sachen direkt vor ihm. Das kleine Stöhnen des Blonden sandte einen Schock heißer Erregung durch Hitchs Körper und er presste sich, wenn überhaupt möglich, noch näher an den warmen Leib unter ihm. Er wollte das hier so sehr. Er wollte Darius dazu bringen sich zu winden, ihm härter entgegenzubocken. Er wollte, dass er seinen Namen stöhnte und er wollte sein Gesicht sehen, wenn er ihn an den Rand der Verheißung trieb. Kurzatmig löste der Oberst sich aus dem holprigen Kuss, um in der schwülen Hitze, die sie plötzlich überkommen hatte, Luft zu holen. Zittrig entwich ihm der Atem, während er seine Stirn für einen kurzen Moment an Darius’ lehnte, den fast raubtierhaften Blick nicht eine Sekunde von ihm trennend. Mittlerweile war sein Gesicht wahrscheinlich ordentlich gerötet, ob der Kälte und Erregung, aber mit der Tomate von Sekretär konnte er längst nicht mithalten. Fahrig wanderten die Hände des Größeren über Darius’ Wirbelsäule zu seiner Hüfte, seinem Hintern, um genau zu sein, und griffen dort herzhaft zu. Wäre er nüchtern würde er das nie zugeben, und wenn sein Leben auf dem Spiel stünde, aber Lyster hatte einen großartigen Arsch und er hatte sich schon das ein oder andere selbst dabei erwischt eine Sekunde zu lange dort hin zu schielen. Schande über sein Haupt.
Darius keuchte leise als Hitch sich aus dem Kuss löste und sein ganzer Kopf schwirrte. Sein Herz schlug frenetisch gegen seine Rippen und er atmete schwer, Hitchs Stirn an seiner, die schweißverklebten Haare in ihren Gesichtern. Sie waren so nah, dass er dem Oberst in die Augen sehen musste. Hitchs Blick ging ihm durch und durch. Er wusste nicht was er sagen sollte, wusste nicht was er denken sollte, geschweige denn tun und er zitterte am ganzen Leib. Nicht wegen der Kälte. Er fühlte nur was er tun wollte und die Bedenken daran waren noch immer zu betäubt um sich Gehör zu verschaffen.
Seine Finger fuhren bebend in Hitchs Haare. Das Gesicht des Oberst war gerötet und auch er atmete wacklig aus. Er war auch nur ein Mensch und nach über einem Jahr, das sie sich jetzt schon kannten, kam es fast wie ein Schock. Es war alles, was Darius gewollt hatte. Es war schamloser Schwachsinn, aber zum ersten Mal, ab von einigen flüchtigen Momenten (wahrscheinlich der Schwäche) mit seinem Vorgesetzten (nicht, dass das hier kein Moment der Schwäche wäre) fühlte er sich gewollt. Seit sie angefangen hatten zusammenzuarbeiten strebte und hungerte er nur nach Wertschätzung, nach Vertrauen, nach irgendeinen positiven Reaktion. Darius zuckte zusammen (das hieß, er drängte sich überrascht enger an Hitch), als der Oberst seinem Hintern ein wenig positive Zuwendung zuteil werden ließ. Er schreckte mit einem Fiepen auf und in einen weiteren stürmischen Kuss.
Das kleine Piepsen des Sekretärs war wohl das putzigste, was Hitch je gehört hatte. Wäre seine Stimme nicht vom erneuten, unkoordinierten Aufeinandertreffen ihrer Münder erstickt worden, hätte er sicherlich laut seiner Begeisterung Kund getan, aber so gab er sich damit zufrieden, hörbar schmunzelnd in den Kuss zu knurren und seine Hände weiter das neu eroberte Territorium erkunden zu lassen. Ihm wurde langsam wirklich schwindelig; die Gründe dafür waren vielfältig. Der Alkohol, der Schlafmangel, die Kälte, die Hitze, sein rasender Puls … Diese Nähe war einfach berauschend. Gut möglich, dass er noch nie zuvor in seinem Leben eine andere Person so berührt hatte und - ganz hauptsächlich - so berührt worden war. Er war wie ein ausgehungerter Puma, der zum ersten Mal frisches Fleisch schmeckte. Und wenn sein Verstand vorher noch nicht völlig benebelt gewesen war, dann spätestens jetzt. “Ah … Lyster”, stöhnte er mit undeutlicher, rauer Stimme und schob verlangend den Oberschenkel zwischen seine Beine, wo er an der Erektion seines Assistenten rieb. Trotz der Wärme ihrer beider Körper fraß sich die rußländische Kälte durch das dünne Uniformoberteil in seinen Rücken. Außerdem waren die Einheimischen immernoch für ihre eher … konservative Einstellung bekannt und obwohl die Straßen zu später Stunde wie leer gefegt schienen, wollte Hitch das Risiko nicht eingehen, noch mehr Aufsehen zu erregen. Davon hatten sie heute Abend genug gehabt. Und ganz davon abgesehen, in ihrer Unterkunft konnten sie … weiter gehen. Auch wenn er selbst nicht ganz wusste, wie genau er sich das vorstellte. Seine kleine ‘physische Einschränkung’ hatte er bis jetzt erfolgreich verdrängt. Kurzatmig löste er sich von Lyster und raunte “Zimmer”. Es war mehr eine Anordnung als eine Frage, trotzdem wartete er mit hungrigem Blick auf Zustimmung.
“Hhhhaaahhh” Darius stöhnte und schmolz fast als er das Knurren des Oberst in seiner Kehle vibrieren spürte. Er wand sich und vor allem sein Unterleib, während Hitch ihn streichelte. Das Stöhnen des Oberst raubte ihm fast den Verstand und falls das nicht reichte ihn wahnsinnig zu machen, so gab der Druck zwischen seinen Beinen ihm den Rest. Es war ein Wunder, dass der Schnee um sie herum nicht nur noch eine dampfende Pfütze war. Er verbiss sich ein weiteres Stöhnen und warf den Kopf zurück - was sich an einer Backsteinmauer als nicht gerade clever erwies. Aber nichteinmal das tangierte ihn noch. Der kurze Schmerz schoß in die Wallungen von Erregung, die ihn ausfüllten und verlor sich. Darius’ Finger gruben sich fester in Hitchs Haare und er klammerte sich am größeren fest. Mit Angemessenheit war es längst vorbei. Er wusste nicht wann er sich zuletzt so gefühlt hatte und erinnerte sich kaum mehr wie es war, wie irgendetwas anderes als der Stress und die Bitterkeit und der Druck war. Dies hier war ein anderer Druck und so intensiver er wurde, desto mehr verzehrte er sich danach. Und er hatte geschmunzelt, schoss es ihm durch den Wust an Lust in den Kopf. Das war nicht nur körperlich. Vielleicht… mochte Hitch ihn sogar ein wenig. Er erschauerte, als Hitch ihm ins Ohr raunte und schaute den Oberst an. Er wollte ihn nicht loslassen, er wollte jetzt nicht abkühlen, aber er kannte die Fragen seines Vorgesetzten - es waren Befehle. Immerhin war es diesmal keine Drohung die nichts als unbedingten Gehorsam duldete. Und die Kneipe hatte - so egal es ihm und seinem Schwellkörper im Moment war - Fenster, genau wie die umliegenden Häuser. “Ja”, hauchte er heiser.
Jedes Mal wenn Darius an sein Ohr hauchte oder stöhnte wurde die Kehle des Oberst etwas enger. Das Pulsieren zwischen seinen Beinen steigerte sich exponentiell, als der Kleinere ihn noch fester umklammerte. Es fühlte sich so gut an, ihn so unter Kontrolle zu haben, diese Gefühle in ihm auslösen zu können. In seinem Kopf spielten sich zahllose fiktive Szenarien ab, Darius zitternd vor Lust in Ketten, bettelnd und flehend um Erlösung. Aber die Stimme des Blonden holte ihn zurück in die Realität, welche seinen Vorstellungen in Nichts nachstand. Hitch küsste ihn ein letztes Mal - kurz, aber keinesfalls weniger intensiv - bevor er sich etwas widerstrebend aus seinem Griff schälte. Okay, noch ein Kuss. Jetzt wo er auf den Geschmack gekommen war, war es schwer sich der Berührung zu entziehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Je schneller sie für sich waren, desto besser. Entschlossen nahm er Darius also wieder an der Hand und stolperte mit schnellen, langen Schritten voran, den kleinen Mann buchstäblich hinter sich her schleifend. Das Verlangen ließ auf dem Weg an der Rezeption vorbei und die abgewetzten Treppen nach oben nicht nach, oh, mitnichten. Die beinahe aufgeregte Erwartung verstärkte das heiße Ziehen nur und Rücksicht auf die ältere Dame in der Eingangshalle war das einzige was ihn auf züchtiger Distanz zu seinem Sekretär hielt. Kaum hatte der Oberst sich vergewissert, dass auf dem Korridor zu ihrem Zimmer keine homophoben Rentner lungerten, war das auch schon wieder Geschichte. Grob pinnte er Darius mit den Händen neben dem Kopf an die siffige Wand und begann zwischen heftigen Atemzügen seinen blassen Hals mit Küssen zu bedecken. Hitchs Hüfte rieb gierig gegen die Beule in der Hose seines Gegenübers. Die zwei Meter zur Tür erschienen einem wie ein Marathon, wenn man so … voreingenommen war.
Darius wollte sich gar nicht von Hitchs Lippen lösen als er ihm (es schien ihm genauso zu gehen) mehrere flüchtige letzte Küsse gab, ehe er sich undrehte und ihn an der Hand mit sich zog. Mit einer stillen, faszinierten Bewunderung sah er den Oberst an, während er mit langen Schritten führte. Hitch war ein unglaublicher Mensch. Und er wollte Darius. Wie in “wollen”, ohne etwaige Anhänge wie “etwas antun” oder “leiden sehen”. Sein Herz schlug heftiger. Zumindest nicht auf eine gehässige Art und Weise. Er ließ sich, mit freudiger Ungläubigkeit in den Augen, mehr schleifen als alles andere, denn mit Hitchs Tempo konnte er, in seinem momentanen Zustand mehr als sonst, nicht im geringsten mithalten. Er konnte selten mit seinem Tempo mithalten, aber diesmal hatte er nicht das Gefühl unter die Räder zu kommen, wenn er es nicht konnte. Obwohl er betrunken war und zwischenmenschliche Signale sonst weniger deuten konnte als rußländisches Kyrillisch, hatte er gelernt die wenigen Gefühlslagen seines Vorgesetzen zu erkennen. Man sah ihm an, dass er angespannt war seine Emotionen zurückzuhalten, aber ausnahmsweise waren es keine negativen (etwas womit er sich rühmte, was aber selbst der Wirt vom anderen Ende der Straße erkannt hätte, hätte er denn bis zum Fenster gereicht). Und er hatte nicht vor sie lang zurückzuhalten. Hitch ließ sich vor ihm gehen, der Mann, den niemand aus der Fassung erlebte. Ohne weiteres Nachdenken schenkte er im Vorbeistolpern dem einzigen Gast in der Eingangshalle ein dämlich seliges Grinsen, das - angesichts ihrer Konstellation - jeder außer Darius für obszön gehalten hätte. Er stolperte hinter Hitch her die Treppen hinauf, was ihn einige Mühe kostete und kam gar nicht dazu oben wieder Luft zu holen, denn ehe er es sich versah fand er sich gegen die Korridorwand gepresst wieder. Sein Atem ging schwer und er konnte sich nicht einmal an Hitch festhalten. Er bog den Kopf zurück, damit er seinen Hals küssen konnte und ihm schoß ein Schock der Erregung durch den Körper, als sich Hitchs Unterleib an seinem rieb. Er erwiederte die Bewegung unrythmisch und fordernd, wand sich und versuchte ungelenk ein Bein um Hitchs Hüfte zu schlingen. Es kostete ihn hur sein Gleichgewicht und der spürte den Griff sn seinen Handgelenken nur noch stärker als er kurz abrutschte.
Hitch sog scharf Luft ein, als Darius das Gleichgewicht verlor und unter ihm regelrecht zusammenbrach. Glücklicherweise hatte er seinen Fall halbwegs abgefangen, zum zweiten Mal an diesem Abend, sodass der Sekretär nur wie ein sehr erregtes, betrunkenes Häufchen Elend auf dem Boden hockte. Dem sehr, sehr, sehr schmutzigen Boden. Er war vielleicht betrunken genug, seinen Assistenten mitten im Gang eines ranzigen Hotels in Rußland zu beschlafen, aber das letzte Bisschen Nüchternheit in seinem Gehirn wies ihn höflich auf den Aufwand hin, den sie sich erst vor ein paar Tagen machen mussten, um ihre besudelten Klamotten gewaschen zu kriegen. Zudem war es da unten schwer mit ihm zu schlafen. Vorsichtig stellte er Lyster wieder auf die wackeligen Beine und konnte es sich nicht nehmen lassen ihn erneut in einen fordernden Kuss zu verwickeln, während er ihm mit einer Hand den Hosenboden abklopfte. Die andere kramte in seiner eigenen Hosentasche nach dem Schlüssel zu ihrem Zimmer und kehrte nach einigen Sekunden siegreich zurück. Ohne von dem Kleineren abzulassen und ihn mit einer Hand im Nacken in die richtige Richtung leitend tastete er sich in Richtung Tür. Es machte fast süchtig ihn so zu küssen. Mit vor Lust zusammengezogenen Augenbrauen und geschlossenen Augen knabberte Hitch an seiner Unterlippe. Dementsprechend blind prömmelte sein anderer Arm dem rostigen Schlüssel in das altmodische Schloss. Und als sich die Tür dann doch relativ überraschend öffnete fielen die beiden regelrecht in den winzigen Flur.
Darius sah zu Hitch auf und blinzelte benommen. Er hockte hier zu seinen Füßen und würde am liebsten sein Bein umarmen wo er schonmal hier war, oder die Position anderweitig ausnutzen. Er hatte nicht viel Zeit sich dieser fixen Idee näher zu widmen, denn Hitch half ihm mit einem ungekannten Mangel an Grobheit vom Boden auf und in den nächsten Kuss. Eigentlich müsste der Oberst ihn gründlich desinfizieren nachdem er diesen Boden berührt hatte, wenn man nach strengeren Hygienerichtlinien ging wäre es sogar angedachter ihn einzuäschern, aber das einzige was dem auch nur im Entferntesten (und eigentlich gar nicht so weit entfernt) gleichkam waren Hitchs Berührungen und Küsse, die ihn metaphorisch in Flammen aufgehen ließen. Darius hielt sich am Kragen des Oberst fest, als dieser ihm diesmal auf den Hintern schlug, nicht zu fest und gegen die Gewalt, die er ihm in der Vergangenheit hatte angedeihen lassen, war es ein sehr erregendes Erlebnis. Vielleicht war es der Alkohol, der ihn so verdreht denken ließ, das wollte Darius gern glauben, aber das zu spüren und zu wissen, dass ihm nichts geschehen würde, gab ihm eine merkwürdige Sicherheit. Es gab ihm auch einen noch drängenderen Ständer. Der Druck war fast zu viel ihn noch zu ertragen und in seinem Hinterkopf war wie ein Juckreiz der pressende Drang nach Erlösung. Er lehnte sich tiefer in den Kuss, drehte sich mit Hitch im Flur, die wenigen Meter zur Tür ihres Zimmers wie ein Tanz von dem sie beide die Choreographie nicht kannten, während sie gleichzeitig führen wollten. Sie waren ein Knäuel überstürzter Begierde mit der Eleganz verkeilter Katzen auf Minze. Darius’ Hände fuhren unkoordiniert über Hitchs Rücken, eine verirrte sich zwischen ihre Körper und fand die Knöpfe seiner Uniform. Er keuchte leise zwischen ihren Küssen, genoß wie Hitch seine Unterlippe verwöhnte und stieß ihm seine Lenden entgegen. Es war unpraktisch. Aber es war auch verdammt geil. Zumindest war das seine Einschätzung auf der Basis von 120%. Irgendwann glitt der Schlüssel ins Schlüsselloch (Metapher oder Foreshadowing) und das Schloss öffnete sich mit einem Klicken. Die Tür flog unter dem stürmischen Andrang auf und sie landeten noch immer in einenander verschlungen im Flur. Darius knallte gegen die Kommode (und jammerte nicht, selbst dazu war er nicht mehr in der Lage), sich halb an Hitchs Schulter festhaltend, halb an dessen Uniform zu machen machend, löste sich immer noch küssend die längst schiefe Krawatte und trat sich in der selben Bewegung in der er seine Beine erneut um Hitchs Hüfte schlingen wollte (diesmal gab die Kommode ihm Halt) mühevoll einen Schuh vom Fuß. Er flog gegen die Tür und sie fiel zurück ins Schloss. “Ah..”
Hitch spürte, wie er sich instinktiv anspannte, als Darius an den Knöpfen seiner Uniform rumfummelte, ließ ihn aber fortfahren. Er hatte ihn schonmal bis auf die Unterwäsche entkleidet gesehen und nichts vermutet, außerdem war er mit dem Binder eigentlich völlig flach und da Darius übrerzeugt war, er seie dort verletzt, würde er ihn schon nicht an ungünstigen Stellen anfassen. Trotzdem nagte die Nervösität in seinem Hinterkopf, als er Lysters Hintern auf die praktischerweise hüfthohe Kommode manövrierte und ihm half, seine eigene Krawatte loszuwerden. Sie landete auf dem Boden, kurz gefolgt von Hitchs Oberteil. Er war aus gegebenen Gründen kein Experte auf dem Gebiet, aber er konnte sich vorstellen, dass sein Sekretär inzwischen so hart war, dass es weh tat und ihm selbst ging es ähnlich. Mit einer Hand arbeitete er sich unkoordiniert durch die Köpfe seiner Weste (nachdem er sie endlich gefunden hatte; sie waren unter einer weiteren Ebene Stoff an seiner Seite und zugegebenermaße hatte er sich zuvor nie Gedanken gemacht, wie man diese Uniform öffnete), während die andere gnädigerweise endlich in seinen Schritt wanderte und dort forschend Druck ausübte. Mit wachsamem Blick beobachtete der Oberst die Reaktion, die er in Darius auslöste.
Darius schaffte es nach mühsamem Fummeln - das zum Teil seiner Trunkenheit, zum Teil seiner lustvollen Fahrigkeit geschuldet war - Hitchs Hemd zu öffnen und fuhr verlangend darunter über seine Brust. Er hielt eine Sekund inne, als er über den straffen Stoffverband strich und ließ seine Bewegungen behutsamer werden. Seine Finger strichen sachte über seine Brust und zur Schulter hinauf, während Hitch ihn auf die Kommode bugsierte, von seiner Krawatte und sich selbst ganz von seinem Oberteil befreite. Ein Ruck ging durch die Kommode und durch schoss Darius’ Wirbelsäule entlang, als er Hitchs Hand zwischen seinen Beinen spürte. Darius fuhr mit durchgedrücktem Rücken auf und verbiss sich ein weiteres Stöhnen. Seine freie Hand wanderte zu Hitchs Hüfte und er strich um seinen Oberschenkel. Gott Er wollte so sehr kommen, er wollte so sehr diese Berührung spüren und dieser Drang war so heftig, dass es fast schmerzte unter Hitchs Fingern. Er fühlte sich als müsse er besten (auch wenn dieses Ereignis letztenendes nicht annähernd so episch sein würde wie es klang) und es fühlte sich gut an. Ein leises, lustvolles Knurren entwich ihm, er konnte es gerade so unter Kontrolle bringen, damit es nicht als Wimmern herauskam.
Entgegen seiner Hoffnung ließ Lyster nicht von seiner Brust ab, im Gegenteil. Ein kleines, protestierendes Hissen entkam seiner Kehle, konnte aber glücklicherweise für Schmerz oder Lust oder irgendwas außer beißender Angst um die Bewahrung seiner Identität ohne sich einen weiteren Mord auf die Schultern laden zu müssen gehalten werden. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, seinen Assitenten der gleichen Behandlung zu unterziehen und streichelte ihm lustvoll über seinen entblößten Oberkörper und griff dann an seinem Arm angekommen mit der freien Hand etwas fester zu, als Darius sich ihm noch mehr entegegen beugte. Kurz war er versucht unter den Bund zu fahren und das letzte bisschen Lust aus ihm heraus zu kitzeln, da spürte er eine Hand gefährlich nah an seinem eigenen Schritt. Natürlich trug er den Packer, aber selbst Darius in seinem vernebenlten Zustand dürfte es auffallen, dass er noch völlig schlaff war. Blitzschnell zuckten seine Finger zu dem unerwünschten Handgelenk, aber diesmal würde er ihm keine Zeit lassen groß darüber nachzudenken, denn von dort packte er fest um die Hüfte des Blonden, der seine Beine praktischerweise schon um Hitchs geschlungen hatte. Es glich einem Wunder, aber er brachte es trotz Alkohol, noch immer stürmischen Küssen und dem Gewicht seines Sekretärs fertig, ihn stolpernd, aber unfallfrei, ein paar Meter bis zum muffigen Bett zu tragen, wo er sie beide darauf fallen ließ.
In einem kurzen Moment der Verwirrung zogen sich Darius’ Brauen und seine Brust zusammen, als der Oberst ihn anzischte und zumindest dieses Zischen kannte er. Es klang nach Missfallen und vielleicht etwas Schmerz. Darius wusste nicht genau ob er Hitch damit verprellt oder wehgetan hatte, aber er wollte beides nicht. Er zog seine Hand scheu zurück und kam sich ein wenig dumm vor, als Hitch seinen Oberkörper streichelte, dabei fühlte sich die Berührung so warm und wunderbar an, und das Handgelenk am Unterleib des Oberst fest umfasste. Er bebte innerlich und in seinem Hinterkopf brannte die elende Befürchtung etwas falsch gemacht zu haben (zum Glück brannte sie nicht durch den Damm aus Lust und Alkohol und ließ andere Gedanken frei), aber da sein Arm ungebrochen blieb, konnte es so schlimm nicht sein. Ein weiterer Indikator dafür war, dass Hitch ihn an der Hüfte fasste, all seine Bedenken im heißen Nebel leidenschaftlicher Küsse erstickte und ihn ein wenig aneckend zum Bett manövrierte. Es war Darius sogar egal, dass es staubte als sein Oberkörper, die Beine noch immer um Hitchs Hüfte geschlungen, auf die Matratze fiel. Mit sich schwer hebend und senkendem Brustkorb sah er zu Hitch auf. “Was soll ich tun?”, fragte er kurzatmig und mit unsicherem Eifer.
Hitch lehnte sich ein Stück zurück und nahm eine Sekunde, um den Anblick von Darius unter sich aufzusaugen. Wie er da lag, halb nackt, gerötet, erregt, schwer atmend … Entblößter konnte er nicht sein. Und wieder fand der Oberst die pure Nähe und Intimität unerklärlich faszinierend. Schmutzig schmunzelnd setzte er sich etwas unter Darius’ Hüfte und nahm seine Hände, um sie über seinem Kopf festzupinnen. Auf der einen Seite beugte er so weiteres unerwünschtes Angrabbeln vor und auf der anderen fand er es einfach geil, Lyster so verletzlich zu sehen. Langsam beugte er sich wieder herunter, sein Gesicht neben Darius’, während er mit dunkler Stimme seine Frage beantwortete: “Betteln Sie.” Mittlerweile hatte er ihn mit einer Hand im Griff, um der anderen wieder die Möglichkeit zu geben, quälend langsam über den heißen Leib zu seinem Gürtel zu wandern und ihn (sogar überraschend geschickt für seinen Zustand) zu lösen. Begleitet von einem weiteren, langen Kuss machte er sich an Reißverschluss und Knopf zu schaffen, bis nur noch der dünne Stoff der Unterhose ihn von Darius’ Härte trennte. Federleicht glitt der knochige Finger des Größeren den Schaft entlang und verharrte auf der Spitze in kreisenden Bewegungen. “Flehen Sie.”
Obwohl er eigentlich mit nichts anderem gerechnet hatte, war es doch irgendwo erleichternd, dass sich Darius ihm entgegen drückte, statt sich gegen den kleinen Überfall zu sträuben, was angesichts ihrer Beziehung zueinander eine nachvollziehbare Reaktion gewesen wäre. Bei Gott was hätte er mit ihm anstellen müssen … Aber darüber nachzudenken war gerade völlig sinnlos. Immerhin passierten viel interessantere Sachen direkt vor ihm. Das kleine Stöhnen des Blonden sandte einen Schock heißer Erregung durch Hitchs Körper und er presste sich, wenn überhaupt möglich, noch näher an den warmen Leib unter ihm. Er wollte das hier so sehr. Er wollte Darius dazu bringen sich zu winden, ihm härter entgegenzubocken. Er wollte, dass er seinen Namen stöhnte und er wollte sein Gesicht sehen, wenn er ihn an den Rand der Verheißung trieb. Kurzatmig löste der Oberst sich aus dem holprigen Kuss, um in der schwülen Hitze, die sie plötzlich überkommen hatte, Luft zu holen. Zittrig entwich ihm der Atem, während er seine Stirn für einen kurzen Moment an Darius’ lehnte, den fast raubtierhaften Blick nicht eine Sekunde von ihm trennend. Mittlerweile war sein Gesicht wahrscheinlich ordentlich gerötet, ob der Kälte und Erregung, aber mit der Tomate von Sekretär konnte er längst nicht mithalten. Fahrig wanderten die Hände des Größeren über Darius’ Wirbelsäule zu seiner Hüfte, seinem Hintern, um genau zu sein, und griffen dort herzhaft zu. Wäre er nüchtern würde er das nie zugeben, und wenn sein Leben auf dem Spiel stünde, aber Lyster hatte einen großartigen Arsch und er hatte sich schon das ein oder andere selbst dabei erwischt eine Sekunde zu lange dort hin zu schielen. Schande über sein Haupt.
Darius keuchte leise als Hitch sich aus dem Kuss löste und sein ganzer Kopf schwirrte. Sein Herz schlug frenetisch gegen seine Rippen und er atmete schwer, Hitchs Stirn an seiner, die schweißverklebten Haare in ihren Gesichtern. Sie waren so nah, dass er dem Oberst in die Augen sehen musste. Hitchs Blick ging ihm durch und durch. Er wusste nicht was er sagen sollte, wusste nicht was er denken sollte, geschweige denn tun und er zitterte am ganzen Leib. Nicht wegen der Kälte. Er fühlte nur was er tun wollte und die Bedenken daran waren noch immer zu betäubt um sich Gehör zu verschaffen.
Seine Finger fuhren bebend in Hitchs Haare. Das Gesicht des Oberst war gerötet und auch er atmete wacklig aus. Er war auch nur ein Mensch und nach über einem Jahr, das sie sich jetzt schon kannten, kam es fast wie ein Schock. Es war alles, was Darius gewollt hatte. Es war schamloser Schwachsinn, aber zum ersten Mal, ab von einigen flüchtigen Momenten (wahrscheinlich der Schwäche) mit seinem Vorgesetzten (nicht, dass das hier kein Moment der Schwäche wäre) fühlte er sich gewollt. Seit sie angefangen hatten zusammenzuarbeiten strebte und hungerte er nur nach Wertschätzung, nach Vertrauen, nach irgendeinen positiven Reaktion. Darius zuckte zusammen (das hieß, er drängte sich überrascht enger an Hitch), als der Oberst seinem Hintern ein wenig positive Zuwendung zuteil werden ließ. Er schreckte mit einem Fiepen auf und in einen weiteren stürmischen Kuss.
Das kleine Piepsen des Sekretärs war wohl das putzigste, was Hitch je gehört hatte. Wäre seine Stimme nicht vom erneuten, unkoordinierten Aufeinandertreffen ihrer Münder erstickt worden, hätte er sicherlich laut seiner Begeisterung Kund getan, aber so gab er sich damit zufrieden, hörbar schmunzelnd in den Kuss zu knurren und seine Hände weiter das neu eroberte Territorium erkunden zu lassen. Ihm wurde langsam wirklich schwindelig; die Gründe dafür waren vielfältig. Der Alkohol, der Schlafmangel, die Kälte, die Hitze, sein rasender Puls … Diese Nähe war einfach berauschend. Gut möglich, dass er noch nie zuvor in seinem Leben eine andere Person so berührt hatte und - ganz hauptsächlich - so berührt worden war. Er war wie ein ausgehungerter Puma, der zum ersten Mal frisches Fleisch schmeckte. Und wenn sein Verstand vorher noch nicht völlig benebelt gewesen war, dann spätestens jetzt. “Ah … Lyster”, stöhnte er mit undeutlicher, rauer Stimme und schob verlangend den Oberschenkel zwischen seine Beine, wo er an der Erektion seines Assistenten rieb. Trotz der Wärme ihrer beider Körper fraß sich die rußländische Kälte durch das dünne Uniformoberteil in seinen Rücken. Außerdem waren die Einheimischen immernoch für ihre eher … konservative Einstellung bekannt und obwohl die Straßen zu später Stunde wie leer gefegt schienen, wollte Hitch das Risiko nicht eingehen, noch mehr Aufsehen zu erregen. Davon hatten sie heute Abend genug gehabt. Und ganz davon abgesehen, in ihrer Unterkunft konnten sie … weiter gehen. Auch wenn er selbst nicht ganz wusste, wie genau er sich das vorstellte. Seine kleine ‘physische Einschränkung’ hatte er bis jetzt erfolgreich verdrängt. Kurzatmig löste er sich von Lyster und raunte “Zimmer”. Es war mehr eine Anordnung als eine Frage, trotzdem wartete er mit hungrigem Blick auf Zustimmung.
“Hhhhaaahhh” Darius stöhnte und schmolz fast als er das Knurren des Oberst in seiner Kehle vibrieren spürte. Er wand sich und vor allem sein Unterleib, während Hitch ihn streichelte. Das Stöhnen des Oberst raubte ihm fast den Verstand und falls das nicht reichte ihn wahnsinnig zu machen, so gab der Druck zwischen seinen Beinen ihm den Rest. Es war ein Wunder, dass der Schnee um sie herum nicht nur noch eine dampfende Pfütze war. Er verbiss sich ein weiteres Stöhnen und warf den Kopf zurück - was sich an einer Backsteinmauer als nicht gerade clever erwies. Aber nichteinmal das tangierte ihn noch. Der kurze Schmerz schoß in die Wallungen von Erregung, die ihn ausfüllten und verlor sich. Darius’ Finger gruben sich fester in Hitchs Haare und er klammerte sich am größeren fest. Mit Angemessenheit war es längst vorbei. Er wusste nicht wann er sich zuletzt so gefühlt hatte und erinnerte sich kaum mehr wie es war, wie irgendetwas anderes als der Stress und die Bitterkeit und der Druck war. Dies hier war ein anderer Druck und so intensiver er wurde, desto mehr verzehrte er sich danach. Und er hatte geschmunzelt, schoss es ihm durch den Wust an Lust in den Kopf. Das war nicht nur körperlich. Vielleicht… mochte Hitch ihn sogar ein wenig. Er erschauerte, als Hitch ihm ins Ohr raunte und schaute den Oberst an. Er wollte ihn nicht loslassen, er wollte jetzt nicht abkühlen, aber er kannte die Fragen seines Vorgesetzten - es waren Befehle. Immerhin war es diesmal keine Drohung die nichts als unbedingten Gehorsam duldete. Und die Kneipe hatte - so egal es ihm und seinem Schwellkörper im Moment war - Fenster, genau wie die umliegenden Häuser. “Ja”, hauchte er heiser.
Jedes Mal wenn Darius an sein Ohr hauchte oder stöhnte wurde die Kehle des Oberst etwas enger. Das Pulsieren zwischen seinen Beinen steigerte sich exponentiell, als der Kleinere ihn noch fester umklammerte. Es fühlte sich so gut an, ihn so unter Kontrolle zu haben, diese Gefühle in ihm auslösen zu können. In seinem Kopf spielten sich zahllose fiktive Szenarien ab, Darius zitternd vor Lust in Ketten, bettelnd und flehend um Erlösung. Aber die Stimme des Blonden holte ihn zurück in die Realität, welche seinen Vorstellungen in Nichts nachstand. Hitch küsste ihn ein letztes Mal - kurz, aber keinesfalls weniger intensiv - bevor er sich etwas widerstrebend aus seinem Griff schälte. Okay, noch ein Kuss. Jetzt wo er auf den Geschmack gekommen war, war es schwer sich der Berührung zu entziehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Je schneller sie für sich waren, desto besser. Entschlossen nahm er Darius also wieder an der Hand und stolperte mit schnellen, langen Schritten voran, den kleinen Mann buchstäblich hinter sich her schleifend. Das Verlangen ließ auf dem Weg an der Rezeption vorbei und die abgewetzten Treppen nach oben nicht nach, oh, mitnichten. Die beinahe aufgeregte Erwartung verstärkte das heiße Ziehen nur und Rücksicht auf die ältere Dame in der Eingangshalle war das einzige was ihn auf züchtiger Distanz zu seinem Sekretär hielt. Kaum hatte der Oberst sich vergewissert, dass auf dem Korridor zu ihrem Zimmer keine homophoben Rentner lungerten, war das auch schon wieder Geschichte. Grob pinnte er Darius mit den Händen neben dem Kopf an die siffige Wand und begann zwischen heftigen Atemzügen seinen blassen Hals mit Küssen zu bedecken. Hitchs Hüfte rieb gierig gegen die Beule in der Hose seines Gegenübers. Die zwei Meter zur Tür erschienen einem wie ein Marathon, wenn man so … voreingenommen war.
Darius wollte sich gar nicht von Hitchs Lippen lösen als er ihm (es schien ihm genauso zu gehen) mehrere flüchtige letzte Küsse gab, ehe er sich undrehte und ihn an der Hand mit sich zog. Mit einer stillen, faszinierten Bewunderung sah er den Oberst an, während er mit langen Schritten führte. Hitch war ein unglaublicher Mensch. Und er wollte Darius. Wie in “wollen”, ohne etwaige Anhänge wie “etwas antun” oder “leiden sehen”. Sein Herz schlug heftiger. Zumindest nicht auf eine gehässige Art und Weise. Er ließ sich, mit freudiger Ungläubigkeit in den Augen, mehr schleifen als alles andere, denn mit Hitchs Tempo konnte er, in seinem momentanen Zustand mehr als sonst, nicht im geringsten mithalten. Er konnte selten mit seinem Tempo mithalten, aber diesmal hatte er nicht das Gefühl unter die Räder zu kommen, wenn er es nicht konnte. Obwohl er betrunken war und zwischenmenschliche Signale sonst weniger deuten konnte als rußländisches Kyrillisch, hatte er gelernt die wenigen Gefühlslagen seines Vorgesetzen zu erkennen. Man sah ihm an, dass er angespannt war seine Emotionen zurückzuhalten, aber ausnahmsweise waren es keine negativen (etwas womit er sich rühmte, was aber selbst der Wirt vom anderen Ende der Straße erkannt hätte, hätte er denn bis zum Fenster gereicht). Und er hatte nicht vor sie lang zurückzuhalten. Hitch ließ sich vor ihm gehen, der Mann, den niemand aus der Fassung erlebte. Ohne weiteres Nachdenken schenkte er im Vorbeistolpern dem einzigen Gast in der Eingangshalle ein dämlich seliges Grinsen, das - angesichts ihrer Konstellation - jeder außer Darius für obszön gehalten hätte. Er stolperte hinter Hitch her die Treppen hinauf, was ihn einige Mühe kostete und kam gar nicht dazu oben wieder Luft zu holen, denn ehe er es sich versah fand er sich gegen die Korridorwand gepresst wieder. Sein Atem ging schwer und er konnte sich nicht einmal an Hitch festhalten. Er bog den Kopf zurück, damit er seinen Hals küssen konnte und ihm schoß ein Schock der Erregung durch den Körper, als sich Hitchs Unterleib an seinem rieb. Er erwiederte die Bewegung unrythmisch und fordernd, wand sich und versuchte ungelenk ein Bein um Hitchs Hüfte zu schlingen. Es kostete ihn hur sein Gleichgewicht und der spürte den Griff sn seinen Handgelenken nur noch stärker als er kurz abrutschte.
Hitch sog scharf Luft ein, als Darius das Gleichgewicht verlor und unter ihm regelrecht zusammenbrach. Glücklicherweise hatte er seinen Fall halbwegs abgefangen, zum zweiten Mal an diesem Abend, sodass der Sekretär nur wie ein sehr erregtes, betrunkenes Häufchen Elend auf dem Boden hockte. Dem sehr, sehr, sehr schmutzigen Boden. Er war vielleicht betrunken genug, seinen Assistenten mitten im Gang eines ranzigen Hotels in Rußland zu beschlafen, aber das letzte Bisschen Nüchternheit in seinem Gehirn wies ihn höflich auf den Aufwand hin, den sie sich erst vor ein paar Tagen machen mussten, um ihre besudelten Klamotten gewaschen zu kriegen. Zudem war es da unten schwer mit ihm zu schlafen. Vorsichtig stellte er Lyster wieder auf die wackeligen Beine und konnte es sich nicht nehmen lassen ihn erneut in einen fordernden Kuss zu verwickeln, während er ihm mit einer Hand den Hosenboden abklopfte. Die andere kramte in seiner eigenen Hosentasche nach dem Schlüssel zu ihrem Zimmer und kehrte nach einigen Sekunden siegreich zurück. Ohne von dem Kleineren abzulassen und ihn mit einer Hand im Nacken in die richtige Richtung leitend tastete er sich in Richtung Tür. Es machte fast süchtig ihn so zu küssen. Mit vor Lust zusammengezogenen Augenbrauen und geschlossenen Augen knabberte Hitch an seiner Unterlippe. Dementsprechend blind prömmelte sein anderer Arm dem rostigen Schlüssel in das altmodische Schloss. Und als sich die Tür dann doch relativ überraschend öffnete fielen die beiden regelrecht in den winzigen Flur.
Darius sah zu Hitch auf und blinzelte benommen. Er hockte hier zu seinen Füßen und würde am liebsten sein Bein umarmen wo er schonmal hier war, oder die Position anderweitig ausnutzen. Er hatte nicht viel Zeit sich dieser fixen Idee näher zu widmen, denn Hitch half ihm mit einem ungekannten Mangel an Grobheit vom Boden auf und in den nächsten Kuss. Eigentlich müsste der Oberst ihn gründlich desinfizieren nachdem er diesen Boden berührt hatte, wenn man nach strengeren Hygienerichtlinien ging wäre es sogar angedachter ihn einzuäschern, aber das einzige was dem auch nur im Entferntesten (und eigentlich gar nicht so weit entfernt) gleichkam waren Hitchs Berührungen und Küsse, die ihn metaphorisch in Flammen aufgehen ließen. Darius hielt sich am Kragen des Oberst fest, als dieser ihm diesmal auf den Hintern schlug, nicht zu fest und gegen die Gewalt, die er ihm in der Vergangenheit hatte angedeihen lassen, war es ein sehr erregendes Erlebnis. Vielleicht war es der Alkohol, der ihn so verdreht denken ließ, das wollte Darius gern glauben, aber das zu spüren und zu wissen, dass ihm nichts geschehen würde, gab ihm eine merkwürdige Sicherheit. Es gab ihm auch einen noch drängenderen Ständer. Der Druck war fast zu viel ihn noch zu ertragen und in seinem Hinterkopf war wie ein Juckreiz der pressende Drang nach Erlösung. Er lehnte sich tiefer in den Kuss, drehte sich mit Hitch im Flur, die wenigen Meter zur Tür ihres Zimmers wie ein Tanz von dem sie beide die Choreographie nicht kannten, während sie gleichzeitig führen wollten. Sie waren ein Knäuel überstürzter Begierde mit der Eleganz verkeilter Katzen auf Minze. Darius’ Hände fuhren unkoordiniert über Hitchs Rücken, eine verirrte sich zwischen ihre Körper und fand die Knöpfe seiner Uniform. Er keuchte leise zwischen ihren Küssen, genoß wie Hitch seine Unterlippe verwöhnte und stieß ihm seine Lenden entgegen. Es war unpraktisch. Aber es war auch verdammt geil. Zumindest war das seine Einschätzung auf der Basis von 120%. Irgendwann glitt der Schlüssel ins Schlüsselloch (Metapher oder Foreshadowing) und das Schloss öffnete sich mit einem Klicken. Die Tür flog unter dem stürmischen Andrang auf und sie landeten noch immer in einenander verschlungen im Flur. Darius knallte gegen die Kommode (und jammerte nicht, selbst dazu war er nicht mehr in der Lage), sich halb an Hitchs Schulter festhaltend, halb an dessen Uniform zu machen machend, löste sich immer noch küssend die längst schiefe Krawatte und trat sich in der selben Bewegung in der er seine Beine erneut um Hitchs Hüfte schlingen wollte (diesmal gab die Kommode ihm Halt) mühevoll einen Schuh vom Fuß. Er flog gegen die Tür und sie fiel zurück ins Schloss. “Ah..”
Hitch spürte, wie er sich instinktiv anspannte, als Darius an den Knöpfen seiner Uniform rumfummelte, ließ ihn aber fortfahren. Er hatte ihn schonmal bis auf die Unterwäsche entkleidet gesehen und nichts vermutet, außerdem war er mit dem Binder eigentlich völlig flach und da Darius übrerzeugt war, er seie dort verletzt, würde er ihn schon nicht an ungünstigen Stellen anfassen. Trotzdem nagte die Nervösität in seinem Hinterkopf, als er Lysters Hintern auf die praktischerweise hüfthohe Kommode manövrierte und ihm half, seine eigene Krawatte loszuwerden. Sie landete auf dem Boden, kurz gefolgt von Hitchs Oberteil. Er war aus gegebenen Gründen kein Experte auf dem Gebiet, aber er konnte sich vorstellen, dass sein Sekretär inzwischen so hart war, dass es weh tat und ihm selbst ging es ähnlich. Mit einer Hand arbeitete er sich unkoordiniert durch die Köpfe seiner Weste (nachdem er sie endlich gefunden hatte; sie waren unter einer weiteren Ebene Stoff an seiner Seite und zugegebenermaße hatte er sich zuvor nie Gedanken gemacht, wie man diese Uniform öffnete), während die andere gnädigerweise endlich in seinen Schritt wanderte und dort forschend Druck ausübte. Mit wachsamem Blick beobachtete der Oberst die Reaktion, die er in Darius auslöste.
Darius schaffte es nach mühsamem Fummeln - das zum Teil seiner Trunkenheit, zum Teil seiner lustvollen Fahrigkeit geschuldet war - Hitchs Hemd zu öffnen und fuhr verlangend darunter über seine Brust. Er hielt eine Sekund inne, als er über den straffen Stoffverband strich und ließ seine Bewegungen behutsamer werden. Seine Finger strichen sachte über seine Brust und zur Schulter hinauf, während Hitch ihn auf die Kommode bugsierte, von seiner Krawatte und sich selbst ganz von seinem Oberteil befreite. Ein Ruck ging durch die Kommode und durch schoss Darius’ Wirbelsäule entlang, als er Hitchs Hand zwischen seinen Beinen spürte. Darius fuhr mit durchgedrücktem Rücken auf und verbiss sich ein weiteres Stöhnen. Seine freie Hand wanderte zu Hitchs Hüfte und er strich um seinen Oberschenkel. Gott Er wollte so sehr kommen, er wollte so sehr diese Berührung spüren und dieser Drang war so heftig, dass es fast schmerzte unter Hitchs Fingern. Er fühlte sich als müsse er besten (auch wenn dieses Ereignis letztenendes nicht annähernd so episch sein würde wie es klang) und es fühlte sich gut an. Ein leises, lustvolles Knurren entwich ihm, er konnte es gerade so unter Kontrolle bringen, damit es nicht als Wimmern herauskam.
Entgegen seiner Hoffnung ließ Lyster nicht von seiner Brust ab, im Gegenteil. Ein kleines, protestierendes Hissen entkam seiner Kehle, konnte aber glücklicherweise für Schmerz oder Lust oder irgendwas außer beißender Angst um die Bewahrung seiner Identität ohne sich einen weiteren Mord auf die Schultern laden zu müssen gehalten werden. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, seinen Assitenten der gleichen Behandlung zu unterziehen und streichelte ihm lustvoll über seinen entblößten Oberkörper und griff dann an seinem Arm angekommen mit der freien Hand etwas fester zu, als Darius sich ihm noch mehr entegegen beugte. Kurz war er versucht unter den Bund zu fahren und das letzte bisschen Lust aus ihm heraus zu kitzeln, da spürte er eine Hand gefährlich nah an seinem eigenen Schritt. Natürlich trug er den Packer, aber selbst Darius in seinem vernebenlten Zustand dürfte es auffallen, dass er noch völlig schlaff war. Blitzschnell zuckten seine Finger zu dem unerwünschten Handgelenk, aber diesmal würde er ihm keine Zeit lassen groß darüber nachzudenken, denn von dort packte er fest um die Hüfte des Blonden, der seine Beine praktischerweise schon um Hitchs geschlungen hatte. Es glich einem Wunder, aber er brachte es trotz Alkohol, noch immer stürmischen Küssen und dem Gewicht seines Sekretärs fertig, ihn stolpernd, aber unfallfrei, ein paar Meter bis zum muffigen Bett zu tragen, wo er sie beide darauf fallen ließ.
Obwohl er eigentlich mit nichts anderem gerechnet hatte, war es doch irgendwo erleichternd, dass sich Darius ihm entgegen drückte, statt sich gegen den kleinen Überfall zu sträuben, was angesichts ihrer Beziehung zueinander eine nachvollziehbare Reaktion gewesen wäre. Bei Gott was hätte er mit ihm anstellen müssen … Aber darüber nachzudenken war gerade völlig sinnlos. Immerhin passierten viel interessantere Sachen direkt vor ihm. Das kleine Stöhnen des Blonden sandte einen Schock heißer Erregung durch Hitchs Körper und er presste sich, wenn überhaupt möglich, noch näher an den warmen Leib unter ihm. Er wollte das hier so sehr. Er wollte Darius dazu bringen sich zu winden, ihm härter entgegenzubocken. Er wollte, dass er seinen Namen stöhnte und er wollte sein Gesicht sehen, wenn er ihn an den Rand der Verheißung trieb. Kurzatmig löste der Oberst sich aus dem holprigen Kuss, um in der schwülen Hitze, die sie plötzlich überkommen hatte, Luft zu holen. Zittrig entwich ihm der Atem, während er seine Stirn für einen kurzen Moment an Darius’ lehnte, den fast raubtierhaften Blick nicht eine Sekunde von ihm trennend. Mittlerweile war sein Gesicht wahrscheinlich ordentlich gerötet, ob der Kälte und Erregung, aber mit der Tomate von Sekretär konnte er längst nicht mithalten. Fahrig wanderten die Hände des Größeren über Darius’ Wirbelsäule zu seiner Hüfte, seinem Hintern, um genau zu sein, und griffen dort herzhaft zu. Wäre er nüchtern würde er das nie zugeben, und wenn sein Leben auf dem Spiel stünde, aber Lyster hatte einen großartigen Arsch und er hatte sich schon das ein oder andere selbst dabei erwischt eine Sekunde zu lange dort hin zu schielen. Schande über sein Haupt.
Darius keuchte leise als Hitch sich aus dem Kuss löste und sein ganzer Kopf schwirrte. Sein Herz schlug frenetisch gegen seine Rippen und er atmete schwer, Hitchs Stirn an seiner, die schweißverklebten Haare in ihren Gesichtern. Sie waren so nah, dass er dem Oberst in die Augen sehen musste. Hitchs Blick ging ihm durch und durch. Er wusste nicht was er sagen sollte, wusste nicht was er denken sollte, geschweige denn tun und er zitterte am ganzen Leib. Nicht wegen der Kälte. Er fühlte nur was er tun wollte und die Bedenken daran waren noch immer zu betäubt um sich Gehör zu verschaffen.
Seine Finger fuhren bebend in Hitchs Haare. Das Gesicht des Oberst war gerötet und auch er atmete wacklig aus. Er war auch nur ein Mensch und nach über einem Jahr, das sie sich jetzt schon kannten, kam es fast wie ein Schock. Es war alles, was Darius gewollt hatte. Es war schamloser Schwachsinn, aber zum ersten Mal, ab von einigen flüchtigen Momenten (wahrscheinlich der Schwäche) mit seinem Vorgesetzten (nicht, dass das hier kein Moment der Schwäche wäre) fühlte er sich gewollt. Seit sie angefangen hatten zusammenzuarbeiten strebte und hungerte er nur nach Wertschätzung, nach Vertrauen, nach irgendeinen positiven Reaktion. Darius zuckte zusammen (das hieß, er drängte sich überrascht enger an Hitch), als der Oberst seinem Hintern ein wenig positive Zuwendung zuteil werden ließ. Er schreckte mit einem Fiepen auf und in einen weiteren stürmischen Kuss.
Das kleine Piepsen des Sekretärs war wohl das putzigste, was Hitch je gehört hatte. Wäre seine Stimme nicht vom erneuten, unkoordinierten Aufeinandertreffen ihrer Münder erstickt worden, hätte er sicherlich laut seiner Begeisterung Kund getan, aber so gab er sich damit zufrieden, hörbar schmunzelnd in den Kuss zu knurren und seine Hände weiter das neu eroberte Territorium erkunden zu lassen. Ihm wurde langsam wirklich schwindelig; die Gründe dafür waren vielfältig. Der Alkohol, der Schlafmangel, die Kälte, die Hitze, sein rasender Puls … Diese Nähe war einfach berauschend. Gut möglich, dass er noch nie zuvor in seinem Leben eine andere Person so berührt hatte und - ganz hauptsächlich - so berührt worden war. Er war wie ein ausgehungerter Puma, der zum ersten Mal frisches Fleisch schmeckte. Und wenn sein Verstand vorher noch nicht völlig benebelt gewesen war, dann spätestens jetzt. “Ah … Lyster”, stöhnte er mit undeutlicher, rauer Stimme und schob verlangend den Oberschenkel zwischen seine Beine, wo er an der Erektion seines Assistenten rieb. Trotz der Wärme ihrer beider Körper fraß sich die rußländische Kälte durch das dünne Uniformoberteil in seinen Rücken. Außerdem waren die Einheimischen immernoch für ihre eher … konservative Einstellung bekannt und obwohl die Straßen zu später Stunde wie leer gefegt schienen, wollte Hitch das Risiko nicht eingehen, noch mehr Aufsehen zu erregen. Davon hatten sie heute Abend genug gehabt. Und ganz davon abgesehen, in ihrer Unterkunft konnten sie … weiter gehen. Auch wenn er selbst nicht ganz wusste, wie genau er sich das vorstellte. Seine kleine ‘physische Einschränkung’ hatte er bis jetzt erfolgreich verdrängt. Kurzatmig löste er sich von Lyster und raunte “Zimmer”. Es war mehr eine Anordnung als eine Frage, trotzdem wartete er mit hungrigem Blick auf Zustimmung.
“Hhhhaaahhh” Darius stöhnte und schmolz fast als er das Knurren des Oberst in seiner Kehle vibrieren spürte. Er wand sich und vor allem sein Unterleib, während Hitch ihn streichelte. Das Stöhnen des Oberst raubte ihm fast den Verstand und falls das nicht reichte ihn wahnsinnig zu machen, so gab der Druck zwischen seinen Beinen ihm den Rest. Es war ein Wunder, dass der Schnee um sie herum nicht nur noch eine dampfende Pfütze war. Er verbiss sich ein weiteres Stöhnen und warf den Kopf zurück - was sich an einer Backsteinmauer als nicht gerade clever erwies. Aber nichteinmal das tangierte ihn noch. Der kurze Schmerz schoß in die Wallungen von Erregung, die ihn ausfüllten und verlor sich. Darius’ Finger gruben sich fester in Hitchs Haare und er klammerte sich am größeren fest. Mit Angemessenheit war es längst vorbei. Er wusste nicht wann er sich zuletzt so gefühlt hatte und erinnerte sich kaum mehr wie es war, wie irgendetwas anderes als der Stress und die Bitterkeit und der Druck war. Dies hier war ein anderer Druck und so intensiver er wurde, desto mehr verzehrte er sich danach. Und er hatte geschmunzelt, schoss es ihm durch den Wust an Lust in den Kopf. Das war nicht nur körperlich. Vielleicht… mochte Hitch ihn sogar ein wenig. Er erschauerte, als Hitch ihm ins Ohr raunte und schaute den Oberst an. Er wollte ihn nicht loslassen, er wollte jetzt nicht abkühlen, aber er kannte die Fragen seines Vorgesetzten - es waren Befehle. Immerhin war es diesmal keine Drohung die nichts als unbedingten Gehorsam duldete. Und die Kneipe hatte - so egal es ihm und seinem Schwellkörper im Moment war - Fenster, genau wie die umliegenden Häuser. “Ja”, hauchte er heiser.
Jedes Mal wenn Darius an sein Ohr hauchte oder stöhnte wurde die Kehle des Oberst etwas enger. Das Pulsieren zwischen seinen Beinen steigerte sich exponentiell, als der Kleinere ihn noch fester umklammerte. Es fühlte sich so gut an, ihn so unter Kontrolle zu haben, diese Gefühle in ihm auslösen zu können. In seinem Kopf spielten sich zahllose fiktive Szenarien ab, Darius zitternd vor Lust in Ketten, bettelnd und flehend um Erlösung. Aber die Stimme des Blonden holte ihn zurück in die Realität, welche seinen Vorstellungen in Nichts nachstand. Hitch küsste ihn ein letztes Mal - kurz, aber keinesfalls weniger intensiv - bevor er sich etwas widerstrebend aus seinem Griff schälte. Okay, noch ein Kuss. Jetzt wo er auf den Geschmack gekommen war, war es schwer sich der Berührung zu entziehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Je schneller sie für sich waren, desto besser. Entschlossen nahm er Darius also wieder an der Hand und stolperte mit schnellen, langen Schritten voran, den kleinen Mann buchstäblich hinter sich her schleifend. Das Verlangen ließ auf dem Weg an der Rezeption vorbei und die abgewetzten Treppen nach oben nicht nach, oh, mitnichten. Die beinahe aufgeregte Erwartung verstärkte das heiße Ziehen nur und Rücksicht auf die ältere Dame in der Eingangshalle war das einzige was ihn auf züchtiger Distanz zu seinem Sekretär hielt. Kaum hatte der Oberst sich vergewissert, dass auf dem Korridor zu ihrem Zimmer keine homophoben Rentner lungerten, war das auch schon wieder Geschichte. Grob pinnte er Darius mit den Händen neben dem Kopf an die siffige Wand und begann zwischen heftigen Atemzügen seinen blassen Hals mit Küssen zu bedecken. Hitchs Hüfte rieb gierig gegen die Beule in der Hose seines Gegenübers. Die zwei Meter zur Tür erschienen einem wie ein Marathon, wenn man so … voreingenommen war.
Darius wollte sich gar nicht von Hitchs Lippen lösen als er ihm (es schien ihm genauso zu gehen) mehrere flüchtige letzte Küsse gab, ehe er sich undrehte und ihn an der Hand mit sich zog. Mit einer stillen, faszinierten Bewunderung sah er den Oberst an, während er mit langen Schritten führte. Hitch war ein unglaublicher Mensch. Und er wollte Darius. Wie in “wollen”, ohne etwaige Anhänge wie “etwas antun” oder “leiden sehen”. Sein Herz schlug heftiger. Zumindest nicht auf eine gehässige Art und Weise. Er ließ sich, mit freudiger Ungläubigkeit in den Augen, mehr schleifen als alles andere, denn mit Hitchs Tempo konnte er, in seinem momentanen Zustand mehr als sonst, nicht im geringsten mithalten. Er konnte selten mit seinem Tempo mithalten, aber diesmal hatte er nicht das Gefühl unter die Räder zu kommen, wenn er es nicht konnte. Obwohl er betrunken war und zwischenmenschliche Signale sonst weniger deuten konnte als rußländisches Kyrillisch, hatte er gelernt die wenigen Gefühlslagen seines Vorgesetzen zu erkennen. Man sah ihm an, dass er angespannt war seine Emotionen zurückzuhalten, aber ausnahmsweise waren es keine negativen (etwas womit er sich rühmte, was aber selbst der Wirt vom anderen Ende der Straße erkannt hätte, hätte er denn bis zum Fenster gereicht). Und er hatte nicht vor sie lang zurückzuhalten. Hitch ließ sich vor ihm gehen, der Mann, den niemand aus der Fassung erlebte. Ohne weiteres Nachdenken schenkte er im Vorbeistolpern dem einzigen Gast in der Eingangshalle ein dämlich seliges Grinsen, das - angesichts ihrer Konstellation - jeder außer Darius für obszön gehalten hätte. Er stolperte hinter Hitch her die Treppen hinauf, was ihn einige Mühe kostete und kam gar nicht dazu oben wieder Luft zu holen, denn ehe er es sich versah fand er sich gegen die Korridorwand gepresst wieder. Sein Atem ging schwer und er konnte sich nicht einmal an Hitch festhalten. Er bog den Kopf zurück, damit er seinen Hals küssen konnte und ihm schoß ein Schock der Erregung durch den Körper, als sich Hitchs Unterleib an seinem rieb. Er erwiederte die Bewegung unrythmisch und fordernd, wand sich und versuchte ungelenk ein Bein um Hitchs Hüfte zu schlingen. Es kostete ihn hur sein Gleichgewicht und der spürte den Griff sn seinen Handgelenken nur noch stärker als er kurz abrutschte.
Hitch sog scharf Luft ein, als Darius das Gleichgewicht verlor und unter ihm regelrecht zusammenbrach. Glücklicherweise hatte er seinen Fall halbwegs abgefangen, zum zweiten Mal an diesem Abend, sodass der Sekretär nur wie ein sehr erregtes, betrunkenes Häufchen Elend auf dem Boden hockte. Dem sehr, sehr, sehr schmutzigen Boden. Er war vielleicht betrunken genug, seinen Assistenten mitten im Gang eines ranzigen Hotels in Rußland zu beschlafen, aber das letzte Bisschen Nüchternheit in seinem Gehirn wies ihn höflich auf den Aufwand hin, den sie sich erst vor ein paar Tagen machen mussten, um ihre besudelten Klamotten gewaschen zu kriegen. Zudem war es da unten schwer mit ihm zu schlafen. Vorsichtig stellte er Lyster wieder auf die wackeligen Beine und konnte es sich nicht nehmen lassen ihn erneut in einen fordernden Kuss zu verwickeln, während er ihm mit einer Hand den Hosenboden abklopfte. Die andere kramte in seiner eigenen Hosentasche nach dem Schlüssel zu ihrem Zimmer und kehrte nach einigen Sekunden siegreich zurück. Ohne von dem Kleineren abzulassen und ihn mit einer Hand im Nacken in die richtige Richtung leitend tastete er sich in Richtung Tür. Es machte fast süchtig ihn so zu küssen. Mit vor Lust zusammengezogenen Augenbrauen und geschlossenen Augen knabberte Hitch an seiner Unterlippe. Dementsprechend blind prömmelte sein anderer Arm dem rostigen Schlüssel in das altmodische Schloss. Und als sich die Tür dann doch relativ überraschend öffnete fielen die beiden regelrecht in den winzigen Flur.
Darius sah zu Hitch auf und blinzelte benommen. Er hockte hier zu seinen Füßen und würde am liebsten sein Bein umarmen wo er schonmal hier war, oder die Position anderweitig ausnutzen. Er hatte nicht viel Zeit sich dieser fixen Idee näher zu widmen, denn Hitch half ihm mit einem ungekannten Mangel an Grobheit vom Boden auf und in den nächsten Kuss. Eigentlich müsste der Oberst ihn gründlich desinfizieren nachdem er diesen Boden berührt hatte, wenn man nach strengeren Hygienerichtlinien ging wäre es sogar angedachter ihn einzuäschern, aber das einzige was dem auch nur im Entferntesten (und eigentlich gar nicht so weit entfernt) gleichkam waren Hitchs Berührungen und Küsse, die ihn metaphorisch in Flammen aufgehen ließen. Darius hielt sich am Kragen des Oberst fest, als dieser ihm diesmal auf den Hintern schlug, nicht zu fest und gegen die Gewalt, die er ihm in der Vergangenheit hatte angedeihen lassen, war es ein sehr erregendes Erlebnis. Vielleicht war es der Alkohol, der ihn so verdreht denken ließ, das wollte Darius gern glauben, aber das zu spüren und zu wissen, dass ihm nichts geschehen würde, gab ihm eine merkwürdige Sicherheit. Es gab ihm auch einen noch drängenderen Ständer. Der Druck war fast zu viel ihn noch zu ertragen und in seinem Hinterkopf war wie ein Juckreiz der pressende Drang nach Erlösung. Er lehnte sich tiefer in den Kuss, drehte sich mit Hitch im Flur, die wenigen Meter zur Tür ihres Zimmers wie ein Tanz von dem sie beide die Choreographie nicht kannten, während sie gleichzeitig führen wollten. Sie waren ein Knäuel überstürzter Begierde mit der Eleganz verkeilter Katzen auf Minze. Darius’ Hände fuhren unkoordiniert über Hitchs Rücken, eine verirrte sich zwischen ihre Körper und fand die Knöpfe seiner Uniform. Er keuchte leise zwischen ihren Küssen, genoß wie Hitch seine Unterlippe verwöhnte und stieß ihm seine Lenden entgegen. Es war unpraktisch. Aber es war auch verdammt geil. Zumindest war das seine Einschätzung auf der Basis von 120%. Irgendwann glitt der Schlüssel ins Schlüsselloch (Metapher oder Foreshadowing) und das Schloss öffnete sich mit einem Klicken. Die Tür flog unter dem stürmischen Andrang auf und sie landeten noch immer in einenander verschlungen im Flur. Darius knallte gegen die Kommode (und jammerte nicht, selbst dazu war er nicht mehr in der Lage), sich halb an Hitchs Schulter festhaltend, halb an dessen Uniform zu machen machend, löste sich immer noch küssend die längst schiefe Krawatte und trat sich in der selben Bewegung in der er seine Beine erneut um Hitchs Hüfte schlingen wollte (diesmal gab die Kommode ihm Halt) mühevoll einen Schuh vom Fuß. Er flog gegen die Tür und sie fiel zurück ins Schloss. “Ah..”
Hitch spürte, wie er sich instinktiv anspannte, als Darius an den Knöpfen seiner Uniform rumfummelte, ließ ihn aber fortfahren. Er hatte ihn schonmal bis auf die Unterwäsche entkleidet gesehen und nichts vermutet, außerdem war er mit dem Binder eigentlich völlig flach und da Darius übrerzeugt war, er seie dort verletzt, würde er ihn schon nicht an ungünstigen Stellen anfassen. Trotzdem nagte die Nervösität in seinem Hinterkopf, als er Lysters Hintern auf die praktischerweise hüfthohe Kommode manövrierte und ihm half, seine eigene Krawatte loszuwerden. Sie landete auf dem Boden, kurz gefolgt von Hitchs Oberteil. Er war aus gegebenen Gründen kein Experte auf dem Gebiet, aber er konnte sich vorstellen, dass sein Sekretär inzwischen so hart war, dass es weh tat und ihm selbst ging es ähnlich. Mit einer Hand arbeitete er sich unkoordiniert durch die Köpfe seiner Weste (nachdem er sie endlich gefunden hatte; sie waren unter einer weiteren Ebene Stoff an seiner Seite und zugegebenermaße hatte er sich zuvor nie Gedanken gemacht, wie man diese Uniform öffnete), während die andere gnädigerweise endlich in seinen Schritt wanderte und dort forschend Druck ausübte. Mit wachsamem Blick beobachtete der Oberst die Reaktion, die er in Darius auslöste.
Obwohl er eigentlich mit nichts anderem gerechnet hatte, war es doch irgendwo erleichternd, dass sich Darius ihm entgegen drückte, statt sich gegen den kleinen Überfall zu sträuben, was angesichts ihrer Beziehung zueinander eine nachvollziehbare Reaktion gewesen wäre. Bei Gott was hätte er mit ihm anstellen müssen … Aber darüber nachzudenken war gerade völlig sinnlos. Immerhin passierten viel interessantere Sachen direkt vor ihm. Das kleine Stöhnen des Blonden sandte einen Schock heißer Erregung durch Hitchs Körper und er presste sich, wenn überhaupt möglich, noch näher an den warmen Leib unter ihm. Er wollte das hier so sehr. Er wollte Darius dazu bringen sich zu winden, ihm härter entgegenzubocken. Er wollte, dass er seinen Namen stöhnte und er wollte sein Gesicht sehen, wenn er ihn an den Rand der Verheißung trieb. Kurzatmig löste der Oberst sich aus dem holprigen Kuss, um in der schwülen Hitze, die sie plötzlich überkommen hatte, Luft zu holen. Zittrig entwich ihm der Atem, während er seine Stirn für einen kurzen Moment an Darius’ lehnte, den fast raubtierhaften Blick nicht eine Sekunde von ihm trennend. Mittlerweile war sein Gesicht wahrscheinlich ordentlich gerötet, ob der Kälte und Erregung, aber mit der Tomate von Sekretär konnte er längst nicht mithalten. Fahrig wanderten die Hände des Größeren über Darius’ Wirbelsäule zu seiner Hüfte, seinem Hintern, um genau zu sein, und griffen dort herzhaft zu. Wäre er nüchtern würde er das nie zugeben, und wenn sein Leben auf dem Spiel stünde, aber Lyster hatte einen großartigen Arsch und er hatte sich schon das ein oder andere selbst dabei erwischt eine Sekunde zu lange dort hin zu schielen. Schande über sein Haupt.
Darius keuchte leise als Hitch sich aus dem Kuss löste und sein ganzer Kopf schwirrte. Sein Herz schlug frenetisch gegen seine Rippen und er atmete schwer, Hitchs Stirn an seiner, die schweißverklebten Haare in ihren Gesichtern. Sie waren so nah, dass er dem Oberst in die Augen sehen musste. Hitchs Blick ging ihm durch und durch. Er wusste nicht was er sagen sollte, wusste nicht was er denken sollte, geschweige denn tun und er zitterte am ganzen Leib. Nicht wegen der Kälte. Er fühlte nur was er tun wollte und die Bedenken daran waren noch immer zu betäubt um sich Gehör zu verschaffen.
Seine Finger fuhren bebend in Hitchs Haare. Das Gesicht des Oberst war gerötet und auch er atmete wacklig aus. Er war auch nur ein Mensch und nach über einem Jahr, das sie sich jetzt schon kannten, kam es fast wie ein Schock. Es war alles, was Darius gewollt hatte. Es war schamloser Schwachsinn, aber zum ersten Mal, ab von einigen flüchtigen Momenten (wahrscheinlich der Schwäche) mit seinem Vorgesetzten (nicht, dass das hier kein Moment der Schwäche wäre) fühlte er sich gewollt. Seit sie angefangen hatten zusammenzuarbeiten strebte und hungerte er nur nach Wertschätzung, nach Vertrauen, nach irgendeinen positiven Reaktion. Darius zuckte zusammen (das hieß, er drängte sich überrascht enger an Hitch), als der Oberst seinem Hintern ein wenig positive Zuwendung zuteil werden ließ. Er schreckte mit einem Fiepen auf und in einen weiteren stürmischen Kuss.
Das kleine Piepsen des Sekretärs war wohl das putzigste, was Hitch je gehört hatte. Wäre seine Stimme nicht vom erneuten, unkoordinierten Aufeinandertreffen ihrer Münder erstickt worden, hätte er sicherlich laut seiner Begeisterung Kund getan, aber so gab er sich damit zufrieden, hörbar schmunzelnd in den Kuss zu knurren und seine Hände weiter das neu eroberte Territorium erkunden zu lassen. Ihm wurde langsam wirklich schwindelig; die Gründe dafür waren vielfältig. Der Alkohol, der Schlafmangel, die Kälte, die Hitze, sein rasender Puls … Diese Nähe war einfach berauschend. Gut möglich, dass er noch nie zuvor in seinem Leben eine andere Person so berührt hatte und - ganz hauptsächlich - so berührt worden war. Er war wie ein ausgehungerter Puma, der zum ersten Mal frisches Fleisch schmeckte. Und wenn sein Verstand vorher noch nicht völlig benebelt gewesen war, dann spätestens jetzt. “Ah … Lyster”, stöhnte er mit undeutlicher, rauer Stimme und schob verlangend den Oberschenkel zwischen seine Beine, wo er an der Erektion seines Assistenten rieb. Trotz der Wärme ihrer beider Körper fraß sich die rußländische Kälte durch das dünne Uniformoberteil in seinen Rücken. Außerdem waren die Einheimischen immernoch für ihre eher … konservative Einstellung bekannt und obwohl die Straßen zu später Stunde wie leer gefegt schienen, wollte Hitch das Risiko nicht eingehen, noch mehr Aufsehen zu erregen. Davon hatten sie heute Abend genug gehabt. Und ganz davon abgesehen, in ihrer Unterkunft konnten sie … weiter gehen. Auch wenn er selbst nicht ganz wusste, wie genau er sich das vorstellte. Seine kleine ‘physische Einschränkung’ hatte er bis jetzt erfolgreich verdrängt. Kurzatmig löste er sich von Lyster und raunte “Zimmer”. Es war mehr eine Anordnung als eine Frage, trotzdem wartete er mit hungrigem Blick auf Zustimmung.
“Hhhhaaahhh” Darius stöhnte und schmolz fast als er das Knurren des Oberst in seiner Kehle vibrieren spürte. Er wand sich und vor allem sein Unterleib, während Hitch ihn streichelte. Das Stöhnen des Oberst raubte ihm fast den Verstand und falls das nicht reichte ihn wahnsinnig zu machen, so gab der Druck zwischen seinen Beinen ihm den Rest. Es war ein Wunder, dass der Schnee um sie herum nicht nur noch eine dampfende Pfütze war. Er verbiss sich ein weiteres Stöhnen und warf den Kopf zurück - was sich an einer Backsteinmauer als nicht gerade clever erwies. Aber nichteinmal das tangierte ihn noch. Der kurze Schmerz schoß in die Wallungen von Erregung, die ihn ausfüllten und verlor sich. Darius’ Finger gruben sich fester in Hitchs Haare und er klammerte sich am größeren fest. Mit Angemessenheit war es längst vorbei. Er wusste nicht wann er sich zuletzt so gefühlt hatte und erinnerte sich kaum mehr wie es war, wie irgendetwas anderes als der Stress und die Bitterkeit und der Druck war. Dies hier war ein anderer Druck und so intensiver er wurde, desto mehr verzehrte er sich danach. Und er hatte geschmunzelt, schoss es ihm durch den Wust an Lust in den Kopf. Das war nicht nur körperlich. Vielleicht… mochte Hitch ihn sogar ein wenig. Er erschauerte, als Hitch ihm ins Ohr raunte und schaute den Oberst an. Er wollte ihn nicht loslassen, er wollte jetzt nicht abkühlen, aber er kannte die Fragen seines Vorgesetzten - es waren Befehle. Immerhin war es diesmal keine Drohung die nichts als unbedingten Gehorsam duldete. Und die Kneipe hatte - so egal es ihm und seinem Schwellkörper im Moment war - Fenster, genau wie die umliegenden Häuser. “Ja”, hauchte er heiser.
Jedes Mal wenn Darius an sein Ohr hauchte oder stöhnte wurde die Kehle des Oberst etwas enger. Das Pulsieren zwischen seinen Beinen steigerte sich exponentiell, als der Kleinere ihn noch fester umklammerte. Es fühlte sich so gut an, ihn so unter Kontrolle zu haben, diese Gefühle in ihm auslösen zu können. In seinem Kopf spielten sich zahllose fiktive Szenarien ab, Darius zitternd vor Lust in Ketten, bettelnd und flehend um Erlösung. Aber die Stimme des Blonden holte ihn zurück in die Realität, welche seinen Vorstellungen in Nichts nachstand. Hitch küsste ihn ein letztes Mal - kurz, aber keinesfalls weniger intensiv - bevor er sich etwas widerstrebend aus seinem Griff schälte. Okay, noch ein Kuss. Jetzt wo er auf den Geschmack gekommen war, war es schwer sich der Berührung zu entziehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Je schneller sie für sich waren, desto besser. Entschlossen nahm er Darius also wieder an der Hand und stolperte mit schnellen, langen Schritten voran, den kleinen Mann buchstäblich hinter sich her schleifend. Das Verlangen ließ auf dem Weg an der Rezeption vorbei und die abgewetzten Treppen nach oben nicht nach, oh, mitnichten. Die beinahe aufgeregte Erwartung verstärkte das heiße Ziehen nur und Rücksicht auf die ältere Dame in der Eingangshalle war das einzige was ihn auf züchtiger Distanz zu seinem Sekretär hielt. Kaum hatte der Oberst sich vergewissert, dass auf dem Korridor zu ihrem Zimmer keine homophoben Rentner lungerten, war das auch schon wieder Geschichte. Grob pinnte er Darius mit den Händen neben dem Kopf an die siffige Wand und begann zwischen heftigen Atemzügen seinen blassen Hals mit Küssen zu bedecken. Hitchs Hüfte rieb gierig gegen die Beule in der Hose seines Gegenübers. Die zwei Meter zur Tür erschienen einem wie ein Marathon, wenn man so … voreingenommen war.
Darius wollte sich gar nicht von Hitchs Lippen lösen als er ihm (es schien ihm genauso zu gehen) mehrere flüchtige letzte Küsse gab, ehe er sich undrehte und ihn an der Hand mit sich zog. Mit einer stillen, faszinierten Bewunderung sah er den Oberst an, während er mit langen Schritten führte. Hitch war ein unglaublicher Mensch. Und er wollte Darius. Wie in “wollen”, ohne etwaige Anhänge wie “etwas antun” oder “leiden sehen”. Sein Herz schlug heftiger. Zumindest nicht auf eine gehässige Art und Weise. Er ließ sich, mit freudiger Ungläubigkeit in den Augen, mehr schleifen als alles andere, denn mit Hitchs Tempo konnte er, in seinem momentanen Zustand mehr als sonst, nicht im geringsten mithalten. Er konnte selten mit seinem Tempo mithalten, aber diesmal hatte er nicht das Gefühl unter die Räder zu kommen, wenn er es nicht konnte. Obwohl er betrunken war und zwischenmenschliche Signale sonst weniger deuten konnte als rußländisches Kyrillisch, hatte er gelernt die wenigen Gefühlslagen seines Vorgesetzen zu erkennen. Man sah ihm an, dass er angespannt war seine Emotionen zurückzuhalten, aber ausnahmsweise waren es keine negativen (etwas womit er sich rühmte, was aber selbst der Wirt vom anderen Ende der Straße erkannt hätte, hätte er denn bis zum Fenster gereicht). Und er hatte nicht vor sie lang zurückzuhalten. Hitch ließ sich vor ihm gehen, der Mann, den niemand aus der Fassung erlebte. Ohne weiteres Nachdenken schenkte er im Vorbeistolpern dem einzigen Gast in der Eingangshalle ein dämlich seliges Grinsen, das - angesichts ihrer Konstellation - jeder außer Darius für obszön gehalten hätte. Er stolperte hinter Hitch her die Treppen hinauf, was ihn einige Mühe kostete und kam gar nicht dazu oben wieder Luft zu holen, denn ehe er es sich versah fand er sich gegen die Korridorwand gepresst wieder. Sein Atem ging schwer und er konnte sich nicht einmal an Hitch festhalten. Er bog den Kopf zurück, damit er seinen Hals küssen konnte und ihm schoß ein Schock der Erregung durch den Körper, als sich Hitchs Unterleib an seinem rieb. Er erwiederte die Bewegung unrythmisch und fordernd, wand sich und versuchte ungelenk ein Bein um Hitchs Hüfte zu schlingen. Es kostete ihn hur sein Gleichgewicht und der spürte den Griff sn seinen Handgelenken nur noch stärker als er kurz abrutschte.
Hitch sog scharf Luft ein, als Darius das Gleichgewicht verlor und unter ihm regelrecht zusammenbrach. Glücklicherweise hatte er seinen Fall halbwegs abgefangen, zum zweiten Mal an diesem Abend, sodass der Sekretär nur wie ein sehr erregtes, betrunkenes Häufchen Elend auf dem Boden hockte. Dem sehr, sehr, sehr schmutzigen Boden. Er war vielleicht betrunken genug, seinen Assistenten mitten im Gang eines ranzigen Hotels in Rußland zu beschlafen, aber das letzte Bisschen Nüchternheit in seinem Gehirn wies ihn höflich auf den Aufwand hin, den sie sich erst vor ein paar Tagen machen mussten, um ihre besudelten Klamotten gewaschen zu kriegen. Zudem war es da unten schwer mit ihm zu schlafen. Vorsichtig stellte er Lyster wieder auf die wackeligen Beine und konnte es sich nicht nehmen lassen ihn erneut in einen fordernden Kuss zu verwickeln, während er ihm mit einer Hand den Hosenboden abklopfte. Die andere kramte in seiner eigenen Hosentasche nach dem Schlüssel zu ihrem Zimmer und kehrte nach einigen Sekunden siegreich zurück. Ohne von dem Kleineren abzulassen und ihn mit einer Hand im Nacken in die richtige Richtung leitend tastete er sich in Richtung Tür. Es machte fast süchtig ihn so zu küssen. Mit vor Lust zusammengezogenen Augenbrauen und geschlossenen Augen knabberte Hitch an seiner Unterlippe. Dementsprechend blind prömmelte sein anderer Arm dem rostigen Schlüssel in das altmodische Schloss. Und als sich die Tür dann doch relativ überraschend öffnete fielen die beiden regelrecht in den winzigen Flur.
Obwohl er eigentlich mit nichts anderem gerechnet hatte, war es doch irgendwo erleichternd, dass sich Darius ihm entgegen drückte, statt sich gegen den kleinen Überfall zu sträuben, was angesichts ihrer Beziehung zueinander eine nachvollziehbare Reaktion gewesen wäre. Bei Gott was hätte er mit ihm anstellen müssen … Aber darüber nachzudenken war gerade völlig sinnlos. Immerhin passierten viel interessantere Sachen direkt vor ihm. Das kleine Stöhnen des Blonden sandte einen Schock heißer Erregung durch Hitchs Körper und er presste sich, wenn überhaupt möglich, noch näher an den warmen Leib unter ihm. Er wollte das hier so sehr. Er wollte Darius dazu bringen sich zu winden, ihm härter entgegenzubocken. Er wollte, dass er seinen Namen stöhnte und er wollte sein Gesicht sehen, wenn er ihn an den Rand der Verheißung trieb. Kurzatmig löste der Oberst sich aus dem holprigen Kuss, um in der schwülen Hitze, die sie plötzlich überkommen hatte, Luft zu holen. Zittrig entwich ihm der Atem, während er seine Stirn für einen kurzen Moment an Darius’ lehnte, den fast raubtierhaften Blick nicht eine Sekunde von ihm trennend. Mittlerweile war sein Gesicht wahrscheinlich ordentlich gerötet, ob der Kälte und Erregung, aber mit der Tomate von Sekretär konnte er längst nicht mithalten. Fahrig wanderten die Hände des Größeren über Darius’ Wirbelsäule zu seiner Hüfte, seinem Hintern, um genau zu sein, und griffen dort herzhaft zu. Wäre er nüchtern würde er das nie zugeben, und wenn sein Leben auf dem Spiel stünde, aber Lyster hatte einen großartigen Arsch und er hatte sich schon das ein oder andere selbst dabei erwischt eine Sekunde zu lange dort hin zu schielen. Schande über sein Haupt.
Darius keuchte leise als Hitch sich aus dem Kuss löste und sein ganzer Kopf schwirrte. Sein Herz schlug frenetisch gegen seine Rippen und er atmete schwer, Hitchs Stirn an seiner, die schweißverklebten Haare in ihren Gesichtern. Sie waren so nah, dass er dem Oberst in die Augen sehen musste. Hitchs Blick ging ihm durch und durch. Er wusste nicht was er sagen sollte, wusste nicht was er denken sollte, geschweige denn tun und er zitterte am ganzen Leib. Nicht wegen der Kälte. Er fühlte nur was er tun wollte und die Bedenken daran waren noch immer zu betäubt um sich Gehör zu verschaffen.
Seine Finger fuhren bebend in Hitchs Haare. Das Gesicht des Oberst war gerötet und auch er atmete wacklig aus. Er war auch nur ein Mensch und nach über einem Jahr, das sie sich jetzt schon kannten, kam es fast wie ein Schock. Es war alles, was Darius gewollt hatte. Es war schamloser Schwachsinn, aber zum ersten Mal, ab von einigen flüchtigen Momenten (wahrscheinlich der Schwäche) mit seinem Vorgesetzten (nicht, dass das hier kein Moment der Schwäche wäre) fühlte er sich gewollt. Seit sie angefangen hatten zusammenzuarbeiten strebte und hungerte er nur nach Wertschätzung, nach Vertrauen, nach irgendeinen positiven Reaktion. Darius zuckte zusammen (das hieß, er drängte sich überrascht enger an Hitch), als der Oberst seinem Hintern ein wenig positive Zuwendung zuteil werden ließ. Er schreckte mit einem Fiepen auf und in einen weiteren stürmischen Kuss.
Das kleine Piepsen des Sekretärs war wohl das putzigste, was Hitch je gehört hatte. Wäre seine Stimme nicht vom erneuten, unkoordinierten Aufeinandertreffen ihrer Münder erstickt worden, hätte er sicherlich laut seiner Begeisterung Kund getan, aber so gab er sich damit zufrieden, hörbar schmunzelnd in den Kuss zu knurren und seine Hände weiter das neu eroberte Territorium erkunden zu lassen. Ihm wurde langsam wirklich schwindelig; die Gründe dafür waren vielfältig. Der Alkohol, der Schlafmangel, die Kälte, die Hitze, sein rasender Puls … Diese Nähe war einfach berauschend. Gut möglich, dass er noch nie zuvor in seinem Leben eine andere Person so berührt hatte und - ganz hauptsächlich - so berührt worden war. Er war wie ein ausgehungerter Puma, der zum ersten Mal frisches Fleisch schmeckte. Und wenn sein Verstand vorher noch nicht völlig benebelt gewesen war, dann spätestens jetzt. “Ah … Lyster”, stöhnte er mit undeutlicher, rauer Stimme und schob verlangend den Oberschenkel zwischen seine Beine, wo er an der Erektion seines Assistenten rieb. Trotz der Wärme ihrer beider Körper fraß sich die rußländische Kälte durch das dünne Uniformoberteil in seinen Rücken. Außerdem waren die Einheimischen immernoch für ihre eher … konservative Einstellung bekannt und obwohl die Straßen zu später Stunde wie leer gefegt schienen, wollte Hitch das Risiko nicht eingehen, noch mehr Aufsehen zu erregen. Davon hatten sie heute Abend genug gehabt. Und ganz davon abgesehen, in ihrer Unterkunft konnten sie … weiter gehen. Auch wenn er selbst nicht ganz wusste, wie genau er sich das vorstellte. Seine kleine ‘physische Einschränkung’ hatte er bis jetzt erfolgreich verdrängt. Kurzatmig löste er sich von Lyster und raunte “Zimmer”. Es war mehr eine Anordnung als eine Frage, trotzdem wartete er mit hungrigem Blick auf Zustimmung.
“Hhhhaaahhh” Darius stöhnte und schmolz fast als er das Knurren des Oberst in seiner Kehle vibrieren spürte. Er wand sich und vor allem sein Unterleib, während Hitch ihn streichelte. Das Stöhnen des Oberst raubte ihm fast den Verstand und falls das nicht reichte ihn wahnsinnig zu machen, so gab der Druck zwischen seinen Beinen ihm den Rest. Es war ein Wunder, dass der Schnee um sie herum nicht nur noch eine dampfende Pfütze war. Er verbiss sich ein weiteres Stöhnen und warf den Kopf zurück - was sich an einer Backsteinmauer als nicht gerade clever erwies. Aber nichteinmal das tangierte ihn noch. Der kurze Schmerz schoß in die Wallungen von Erregung, die ihn ausfüllten und verlor sich. Darius’ Finger gruben sich fester in Hitchs Haare und er klammerte sich am größeren fest. Mit Angemessenheit war es längst vorbei. Er wusste nicht wann er sich zuletzt so gefühlt hatte und erinnerte sich kaum mehr wie es war, wie irgendetwas anderes als der Stress und die Bitterkeit und der Druck war. Dies hier war ein anderer Druck und so intensiver er wurde, desto mehr verzehrte er sich danach. Und er hatte geschmunzelt, schoss es ihm durch den Wust an Lust in den Kopf. Das war nicht nur körperlich. Vielleicht… mochte Hitch ihn sogar ein wenig. Er erschauerte, als Hitch ihm ins Ohr raunte und schaute den Oberst an. Er wollte ihn nicht loslassen, er wollte jetzt nicht abkühlen, aber er kannte die Fragen seines Vorgesetzten - es waren Befehle. Immerhin war es diesmal keine Drohung die nichts als unbedingten Gehorsam duldete. Und die Kneipe hatte - so egal es ihm und seinem Schwellkörper im Moment war - Fenster, genau wie die umliegenden Häuser. “Ja”, hauchte er heiser.
Jedes Mal wenn Darius an sein Ohr hauchte oder stöhnte wurde die Kehle des Oberst etwas enger. Das Pulsieren zwischen seinen Beinen steigerte sich exponentiell, als der Kleinere ihn noch fester umklammerte. Es fühlte sich so gut an, ihn so unter Kontrolle zu haben, diese Gefühle in ihm auslösen zu können. In seinem Kopf spielten sich zahllose fiktive Szenarien ab, Darius zitternd vor Lust in Ketten, bettelnd und flehend um Erlösung. Aber die Stimme des Blonden holte ihn zurück in die Realität, welche seinen Vorstellungen in Nichts nachstand. Hitch küsste ihn ein letztes Mal - kurz, aber keinesfalls weniger intensiv - bevor er sich etwas widerstrebend aus seinem Griff schälte. Okay, noch ein Kuss. Jetzt wo er auf den Geschmack gekommen war, war es schwer sich der Berührung zu entziehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Je schneller sie für sich waren, desto besser. Entschlossen nahm er Darius also wieder an der Hand und stolperte mit schnellen, langen Schritten voran, den kleinen Mann buchstäblich hinter sich her schleifend. Das Verlangen ließ auf dem Weg an der Rezeption vorbei und die abgewetzten Treppen nach oben nicht nach, oh, mitnichten. Die beinahe aufgeregte Erwartung verstärkte das heiße Ziehen nur und Rücksicht auf die ältere Dame in der Eingangshalle war das einzige was ihn auf züchtiger Distanz zu seinem Sekretär hielt. Kaum hatte der Oberst sich vergewissert, dass auf dem Korridor zu ihrem Zimmer keine homophoben Rentner lungerten, war das auch schon wieder Geschichte. Grob pinnte er Darius mit den Händen neben dem Kopf an die siffige Wand und begann zwischen heftigen Atemzügen seinen blassen Hals mit Küssen zu bedecken. Hitchs Hüfte rieb gierig gegen die Beule in der Hose seines Gegenübers. Die zwei Meter zur Tür erschienen einem wie ein Marathon, wenn man so … voreingenommen war.
Obwohl er eigentlich mit nichts anderem gerechnet hatte, war es doch irgendwo erleichternd, dass sich Darius ihm entgegen drückte, statt sich gegen den kleinen Überfall zu sträuben, was angesichts ihrer Beziehung zueinander eine nachvollziehbare Reaktion gewesen wäre. Bei Gott was hätte er mit ihm anstellen müssen … Aber darüber nachzudenken war gerade völlig sinnlos. Immerhin passierten viel interessantere Sachen direkt vor ihm. Das kleine Stöhnen des Blonden sandte einen Schock heißer Erregung durch Hitchs Körper und er presste sich, wenn überhaupt möglich, noch näher an den warmen Leib unter ihm. Er wollte das hier so sehr. Er wollte Darius dazu bringen sich zu winden, ihm härter entgegenzubocken. Er wollte, dass er seinen Namen stöhnte und er wollte sein Gesicht sehen, wenn er ihn an den Rand der Verheißung trieb. Kurzatmig löste der Oberst sich aus dem holprigen Kuss, um in der schwülen Hitze, die sie plötzlich überkommen hatte, Luft zu holen. Zittrig entwich ihm der Atem, während er seine Stirn für einen kurzen Moment an Darius’ lehnte, den fast raubtierhaften Blick nicht eine Sekunde von ihm trennend. Mittlerweile war sein Gesicht wahrscheinlich ordentlich gerötet, ob der Kälte und Erregung, aber mit der Tomate von Sekretär konnte er längst nicht mithalten. Fahrig wanderten die Hände des Größeren über Darius’ Wirbelsäule zu seiner Hüfte, seinem Hintern, um genau zu sein, und griffen dort herzhaft zu. Wäre er nüchtern würde er das nie zugeben, und wenn sein Leben auf dem Spiel stünde, aber Lyster hatte einen großartigen Arsch und er hatte sich schon das ein oder andere selbst dabei erwischt eine Sekunde zu lange dort hin zu schielen. Schande über sein Haupt.
Darius keuchte leise als Hitch sich aus dem Kuss löste und sein ganzer Kopf schwirrte. Sein Herz schlug frenetisch gegen seine Rippen und er atmete schwer, Hitchs Stirn an seiner, die schweißverklebten Haare in ihren Gesichtern. Sie waren so nah, dass er dem Oberst in die Augen sehen musste. Hitchs Blick ging ihm durch und durch. Er wusste nicht was er sagen sollte, wusste nicht was er denken sollte, geschweige denn tun und er zitterte am ganzen Leib. Nicht wegen der Kälte. Er fühlte nur was er tun wollte und die Bedenken daran waren noch immer zu betäubt um sich Gehör zu verschaffen.
Seine Finger fuhren bebend in Hitchs Haare. Das Gesicht des Oberst war gerötet und auch er atmete wacklig aus. Er war auch nur ein Mensch und nach über einem Jahr, das sie sich jetzt schon kannten, kam es fast wie ein Schock. Es war alles, was Darius gewollt hatte. Es war schamloser Schwachsinn, aber zum ersten Mal, ab von einigen flüchtigen Momenten (wahrscheinlich der Schwäche) mit seinem Vorgesetzten (nicht, dass das hier kein Moment der Schwäche wäre) fühlte er sich gewollt. Seit sie angefangen hatten zusammenzuarbeiten strebte und hungerte er nur nach Wertschätzung, nach Vertrauen, nach irgendeinen positiven Reaktion. Darius zuckte zusammen (das hieß, er drängte sich überrascht enger an Hitch), als der Oberst seinem Hintern ein wenig positive Zuwendung zuteil werden ließ. Er schreckte mit einem Fiepen auf und in einen weiteren stürmischen Kuss.
Das kleine Piepsen des Sekretärs war wohl das putzigste, was Hitch je gehört hatte. Wäre seine Stimme nicht vom erneuten, unkoordinierten Aufeinandertreffen ihrer Münder erstickt worden, hätte er sicherlich laut seiner Begeisterung Kund getan, aber so gab er sich damit zufrieden, hörbar schmunzelnd in den Kuss zu knurren und seine Hände weiter das neu eroberte Territorium erkunden zu lassen. Ihm wurde langsam wirklich schwindelig; die Gründe dafür waren vielfältig. Der Alkohol, der Schlafmangel, die Kälte, die Hitze, sein rasender Puls … Diese Nähe war einfach berauschend. Gut möglich, dass er noch nie zuvor in seinem Leben eine andere Person so berührt hatte und - ganz hauptsächlich - so berührt worden war. Er war wie ein ausgehungerter Puma, der zum ersten Mal frisches Fleisch schmeckte. Und wenn sein Verstand vorher noch nicht völlig benebelt gewesen war, dann spätestens jetzt. “Ah … Lyster”, stöhnte er mit undeutlicher, rauer Stimme und schob verlangend den Oberschenkel zwischen seine Beine, wo er an der Erektion seines Assistenten rieb. Trotz der Wärme ihrer beider Körper fraß sich die rußländische Kälte durch das dünne Uniformoberteil in seinen Rücken. Außerdem waren die Einheimischen immernoch für ihre eher ... konservative Einstellung bekannt und obwohl die Straßen zu später Stunde wie leer gefegt schienen, wollte Hitch das Risiko nicht eingehen, noch mehr Aufsehen zu erregen. Davon hatten sie heute Abend genug gehabt. Und ganz davon abgesehen, in ihrer Unterkunft konnten sie ... weiter gehen. Auch wenn er selbst nicht ganz wusste, wie genau er sich das vorstellte. Seine kleine 'physische Einschränkung' hatte er bis jetzt erfolgreich verdrängt. Kurzatmig löste er sich von Lyster und raunte "Zimmer". Es war mehr eine Anordnung als eine Frage, trotzdem wartete er mit hungrigem Blick auf Zustimmung.
Frozen and dirty
Laut aufstöhnend und völlig erschöpft ließ er sich mit dem Gesicht voran (und das sagte einiges über den Grad seiner Erschöpfung aus angesichts des Zustands der Laken) aufs Bett fallen. Es war nur ein Bett und er hatte sich einfach ungefragt draufgeworfen, aber selbst das war ihm jetzt egal. Er war müde, gefroren und dreckig. Er sah halb zu seinem Vorgesetzten auf, der ihn kaum eines Blickes würdigte, während er… keinen Mantel ablegte, weil Darius seinen trug. Es war ungefähr eine Viertel Minute lustig gewesen (in seinem borderlinehysterischen Humor) ihn mit den… leichten Damen aufzuziehen, ungefähr so lange bis er ihm einen recht scharfen Blick zugeworfen hatte irgendwo zwischen einem sporadischen ‘Ich schneide Ihnen den Kopf ab’ und der Bekundung, dass er für soetwas triviales weder Zeit noch Nerv hatte. Das war einzusehen. Selbst Darius teilte diese Ansicht momentan (und auch das sagte einiges). Er fühlte sich viel zu sehr angefasst für jemanden, der blut- und schneeschlammverkrustet war. Aber die Damen hier schienen sich dafür nicht zu fein zu sein. Es schauderte ihn. Nichteinmal auf Organon-Kosten. Aber sie hatten dringend – und auf die Schnelle – ein Zimmer gebraucht. Es kam ihm fast wie ein Segen vor hier nicht lang bleiben zu müssen, obwohl sich ihm jede Frau eifrig an den Hals warf. „Sie brauchen es sich gar nicht erst bequem zu machen“, ließ Hitch ihn wissen und entledigte sich seiner Handschuhe. Offensichtlich würden sie sich sehr schnell wieder verabschieden. Er presste kurz das Gesicht fester in die Decke ehe er sich erhob. „Vielleicht wäre es…“, setzte er an, doch der Oberst schnitt ihm gleich das Wort ab. „Klug rechtzeitig zu unserem Termin zu kommen und zwar möglichst ohne Soldatenhirn am Revers.“ Darius verzog den Mund. Es war geschmacklos. Aber es stimmte. Es machte sich bei diplomatischen Missionen nicht wirklich gut völlig bespritzt mit dem Blut von Leuten der anderen Partei aufzutauchen. Und langsam gewöhnte er sich sogar tatsächlich daran. Was das menschlich über ihn sagte war ihm herzlich egal. Er wollte nur nachts schlafen können – wenn er denn tatsächlich einmal dazu kam vor Arbeit. Aber in letzter Zeit geschah es mehr unter Adrenalin und im Gefecht als so… wie beim ersten Mal. Woran er sich nicht gewöhnte und auch nicht wollte, war die Spuren an seiner Kleidung und seiner Haut zu haben. Er fühlte sich so ekelhaft unrein und verschlickt und war nur deshalb in dieser Hinsicht selbst schlechter dran, weil er noch immer manchmal über Leichen stolperte. Unwillig ob der warmen Fütterung, die er aufgeben musste und froh den besudelten Stoff loszuwerden zog er sich den Mantel aus, während Hitch kurz im Bad verschwand. Er hörte ein Klappern und ein missbilligendes Zischen. „Es ist zu kalt“, hörte er die Stimme des Oberst von drinnen. „Wirklich?“, fragte er, als würde er trotz des Klimas vielleicht doch noch eine andere Antwort bekommen. „Ich dusche kalt, Lyster. Ich habe einen Maßstab.“ Darius reckte den Kopf um ins Badezimmer zu spähen – und bekam einen Eiswürfel zwischen die Augen. Gefolgt wurde er von Hitch (nicht dass er es groß mitbekam, während er sich die Stirn hielt und sich anstellte), der ihm einen verächtlichen Blick schenkte und zur Tür trat. „Ich kümmere mich darum.“
Noch während er die Treppen herunterkam (die sich nicht gerade in einem guten Zustand befand) und mehrere weibliche Bedienstete (ebenso) mit unmissverständlichen Blicken von sich abhielt, versuchte er seinen Ärger runterköcheln zu lassen. Flüssiges Wasser. Mehr Ansprüche konnte man hier an die Temperatur einer Dusche wohl nicht stellen und keine Pistole würde das ändern, egal wie fest er sie auch an die Schläfe des Besitzers drückte. An der rußländischen Witterung ließ sich leider nichts ändern. Nicht einmal mit Todesdrohungen. Sie konnten – so versicherte man ihm eifrig nickend und leicht schwitztend (ein Wunder, dass die Tropfen nicht gleich einfroren), dass man das Wasser in ihrer Dusche (bei der es sich um die einzige funktionierende – und der Begriff war großzügig ausgelegt – im gesamten Etablissement handelte) 'wärmer’ machen konnte, aber dass es dauern würde bis das erneut möglich war. Hitch tippte auf eine kalendarische Zeitspanne. Ihre Kleidung, so wurde ihm in sehr stammelnder Aussprache angeboten, würden sie natürlich reinigen. Wie sie das ohne Wasser schaffen wollten war ihm zwar schleierhaft, doch es war ihm recht, solange es nur geschah. Er biss fest die Zähne zusammen und kniff sich in den Nasenrücken. Ihre Mission durfte auf keinen Fall hierunter leiden. Und doch ließ ihn als er ins Zimmer zurückkehrte die ungelöste Frage nicht in Ruhe, wie zur Hölle sie diese Angelegenheit koordinieren sollten.
Als er zurückkam saß sein Sekretär auf dem Bett und kämpfte unwillig und sehr ungelenk mit seiner Socke. Der Oberst warf zwei Bademäntel neben ihn und der Mann fiel fast hintenüber. „Ihr Vertrauen in allen Ehren“, meinte er und musterte ihn kurz. Er hatte ja wirklich keine Zweifel gehabt dass er ihnen warmes Wasser besorgen konnte. Lyster traute ihm wahrscheinlich auch zu mit nichts weiter als einem strengen Blick das Wetter seinem Willen zu unterwerfen. Er war ein Idiot. „aber sie können nur einen Duschdurchlauf organisieren.“ Darius sah ihn an. Und Hitch sah zurück. Er räusperte sich und schluckte. „Nun…“ Es war ja nicht so als hätten sie eine große Wahl. Und Himmel würde es ihm unangenehm sein, aber sie mussten rechtzeitig und überhaupt… „Huuhnngh“ Er duschte auch lieber allein. Aber sie würden einfach krampfhaft aneinander vorbeischauen, sich anschweigen und es hinter sich bringen. Wie Männer das eben taten. Nicht, dass er jemals in einer Gemeinschaftsdusche des Organon gewesen war (immerhin war er etwas besseres als ordinäre Klone), doch ungefähr so musste es wohl ablaufen. Außerdem wollte er einfach nur sauber werden. Er straffte sich etwas. „Dann duschen wir eben rasch“, meinte er. Eine Reaktion seitens Hitch blieb aus. Er schaute die Wand an als helfe sie ihm bei wichtigen Kalkulationen. „Wir sind schließlich zwei erwachsene Männer“, fügte Darius hinzu weil er das Gefühl hatte als ob noch etwas von ihm erwartet wurde und einfach um die klamme Stille zu füllen. „Sie erwarten unsere Kleidung gleich zur Reinigung abholen zu können“, meinte Hitch. Beides Sätze hingen im Raum und beachteten sich nicht sonderlich. Unschlüssig lockerte Darius seine Krawatte. Hitch musterte ihn noch einmal von der Seite. Lyster war… nicht die hellste Leuchte, was gewissen Dinge anging. Darauf musste er sich jetzt verlassen und wenn nicht konnte er den Sekretär zur Not auch im lauwarmen Wasser ersäufen. Es wäre ihm lieber wenn sie das vermeiden könnten. „Worauf warten Sie dann noch?“, fragte Hitch. „Ah…“ Er zögerte. Aber nicht lang. Er wusste nicht warum er vorgehen (und was es im endeffekt bringen) sollte, aber wenn er eines gelernt hatte (außer, dass man sich die Nase brach, wenn man in seiner Gegenwart Leichen schändete), dann, dass der Oberst mit allem einen höheren Plan verflogte, der Darius zu oft (und das war wichtig) überhaupt nichts anging. Er erhob sich. Außerdem, dachte er, hatte er es in den Raum gestellt also brauchte er sich auch nicht zieren. Und darüber hinaus ersparte es ihm die Verlegenheit sich gleich in Gegenwart seines Vorgesetzten zu entkleiden und Gott wusste wie unangenehm ihm schon das allein war. Mit einem letzten Räuspern verschwand er eilig im Bad. Es war… Himmel. Er bereute schon seine Socken ausgezogen zu haben, doch er versuchte sich mit dem Gedanken zu trösten, dass Kälte Bakterien abtötete. Hier schien es von beiden genug zu geben und er hoffte nur, dass die Bakterien knapp gewannen. Mit einem tiefen – sehr tiefen – Einatmen schloss er kurz die Augen und bereitete sich auf das Kommende vor. Dann befreite. Er sich von seiner Weste (ärmellos, perfekt für Missionen in der tiefsten Tundra – seine Arme waren bereits hinreichend taub, wenn auch nicht taub um vor der stechenden Kälte zu schmerzen) der Hose und der verbliebenen Socke. Und… nun. Schließlich stand er ziemlich nackt und ziemlich frierend auf den (Gott sei dank nur in den Fugen mossbedeckten) Fliesen. Er schlang die Arme um den Oberkörper, schauderte und sah an sich hinab. Er verzog den Mund. Ihm war sehr kalt. Mit zusammengebissenen Zähnen (nicht nur damit sie nicht so klischeehaft klapperten) schaute er zur Tür. Er hatte es unterlassen sie zu schließen. A) lag sie ohnehin nicht im Blickwinkel und B) glaubte er nicht, dass Hitch sonderlich erpicht war… nun. Heute war ein Tag angebrochener Gedanken. Das Blut war im Gehirn ohnehin nicht so nötg wie im unterkühlten Rest seines Körpers. Apropos… Wenn er nicht bald unter halbwegs laues Wasser kam, würde auch sein Blut solide gefrieren. Was machte der Mann denn nur? „Äh… Hi-“ Der Oberst hatte die beunruhigende Fähigkeit ganz wunderbar getimed und völlig lautlos aufzutauchen, wenn man ihn nicht erwartete. Oder es tat, aber nicht so. Er tat das auch sonst (zumindest nach Darius Erfahrung und er konnte es sich auch kaum vorstellen) nicht nackt. Diesmal ebenfalls nicht. „Hnnnghnghhhh“ Etwas hastig und überstürzt packte Darius sich den Duschvorhang (er war überrumpelt genug das Risiko einzugehen ihn anzufassen) und verbarg das Nötigste, was – denn es war wie beeits festgestellt kalt – nicht allzu viel Duschvorhang erforderte. Einige – wenige! – Meter zwischen sich, standen sie sich gegenüber, Darius’ Ohren nicht nur rot wegen den Temperaturen und bis auf etwas feuchtes Plastik splitterfasernackt und Hitch in Boxershorts und… Sein Scham wich kurz Verwirrung. „Was… ah… ist das?“ Hitch ließ sich kaum eine Regung anmerken. Er hatte sich im Griff, auch innerlich, aber es war ein fester Griff um etwas unruhig rasendes. In seinem Kopf exerzierte er bereits jede Möglichkeit durch den Sekretär… als Problem zu beseitigen (Waschbecken, Duschkopf, Duschvorhang-) aber es wäre so unglaublich unnötig. Er wünschte Lyster dieses Mal inständig nicht genug Grips im Kopf zu haben. „Es ist ein Verband“, log er glatt. Er war besser dumm genug es ihm abzukaufen. Der Blick des Sekretärs traf seinen. „Sind Sie verletzt?“ Der Oberst stieß kurz missbilligend die Luft aus. Und mit ihr wich ein wenig Anspannung. „Nein, ich trage ihn, weil ich ihn so unheimlich modisch finde.“ Darius druckste. Vielleicht weil seine (doch sehr riskante) Lebensversicherung gefährdet war. „Es ist nicht der Rede wert.“ „Wann ist das passiert?“ Hitch warf ihm einen fast durchdringend herablassenden Blick zu (das schüchterte ihn meist genug ein um jede Frage noch ehe sie sich konkretisiert hatte abzutreiben). „Ich schleppe Sie nicht überall hin mit.“ Besser für Lyster nahm er es nicht als Zeichen von Fehlbarkeit. Darius nickte. Und sein Körpergefühl klopfte wieder an seinem Bewusstsein an und setzte ihn höflich, doch viel zu nah an seinem inneren Ohr in Kenntnis, dass er sich immer noch hochnotpeinlich berührt fühlte. „Und… uhm… ähm…“ Sein blick zuckte kurz und mit der Substilität eines Leuchtreklamepfeils zu Hitchs Unterleib. Dem Boxershort des Anstoßes. Der Oberst hob eine Braue und sah ihn trocken an. „Haben Sie ein besonderes Interesse daran, dass ich ihn ablege?“, fragte er und sein Ton untertraf die Temperatur im Raum. „Ah…“ Darius schluckte, kam sich vor wie eine einzige wandelnde Unangemessenheit und Blamage und schüttelte den Kopf. Außerdem legte der Ausdruck in Hitchs Augen nahe, dass er ein besonderes Interesse daran hatte ihm seine auszustechen, wenn er so weiterstarrte. „Nur weil Sie gleich alle Kleidung vom Leib werfen“ Kleinlaut ließ er den Vorhang los. Er knisterte verschämt. Hätte er das gewusst würde er seine Unterhose mit Sicherheit auch noch tragen. Er trat beflissen in eine Ecke der Dusche – Gott, stellte er sich an – und wartete auf Hitch, als gebühre ihm als Vorgesetzten das Privileg das Wasser aufzudrehen. Der Kerl war unglaublich. „Stellen Sie sich nicht so an“, versetzte er und öffnete den Heißwasserhahn bis zum Anschlag, was in einem Schwall resultierte, der ihn zumindest nicht an Unterkühlung sterben ließ. Er sog durch zusammengebissene Zähne die Luft ein und ließ das Wasser über sich laufen. Es war am Rande des Unangenehmen und trotzdem eine Wohltat. Er hasste das angetrocknete Blut. Nicht gerade wenig. Aus dem Augenwinkel schaute er zu Lyster. „Wollen Sie sich vielleicht auch bequemen?“ Er brauchte ihn sauber und vorzeigbar. Er trat einen Schritt zur Seite um seinem Sekretär die nötige Diskretion zu bieten, so wie der Mann sich zierte. Wozu eigentlich? Er hätte auch bei höheren Temperaturen nichts vorzuweisen und interessieren tat es den Oberst schon gar nicht. Darius zögerte, aber nicht enervierend lang. Ohne groß irgendwo hin zu sehe, aber durchaus bedacht trat er unter den Strahl und sprang japsend fast wieder aus der Dusche. Beziehungsweise in den Oberst. In einem… nicht seiner Nacktheit geschuldeten Wortsinn. Hitch trat einen dezenten Schritt zurück. Natürlich. Als hätte er es nicht kommen sehen. Alles an diesem Drinnen-Socken-Träger schrie Warmduscher. „So reißen Sie sich doch zusammen“, beschwor der Oberst ihn. Er machte das hier zu einem noch größeren unnötigen Ärgernis als es ohnehin schon war. Etwas gereizt griff er nach der Seife (steinhart), schäumte sich die Hände ein und bedeutete Lyster mit einem Zischen aufzupassen, ehe er sie ihm zuwarf. Darius, der sich schlotternd, sehr langsam und nur aus Gründen des Stolzes nicht allzu sehr fiepend zusammenriss und an das über ihn perlende Wasser gewöhnte, passte natürlich nicht auf. Er drehte sich leicht um – und bekam den rechteckigen Block an die Stirn. Heute war ein Tag des Dinge-an-den-Kopf-Bekommens für ihn und diesmal nicht nur unfreundliche Bemerkungen. Aber auch. „Ich dachte wir hätten an Ihren Reflexen gearbeitet.“ „Nicht unter der Dusche!“, protestierte er dumpf näselnd. Sie standen sich einige Sekunden gegenüber. „Lyster“, begann Hitch gedehnt. Es war wirklich… faszinierend. Schockierend faszinierend was im fehlgeleiteten Hirn dieses beschränkten Kleingeistes vorging. „Bücken Sie sich und heben Sie die auf.“ Darius tat es, zögerlich und nervös. Und nichts geschah. Das war ein Grund zur Freude, aber es prickelte peinlich zwischen ihnen in der Luft. So war das doch. Eigentlich. Bei Männern. Bonding unter der Dusche. Vielleicht waren sie zwei besondere Exemplare… Er versuchte nicht zu denken und nicht zum Oberst zu schauen, während er sich einseifte und das Wasser über sich laufen ließ. Es war etwas schwierig sich dabei gehen zu lassen, wenn man die Umstände und vor allem die Temperatur in Betracht nahm. Darius atmete immer noch kurz und schwer und Hitch hatte trotz der Gewohnheit Probleme ordentlich Luft zu holen unter dem Abbinder, so sehr verengte die Kälte den Atem. Wenigstens beschlug es seine Brille nicht. Hitch legte den Kopf zurück und ließ das Wasser über seinen Kopf laufen, durch seine Haare… Vielleicht malte es seine Silhouette zu sehr nach, aber momentan war es ihm so gleichgültig wie alles andere. Außerdem war Lyster viel zu sehr mit sich selbst und seinen ganz offensichtlichen Gedanken um irgendetwas zu merken. Der Oberst hätte Cowboy dodos Gesicht und die ersten drei Strophen seines Hits über die gesamte Brust tätowiert haben und er hätte nichts mitbekommen. Er atmete unter dem Wasserstrahl aus. Himmel war das nötig gewesen… Blut sickerte zerfasernd blass in den Abfluss. Es war für ihn schon nicht mehr unangenehmer als gewöhnlicher Dreck. Das machte die Routine. Mit feuchten Fingern strich er sich das Haar zurück und schaute zu Lyster hinüber. Es sah gut aus. Nicht er. Sondern sein hygienischer Fortschritt – immerhin war er ebenfalls nicht mehr blutverschmiert und dreckverkrustet. Das musste ausreichen. Sie hatten schließlich nicht alle Zeit der Welt – und als Spaßbad sah sein Sekretär das hier offensichtlich und dankenswerterweise ohnehin nicht an. Er hob eine Braue. „Sie haben da noch etwas“, meinte er. „Hinter Ihrem linken Ohr.“ Lyster zuckte kurz zusammen und wischte sich dann auch an dieser Stelle rasch sauber. Es war fast komödiantisch wie er sich anstellte. Leider hatte Hitch nicht allzu viel übrig für Slapstick. Er stellte das Wasser ab und hoffte, dass Darius den Wink verstand. Es war kein allzu missverständlicher Wink, aber bei ihm wusste man ja nie. In diesem Fall stellte er sich sogar halbwegs clever an. Er huschte recht gemäßigt (weil er nicht zu schnell und panisch wirken wollte, aber es doch recht eilig hatte) aus der Dusche, schnappte sich ein Handtuch – es war tatsächlich nicht einmal steif – und frottierte sich hastig, doch so gründlich wie möglich trocken. Hitch betrachtete das Spektakel mit vagem Desinteresse und trocknete sich selbst ab. Seine Boxershorts waren feucht und klamm und sein Abbinder hatte sich etwas aufgesogen. Es war alles andere als angenehm, aber es war – so sehr er das Wort verabscheute – recht alternativlos. Darius meinte Hitchs Blick die ganze Zeit im Nacken zu spüren – und Gott sei dank nur da – aber es war schon eine Art frischer Duschparanoia. Er schlüpfte in einen der zurechtgelegten Bademäntel. Die Bademäntel waren Einheitsgröße. Das hieß er wehte hinter Hitch so erhaben wie sein Umhang und Darius schwamm darin. Weniger erhaben. Und nackt. Wie er innerlich zu betonen nicht müde wurde. Er konnte den Mantel gar nicht so eng zuziehen wie er gern gewollt hätte, als er aus dem Bad trat, recht zielstrebig auf seine abgelegte Unterwäsche zu- „Sie haben meine Briefs mitgenommen!“ „Oh Gott behüte, dass Ihre Unterwäsche sauber wird, Lyster“, sagte er trocken im Vorbeigehen und setzte sich aufs Bett. Sie hatten nur ein Bett, aber sie würden es ohnehin nicht benutzen. Trotz seiner Müdigkeit war Darius dankbar darum. Als Frau wäre er sicher schon vom darauf Sitzen schwanger geworden. Aber er war ein Mann und deshalb setzte er sich einfach daneben. Im Nachhinein fühlte es sich doch… annähernd gut an. Und er war sich ziemlich sicher, dass Hitch ihn nicht mehr an diese Szene erinnern würde. Er hatte – bei Weitem – besseres zu tun. „Ähm…“ Der Oberst wischte sich die Brille ab und sah ihn an. Er hatte sich nie gefragt ob er kurz- oder weitsichtig war. Sein Blick wirkte auch so scharf. Was er sich jetzt fragte, war, warum er überhaupt angesetzt hatte etwas zu sagen. „Wenn etwas… ist, können Sie…“ mit mir reden? Aber… so weit war es sicher nicht her mit dem Vertrauen. Und rein aus Hitchs rationaler Sicht… was brächte es ihm? Darius konnte ja doch nichts tun… Hitchs Mundwinkel zuckte leicht. „Ich danke Ihnen für das hochempathische Angebot“, sagte er mit einer dezenten, doch scharfen Spur von Sarkasmus. „Ich werde Sie auch weiterhin über alles Relevante in Kenntnis setzen, das Sie wissen müssen.“ Der Sekretär nickte langsam. Er bildete sich einiges darauf ein dem Oberst so nahe zu stehen. Sich seine rechte Hand zu nennen. In Momenten wie diesen wurde ihm viel zu klar, dass auch er nur ein Werkzeug war. Es gab keine Partnerschaft für Hitch. Hitch warf ihm einen kaum merklichen Seitenblick zu. „Es wäre nützlich, wenn Sie meine linke Seite schützen würden“, sagte er. Es war eine glatte Lüge und er hoffte, dass dieses Eingeständnis (wenn auch falscher) Schwäche ihm nicht zum Nachteil gereichen würde. Nicht, dass Lyster dazu fähig wäre. Aber er wusste wie sein Assistent funktionierte und mit ein wenig Lob, ein wenig Vertrauen, ein wenig Anerkennung, nur gerade so viel, dass er sich nicht überschätzte, arbeitete er deutlich besser und mit stolzem Ehrgeiz.