„Komm rauch mich uns, rauch im Publikum.“, sind nicht nur harmlose Lyrics, sondern Realität.
Es war knapp 19 Uhr als Dilan vor meiner Tür aufkreuzte. Mich wunderte es auch gar nicht, dass sie am Telefon ihre Gespräche führte und währenddessen auf meinen Support wartete gut zu kontern. Wir machten uns auf den Weg (so ganz genau wussten wir nicht wohin) und kurz bevor wir in die Ubahn einstiegen, bekam ich eine Nachricht, die uns an den richtigen Weg führen sollte. Vergeblich. Das erste was wir machten als wir ausstiegen: Handy raus zücken, denn Google Maps is your bestfriend. Meiner war es nicht, er wollte nicht wissen wo ich mich gerade befinde. Schließlich gingen wir spontan die Straße runter und Tatü Tata, nein Xatar war nicht da, aber wir hatten die Bar gefunden. Nachdem wir unser Ticket einem Fremden andrehten, gingen wir hinein. VIP Gäste wie wir hatten keine Tickets, ihre Namen standen auf der Gästeliste. „Manchmal wünsche ich mir ein Junge zu sein“, flüsterte ich Dilan zu, denn wie immer waren wir die einzigen Mädchen. Gechillt warteten wir auf die Bratans Celo et Abdi, doch die nicht angespannte Atmosphäre änderte sich als der liebe Fotograph (Dowayst wer du bist) seine Kamera auf uns zuckte. Nachdem Master of Disaster Foto von dem Haftbefehl-Konzert hatten Dilan und ich beschlossen undercover zu bleiben. Nachdem er abermals meinen Namen schrie, machte ich ihm den Gefallen. Ich hätte es nicht tuen sollen. Ich weiß nicht wie schrecklich das Foto gewesen sein muss, denn daraufhin meinte er „Das war wohl nichts“.
Dilan war damit beschäftigt die Uhrzeit-Funktion ihres Handys zu erkundigen. Als Nimo die Bühne betrat, erhob sie ihre Blicke. God bless. Nach 3 Liedern leistete Hany ihm Gesellschaft auf der Bühne. Nachdem wir die Bude abgerissen hatten und das Blaulicht eingestellt wurde, betraten die Jiggos Celo und Abdi die Bühne. Als ich genauer hinsah konnte ich Nazar erkennen. “Na bum”, dachte ich mir. Abdi konnte kaum auf den Beinen stehen aber dafür tanzte er den besten Bellydance, besser als die Sharmutssss. Die Stimmung war Baba. Ich kannte die Lieder, konnte die Texte, sah ab und zu rüber zu Dilan und sah sie grinsen (sie lernt eher die Texte in ihren Skripten). Thema Frauen wurde angesprochen, dann wurde Hanys B-Day gefeiert und Freiheit für die Knastfreunde verlangt (Freiheit für Xatar!!!). Nazar wurde ganze 20-30 Minuten im Hintergrund ignoriert, bis er schließlich nach vorne kommen durfte und seinen legendären Spruch „Üfffffff, läuft bei dir“ (kopfnickend) sagte. Die Vorteile in der ersten Reihe zu stehen waren natürlich zunächst, dass man sehr schön Blickkontakt mit den Hevals hatte und bisschen mehr CO2 einatmen konnte. Nachteile waren, dass wir nun in jedem Video zu sehen sind und dass alle Scherben von den Gläsern, die Abdi fallen gelassen hatte, uns in Lebensgefahr brachten.
Wir hatten schöne 2 Stunden in denen wir so laut wie möglich mitgerappt haben, wobei wir unsere Stimmen verloren hatten, und den neuen Abdi analysierten.
Als es dem Ende zu ging, zuckte Dilan wieder ihr Handy, setzte ihren mach-was-ich-sage-sonst-endet-nix-gut-Blick auf. Ich war eingeschüchtert. „Wenn wir schon hier sind will ich ein Foto mit ihnen“, sagte ich und schaute weg, bevor sie mich mit ihren Blicken töten konnte. 15 Minuten später verließen wir die Location, ohne Foto. She won. Meine Stimmungsschwankungen setzten ein, als sie mich durch eine virtuelle Ansprechperson ersetzte. Es war nun so weit gekommen, dass ich sie am Oberarm packte und sagte – Jetzt ist Schluss mit lustig.