big data BIG FAIL!
Am Dienstag war ich mal wieder auf einer âneuenâ CeBIT. Wenn ich richtig gerechnet habe war es die 30. Auflage der Messe seit 1985. Und auĂer bei der ersten und im Jahr 2012, war ich auf jeder mindestens einen Tag, oft aber auch lĂ€nger. Was ist und war nun anders dieses Jahr? Die CeBIT ist jetzt eine reine Fachmesse fĂŒr Fachbesucher und geht von Montag bis Freitag. Das hat sich im Laufe ihrer Geschichte schon mehrfach verĂ€ndert, obâs was bringt? Man wird sehen. Was auf alle FĂ€lle zu sehen war, wirklich weniger Besucher waren es (sehr subjektiv, meine persönliche EinschĂ€tzung) gestern nicht, die auf dem immer noch riesigen GelĂ€nde der Hannover Messe herumliefen. Ein wenig verwundert war ich ĂŒber die doch recht ansehnliche Zahl von weiblichen und mĂ€nnlichen Turnschuh- und/oder RucksacktrĂ€gern unter 20. Diese sahen nicht wie der klassische Fachbesucher aus, aber es gab ja im Pavillon der Halle 11 auch den Bereich âTec4youâ in dem speziell jungen Menschen ein Ingenieurstudium schmackhaft gemacht wurde und es auch spezielle Jobangebote aus der IT Industrie gab. Als ich den Bereich kurz besuchte, war er ziemlich voll, das kam also wohl ganz gut an und hat m.E. Zukunft bzw. ist die Zukunft. Ansonsten war ich doch etwas enttĂ€uscht von der Messe. Gut, es waren jetzt ânurâ noch ca. 3.500 Aussteller aus 70(?) LĂ€ndern und nicht mehr ĂŒber 8.000, wie in den absoluten Boom Zeiten zu Beginn der 2000er. Aber einige Hallen machen auf mich schon den Eindruck, diese wĂ€ren nur mit viel Aufwand und vor Allem viel öffentlichen Geldern befĂŒllt worden. So haben sich die MessestĂ€nde der einzelnen BundeslĂ€nder und der verschiedenen Bundesministerien, gefĂŒhlt, in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Da gab und gibt es immer wieder interessante Dinge zu sehen und ebensolche GesprĂ€che zu fĂŒhren, aber viel, sehr viel ist doch mehr als redundant vorhanden. Inzwischen fĂŒllt dieser Bereich fast zwei Hallen, vor nicht all zu langer Zeit war es mal eine halbe Halle. Da die CeBIT nun eine reine Fachmesse ist (sein soll oder, besser, werden soll), versuchen viele Hersteller, Produzenten von Hard- & Software nur noch mit HĂ€ndlern zu kommunizieren. Sprich spezielle Fragen zu speziellen Produkten werden gar nicht oder nur sehr pauschal beantwortet, es wird eher gleich die Gegenfrage nach der Annahmemenge gestellt. Dabei missverstehen m.E. diese âVerkaufsprofisâ, dass auch jeder HĂ€ndler eigentlich ein Endkunde ist und als solcher behandelt werden sollte. Nur wenn er sich entsprechend âgut bzw. richtigâ behandelt fĂŒhlt, ist er auch bereit GerĂ€te, Dienstleistungen oder Software zu ĂŒbernehmen und selbst zu verkaufen! Nun noch zum Besten Teil der CeBIT 2014 und gleichzeitig zum fragwĂŒrdigsten. Nach 2012 & 2013 gab es auch dieses Jahr wieder den Bereich CODE_n. Unter dem Motto âDriving the Data Revolutionâ durften sich auch diesmal wieder die 50 Finalisten der internationalen Startups prĂ€sentieren. Schon der ganze Stand in der Halle 16 war/ist beeindruckend. Auf den ersten Blick zu sehen, der durchaus ĂŒberraschend groĂe Aufwand der dort betrieben wurde, sicherlich noch groĂzĂŒgiger unterstĂŒtzt von den diversen Sponsoren des Bereichs. Vor Allem sehr positiv zu bemerken, alles machte einen Ă€uĂerst professionellen Eindruck, was, leider, bei vielen Ă€hnlichen und auch bei VorgĂ€ngerveranstaltungen dieser Art nicht immer der Fall war. Leider kommt jetzt aber auch mein Wermutstropfen. Die Startups prĂ€sentierten sich alle auf praktisch gleich groĂen FlĂ€chen mit gleichen Tischen und gleichen Stehpulten. Daran befestigt Tafeln mit dem Namen und einem max. 4-zeiligen Text. GefĂŒhlt stand auf diesen Texttafeln 42-mal âbig dataâ! TatsĂ€chlich waren es sicher ein paar weniger, aber es war schon fast nervig, jedes mal wieder âbig dataâ zu lesen. Gut, natĂŒrlich steht die ganze Messe unter dem Motto Datability, und natĂŒrlich ist âbig dataâ das Schlagwort in der IT seit ca. 1 Jahr. Aber glauben wirklich fast 80% der Startups, das gerade sie des Pudels Kern in diesem Bereich er-/gefunden haben? Big Data als Begriff wird in ein paar Jahren genau so in Vergessenheit geraten sein, wie viele andere dieser Schlagworte auch. SelbstverstĂ€ndlich bedeutet dies nicht, dass die Datenmengen die in immer mehr Bereichen der IT und unseres Lebens anfallen, dann irrelevant sind. Aber wenn mal die gröĂten âProblemeâ mit dem handling dieser Datenmengen gelöst sind (und das sind sie ja laut der meisten Anbieter auf der CeBIT schon), wird kein Hahn mehr danach krĂ€hen! Geradezu wohltuend, es gab auch noch einige Startups die nicht "big data" auf ihre Tafel schrieben (obwohl manche davon sehr wohl mit groĂen Datenmengen umgehen mĂŒssen) und trotzdem als Finalisten ausgewĂ€hlt wurden. Vielleicht nicht ganz zufĂ€llig waren 4 oder 5 davon genau die, die mich am meisten interessierten und mit denen ich mich lĂ€nger unterhalten habe. Mal sehen wie es 2015 mit der CeBIT weiter geht. Und mal sehen was die Fachpresse ĂŒber die CeBIT schreibt.













