Ungeladene Gäste oder einhundert Jahre sollst du schlafen mein Kind / Dadahörspiel
Wie ich schon vor zwei Wochen mitgeteilt habe, ist in den vergangenen Sommermonaten mit Hilfe von Hilko und Pia ein weiteres Hörspiel für den ARD PiNball Wettbewerb entstanden. Leider habe ich es mit meinem Dada-Spiel es dieses Jahr nicht in den Wettbewerb geschafft. Und tatsächlich könnten dafür zwei oder drei ungeklärte Urheberrechtsansprüche einen Ausschlag gegeben haben. Vielleicht ist es aber auch einfach problematisch, jedes Jahr mit einen Beitrag vertreten zu sein oder aber, mein Hörspiel hat der Jury einfach nicht ausreichend gefallen.
Jedenfalls ist es bedauerlich, sollte das Urheberrecht zu einem Hinderniss für die eigene Arbeit geworden sein. Schlimm ist es, wenn dadurch die Auseinandersetzung mit fremden Texten und Gegenwartsproblemen unmöglich wird. Denn Dada ist in meinem Hörspiel nur der Anlass über die heutige Zeit nachzudenken. Ich schließe mich nicht nur deshalb der Aussage von Michael Farin vom Belleville Verlag an, der mir geschrieben hat:
“Alle anderen Texte fallen
meines Erachtens auch unter
das Kunst-Zitat-Recht, zumal
sie quasi gesampelt sind.”
Es liegt in der Sache, dass das Engangement der Verlage für Rechte an denen sie nichts verdienen können, nicht übermäßig hoch sein kann. Weil dadurch z.B. Arbeitszeit auf sich gezogen wird, die nicht bezahlt ist. Ich kann also irgendwie auch verstehen, dass sich einige Verlage nicht gemeldet haben. Aber alle Verlage und Personen die sich zurück gemeldet haben, um mir eine kleine Einverständniserklärung zur kostenfreien Nutzung eingeräumt haben, möchte ich besonders danken.
Das waren:
Frau Sonja Schmidt beim Herbig Verlag für:
„Kaspar ist tot“ von Hans Arp aus Der Vogel Selbdritt in: Wortträume und Schwarze Sterne© 1953 by Limes in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München
Hannah Mittelstädt bei der Edition Nautilus für:
Francis Picabia Dada Kannibalen Manifest in Funny Guy , neu erschienen 2016
Michael Farin beim Belleville Verlag für die Texte von:
Richard Huelsenbeck, die unter anderem bei der Edition Nautilus und bei Rowohlt erschienen sind. (Und auch die Hörspiele von Herr Farin sind sehr hörenswert z.B. mit Zeitblom über Cookie Mueller.
Dr. Ralf Burmeister Leiter der Künstler-Archive für die Berlinische Galerie, bei der die Rechte an den Texten von:
Raoul Hausmann bis 1933 liegen.
Außerdem möchte ich mich sehr herzlich bei Michael Erlhoff für seine Hilfe bei der Beschaffung der Rechte an den Hausmann Texten bedanken, und damit auch bei Tim Benson und Dr. Ulrike Brandt von der Edition Text und Kritik. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Ich gebe zu, dass ich mich in meinem Hörspiel vor allem mit den Positionen der Berliner Dadaisten beschäftigt habe, die in ihrer Politik um ein vieles agitatorischer waren.
Einen umfassenden Überblick über die schriftlichen Produkte der Dadaist_innen erhält man in der RoRoRo Ausgabe Dada. Um ins Detail zu gehen, lohnt sich die Lektüre der gesammelten Schriften von Hausmann dem selbsternannten Dadasophen bei Edition Text + Kritik. Viele Arbeiten von Huelsenbeck u.a. seine Autobiographie, En Avant Dada und den Dada Almanach sind in der Edition Nautilus erschienen.
Durch die Rechtsrecherche war es dieses Jahr noch mehr Arbeit, als in den vergangenen Jahren. Ich möchte deshalb versuchen, dass Hörspiel trotzdem noch im Radio unterzubringen. Drückt mir die Daumen. Ich bin aber auch dabei, weitere Hörspiel-Ideen auszuarbeiten. Irgendwie geht es weiter. Auch hier, obwohl der Stichtag für die 52 Hörspiele, einen Tag nach meinem letzten Post hier geschlagen hätte. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte das Projekt schon ganz gerne zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Aber es war nicht zu schaffen. Also bleibt euch noch eine Weile ein aktiver Blog erhalten :-)
Das ist doch auch etwas. Eine schöne Woche, Georg Smalehans