zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen? keine ahnung. yoga drehte sich heute jedenfalls um den satz “i am capable”.
es ist irgendwie schön und interessant, mal einfach mit stehen anzufangen, berghaltung, von den füßen herauf aufbauen. dann aufrichten, arme über den kopf beim einatmen, vorbeugen und loslassen beim ausatmen, auf und ab, usw. das gibt einem irgendwie die gelegenheit, alle kleinen hänger im rücken und an ähnlichen anderen stellen loszuwerden. genauso wohltuend ist auch die schultermassage, die man sich selbst gibt. mit der rechten hand die linke schulter und auch den brustmuskel massieren, dann mit der linken die rechte seite. das sollte man eigentlich mehrmals täglich machen, nicht nur wenn es einem ein yoga-video sagt....
ich bin froh, dass es heute keine hunde, bretter, vierfüßlerstände oder sonst irgendwas im programm gibt, bei dem die hände auf die matte kommen und einen teil des gewichts tragen. meine arme und handgelenke müssen sich noch ein bißchen vom wasserhahnyoga erholen.
dafür gibt es vorbeugen in weiter grätsche, krieger 2, friedfertige krieger, gestreckte seitwinkel, bäume, einen yogi-squat und, wie schon erwähnt, viele berghaltungen und vorbeugen.
die vorbeuge in weiter grätsche ist genau, was ich heute brauche. es ist fast, als könnte ich meinen rücken wohlig seufzen hören. ich komme nicht mehr ganz so weit runter wie in der zeit, als ich das öfter gemacht habe, aber ich habe immer noch die hände zwischen den füßen und nicht weiter vorne, die arme sind angewinkelt, die ellenbogen zeigen nach hinten und der kopf strebt zumindest richtung matte. und es fühlt sich gut an. das kann ich gar nicht oft genug erwähnen.
aus der grätsche drehe ich einen fuß nach außen (die beine sind jetzt hintereinander, die ferse des einen fußes in einer linie mit dem fußgewölbe des anderen. bei anderen posen soll man darauf achten, dass die füße eher wie auf zwei schienen, die etwa hüftbreit auseinander sind, platziert werden. aber bei krieger 2, und was jetzt sonst noch so kommt, ist es so richtig.) und beuge das entsprechende bein. jetzt noch die arme ausbreiten, so dass sie auf einer linie mit den beinen und parallel zum boden sind, und entlang des vorderen armes, über den mittelfinger hinaus sehen und die energie fließen lassen. eine wirklich kraftvolle pose - und anstrengend mit muskelkater in armen und beinen. aber es fühlt sich wirklich gut an, deswegen beuge ich das knie noch etwas mehr und sinke noch etwas tiefer, wenn ich kann.
den vorderen arm zum himmel strecken, dabei leicht in eine rückbeuge gehen. der hintere arm kommt zum hinteren bein - friedvoller krieger. heute wird das vordere bein dabei auch gestreckt. dann das knie wieder beugen, den ellenbogen auf das knie bringen, den hinteren arm nach oben oder nach vorne strecken - gestreckter seitwinkel. als ahnte die yogini, dass meine arme heute wehtun, erwähnt sie die option, den gestreckten arm langsam kreisen zu lassen, unten durchschwingen, nach vorne und oben und wieder nach unten, damit man nicht krämpfig wird. nach einigen runden geht’s dann zurück in den krieger 2 und dann werden die füße umgestellt und die andere seite kommt dran.
den teil mit der baumhaltung möchte ich fast lieber vergessen und unerwähnt lassen. ich weiß nicht, warum mir das zur zeit so schwer fällt. wahrscheinlich sollte ich mehr zeit auf balanceübungen verwenden, gerade weil sie mir schwerfallen. seit ich weiß, dass es ungesund ist, den fuß gegen das knie zu stellen, versuche ich, den baum zu balancieren mit fuß an der wade. zum oberschenkel krieg ich ihn einfach nicht hoch. an der wade finde ich es schwieriger. und mit zehen am boden komme ich mir wie ein verlierer vor.
nach einem kurzen yogi-squat geht’s wieder zurück zur berghaltung und zur vorbeuge, hin und her, auf und nieder, im atemrhythmus, um wieder alles zurechtzurücken oder zu -schütteln.
es kommt mir vor, als wäre das heute an sich kein besonders anspruchsvolles programm gewesen. trotzdem habe ich geschwitzt wie ein schwein (dazu bin ich also schon mal fähig.). wahrscheinlich ist alles anstrengender, wenn man gegen muskelkater anarbeitet - und wenn es unheimlich schwül und heiß ist.
das ganze thema, i am capable, ist ein schwieriges. es fühlt sich gut an, diesen satz auf der matte zu sagen und zu spüren: wow, ich kann diese oder jene pose richtig gut, bei der oder der mache ich fortschritte, usw. aber im echten leben? fühle ich mich selten so. und weiß manchmal auch nicht, inwieweit ich zu was fähig sein will und was da dann alles dran hängt, wobei die alternative auch nicht schön ist. aber das führt jetzt zu weit. vielleicht ganz gut, erstmal auf der yogamatte solche gefühle zu üben.