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Vom Demo-Raum zum Skills Lab - Simulation in Gesundheitsberufen
Sehen, Hören, Riechen und Gleichgewicht im Alter
Der Beitrag wurde am 8. Juni 2025 ergänzt um Forschungsarbeiten, die in den Jahren 2021 bis Mitte 2025 erschienen sind.Die Aktualisierungen sind gekennzeichnet durch einen grauen Hintergrund. Im Deutschen Ärztelbatt 29/30 2021 vom 26. Juli 2021 ist ein Beitrag erschienen von Völter, Christiane; Thomas, Jan Peter; Maetzler, Walter; Guthoff, Rainer; Grunwald, Martin; Hummel, Thomas Unter dem Titel "Funktionseinschränkungen der Sinne im Alter" schildern die Autoren die Ergebnisse einer selektiven Literaturrecherche in Medline und Cochrane Library. Um die Ergebnisse über die medizinisch-wissenschaftlichen Fachkreise hinaus zugänglich zu machen, fasse ich im folgenden wichtige Fakten zusammen. Auf die wissenschaftlichen Hintergrundinformationen wird dabei verzichtet. Sie sind in dem Aufsatz ausführlich dargestellt. Dieser ist über den folgenden Link verfügbar: Funktionseinschränkungen der Sinne im Alter (aerzteblatt.de) Hervorheben möchte ich, dass die kognitiven und emotionalen Auswirkungen bzw. Begleiterscheinungen von Sinneseinschränkungen im Alter in den letzten Jahren stärker in den Forschungsfokus gelangt sind. Ausserdem betrachtet man zunehmend die kombinierten Effekte von mehreren Sinneseinschränkungen auf Lebensqualität und Selbständigkeit im Alter. Sinneseinschränkungen im Alter: Sehen, Hören, Riechen, Gleichgewichtssystem Es gibt Hinweise darauf, dass altersbedingte Sinneseinschränkungen die dazu gehörenden Gehirnareale verändern/verkleinern. Dies könnte u.a. dementielle Erkrankungen begünstigen.Bildquelle: https://molecularneurodegeneration.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13024-024-00776-y Sehen Die verschiedenen Gewebesysteme des Auges unterliegen einem langsamen, kontinuierlichen physiologischen Alterungsprozess. Die Linse verliert - durchschnittlich beginnend mit dem 45. Lebensjahr - ihre Akkomodationsfähigkeit an unterschiedliche Entfernungen. Die Proteine der Linse destabilisieren, was Trübungen zur Folge hat. Die maximale Weite der Pupille verringert sich im Alter, die Zahl der für das Dämmerungssehen zuständigen Stäbchen nimmt ab. Die internen Transportvorgänge des für den Sehzyklus notwendigen Vitamin A verlangsamen sich. Auswirkungen auf Sehen und psychische Prozesse - Alterssichtigkeit (Presbyopie) - Langsamere Anpassung an Hell und Dunkel - Blendempfindlichkeit - Linsentrübung mit verringerter Kontrastwahrnehmung (Katarakt) - Eingeschränktes Dämmerungssehen - Nachlassende zentrale Sehschärfe - Altersbedingte Makula-Degeneration - Kognitive Einschränkungen - Höheres Risiko einer demenziellen Erkrankung Um nachlassende Sehschärfe ein wenig auszugleichen, sollte man in Drucksachen und Dokumenten für ältere Menschen eine sehr gut lesbare Schrift verwenden. Eine Möglichkeit ist die Schrift "Atkinson Hyperlegible". Der Einfluss von Seheinschränkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit gilt als gut dokumentiert. Eine Reihe von neuen Arbeiten hat sich mit der Frage befasst, welche Einflüsse Katarakt-Operationen auf die kognitiven Fähigkeiten im Alter haben können. Zwei Ergebnisse erscheinen mir interessant: 1. Katarakt-OP's verbessern die kognitiven Leistungen der Patienten (erhoben 3 Monate nach der OP) im Vergleich zum Zustand vor der OP. Dies gilt für Patienten mit schwachen kognitiven Einschränkungen, nicht aber für Patienten mit Demenz.https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aos.16607?af=R2. Durch eine Katarakt-Op verringert sich das Risiko eines langfristigen kognitiven Leistungsverlust um 25% im Vergleich mit Patienten, deren Katarakt nicht behandelt wurde. https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(24)00102-7/abstract Hören Ab dem 60. Lebensjahr steigt die Hörschwelle um durchschnittlich 1 dB pro Lebensjahr. Dies führt dazu, dass mit zunehmendem Alter immer mehr Menschen Hörprobleme haben. Nach Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation spricht man bei einer durchschnittlichen Hörschwelle von 26 bis 40 dB von (leichter) Schwerhörigkeit. Dies gilt nach einer deutschen Studie (2015) mindestens für rund 20 % der 60- bis 69-Jährigen, rund 42 % der 70- bis 79-Jährigen und fast 72 % der 80-Jährigen und älteren. Eine leicht verständliche Erklärung für die Messung der Hörfähigkeit finden Sie hier. Die deutsche Gutenberg Health Study (2023) kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie die oben erwähnte Studie. Nach der Gutenberg Studie leiden 28 % der 60- bis 69-Jährigen an einer leichten Schwerhörigkeit (20-39% Hörverlust). Bei den 70- bis 79-Jährigen sind es 40% und bei den 80- bis 89-Jährigen liegt der Wert bei 41%. Der relativ niedrige Wert von 41% in der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen könnte darauf zurückzuführen, dass in dieser Gruppe nur 16 Probanden vertreten waren, so dass die Messergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ sind. Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass die Messungen der Gutenberg Studie unter kontrollierten Bedingungen in einem schallgeschützten Labor durchgeführt wurden. Die Messungen der erwähnten Vergleichsstudie wurden hingegen in normalen Räumen einer Universität und teilweise in den Wohnungen der Probanden durchgeführt. Auswirkungen von Schwerhörigkeit - Höheres Risiko von demenziellen Erkrankungen. - Höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken. - Höhere Wahrscheinlichkeit, zu stürzen. Siehe dazu: https://agesuit.com/altersschwerhoerigkeit-sturzrisiko-gangbild/ Riechen Das Riechvermögen lässt mit dem Alter nach und ist ab dem 80. Lebensjahr bei rund einem Drittel der Menschen fast nicht mehr vorhanden. Unabhängig vom Alter können Riechstörungen frühe Indikatoren für neurodegenerative Erkrankungen sein, z.B. das idiopathische Parkinsonsyndrom (IPS). 94 % der Patienten mit manifestem IPS haben eine Riechminderung. Eine Anregung der Autoren: Wenn ein Mensch mit "Diagnose IPS" über ein normales Riechvermögen verfügt, sollte man die Diagnose prüfen. Riechstörungen werden in den letzten Jahren häufig als Indikator/ Biomarker für dementielle Erkrankungen erforscht: https://molecularneurodegeneration.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13024-024-00776-y Auswirkungen einer Riechminderung - Gefahren im Alltag (Brandgerüche, Toxine) werden nicht wahrgenommen. - Durch die fehlende Aromawahrnehmung verringert sich die Freude am Essen. - Rund 30 % der Menschen mit Riechstörungen leiden unter depressiven Verstimmungen. Gleichgewichtssystem Es gibt zahlreiche altersabhängige degenerative Veränderungen des Gleichgewichtssystems, sowohl auf zellulärer wie auch neuronaler Ebene. Über Gleichgewichtsstörungen berichten 27 % der 65- bis 70-Jährigen und 54 % der über 90-Jährigen. 2023 veröffentlichte Zahlen (siehe Graphik) bestätigen die oben genannten Werte. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10242407 Abbildung: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10242407 Auswirkungen von Gleichgewichtsstörungen - Schwindelsymptome - Unsicherheitsgefühl, Sturzangst - Höhere Wahrscheinlichkeit zu stürzen, insbesondere im Dunkeln und auf unebenem Untergrund. Depressionen Einschränkung von sozialen Aktivitäten, die Mobilität erfordern: Besuche, Auto fahren, Einkaufen: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10242407 Kombinierte Wirkungen mehrerer Sinneseinschränkungen Gleichzeitige Einschränkungen mehrerer Sinnesorgane sind schwerer zu kompensieren und können weitreichende Folgen haben. Der sogenannte "Global Sensory Impairment Index" korreliert signifikant mit Aktivitäten des täglichen Lebens, der Beweglichkeit und der 5-Jahres-Mortalität. Die Wahrscheinlichkeit, demenziell zu erkranken, zeigt einen klaren Zusammenhang mit der Zahl der Sinneseinschränkungen. Das Gleiche gilt für das Risiko, eine Depression zu entwickeln Ergänzung nach Auswertung der aktuellen Veröffentlichungen seit 2021 am 8. Juni 2025:Sensorische Einschränkungen im Alter betreffen häufig mehrere Modalitäten und haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die kognitive Gesundheit. Die hohe Prävalenz von Beeinträchtigungen unterstreicht die Notwendigkeit von routinemäßigen sensorischen Screenings und multidisziplinären Interventionen. Früherkennung und Management könnten das Wohlbefinden älterer Menschen verbessern, dementielle Erkrankunngen und Depressionen verringern sowie Gesundheitskosten reduzieren. Aktualisierung am 22. November 2021Zur Prävention von Demenz tragen möglicherweise Impfungen bei, die man im Laufe seines Lebens bekommt. https://agesuit.com/impfung-demenz-alzheimer-praevention/ Funktionseinschränkungen der Sinne im Alter Read the full article
Quelle: bing.com- Alterssimulationsanzug: Definition, Beschreibung- Welche Veränderungen und Einschränkungen simuliert ein Alterssimulationsanzug?- Einzelteile eines Alterssimulationsanzug- Alterssimulationsanzug: Das Spektrum der Einsatzbereiche- Beurteilung der Methode Alterssimulationsanzug- Seit wann gibt es Alterssimulationsanzüge?- Zusammenfassung1 Alterssimulationsanzug: Definition, BeschreibungUnter einem Alterssimulationsanzug, auch bezeichnet als Altersanzug oder Alterssimulator, versteht man ein Set von Einzelteilen, die man am Körper anlegen kann, um Funktionseinschränkungen der Sinne und physische Einschränkungen zu erleben, die für die meisten Menschen mit dem Alter verbunden sind.Insbesondere jüngere Menschen können durch die Selbsterfahrung mit einem Alterssimulationsanzug eine Vorstellung bekommen, mit welchen Herausforderungen viele alte Menschen täglich zu kämpfen haben. Als Ergebnis des "Erlebnis Alter" mit einem Alterssimulationsanzug berichten Teilnehmer u.a. über mehr Empathie und Geduld, was vor allem für Pflegekräfte in der Altenpflege von grosser Bedeutung ist. Entwickler von Produkten, Architekten usw. berichten von sehr guten Anregungen und Ideen, die durch das Tragen eines Alterssimulationsanzugs ausgelöst wurden. Diese Impulse können helfen, Produkte, Verpackungen, Gebäude usw. zu gestalten, die besser abgestimmt sind auf die Bedürfnisse älterer Menschen.Kurz formuliert fungiert ein Alterssimulationsanzug als Brücke des Verständnisses zwischen Jung und Alt. Auf diese Weise fördert die Methode Alterssimulation den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Generationen.2 Welche Veränderungen und Einschränkungen simuliert ein Alterssimulationsanzug?Ein professioneller Alterssimulationsanzug kann diese altersbedingten Veränderungen simulieren.Alterssimulationsanzüge versuchen u.a. die folgende Veränderungen zu simulieren, die mit dem gesunden Altern verbunden sind: veränderte Grobmotorik und nachlassende Feinmotorik, Einschränkungen des Hör- und Sehvermögen, nachlassende Muskelkraft. Alterssimulationsanzüge verschiedener Hersteller unterscheiden sich darin, welche Veränderungen sie im einzelnen simulieren und - vor allem - durch die Qualität der erzeugten Simulation.Im einzelnen geht es um die geringere Beweglichkeit der Arm- und Beingelenke sowie der Wirbelsäule. Dies hat Auswirkungen auf viele Aktivitäten des täglichen Lebens, die man mit einem Alterssimulationsanzug erleben kann, z.B. wenn man einen Gegenstand aus einem hohen Regal nehmen möchte, beim Treppesteigen oder beim Bücken, um sich die Schuhe zu schnüren. Ein weiterer Aspekt ist ein verändertes Gangbild (gait), das aufgrund nachlassender Muskelkraft und verringerter Gelenkigkeit entsteht, z.B. mit kleineren Schritten und geringerer Ganggeschwindigkeit.Sensorisch ist Altern mit Veränderungen des Hörvermögen und des Sehvermögens verbunden, die sich mit einem Alterssimlationsanzug nachempfinden lassen. Weit verbreitet für Menschen über 65 Jahre ist die sogenannte Altersschwerhörigkeit, die vor allem die hohen Töne des akustischen Spektrums betrifft (Hochtochschwerhörigkeit). Da die hohen Frequenzen für das Sprachverstehen sehr wichtig ist, führt die Hochtonschwerhörigkeit zu alltagsrelevanten Problemen bei der sprachlichen Kommunikation mit anderen und kann zu Rückzug und Isolation führen. Bei Experimenten oder Veranstaltungen mit einem Alterssimulationsanzug wird dies von vielen Probanden als sehr belastend beschrieben.Eine weitere sensorische Veränderung des Alters, die ein guter Alterssimulationsanzug simulieren kann, ist die sogenannte Alterssichtigkeit. Darunter versteht man die nachlassende Fähigkeit des menschlichen Auges, Gegenstände im Nahbereich (bis ca. 1 m) scharf abzubilden. Diese Alterserscheinung lässt sich fast immer mit einer sogenannten "Lesebrille" beheben. Anders liegt der Fall bei Veränderungen des Farbensehens, die viele Alterssimulationsanzüge mehr oder weniger gut simulieren: Veränderungen des Farbensehens werden verursacht durch eine im Laufe der Jahre zunehmende Vergilbung der Linse des menschlichen Auges. Abhilfe ist hier nur möglich im Wege einer Katarakt-Operation mit Entfernung der Linse. Ansonsten leben viele ältere Menschen mit einer etwas anderen Farbwahrnehmung als Jüngere. Vor allem die Unterscheidung von geringen Farbabstufungen und Pastelltönen kann schwierig sein. Mit einem gut konstruierten Alterssimulationsanzug lässt sich dies anschaulich vermitteln und führt häufig zu Aha-Erlebnissen.Ein letzter Aspekt des Alterns, den Altersimulationsanzüge simulieren, ist die im Alter abenehmende Muskelmasse (Sarkopenie). Dies führt zu geringerer Impulskraft und Ausdauerkraft. Davon betroffen sind u.a. die Armkraft und die Handkraft. Wer im Alterssimulationsanzug versucht, schwere Gegenstände zu heben oder den Schraubdeckel eines Gurkenglases zu öffen, erkennt schnell, warum diese Tätigkeiten im Alter immer mühevoller werden oder gar nicht mehr möglich sind. Auch die Ausdauerbelastbarkeit wird schwächer. Längere Spaziergänge, Einkäufe erledigen oder Gartenarbeit werden deshalb als anstrengender erlebt. Selbst gut trainierte junge Männer, die das Tragen eines Alterssimulationsanzugs zu Beginn als sportliche Herausforderung betrachten, sind nach einer halben Stunde froh, wenn sie sich hinsetzen dürfen, um eine Pause zu machen.3 Einzelteile eines AlterssimulationsanzugSimulation von Hören, Sehen, Grobmotorik, Feinmotorik, MuskelkraftFast alle Alterssimulationsanzüge verwenden irgendeine Methode, um das Hören zu erschweren. Dies können Gehörschutzsstöpsel sein oder Gehördämpfer. Um die Veränderungen des Sehens zu simulieren, werden verschiedene Lösungen eingesetzt. Das Spektrum reicht von zerkratzten Schutzbrillen über Skibrillen bis hin zu professionell konstruierten Brillen und Visieren. Fast jeder im Markt befindliche Alterssimulationsanzug simuliert die im Alter verringerte Beweglichkeit der Gelenke durch Bandagen an Ellenbogen und Kniegelenken. Ähnlich setzt fast jeder Alterssimulationsanzug auf Gewichte an Hand- und Fussgelenken und auf eine Gewichtsweste. Ziel der Gewichtsbelastung ist es, einen Eindruck vom Kraftverlust im Alter zu simulieren. Hochwertige Alterssimulationsanzug-Modelle nähen die verwendeten Gewichte in Overalls bzw. Anzüge (bestehend aus Jacke und Hose) ein. Vorteil dieser Methode ist eine realistischere Simulation der abnehmenden Muskelkraft. Ausserdem wird durch einen solchen echten Alterssimulationsanzug (der die Bezeichnung "Anzug" verdient) die Grobmotorik altertypischer verändert.Schliesslich verfügt fast jeder Alterssimulationsanzug über Handschuhe, durch welche die im Alter verringerte Sensibilität der Fingerspitzen, sowie die nachlassende Feinmotorik simuliert werden soll. Auch hier gibt es grosse Unterschiede der verwendeten Handschuhe und dementsprechend der Qualität der erzielten Alterssimulation. Man findet Arbeitshandschuhe, Skihandschuhe, Latexhandschuhe oder aufwendigere Lösungen mit speziellen Textilhandschuhen, deren Textur das Übertragen von Kraft erschwert. 4 Altersimulationsanzug: Das Spektrum der EinsatzbereicheAlterssimulationsanzüge werden in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten und Branchen verwendet, u.a.- Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung, Personaltraining und Personalentwicklung- Arbeitsplatzgestaltung (Ergonomie), betriebliches Gesundheitsmanagement- Produkt und Verpackungsgestaltung- Stadt- und Raumplanung , Architektur- AutomobilbrancheAlterssimulationsanzüge in Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung, Personaltraining und PersonalentwicklungEiner der Schwerpunkte im Einsatz von Alterssimulationsanzügen ist die Ausbildung und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal, das in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für alte Menschen beschäftigt ist. Pflegekräfte spüren im Alterssimulationsanzug wie es sich anfühlt, wenn man als alter Mensch aus der Liegeposition aufstehen soll.Viele Pflegeschulen (Altenpflegeschulen) verfügen über einen Alterssimulationsanzug. Auch in vielen medizinischen Fakultäten von Universitäten gehört ein Alterssimulationsanzug heute zu den Lehrmitteln, vor allem wenn es um die Ausbildung und Weiterbildung von Geriatern (Altersmediziner) geht. Ein weiterer Schwerpunkt für die Verwendung von Alterssimulationsanzügen sind Dienstleistungsbranchen, in denen das Personal viel Kontakt mit älteren Kunden hat. Als Beispiele lassen sich nennen: Einzelhandel, Banken, Öffentlicher Personennahverkehr (Busfahrer, Strassenbahnfahrer). Alterssimulationsanzüge für Arbeitsplatzgestaltung (Ergonomie), betriebliches GesundheitsmanagementDas Erlebnis Alter mit einem Alterssimulationsanzug sensibilisiert Arbeitsplatzgestalter und Ergonomen für die Gestaltung von Arbeitsplätzen, die im Wege des demografischen Wandels (Erhöhung des Rentenalters) zunehmend von älteren Mitarbeitern besetzt sind. Hier geht es darum, natürlicherweise nachlassende körperliche Fähigkeiten durch sensible Gestaltung der Arbeitsplätze auszugleichen, z.B. durch höhere Beleuchtungsstärken, kraftunterstützende Hilfsmittel, Schallreduktion. Video: Junge Mitarbeiter testen mit einem Alterssimulationsanzug, wie es älteren Kollegen gehen kann.Ein häufiges Problem besteht darin, dass jüngere Vorgesetzte keine Vorstellung davon haben, wie mühevoll viele Arbeiten für ältere Mitarbeiter oder Kollegen sind. Durch das Tragen eines Alterssimulationsanzugs kann dieses "AgeGap" überbrückt werden. Fallbeispiel für den gelungenen Einsatz eines Alterssimulationsanzugs: In einem Produktionsbetrieb für Kosmetika klagten ältere Mitarbeiterinnen darüber, dass die Montage eines Sprühknopfes auf eine Deodorant-Dose sehr mühevoll sei. Der Vorgesetzte, ein Mann im Alter von Mitte 30, tat dies als "Jammern" ab. Durch eine Initative des Betriebsrats wurde ein Experiment mit einem Alterssimulationsanzug organisiert. Das Resultat war durchschlagend: Der junge Vorgesetzte erkannte, dass die Klagen der Mitarbeiterinnen berechtigt waren, entschuldigte sich und sorgte für Abhilfe.Ein weiteres betriebliches Einsatzgebiet ist ein Alterssimulationsanzug bei Gesundheitstagen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Hier geht es darum, jüngeren Mitarbeitern einen Eindruck von - zum Teil vermeidbaren - Altersdefiziten zu vermitteln und sie für Präventionsprogramme zu motivieren. Ein häufiger positiver Nebeneffekt der "Reise in's Alter" mit einem Alterssimulationsanzug ist mehr Verständnis für ältere Kollegen, die sich schon in diesem Alter befinden. Alterssimulationsanzug in der Produkt und VerpackungsgestaltungVor dem Hintergrund einer steigenden Lebenserwartung und damit steigendem Anteil alter Kunden investiert eine wachsende Zahl von Unternehmen in eine angepasste Produkt- und Verpackungsgestaltung und nutzen dazu das Konzept Alterssimulationsanzug. Es geht u.a. um intuitiv bedienbare Haushaltsgeräte, deren Bedienfelder an sensorische Einschränkungen älterer Gebraucher angepasst sind. Als positive Beispiele lassen sich Miele und Bosch nennen. Auch Küche und Bad sind wichtige Ansatzpunkte für eine altersgerechte Gestaltung. Führend im Sektor Küche ist der Möbelbeschlaghersteller Julius Blum im österreichischen Höchst. In diesem Unternehmen nutzt die Entwicklungsabteilung einen Alterssimulationsanzug. Darüber hinaus sind in vielen Verkaufsniederlassungen weltweit Alterssimulationsanzüge im Einsatz.Mit dem Alterssimulationsanzug AgeExplorer erforscht das Unternehmen Julius Blum Bewegungsabläufe älterer Küchennutzer. Foto: BlumIn der Verpackungsbranche geht es vorrangig darum, mit einem Alterssimulationsanzug die Funktionalität von Verpackungen zu testen und Anregungen für Optimierungen zu bekommen. Zur Funktionalität zählen Aspekte wie die folgenden: Lesbarkeit der Verpackungsschriften, leichtes Öffnen und Entnehmen, Wiederverschliessen, Entsorgen. Beim Test und bei der Optimierung dieser Packungseigenschaften kann ein Alterssimulationsanzug wertvolle Inputs geben. Alterssimulationsanzug in Stadtplanung und ArchitekturIn Architektur, Stadt- und Raumplanung geht es um die Gestaltung einer Lebensumgebung (Umwelt), die alten Menschen möglichst lange eine selbständiges Leben ermöglicht. Städte und Gemeinden nutzen dazu Alterssimulationsanzüge, um ihre Verkehrs- und Umweltplaner für die Bedürfnisse älterer Mitbürger zu sensibiliseren. Wohnungsbaugesellschaften, die neue Objekte planen oder im Bestand Renovierungen vornehmen wollen, suchen ebenfalls den Input durch einen Alterssimulationsanzug. Wenn Planer und Architekten durch die Selbsterfahrung Alter sensiblisiert werden, sind sie offener und kooperativer für Wünsche und Anforderungen der Bauträger. Eine ganz besonders wichtige Rolle spielt einer solcher Input, wenn Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäuser geplant werden. So hat die Stadt Zürich in den Jahren 2021 und 2022 fast hundert Bauverantwortliche für Altenzentren mit Alterssimulationsanzügen sensibilisiert. Alterssimulationsanzug in der AutomobilbrancheEine lange Tradition hat das Thema Alterssimulationsanzug in der Automobilindustrie. FORD hat schon in den 1990er Jahren einen Alterssimulationszug genutzt. Inzwischen ist die 4. Generation im Einsatz. Auch andere Automobilmarken nutzen Alterssimulationsanzüge, u.a. BMW, Mercedes, Toyota, Honda, MAN Trucks.Einsatzgebiete für einen Alterssimulationszug sind vorwiegend das Innenraumdesign der Fahrzeuge sowie die Zugänglichkeit (Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen, Tanken/Laden usw.). Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Automobile, die intuitiv bedienbar sind und Fahrfehler verzeihen. MAN Trucks analysieren Fahrzeuge mit dem Alterssimulationsanzug AgeMan ®, um sie für ältere Berufskraftfahrer bequemer und sicherer zu gestalten. 5 Beurteilung der Methode AlterssimulationsanzugSeit über 30 Jahren werden verschiedene Methoden der Alterssimulation in der Aus- und Fortbildung von Pflegekräften und Ärzten eingesetzt. Eine Meta-Studie (Auswertung vorhandener Studien) einer britischen Universität ist 2020 der Frage nachgegangen, welche Vorteile und eventuelle Nachteile sich aus der Selbsterfahrung des Alters ergeben und worauf Hochschulen, Schulen und sonstige Bildungseinrichtungen beim Einsatz von Alterssimulationsanzügen achten sollten.Übereinstimmendes Ergebnis: Der Einsatz von Alterssimulationsanzügen ist sinnvollDie Studie wertete insgesamt 17 Untersuchungen aus, die zwischen Januar 2000 bis Januar 2020 veröffentlicht wurden. Drei dieser Studien fanden keinen Effekt der durchgeführten Alterssimulationen auf die Einstellungen und Gefühle der Studienteilnehmer. Die grosse Mehrheit von 11 Studien konnte zeigen, dass Alterssimulationen positive Einflüsse auf die Studienteilnehmer hatten. In drei der betrachteten Studien wurden negative Effekte der Methode Alterssimulation beobachtet, vor allem eine Erhöhung der Ängste vor dem eigenen Alter. Um dies zu vermeiden empfehlen die Autoren, jede Schulung mit einem Alterssimulationsanzug durch eine gemeinsame Reflektion der Erfahrung zu schliessen.Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer bezeichnete die Selbsterfahrung des Alters mit einem Alterssimulationsanzug als sehr nützlich und äusserte, dass es ihren Blickwinkel auf ältere Menschen verändert habe.
Swiss Orthogeriatrics DayAm 12. September 2023 fand im Inselspital, Bern, der 5th Swiss Orthogeriatrics Day statt. Die von Prof. Dr. med. J. D. Bastian und Dr. med. Anna K. Eggimann organisierte Konferenz hat sich seit ihrem Start in 2018 zu einem etablierten, interdisziplinären Treffpunkt entwickelt für alle Berufsgruppen, die an der Alterstraumatologie und Orthogeriatrie beteiligt sind: Orthopädie, Geriatrie, Chirurgie, Allgemeine Medizin, Hausarztmedizin, Pflege, Ernährungsberatung, Ergotherapie und Physiotherapie.Prof. Dr. med. Johannes D. Bastian: Chefarzt Zentrum Orthogeriatrie, Hüft- und Beckenchirurgie, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Inselspital, Universitätsspital BernDr. med. Anna K. Eggimann: Oberärztin Zentrum Orthogeriatrie, Inselspital BernDas Spektrum der 16 Plenarvorträge und 18 parallelen Workshops war anspruchsvoll und weit gespannt, so dass die 200 Teilnehmer passende und aktuelle Impulse mitnehmen konnten. Schwerpunkt waren Vorträge rund um den Themenkreis Stürze, Frakturen und chirurgische Optionen bei Frakturen. In diesem Jahr besonders aktuell eine Vielzahl von Beiträgen zu digitalen Themen und eHealth. Einige Stichworte: Die Digitale Patient Journey, Sensortechnik in der Alterspsychiatrie, «Medical-Extended Reality» in der Notfallmedizin, Body Composition Scan, Telephysiotherapie.Für ein breites Publikum sehr interessant erscheint uns ein Beitrag mit dem Titel "Digitale Gegenwart in der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER, Basel". In diesem Beitrag ging es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um die Nahrungsaufnahme von geriatrischen Patienten zu überwachen und Mangelernährung vorzubeugen. Künstliche Intelligenz überwacht NahrungsaufnahmeDie Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) setzt mit dem sogenannten Food Scanner eine neu entwickelte Technologie ein, um die Nahrungsaufnahme von Patienten exakt zu erfassen und Mangelernährung besser zu erkennen.Und so funktioniert es: Nachdem das Küchenpersonal das Essen für einen Patienten auf einem Tablett angerichtet hat, scannt eine Kamera die Mahlzeit. Die 3-D-Kamera schiesst dabei nicht nur ein Foto des servierten Essens, sondern vermisst mit speziellen Sensoren jede Portion der Menübestandteile auf dem Teller. Weil jedes Tablett mit Strichcodes gekennzeichnet ist, lassen sich die Daten individuell jedem Patienten zuordnen.So erfasst das System, was einem Patienten serviert wird. Aber wird das auch gegessen? Das zeigt sich bei der zweiten Messung, wenn das Tablett nach dem Verzehr in die Küche zurückkehrt. Der Food Scanner fotografiert wieder den Teller und analysiert die übrig gebliebenen Teile des Essens auf dem Teller. Aus diesen Daten errechnet die künstliche Intelligenz, wieviel von jedem Menübestandteil ein Patient gegessen hat.Das Personal kann diese Analyse digital abrufen und auf einen Blick sehen, wie es um die Nahrungsaufnahme steht, vor allem ob ausreichend Proteine und Mineralstoffe aufgenommen wurden. Quellen: https://2022.felixplatter.ch/ und https://www.nutrai.ch/Hindernis Parcours im AlterssimulationsanzugIm Rahmen der parallelen Workshops durfte unser Schweizer Team gemeinsam mit Silja Leandra Lögler und Jonas Mauer, beide Physiotherapeuten am Inselspital, einen Hindernis Parcour betreuen, der mit unserem Alterssimulationsanzug bewältigt werden musste. Ziel war es, den Kongressteilnehmern einen realistischen und nachhaltigen Eindruck der körperlichen Einschränkungen zu vermitteln, mit denen viele ihrer Patienten allein aufgrund ihres Alters konfrontiert sind. Vielen Teilnehmern wurde durch die Selbsterfahrung Alter bewusst, dass diese Einschränkungen den Mobilisierungsaktivitäten nach orthopädischen OPs natürliche Grenzen setzen. Deshalb ist von den beteiligten Ärzten und Physiotherapeuten im Zuge des demografischen Wandels und immer ältereren Patienten noch mehr Einfühlungsvermögen und Geduld gefordert. 5th Swiss Orthogeriatrics Day: Grosses Interesse für das Empathietraining mit dem AgeExplorer®. Alle verfügbaren Plätze waren gebucht.Umfassende Informationen über den 5th Swiss Orthogeriatrics Day finden Sie hier: https://www.orthogeriatrics.ch/de/SAVE THE DATE für Donnerstag 5. September 2024 für den 6th Swiss Orthogeriatrics Day im LUKS Luzern.Informationen zu Empathietrainings für Ärzte und Pflegekräfte finden Sie hier: https://ageexplorer.com/aerzte/https://ageexplorer.com/fortbildungen-altenpflege-klinik/
Fortbildung Altenpflege für PflegefachkräfteSchon zum zweiten Mal durften unsere Schweizer Kollegen ein Empathie-Training für Pflegefachkräfte im Alterszentrum am Bach, Birmensdorf, durchführen. Eine erste Schulung war am 18. Oktober 2022. Wegen der positiven Rückmeldungen der teilnehmenden Pflegefachkräfte wurde die Schulung am 10. Oktober 2023 für eine weitere Gruppe von 24 Altenpflegekräften wieder angeboten. Empathietraining mit dem Altersanzug AgeExplorerAlterssimulation lässt verschiedene Einschränkungen des Alters am eigenen Körper spüren, z. B. Einschränkungen des Sehens und Hörens, das Erlebnis geringer werdender Kraft und Ausdauer. Seit über 30 Jahren wird diese Methode in der Aus- und Fortbildung Altenpflege für Pflegefachkräfte erfolgreich genutzt. eingesetzt. Alterssimulation ist eine Methode des erfahrungsbasierten Lernens. Genau darum geht es, wenn Pflegekräfte bei einer Fortbildung mit einem Altersanzug in die Welt betagter Personen eintauchen. Sie können dabei Erfahrungen sammeln aus einer ihnen noch unbekannten Welt, die für viele betagte Menschen aber Realität ist. Sie können erleben, wie Alltagsaktivitäten, z.B. das Zuknöpfen einer Bluse zu Herausforderungen werden. Sie spüren die Frustration, wenn das Aufstehen aus einem Sessel mühsam wird. Und sie erleben, wie Altersschwerhörigkeit Gefühle der Isolation auslösen kann.Alles ist für den Schulungstag Empathie vorbereitet.Knöpfe schliessen kann mit den Spezialhandschuhen des AgeExplorers zur Herausforderung werden.Das Visier simuliert eine veränderte Farbwahrnehmung im Alter. Manche Farben lassen sich dann nur noch mit Mühe unterscheiden.Ganz vorsichtig auf der Treppe. Der Handlauf wird mit jedem Lebensjahr wichtiger.Erfolg der Schulung für Mitarbeitende in der AltenpflegeJasmin Grieshaber, Stationsleitung Pflege 1 im Alterszentrum am Bach, bewertete die Fortbildung Altenpflege mit dem Altersanzug AgeExplorer sehr positiv:"Das Feedback der Mitarbeitenden zur Schulung mit dem AgeExplorer ist sehr gut ausgefallen. Es waren alle sehr interessiert dabei, neugierig gewisse Einschränkungen im Alter mal selbst erfahren zu können für eine kurze Zeit. Auch nach der Schulung hörte ich noch viele spannende und angeregte Unterhaltungen. Die Einführung zum Thema zusammen mit den Beispielen zu gelegentlichen «Missverständnissen», die es im Alltag mit unseren Bewohnenden geben kann, waren sehr gut nachzuvollziehen. Die praktische Erfahrung danach, als man die «Hilfsmittel» anzog, haben die Erfahrung/ Eindrücke verstärkt. Es wurden auch Themen aufgedeckt, welche im Alltag eines Bewohnenden eine Rolle spielen können, welche nicht alle bewusst auf dem Schirm hatten wie z.B. Schmerzen in den Händen, Farben, welche anders wahrgenommen werden, etc.Es war eine wertvolle Erfahrung und wichtig auch alltägliche Einschränkungen wie Hörverminderung etc. selber einmal erlebt zu haben, dies verstärkt das Verständnis / Einfühlungsvermögen der Mitarbeitenden sicherlich noch mehr in Zukunft."Die nächste Empathie-Schulung ist geplant für den 1. Oktober 2024.
Zukünftige Pflegefachfrauen und –männer erhalten viele Infos beim EinführungstagDetmold. Mit einem offiziellen Einführungstag wurden die neuen Auszubildenden bei diakonis jetzt im Mutterhaus durch Ausbildungskoordinatorin Suzanne Ritter und Michaela Wollny, Fachbereichsleitung Pflege, begrüßt. Suzanne Ritter, die die angehenden Pflegefachfrauen und –männer in ihrer praktischen Ausbildung zukünftig begleitet, hatte den Tag vielseitig vorbereitet. Gemeinsam besprach sie mit den jungen Frauen und Männern zunächst die organisatorischen Notwendigkeiten und Abläufe bei diakonis. Anschließend durften die „Neuen“ an verschiedenen Stationen ein paar praktische Übungen wie Essen anreichen oder den Alterssimulationsanzug „AgeMan“ ausprobieren. Aufstehen, gar nicht so einfach: Im AgeMan fühlt man sich, als wäre man schon ein alter Mensch.Mit dem Alterssimulationsanzug merkt man erst, wie mühsam zum Beispiel das Herausfischen aus einem Schälchen sein kann.Nach einem gemeinsamen Mittagessen berichtete Qualitätsmanagementbeauftragte Sandra Krieg über das interne Pflegeprogramm Vivendi und die Anwendung im Bereich der Dokumentation am PC. Diakonisse Brigitte Lange gab den jungen Menschen einen kurzen Einblick in die Entstehung und die fast 125-jährige Tradition von diakonis. Den Abschluss übernahm Pflegevorstand Dagmar Nitschke mit einem geistlichen Impuls.Auf die neun Auszubildenden wartet jetzt eine dreijährige Ausbildung, in der sie zur Pflege von Menschen aller Altersstufen (Kinder, Erwachsene, Senioren) befähigt werden.Nächster Ausbildungsstart bei diakonis ist der 1.8.2024 – inklusive Schulplatz an der eigenen Pflegeschule!Einfach schon jetzt bewerben … www.diakonis.de/ausbildung(af)#alterssimulationsanzugRepost von: https://diakonis.de/aktuelles-reader/diakonis-begruesst-die-neuen-auszubildenden
Fatale Sturzgefahr für Menschen über 80 durch Medikamente gegen Bluthochdruck
In einer Studie am Universitätsklinikum Freiburg (Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde/ Klinik für Zahnärztliche Prothetik) konnten Studenten in die Erfahrungswelt von Patienten mit körperlichen Einschränkungen eintauchen. Möglich wurde dies durch Simulationsanzüge, spezielle Brillen und Geräte, mit denen man Zittern der Hände erleben kann. Derart eingeschränkt mussten die Studierenden der Zahnmedizin mehrere Aufgaben bewältigen, u.a. Aufsuchen einer typischen Zahnarztpraxis, Reinigung von Zahnprothesen und Pflege ihrer eigenen Zähne. Eingeschränkt durch Spezialbrillen und Simulationsanzüge mussten Studierende der Zahnmedizin unter Betreuung von speziell geschultem Lehrpersonal vier Aktionsstationen absolvieren. Fotos: Janik RoesnerZwei Monate nach dieser Erfahrung wurden die Studierenden der Zahnmedizin gebeten, einen standardisierten Fragebogen auszufüllen, mit dem ihre Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen erfasst wurde. Der gleiche Fragebogen wurde auch von Studierenden beantwortet, die nicht an dem Simulationsprojekt teilgenommen hatten (Kontrollgruppe).ErgebnisDie aktiven Teilnehmer der Studie, welche die körperliche Einschränkungen selbst erfahren hatten, zeigten eine signifikant positivere Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderungen.Schlussfolgerung für das Studium der ZahnmedizinDie Autoren der Studie zeigen sich zuversichtlich, dass Simulationen in der durchgeführten Art, die Einstellungen und damit auch das Verhalten von angehenden Zahnmedizinern positiv beeinflussen können. Dies sei wichtig, um adäquate Rahmenbedingungen für die zahnmedizinische Betreuung von Menschen mit zahnmedizinisch-relevanten Behinderungen zu gestalten. Unwissenheit über die zahnmedizinische Relevanz von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen, erschwert die zahnmedizinische Betreuung dieser Personengruppe. Die konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit in Arztpraxen könne durch mehr Wissen über die aus Funktionseinschränkungen resultierenden speziellen Bedürfnisse gefördert werden. Selbsterfahrungen mit Simulationen von Einschränkungen im Studium der Zahnmedizin könnten dabei helfen.Quelle Hillebrecht A-L, Steffens S, Roesner AJ, Kohal R-J, Vach K, Spies BC. Effects of a disability-simulating learning unit on ableism of final-year dental students - a pilot study. Spec Care Dentist. 2023; 1-9. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/scd.12831Korrespondenz-Adresse: [email protected] zunehmende Beachtung von Patienten mit besonderen Bedürfnissen findet auch in der Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO) Niederschlag. In der aktuellen Fassung vom 22. September 2021 findet man einen neuen prüfungsrelevanten Querschnittsbereich: "Medizin und Zahnmedizin des Alterns und des alten Menschen", siehe https://www.gesetze-im-internet.de/zappro/ZApprO.pdf (S. 29, 51, 55).Ein Beitrag zum Thema Zahnmedizin für Senioren: https://agesuit.com/alterszahnmedizin-seniorenzahnmedizin-alterszahnheilkunde/
Auswirkungen der Altersschwerhörigkeit auf Sturzrisiko und GangbildNur wenige Menschen haben das Glück, bis ins hohe Alter ein perfektes Hörvermögen zu haben, nicht von Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) betroffen zu sein. Man geht davon aus, dass die Hörschwelle – die zum Hören nötige Lautstärke – ab dem 60. Lebensjahr jedes Jahr um rund 1 dB ansteigt.Rund 20 % der 60-69jährigen Menschen in Deutschland sind von Hörstörungen betroffen, über 40 % der 70-79jährigen, und bei den über 80jährigen haben mehr als 70 % Hörprobleme (von Gablenz et al. 2015).Die offensichtlichste Auswirkung einer Hörstörung sind Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit anderen Menschen oder beim Fernsehen. Weniger bekannt sind indirekte Folgen von Altersschwerhörigkeit, z.B. Depressionen, Schlafstörungen, höhere Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken oder einen Sturz zu erleiden.Schwerhörigkeit kann das Gangbild verändern und das Sturzrisiko erhöhenErst seit kurzem werden in der medizinischen Forschung Zusammenhänge zwischen Altersschwerhörigkeit und körperlicher Mobilität, Gangbild sowie Sturzrisiko untersucht. Die Gründe für die entdeckten Zusammenhänge sind noch weitgehend unbekannt und Gegenstand der weiteren Forschungen (Campos et al. 2018).Altersschwerhörigkeit kann das Sturzrisiko erhöhen.Foto: https://flic.kr/p/c3Z4BsWas man bis jetzt weiß – die FaktenAlte Menschen mit mittlerer bis starker Schwerhörigkeit haben (im Vergleich mit normal Hörenden) eine geringere Ganggeschwindigkeit, weniger Ausdauer beim Gehen und mehr Probleme, das Gleichgewicht (Balance) zu halten. Schon leichte Schwerhörigkeit kann die Ganggeschwindigkeit verringern.Schwerhörige alte Menschen haben eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit einen Sturz zu erleiden (Jiam et al., 2016).Altersschwerhörigkeit und Sturzrisiko: Was man vermutet – mögliche UrsachenEine erste mögliche Ursache für die beobachteten Zusammenhänge könnte sein, dass Hörorgan und Gleichgewichtsorgan im Innenohr eng benachbart liegen und über Nerven miteinander verbunden sind. Inzwischen weiß man auch, dass das Gleichgewichtsorgan – wie das Gehör und alle anderen Organe – einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen ist (Zalewski, 2015). Wie dieser Prozess im Detail abläuft, ist jedoch erst in Ansätzen bekannt (Azevedo, 2022).Andererseits gibt es Hinweise, dass Hör- und Gleichgewichtsstörungen unabhängig voneinander auftreten können (Lin & Ferrucci, 2012). Insofern ist es sinnvoll, weitere Ursachen für den Zusammenhang zwischen Altersschwerhörigkeit und Gangunsicherheit zu betrachten.Eine zweite Ursache könnte im begrenzten Arbeitsspeicher des menschlichen Gehirns liegen. Eine mögliche Erklärung lautet: Die Verarbeitung von akustischen Informationen erfordert für schwerhörige Menschen eine hohe Konzentration, die das Gehirn stark beansprucht. Dadurch stehen weniger Gehirnkapazitäten zur Verfügung, um Körperhaltung und Bewegungen zu kontrollieren (Koh et al., 2015; Wollesen et al., 2018).Ein dritter Ansatz geht davon aus, dass der menschliche Körper seine Geh- oder Laufgeräusche als akustische Rückmeldung benötigt, um seine Haltung und die Abfolge der Bewegungen zu steuern. Wenn Altersschwerhörigkeit diese Informationsquelle versiegen lässt, könnten Haltungs- und Gehprobleme folgen und das Sturzrisiko erhöhen. Diese akustischen Rückmeldungen könnten im Alter sogar besonders wichtig werden, um altersbedingte Funktionseinbussen des Gleichgewichtsorgans zu kompensieren.Einen ersten Beleg für diese Hypothese lieferen die Ergebnisse einer aktuellen Studie: Je stärker ausgeprägt die Höreinschränkung der Probanden war, desto ungleichmässiger waren ihre Schritte. Gemessen wurde dies durch Schwankungen der Zeit, während der beide Füsse beim Gehen gleichzeitig Bodenkontakt haben (double support time).Die Autoren schliessen daraus, dass akustisches Feedback für die Koordination beider Beine während der Fortbewegung wichtig sein könnte (vgl. Szeto et al. 2021).Aktuell lässt sich festhalten, dass bis jetzt nur Vermutungen und erste Hinweise bestehen, warum Altersschwerhörigkeit und Gangstörungen oft gleichzeitig auftreten. Möglicherweise werden zukünftige Forschungsarbeiten nicht nur eine, sondern mehrere Ursachen finden. Die bisher deutlich gewordene Komplexität der Zusammenhänge spricht durchaus für ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen.Was man tun kann, um Stürze zu vermeiden – Empfehlungen für alte Menschen, Angehörige, Ärzte und PflegepersonalObwohl die Forschung zu den Beziehungen zwischen Altersschwerhörigkeit und Sturzrisiko noch in vollem Gange ist, lassen sich vorliegenden Daten und Erkenntnisse schon praktisch für die Sturzprävention nutzen.Schon bei milden Höreinschränkungen sollte man prüfen (lassen), ob auch Gleichgewichtsstörungen vorliegen. Umgekehrt sollten Gleichgewichtsstörungen immer als Hinweis auf mögliche Hörstörungen gewertet werden.Verlangsamungen der Ganggeschwindigkeit und/ oder Verkürzung der Schrittlänge können ebenfalls auf Schwerhörigkeit hindeuten.Bei jedem Sturzereignis sollte Schwerhörigkeit als mögliche Sturzursache in Erwägung gezogen werden.Nicht geklärt ist bis jetzt, ob Hörgeräte Gangunsicherheit verringern und Stürze vermeiden können. Der Gedanke liegt nahe, jedoch können vorliegende Untersuchungen dies noch nicht belegen. Zu den Gründen dafür zählen u.a. zu kleine Stichproben und realitätsferne Versuchsanordnungen. Valide Untersuchungen mit alten Hörgerätenutzern erfordern u.a. eine langfristige Versuchsanlage, realitätsnahe Testbedingungen (kein Labor) und eine sorgfältige Rekrutierung der Probanden, was sehr zeit- und kostenaufwendig ist.Altersschwerhörigkeit und Sturzrisiko: Warten auf die Pharmaforschung oder Tanzen?Im Hinblick auf die weltweit wachsende Zahl alter Menschen mit entsprechenden Sturzrisiken ist zu hoffen, dass es in Zukunft vielleicht Medikamente geben wird, die den Alterungsprozess des Gleichgewichtsorgans verlangsamen oder kompensieren können (vgl. Azevedo, 2022).Bis dahin hilft älter werdenden Menschen allein der Hinweis, ihren Gleichgewichtssinn zu trainieren. Empfehlung Nr. 1 ist das Tanzen. Tanzen trainiert in idealer Weise und mit Spaß Gleichgewicht und Koordinationsfähigkeit. Und ganz nebenbei soll es auch noch Demenz verhindern.Tanzen trainiert Gleichgewicht und Balance und verringert das Sturzrisiko.Foto: https://flic.kr/p/vrXs5YWas Sie auch interessieren könnte: https://agesuit.com/sturzrisikofaktoren-und-empfehlungen-zur-sturzprophylaxe-globale-leitlinie-2023/https://agesuit.com/wenn-ich-schwerhoerig-werde-waere-ich-gerne-franzose/Literaturquellenhttps://agesuit.com/literaturquellen-altersschwerhoerigkeit-und-sturzrisiko/
Neue Datenbank mit lizenzfreien Fotos alter MenschenDas englische Centre of Ageing Better hat eine kostenlose Datenbank gestartet, die realistische Bilder alter Menschen enthält. Ziel sei es, stereotype und häufig negative Ansichten über das Alter zu revidieren. Die Fotos zeigen neutrale bis positive Bilder alter Menschen und sollen dazu beitragen, Altersdiskriminierung zu reduzieren und das Klischee zu widerlegen, dass die meisten älteren Menschen krank und gebrechlich seien. Die Datenbank enthält über 2 000 Fotos und wird regelmäßig aktualisiert. Sie bietet Journalisten, Organisationen und Einzelpersonen eine grosse Auswahl an Bildern alter Menschen. Beispiele der Bilder alter Menschen aus der Datenbank des Centre of Ageing BetterLink zur Datenbank mit Bildern alter Menschen: https://ageingbetter.resourcespace.com/pages/home.phpAuszug NutzungsbedingungenMan darf die Fotos kopieren, verändern, verbreiten, sogar für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis zu fragen.Die Nennung des Centre of Ageing Better ist nicht erforderlich, aber erwünscht.Link zu den vollständigen Nutzungsbedingungen: https://ageing-better.org.uk/sites/default/files/2021-05/Age-positive-image-library-May-21.pdfDer Initiator: Das Centre of Ageing BetterDas englische Centre of Ageing Better (Zentrum für besseres Altern) leistet Pionierarbeit, um ein besseres Altern für alle Menschen zu ermöglichen. Dazu gehört die Bekämpfung von Altersdiskriminierung, die Schaffung von altersfreundlichen Arbeitsplätzen und altersfreundlichen Wohnungen und Häusern.Jeder hat das Recht auf ein gutes Leben, wenn er älter wird, und unsere gesamte Gesellschaft profitiert davon. Viele Menschen sehen sich noch mit großen Hindernissen konfrontiert. Infolgedessen leben viele ältere Menschen in schlechten Wohnungen, haben mit Armut und schlechtem Gesundheitszustand zu kämpfen und fühlen sich in ihren Gemeinschaften und der Gesellschaft unsichtbar.Altersdiskriminierung, einschließlich Diskriminierung in der Beschäftigung, krasse Ungleichheiten in der Gesundheit und den finanziellen Verhältnissen der Menschen, chronisch unzureichende Investitionen in die Förderung eines guten Alterns und ein Mangel an politischer Aufmerksamkeit - all dies trägt zu diesem wachsenden und kritischen Problem bei.Im Centre of Ageing Better leisten wir Pionierarbeit, damit ein besseres Altern für alle Wirklichkeit wird. Unser Ziel ist es, die Verantwortlichen zu inspirieren und zu informieren, um die Ungleichheiten, mit denen ältere Menschen konfrontiert sind, zu beseitigen.Wenn wir es richtig anpacken, können mehr von uns bei guter Gesundheit und finanzieller Sicherheit leben und im Alter fair und mit Respekt behandelt werden.Quelle: https://ageing-better.org.uk/about-usEmma Twyning, Direktorin für Kommunikation am Centre of Ageing Better"Die neue Bilddatenbank ist ein wichtiger Schritt nach vorn: Im Allgemeinen sind ältere Menschen in den Medien, im Marketing und in Werbekampagnen unterrepräsentiert. Und wo wir Bilder von alten Menschen sehen, sind sie allzu oft durch die Extreme von Wohlstand und Ambition oder Verfall und Abhängigkeit gekennzeichnet, mit wenig dazwischen."Es ist unerlässlich, dass die Vielfalt des Alterns und die unterschiedlichen Erfahrungen des späteren Lebens in unserem Alltag genau dargestellt werden, sonst bleibt ein großer Teil der Bevölkerung unsichtbar.John Palmer, Direktor für Politik und Kommunikation bei Independent Age:"Wir freuen uns, dass wir an dieser neuen Sammlung mitgewirkt haben, um die Stereotypen darüber, was es bedeutet, heute im Vereinigten Königreich ein älterer Mensch zu sein, anzusprechen und zu hinterfragen."Ältere Menschen, die wir unterstützen, sagen uns häufig, dass die Bilder alter Menschen in den Medien nicht der Realität ihres Lebens entsprechen. Wir wissen, dass die über 65-Jährigen eine unglaublich vielfältige Gruppe mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen sind. Diese neue Kollektion wird diese Vielfalt beleuchten, um sie zu würdigen und die Schwierigkeiten zu zeigen, mit denen ältere Menschen konfrontiert sind, insbesondere diejenigen, die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben."Quelle: https://ageing-better.org.uk/news/images-highlight-diverse-experiences-ageing-across-englandWenn dieser Beitrag für Sie interessant war, könnte Ihnen auch der folgende Beitrag gefallen: https://agesuit.com/old-lives-matter/
Biologisches Alter des Menschen ist ein Forschungsschwerpunkt der Leonard Davis School of Gerontology (University of Southern California, Los Angeles)Credit: https://gero.usc.edu/Wissenschaftler der Leonard Davis School of Gerontology (University of Southern California, Los Angeles) haben eine Software entwickelt, mit der sich das biologische Gehirnalter und (kognitive) Krankheitsrisiken eines Menschen bestimmen lassen. Grundlage sind MRT-Bilder des Gehirns. Die Forscher gehen davon aus, dass sich im Gehirn viele krankheitsbedingte Veränderungen sehr früh finden lassen. Möglicherweise werden bildgebende Verfahren des Gehirns in einigen Jahren zur Standarddiagnostik zählen, wie Stethoskop und Ultraschall. Statt Ranglisten für Radiologen gibt es dann vielleicht Rankings der besten neuronalen Netzwerke zur Interpretation der Bilder.Seit vielen Jahren gibt es Ansätze, das biologische Alter von Menschen zu bestimmen. Man will auf diese Weise feststellen, ob ein Mensch biologisch jünger oder älter ist als der Durchschnitt der Menschen seines kalendarischen Alters, um darauf Rückschlüsse auf seinen Gesundheitszustand, Krankheitsrisiken und – letztlich – seine Lebenserwartung zu ziehen. Dazu gibt es inzwischen eine Vielzahl von Labor-Verfahren, die durch Analysen von z.B. Blut, Urin, Speichel oder Hautpartikeln Hinweise auf Alternsprozesse suchen. Darüber hinaus gibt es eine noch grössere Zahl von Fragebögen, mit deren Hilfe man innerhalb weniger Minuten Hinweise auf sein biologisches Alter bekommen soll. Auf Smartphones kann man entsprechende Apps installieren, z.B. Apps die anhand eines aktuellen Fotos das biologische Alter eines Menschen bestimmen wollen.Beispiele für Laborverfahren: https://www.longevityadvice.com/best-biological-age-tests/Beispiele für Fragebogen-Tests:https://www.biological-age.com/https://www.onmeda.dehttps://www.aok.deBeispiel für Desktop-App: https://www.microsoft.comSmartphone Apps sind in grosser Zahl im Apple App Store und Google Play Store verfügbar.Das von den Wissenschaftlern der kalifornischen Leonard Davis School of Gerontology entwickelte System lässt hoffen, dass man in Zukunft das biologische Alter eines Menschen sehr präzise bestimmen kann. Sie gehen davon aus, dass sich viele Altershinweise und altersbedingte Veränderungen, die heute z.B. mit Laborverfahren ermittelt werden, viel früher und präziser im Gehirn finden lassen. Grundlage dafür sind MRT Bilder des Gehirns, für deren Auswertung sie ein sogenanntes neuronales Netzwerk entwickelt haben. Diese Software haben sie durch das Einspeichern von über 4.000 MRT Bildern und den Altersangaben und Diagnosen der Patienten „intelligent" gemacht. Mit diesen Informationen kann das System nun neue MRT Bilder auswerten, indem es sie mit den gespeicherten Bildern vergleicht und Schätzungen abgibt über Alter und mögliche Krankheitsrisiken der Probanden.Welchen Nutzen hat die Bestimmung des biologischen Gehirnalters?Wenn das berechnete Gehirnhalter höher ist als das kalendarische Alter, kann dies auf zu erwartende kognitive Einschränkungen hindeuten. Die Forscher hoffen, dass man durch eine solche Form der Früherkennung demenzielle Prozesse erfolgreicher beeinflussen kann als bisher. Die künstliche Intelligenz gibt auch Hinweise, welche Gehirnareale vermutlich am stärksten von Alterungsprozessen betroffen sein werden und könnte deshalb maßgeschneiderte Therapien ermöglichen.Biologisches Alter: Die Gehirne von Frauen und Männern altern unterschiedlichDas von den Forschern entwickelte KI-Modell zeigt auch, dass manche Gehirnareale bei Männern schneller altern als bei Frauen, und umgekehrt. Bei Männern altert offensichtlich der Motorkortex, der willkürliche Bewegungen steuert, schneller. Dies könnte erklären, warum Männer häufiger als Frauen an Parkinson erkranken. Bei Frauen zeigen die MRT-Bilder ein relativ langsames Altern der rechten Gehirnhälfte. Da die rechte Gehirnhälfte für paralleles Verarbeiten von Informationen zuständig ist, könnte dies darauf hindeuten, dass die angeblich typisch weibliche Fähigkeit des Multi-Taskings, vielen Frauen auch im hohen Alter erhalten bleibt.Wie genau sind die Ergebnisse des KI-Systems zur Bestimmung des biologischen Alters?Die kalifornischen Wissenschaftler haben ihr System mit den MRT von 1.170 Patienten getestet, über die keine Informationen gespeichert waren. Die durchschnittliche Abweichung vom kalendarischen Alter betrug bei gesunden Probanden (deren kalendarisches und biologisches Alter im Durchschnitt übereinstimmt) nur 2,3 Jahre. Dieses Ergebnis ist um rund 1 Jahr präziser als mit einem vergleichbaren Modell, das bisher als „Goldstandard“ galt.Welche Rolle spielt KI in der Medizin?Künstliche Intelligenz hat sich in der wissenschaftlichen Medizin in den vergangenen rund 10 Jahren einen festen Platz erobert, vor allem in der Radiologie.2016 äusserten zwei US-Wissenschaftler die Überzeuung, dass sich die Tätigkeit von Radiologen schon in wenigen Jahren wesentlich ändern werde. Ihre Kernaufgabe bestehe heute weitgehend darin, digitale Bilder zu interpretieren – eine Tätigkeit, welche sehr bald von Algorithmen übernommen werde. Die Radiologie sei schon recht weit fortgeschritten auf diesem Weg: «Bei der Interpretation von Mammographien können Algorithmen bereits einen zweiten Radiologen ersetzen. Bald werden sie hier die menschliche Genauigkeit überholt haben.»«Algorithmen brauchen keinen Schlaf, sie sind um 2 Uhr nachts genauso präzise wie um 9 Uhr morgens.» Dr. Ziad Obermeyer, Harvard Medical School, BostonFür die Radiologie könnte dies bedeuten: Radiologen werden sich zu digitalen Spezialisten entwickeln, um Algorithmen überwachen zu können, welche in der Minute tausende Studien und Bilder verarbeiten. Zusätzlich werde man den erfahrenen Arzt immer brauchen, um Fälle zu beurteilen, die nicht eindeutig oder sehr neuartig sind.Insofern ist es nicht unrealistisch zu erwarten, dass bildgebende Verfahren in den kommenden Jahren eine noch viel grössere Bedeutung bekommen werden als sie heute schon haben.Was könnte die Zukunft bringen?Möglicherweise werden bildgebende Verfahren des Gehirns in einigen Jahren zur Standarddiagnostik zählen, wie Stethoskop und Ultraschall. Statt Ranglisten für Radiologen gibt es dann vielleicht Rankings der besten neuronalen Netzwerke zur Interpretation der Bilder.Auf den ersten Blick erscheint dies technisch kaum realisierbar, wenn man die heutigen Anschaffungs- und Betriebskosten bildgebender Verfahren betrachtet. Die Perspektive eines weltweiten Gerätemarktes im Volumen der Ultraschalldiagnostik könnte von einigen der Hersteller aber als attraktiv erachtet werden und die Entwicklung preiswerter und kleiner bildgebender Verfahren voran treiben. Falls die Medizingerätehersteller für eine solche Chance zu träge sind, wäre ein solcher Markt ein attraktives Betätigungsfeld für die Hersteller von Smartphones. Apple und Samsung gehören schon heute zu den innovativsten Unternehmen der Welt.Was versteht man unter einem MRT?Link zu einer gut verständlichen Erklärung: https://www.praktischarzt.de/untersuchungen/mrt/Was versteht man unter einem neuronalen Netzwerk?Das Konzept der neuronalen Netzwerke stammt aus der Medizin. Ein grundlegender Artikel dazu ist 1990 von einem Neurologen veröffentlichet worden. Aktuell wird der Begriff „neuronales Netzwerk“ intensiv in der Informationswissenschaft verwendet, vor allem im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz.Neuron ist der wissenschaftliche Begriff für Nervenzellen. Nervenzellen sind Zellen, die mit anderen Zellen kommunizieren können, Informationen senden und empfangen können. Man schätzt, dass das menschliche Gehirn aus rund 90 Milliarden Nervenzellen besteht.Ein künstliches neuronales Netz orientiert sich in seiner Funktionsweise am menschlichen Gehirn. Die Nervenzelle, das Neuron, wir durch eine mathematische Formel dargestellt, die einen Input verarbeitet und daraus einen Output generiert. Die Werte der Formel werden durch die Ausgangsdaten definiert. Viele künstliche Neuronen (= Formeln) arbeiten zusammen und ergeben ein neuronales Netz, eine Art künstliches Gehirn.Neuronale Netze zeichnen sich dadurch aus, dass Computer - ähnlich wie das menschliche Gehirn - mit ihrer Hilfe eigenständig Probleme lösen und ihre Fähigkeiten verbessern können.Link zu einer weitergehenden, sehr verständlichen Beschreibung: https://www.wfb-bremen.de/de/page/stories/digitalisierung-industrie40/was-ist-ein-neuronales-netzBiologisches AlterLiteraturChenzhong, Y et al. “Anatomically interpretable deep learning of brain age captures domain-specific cognitive impairment” Proceedings of the National Academy of Sciences(PNAS), January 3, 2023, 120 (2) e2214634120, https://www.pnas.org/doi/epdf/10.1073/pnas.2214634120Obermeyer, Z & Emanuel, E “Predicting the Future — Big Data, Machine Learning, and Clinical Medicine” N Engl J Med. 2016 September 29; 375(13): 1216–1219. doi:10.1056/NEJMp1606181, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5070532/pdf/nihms821556.pdfDas könnten Sie auch interessieren: Impfung gegen Demenz und Alzheimer?
Quelle: https://www.alz.org/blog/alz/december-2022/5-important-things-we-learned-about-alzheimers-in1. Konkrete Hinweise, dass Multivitaminpräparate die Gehirnalterung verlangsamen können.Eine Studie (Sept. 2022) ergab, dass die tägliche Einnahme (über drei Jahre) eines Multivitamin-Mineralstoff-Präparats zu einem statistisch signifikanten kognitiven Nutzen führt. Dies ist die erste positive, gross angelegte Langzeitstudie, die zeigt, dass die Einnahme eines Multivitamin-Mineralstoff-Präparats bei älteren Erwachsenen den kognitiven Alterungsprozess verlangsamen kann. Quelle: https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/alz.127672. Hochverarbeitete Nahrungsmittel können kognitive Einschränkungen fördern.Ergebnis einer 8jährigen Langzeitstudie, veröffentlicht im Dezember 2022. Beispiele für hochverarbeitete Lebensmittel: abgepacktes Brot, Cerealien und Fruchtjoghurts mit Zuckerzusatz und Zusatzstoffen, viele Erfrischungsgetränke und Süsswaren, salzige oder frittierte Snacks, viele Fertiggerichte, verarbeitetes Fleisch in Form von Wurst usw. Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/27991403. Hoffnung: Hörgeräte können das Demenzrisiko von Schwerhörigen verringern.Seit längerem ist bekannt, dass Schwerhörigkeit ein Demenzrisiko darstellt. Eine am 5. Dezember 2022 veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass das Tragen eines Hörgeräts das Demenzrisiko um19 % verringert. Interessant in diesem Zusammenhang: Seit August 2022 sind Hörgeräte für schwache bis mittlere Höreinschränkungen in den USA frei verkäuflich. Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/2799139 https://agesuit.com/3-wichtige-erkenntnisse-ueber-demenz-aus-dem-jahr-2022/
Neues Produkt Simulationsbrillen zum Erleben einer Sehbehinderung durch eingeschränkte Restsehfähigkeit 4 Brillen mit Restsehfähigkeit von 80 %, 40 %, 20 % und 10 % Zur Prüfung der Barrierefreiheit von Gebäuden für Menschen mit Sehschwäche empfiehlt die Bundesfachstelle Barrierefreiheit (der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See) u.a. eine Simulationsbrille mit einer Restsehfähigkeit von 10 %.
https://agesuit.com/simulationsbrillen-sehbehinderung-sehschwaeche/
Impfung gegen Demenz und Alzheimer?
Impfung Demenz Alzheimer "Wird es eines Tages einen Impfstoff gegen Demenz und Alzheimer geben?" - Als Wissenschaftler stelle ich die Gegenfrage: "Warum nicht?" Bestärkt werde ich in meiner Zuversicht durch eine Reihe von Forschungsergebnissen, die den allgemeinen Kontext "Impfungen und Demenz" analysiert haben. Gerade vor einigen Tagen - am 15. November 2021 - wurde in The journal of nutrition, health & aging ein Beitrag veröffentlicht, der Mut macht.
Common Adult Vaccinations may Reduce Risk for Dementia
Unter diesem Titel berichten Jeffrey F. Scherrer und vier Kollegen von der Saint Louis University School of Medicine über ihre aktuellen Forschungsprojekte. https://doi.org/10.1007/s12603-021-1695-2 Nachfolgend die aus meiner Sicht spannendsten Fakten. Doisy Research Center der Saint Louis University School of Medicine Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/94/Doisy_Research_Center.jpg WikipediaWatchDog, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons
Theoretische Grundlage
Es gibt Hinweise, dass Virus-, Pilz- und bakterielle Entzündungen an der Entstehung von Demenz beteiligt sind. Insofern könnte es möglich sein, dass Impfungen, die Erkrankungen verhindern, die mit solchen Entzündungen einhergehen, auf indirektem Wege das Demenzrisiko verringern. Bereits vor 20 Jahren (2001) gab es empirische Belege für diese Vermutung. Daten der sogenannten Canadian Study of Health and Aging zeigten einen Zusammenhang zwischen Impfungen gegen Diphterie, Polio, Tetanus mit der Häufigkeit des Auftretens von Demenz im Alter. Die Geimpften hatten einen deutlich geringeren Anteil an Alzheimerpatienten ("60% lower AD incidence"). Past exposure to vaccines and subsequent risk of Alzheimer's disease
Aktuelle empirische Belege für einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Demenz: drei Studien
Mit zwei aktuellen Datensätzen haben Scherrer et. al. weitere Belege für einen Zusammenhang zwischen Impfungen und demenziellen Erkrankungen gesucht. In einer ersten Studie fanden sie folgendes Ergebnis: Patienten, die im Laufe ihres Lebens Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis erhalten hatten, zeigten im Vergleich mit den Ungeimpften einen geringeren Anteil an demenziell Erkrankten (42% less likely to develop dementia). Lower Risk for Dementia Following Adult Tetanus, Diphtheria, and Pertussis (Tdap) Vaccination In einer weiteren Studie analysierten die Autoren einen möglichen Zusammenhang zwischen Influenza-Impfungen und Demenz. Ergebnis: Bei Probanden mit 1 - 5 Impfungen konnte kein protektiver Effekt gemessen werden. Bei sechs und mehr Impfungen im Verlauf des Lebens konnte ein signifikanter positiver Einfluss der Influenza-Impfungen nachgewiesen werden. Dementia risk following influenza vaccination in a large veteran cohort In einer dritten Analyse untersuchten die Autoren der Saint Louis University School of Medicine den Effekt von Herpes Zoster Impfungen auf das Demenzrisiko. Wieder das gleiche Bild: Die Geimpften hatten ein geringeres Risiko an Demenz zu erkranken (Studie war am 19. November noch nicht veröffentlicht).
Erklärungsansätze für den Zusammenhang zwischen Impfungen und Demenz
Scherrer et al. sehen keine spezifischen Effekte einzelner Impfstoffe auf das Demenzrisiko. Dafür sei das Spektrum der betrachteten Impfstoffe - bei vergleichbarer protektiver Wirkung - zu groß gewesen. Auch Störvariabeln wie sozialer Status, Gesundheitsverhalten usw. schliessen sie als Erklärungen aus, da sie diese Variablen in ihren Analysen weitestgehend kontrolliert hatten. Sie vermuten stattdessen, dass Impfungen das Immunsystem trainieren, erfolgreicher mit viralen, bakteriellen und nicht-infektiösen Entzündungsrisiken umzugehen und dadurch Entzündungsprozesse verhindern, die neuroanatomische Schäden verursachen können. Meine Einschätzung: Die Forschung zum Themenkreis "Demenzprävention durch Impfung" steht ganz am Anfang. Zuversichtlich stimmt mich, dass allgemeine Effekte, die indirekt auf das Demenzrisiko wirken, offenbar vorhanden sind. Diese Forschungsergebnisse könnten Impulse geben, wie ein Impfstoff beschaffen sein müsste, der gezielt neurale Entzündungsprozesse und nachfolgende Schäden wie Demenz und Alzheimer verringern könnte. Übrigens: Sinneseinschränkungen können das Auftreten einer Demenz fördern. Mehr dazu hier. Impfung Demenz Alzheimer
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