Im Bus...
-17 °C hat das Thermometer heute morgen gesagt. Und so langsam wird auch mir ein wenig frisch. Ich bin zwar immer gur eingepackt, aber die Beine reiben doch an der kalten Innenseite meiner Hose, doch für lange Unterhosen ist es dann doch noch zu früh. "Wir befinden uns gerade in einer Übergangsphase" sagt die Mitarbeiterin der Bibliothek, in der ich regelmäßig bin. "Schau mich an, mein Pullover tötet mich, ich sehe aus, wie ein weißer Bär! Heute wäre ich ohne ihn gestorben und jetzt durch ihn."
Das nennen die also Übergang, wenn es morgens bitterbitterkalt und nachmittags dann nur noch bitterkalt ist. Aber so langsam habe ich mich auch daran gewöhnt. Und oft ist es auch einfach schön.
Der ganze Park liegt wie ein ewig weißem Zuckerguss. Nichts taut, alles ist gefroren, Eiszapfen nehmen bizarre Formen an und in der Mittagssonne funkelt es wie Diamantstaub. Und dann komme ich daher und hüpfe durch den frisch gefallenen Neuschnee. Die geräumten Wege sind uninteressant. Solche Sätze sollte man ja besser mit "Als Kind liebte ich es..." aber nein, ich finds immer noch geil frische Schneehaufen mit meinen Füßen zu durchkämmen. Oder im Herbst Laub. Like!
Und das zählt dann zur täglichen Freude auf dem Weg zur Arbeit. Über mehrere Parkplätze, Treppen, über einen befestigten Bürgersteig, über einen unbefestigten Bürgersteig, über eine Todeskreuzung, über so Bretter, die auf dem Boden liegen, über eine monumentale Freitreppe und noch eine Todesstraße mit 6 Spuren muss ich klettern, um erst zur Bushaltestelle zu kommen.
Morgen kommen die Busse im Minutentakt. Meistens kann ich auch sitzen. Eigentlich sind die Russen hier sehr streng mit der unerhörten Politik, jeder ein wenig in die Jahre gekommenen Frau einen Sitzplatz anzubieten. Ich halte das für Diskriminierung und handele im Sinne der Gleichberechtigung von Mann und Frau, wenn ich sitzen bleibe. Ich senke meinen Kopf und mit meinem Fellmützchen erkennt auch niemand, dass ich noch nicht gebrechlich bin. Und man mag es nicht, nein wirklich nicht glauben. Die Busse scheinen in 25 Betriebsjahren schon zehn Mal um die Welt gefahren zu haben (dementsprechend sehen sie aus). Aber doch, es gibt kostenloses WIFI, und das in Höchstgeschwindigkeit. Super für deutsche Nachrichten per Internetradio.
Nach zehn Minuten bin ich in der Stadt, und dann durch den Park mit dem Schnee... Meistens habe ich in diesen Tagen nasse Hosenbeine, wenn ich ins Büro komme...
Tschas Pik auf der Bolschewinstskaya (Rush hour)
Tarif: 17 Rubel, WLAN inklusive!
Sie haben Humor, die Russen, nein, nicht von mir. ^^









