august melancholic // 2025
Sweet Seals For You, Always
Stranger Things

@theartofmadeline
Game of Thrones Daily
noise dept.
Cosimo Galluzzi

titsay

No title available
Today's Document
occasionally subtle
Keni

izzy's playlists!

Kiana Khansmith
$LAYYYTER

shark vs the universe
styofa doing anything
Three Goblin Art
Jules of Nature
sheepfilms
KIROKAZE

seen from Malaysia
seen from United States

seen from Malaysia

seen from South Africa

seen from United Arab Emirates
seen from United States

seen from Singapore

seen from Malaysia

seen from Canada

seen from United States
seen from France
seen from Russia
seen from United States

seen from United Kingdom
seen from United Kingdom

seen from Malaysia
seen from Israel

seen from Australia
seen from Bosnia & Herzegovina

seen from Türkiye
@buendischerwaldgang
august melancholic // 2025
Wildungen, Germany 1921
Immer füllst du dich neu, See, den die Trauerweiden, Schilf und Rohre umkleiden, eben den Ufern treu – :
Ufern – Kiesel im Sand, einem feuchten, glänzenden, hellen, doch schon beginnst du zu schwellen, denn die Flüsse im Land
wenden zu dir den Lauf, füllen dich – Tränen, das Wasser Verlassener und Verlassner, trinken die Ufer auf.
Wasser, das zögernd spricht, dunkles, derer und dessen, sein Wort heißt: „willst du vergessen?“ „Nein, ich will es nicht“.
– Gottfried Benn, Ein See
Storm, ca. 1940 - by Rose Simmonds (1877 - 1960), English/Australian
Weißenfels, Germany 1900s
Damals, vor dem großen Kriege, da sich die Begebenheiten zutrugen, von denen auf diesen Blättern berichtet wird, war es noch nicht gleichgültig, ob ein Mensch lebte oder starb. Wenn einer aus der Schar der Irdischen ausgelöscht wurde, trat nicht sofort ein anderer an seine Stelle, um den Toten vergessen zu machen, sondern eine Lücke blieb, wo er fehlte, und die nahen wie die fernen Zeugen des Unterganges verstummten, sooft sie diese Lücke sahen. Wenn das Feuer ein Haus aus der Häuserzeile der Straße hinweggerafft hatte, blieb die Brandstätte noch lange leer. Denn die Maurer arbeiteten langsam und bedächtig, und die nächsten Nachbarn wie die zufällig Vorbeikommenden erinnerten sich, wenn sie den leeren Platz erblickten, an die Gestalt und an die Mauern des verschwundenen Hauses. So war es damals! Alles, was wuchs, brauchte viel Zeit zum Wachsen; und alles, was unterging, brauchte lange Zeit, um vergessen zu werden. Alles aber, was einmal vorhanden gewesen war, hatte seine Spuren hinterlassen, und man lebte dazumal von den Erinnerungen, wie man heutzutage lebt von der Fähigkeit, schnell und nachdrücklich zu vergessen.
Joseph Roth, Radetzkymarsch
George Rose - Champagne Cauldron, Wairakei, New Zealand, c.1909
The Temple of Concord in the Valley of the Temples by Konrad Helbig (1955), Agrigento, Sicily
the last sunlight
Burgk Castle, Germany 1910
Zawisza the Black in a Duel with John II of Aragon by Michal Bylina
Otto Wunderlich
Segovia, Spain. Roman Aquaduct, 1920
Seinetwegen füllte sich die Frühlingsnacht mit einem so gelinden, süßen Weh, seinetwegen standen die Sterne so unerreichbar hoch am Himmel, und ihm allein blinkte ihr Licht so vergeblich sehnsüchtig zu.
Joseph Roth, Radetzkymarsch
Dmitry Kochanovich Choice
Muße ist eine Gestalt jenes Schweigens, das eine Voraussetzung ist für das Vernehmen von Wirklichkeit: nur der Schweigende hört; und wer nicht schweigt, hört nicht. Solches Schweigen ist nicht stumpfe Lautlosigkeit, nicht totes Verstummen. Muße ist die Haltung des empfangenden Vernehmens, der anschauenden, kontemplativen Versenkung in das Seiende.
Josef Pieper, Muße und Kult
"Riders in the Mist" by Albert Welti, 1912
Kurt Hielscher - At Loewenberg Silesia, 1931