Die Wissenschaft des Cuckold-Lebensstils
Von Sextherapeutin & Beziehungsratgeberin Susan Gower, ĂŒbersetzt aus dem Englischen von rogersxworld.tumblr.com
Nachdem ich viele Jahre die menschliche SexualitĂ€t studiert habe, ist es fĂŒr mich unstreitig geworden, dass eine Cuckold-Beziehung (in der die Ehefrau sexuelle AktivitĂ€ten mit einer Vielzahl von MĂ€nnern hat, wĂ€hrend ihr Ehemann ihr treu bleibt) am besten mit der menschlichen Evolution vereinbar ist. Es unterscheidet sich deutlich von den evolutionĂ€r begrĂŒndeten menschlichen Beziehungen, die so viele MissverstĂ€ndnisse und Konflikte zwischen den Geschlechtern produziert hat.
Am Anfang dieses Prinzips muss man die Psychologie der Frau verstehen, auf die das Verlangen nach einer Vielzahl an Sexpartner grĂŒndet. Psychisch sind Frauen anders verdrahtet als MĂ€nner. Eine Frau hat einen zweigleisigen Sexualtrieb.
Der erste fokussiert sich darauf einen Partner fĂŒrâs Leben zu finden, der sie und ihre Nachkommen unterstĂŒtzt. Das ist der Grund warum (und zu welchem Zeitpunkt) Liebe so ein wichtiger Teil des sexuellen Verlangens der Frau ist. Der zweite ist ein Verlangen danach, eine Vielfalt des besten genetischen Materials zu bekommen um die bestmöglichen Kinder zu produzieren.
Dieses zweite Verlangen beginnt in der Frau zu wachsen sobald sie einen Partner gefunden hat und wird stĂ€rker je mehr Zeit mit ihm vergeht. SchlieĂlich ĂŒbertrifft dieser stĂ€rkere Trieb ihr sexuelles Verlangen nach ihrem Partner. Das ist der Grund warum das sexuelle Verlangen nach ihrem Ehemann ĂŒber die Zeit immer weniger wird. Parallel wird ihr sexuelles Verlangen nach anderen MĂ€nnern immer stĂ€rker. Oftmals wird dieses Verlangen nach anderen MĂ€nnern so stark, dass sie es nicht verleugnen kann. Das macht sie nicht unmoralisch oder bedeutet nicht, dass sie ihren Ehemann nicht mehr liebt. Es ist einfach ein Teil ihres genetischen Codes.
Psychologische sexuelle Unterschiede zwischen MĂ€nnern und Frauen stĂŒtzen ebenfalls die Cuckold-Beziehung als das Ideal fĂŒr die Ehe. Es ist bekannt, dass Frauen ihren sexuellen Höhepunkt erst in ihren dreiĂiger Lebensjahren erreichen, wĂ€hrend MĂ€nner ihn erreichen wenn sie 20 sind. In der typischen Ehe ist die Ehefrau generell jĂŒnger als ihr Ehemann, oder im gleichen Alter. Als Resultat hat sie, aufgrund ihres biologisch-basierten Sexualtriebes, einen gröĂeren sexuellen Appetit, der ihr mehr sexuelle BedĂŒrfnisse als ihrem Mann beschert.
Sie braucht öfter sexuelle Begegnungen, lĂ€ngere sexuelle Begegnungen und öfter Orgasmen als ihr Ehepartner. Ihr Ă€lterer oder gleichaltriger Ehemann hingegen will weitaus weniger Sex als seine Frau. Oftmals dauert es nur weniger Minuten bis er den Höhepunkt erreicht und anschlieĂend hat er kein weiteres Interesse an Sex, sodass seine Ehefrau unbefriedigt und frustriert zurĂŒckbleibt. WĂ€hrend die Ehe fortdauert, vergröĂert sich diese Diskrepanz dramatisch, bis zu dem Punkt, wo die Ehefrau sich fĂŒr gewöhnlich einen oder mehrere heimliche Liebhaber auĂerhalb der Ehe sucht.
Zusammengefasst hat die Natur der Frau nicht nur einen zweigleisigen und exponentiell stĂ€rker ausgeprĂ€gten Sexualtrieb als MĂ€nner gegeben. Sie hat der Frau auch die FĂ€higkeit gegeben, eine weitaus gröĂere Anzahl, eine gröĂere IntensitĂ€t und höhere Vielfalt von sexuellem VergnĂŒgen und Orgasmen als MĂ€nner zu erleben. Das ist die Art der Natur die Frau zu motivieren nach sexuellen AktivitĂ€ten zu suchen, unter BerĂŒcksichtigung welche Risiken sie auf sich nimmt. Obwohl die heutigen VerhĂŒtungsmittel dieses Risiko zum gröĂten Teil reduzieren, tragen sie nicht dazu bei, die internen Auslöser fĂŒr den Trieb nach einer Vielfalt an Sex und Sexpartnern zu verringern. Wenn ĂŒberhaupt, dann ist die Verringerung des Risikos ein Grund mehr ihrem Trieb nach VergnĂŒgen nachzukommen und zu intensivieren.
Als Resultat daraus kann eine Frau einen gröĂeren Umfang und eine gröĂere IntensitĂ€t sexueller Lust, sowie unterschiedlicher Orgasmen erleben. Neben der Lust und den Orgasmen durch manuelle, orale und durch koitale Stimulation der Klitoris, von denen sich alle drei unterschiedlich anfĂŒhlen, kann eine Frau komplett unterschiedliche Empfindungen und komplett unterschiedliche Orgasmen durch die Stimulation ihres G-Punktes durch einen gut ausgestatteten Mann erreichen.
Eine Frau kann sogar einen Orgasmus durch die richtige Stimulation ihrer Brustwarzen bekommen, sofern sie vorher in einen Zustand der intensiven Erregung ihrer Klitoris gebracht wurde. Stimulation ihrer Klitoris und der Brustwarzen zur selben Zeit kann ihr sogar einen weiteren einzigartig intensiven Orgasmus bescheren. Ihre absolut höchste Lust ist die orale oder manuelle Stimulation ihrer Klitoris, wĂ€hrend gleichzeitig ihr G-Punkt stimuliert wird. Es ist interessant, dass das am besten dadurch erreicht wird, dass mehrere Sexpartner genutzt werden, vorausgesetzt, dass man von der von Natur aus vorgesehenen Mann/Frau/Mann Konstellation ausgeht. SchlieĂlich ist der krönende Gipfel der sexuellen Ăberlegenheit der Frau ihre Möglichkeit, multiple und Ganzkörper-Orgasmen erleben zu können.
MĂ€nner sind auf der anderen Seite sexuell deutlich einfacher. Stimuliere die Spitze ihrer Eichel (der kleine Punkt an der Spitze des Penisses an der Unterseite) und sie spritzen ab. MĂ€nner können sogar fast denselben Level der Befriedigung durch Masturbation erreichen, wie sie es durch die DurchfĂŒhrung des Aktes mit einer Frau erfahren. FĂŒr Frauen gibt die Selbstbefriedigung nur fĂŒr eine kurze Zeit Erleichterung. Frauen mĂŒssen Sex mit einem Partner haben um voll befriedigt zu sein, insbesondere psychologisch.
Der Mann hat auĂerdem einen weitaus einfacheren Sexualtrieb als die Frau. Er will sich einfach mit jeder Frau paaren die er begehrenswert findet. Je lĂ€nger er keinen Sex hat, desto stĂ€rker wĂ€chst sein Verlangen und das Kriterium anhand derer er eine Frau begehrenswert findet, sinkt. Weil es die Frau ist, die entscheidet ob er Sex mit ihr haben darf oder nicht, ist sein sexuelles Verlangen nach ihr also verbunden mit ihrer Erlaubnis. WĂ€hrend er sich mehr fĂŒr sie interessiert, wĂ€chst das Verlangen sie zu befriedigen - um Sex zu bekommen - und kann fĂŒr ihn unermesslich werden. Das ist der Grund, warum man öfter MĂ€nner sieht, die sich total albern vor Frauen verhalten die sie begehren, obwohl sie keine Chance haben mit ihnen Sex zu haben. Das ist auch der Grund warum, einmal verheiratet, ein Mann seine Frau fĂŒr selbstverstĂ€ndlich betrachtet. Jetzt wo er einfach von ihr Sex bekommen kann, wird sie weniger begehrenswert fĂŒr ihn.
Man könnte jetzt denken, dass das ein gutes Argument fĂŒr eine offene Ehe wĂ€re, wo sich Ehefrau und Ehemann beide sexuelle Partner auĂerhalb der Ehe suchen können. Interviews mit Paaren aus offenen Ehen haben gezeigt, dass diese Ehen fast ausschlieĂlich zu einem Wettbewerb zwischen den beiden Ehepartnern fĂŒhren, wer mehr Sex mit mehr Partnern hat. Eine Frau wird diesen Wettbewerb immer gewinnen, denn es ist viel leichter fĂŒr Frauen einen Sexualpartner zu finden, als fĂŒr einen Mann. Der Wettbewerb kann aber fies, hĂ€sslich und oft grausam werden. Eine Frau wird oftmals so tief in den Wettbewerb gezogen, dass sie mit viel mehr MĂ€nnern Sex haben wird, als sie eigentlich wollte. Und ihren Ehemann wird das MissverhĂ€ltnis stören, weil er nicht mit ihr mithalten kann. Diese Art von Wettbewerb zerstört eine Ehe fast immer.
Das Konzept der offenen Ehe beruht auf der falschen Annahme, dass MĂ€nner eine Vielzahl von Sexualpartnern brauchen. WĂ€hrend die Erkenntnisse zeigen, dass eine verheiratete Frau sowohl physiologisch als auch psychologisch eine Vielfalt an Sexualpartnern braucht, stimmt es beim verheirateten Mann nicht.
Der genetische Code, der den Mann antreibt, ist die Jagd, nicht der Bedarf an Vielfalt. Klinische Studien an verheirateten MĂ€nnern, deren Verlangen nach ihrer Frau abgeklungen ist und sich anderen Frauen zugewandt hat, haben gezeigt, dass sich das Verhalten der MĂ€nner komplett gewandelt hat, als die Frauen damit anfingen, Erregen- und Verweigern-Techniken an ihren MĂ€nnern anzuwenden.
Diese Techniken flöĂen ihren EhemĂ€nnern eine Unsicherheit ein, ob sie den Sex-Akt mit ihr vollziehen dĂŒrfen oder nicht. Mit der Zeit, Studie nach Studie, wurde das Verlangen des Ehemannes komplett auf ihre Ehefrauen zurĂŒck fokussiert. Sie verloren jedes Interesse an anderen Frauen. Die Ehefrauen in diesen Studien konnten sogar die Stufe des Interesses ihres Ehemanns variieren, indem sie das Anwenden der  Erregen- und Verweigern-Techniken erhöhten oder verringerten. Es wurde weiterhin herausgefunden, dass, wenn dieselben Frauen wieder zu traditionellen Sexpraktiken zurĂŒckkehrten, ihre MĂ€nner wieder das Interesse verloren und erneut in anderen Frauen nach neuen Sexualpartnern suchten.
Interessanterweise gab es im viktorianischen Zeitalter der sexuellen UnterdrĂŒckung (Anmerkung: In etwa 1837 bis 1901) einen ungewöhnlichen Mix von Cuckolderei und sexueller Erregen- und Verweigern-Techniken die auf MĂ€nner angewandt wurde. Damals wurde geglaubt, dass viele Gebrechen durch das zu hĂ€ufige Ejakulieren des Mannes verursacht wurden. Die Menschen glaubten, dass der Verlust von Sperma zu einer Vielzahl von Krankheiten fĂŒhrte; angefangen von Asthma bis hinzu Geisteskrankheiten. Als Resultat wurden oftmals KeuschheitsgĂŒrtel fĂŒr MĂ€nner verordnet. Diese Praxis war so gelĂ€ufig, dass es ĂŒber zweihundert Patente auf mĂ€nnliche KeuschheitsgĂŒrtel aus dieser Zeit gibt.
Umgekehrt wurde zur selben Zeit geglaubt, dass Frauen durch Mangel an sexueller Entlastung hysterisch wurden. Orgasmus-Therapie wurde als Behandlung und PrĂ€vention der weiblichen Hysterie eingesetzt. Die Frauen besuchten ihren Arzt, oder der Arzt kam zu ihnen ins Haus, um manuell oder geheim, mit intimerem Hintergrund, ihr Orgasmen zu verschaffen. Zumeist waren es verheiratete Frauen, die diese Therapie verlangten, manchmal bis zu drei Mal die Woche. Manche Aufzeichnungen von Ărzten notierten, dass die Nachfrage so groĂ wurde, dass sie die Besuche auf ihre Assistenten delegierten.
Eine strukturierte Praxis der weiblichen Befriedigung und mÀnnlicher Enthaltung entwickelte sich schnell. Frauen hatten viel Freizeit und verbreiteten die Vorteile der Orgasmus-Therapie und Ehegatten-Keuschhaltung in den populÀren Frauenkreisen, die damals weit verbreitet waren.
Weil MĂ€nnern keine Selbstdisziplin zugetraut wurde, gab man den Frauen fĂŒr gewöhnlich den SchlĂŒssel fĂŒr den KeuschheitsgĂŒrtel. Eine Art geheimer Bund entstand, in denen sich die Frauen selbst âKeyholderâ (SchlĂŒsselbesitzer) nannten. Die SchlĂŒsselbesitzerinnen verweigerten ihren EhemĂ€nnern Sex, wĂ€hrend sie die Dienste ihrer Ărzte und AssistenzĂ€rzte genossen, oder sich heimlich zu Sex mit anderen MĂ€nnern trafen. In diesen Frauenclubs wurden den Frauen wiederum andere Frauen vorgestellt, die unzufrieden mit ihren EhemĂ€nnern waren und empfahlen Keuschheit fĂŒr den Ehemann und Hysterie-Behandlung fĂŒr sich selbst.
Ărzte, die eine Frau begehrenswert fanden, verschrieben dasselbe um Zugang zu ihr zu bekommen.
Einige Aufzeichnungen von Frauen aus dieser Zeit erzĂ€hlen von ihren Erlebnissen mit Ărzten, Assistenten und anderen verfĂŒgbaren MĂ€nnern. Der Scherz, dass der Postbote und der Milchmann mehr als Post oder Milch bringen, ist sehr eng mit diesen Fakten verwurzelt. Â
Es ist interessant, dass sich eine ganze Gesellschaft um Frauen herum entwickelte, die Sex mit anderen MĂ€nnern hatten, wĂ€hrend ihr Mann ihnen treu bleiben musste. Es ist nicht ungewöhnlich in den Aufzeichnungen der Frauen so etwas zu finden wie: âIch hatte einen tollen Tag heute. Nach einem fĂŒr uns beide, Doktor Elbridges jungem Assistenten und mich, befriedigendem Besuch, verbrachte ich einen entzĂŒckenden unterhaltsamen Abend damit, die Lust meines armen Mannes, der derzeit keinen Samen verlieren darf, nah an den Gipfel zu treiben. Seine Fratzen waren ziemlich erheiternd und erhöhten meine eigene Lust. Wie immer zeigte er seine Zuwendung, indem er mich auf eine höchst köstliche französische Art verwöhnte (Meine Geschichte wird morgen zum Tee die fabelhafteste der unartigen Geschichten aller Damen sein).â
Ein anderes Tagebuch erzĂ€hlte, wie begeistert eine Ehefrau davon war, dass sie ihren Ehemann die Hausarbeit erledigen lieĂ, eine Praxis, die zu der Zeit eher unbekannt war, weil die Geschlechterrollen so starr verteilt waren. Es zeigt, wie Erregen- und Verweigern von Sex das Verhalten eines Mannes total Ă€ndern kann. Andere EintrĂ€ge berichten von einer Zunahme der Aufmerksamkeit durch ihre EhemĂ€nner und dem Nervenkitzel, hinter dem RĂŒcken des Mannes Sex zu haben, wĂ€hrend er âim KĂ€fig eingesperrtâ war.
WĂ€hrend die Diagnose der Auswirkungen davon, Frauen ihre ErfĂŒllung ihrer sexuellen BedĂŒrfnisse zu verweigern, fĂ€lschlicherweise als Hysterie bezeichnet wurde, so waren die Ărzte aus der Zeit ĂŒberraschend nah am Ziel. Die viktorianischen Ărzte hatten einfĂŒhlsam das BedĂŒrfnis der Frau nach Sex mit einer Vielfalt von MĂ€nnern identifiziert.
Das ist nicht ĂŒberraschend. Aufgrund der Tatsache, dass die sozialen Strukturen der Menschen ursprĂŒnglich matriarchalisch* waren, leiden Gesellschaften die heute noch nĂ€her an der ursprĂŒnglichen Mann/Frau-Rolle leben, nicht unter physiologischem oder psychologischem Stress.
(*=Anmerkung: Bezeichnet einen Gesellschaftstyp, in dem alle sozialen und rechtlichen Beziehungen ĂŒber die Abstammung der mĂŒtterlichen Linie organisiert sind)
Diese eher einfacheren Gesellschaften, weit entfernt von der modernen Welt, sind fast immer matriarchalisch. Es ist die Frau in diesen Gesellschaften, die die BesitztĂŒmer kontrolliert, Familienangelegenheiten regelt und sexuelle AktivitĂ€t steuert. Diese Frauen haben gewöhnlich mehrere EhemĂ€nner und Liebhaber. Ein oder zwei dieser MĂ€nner versorgen sie mit Nahrung, einem Dach ĂŒber dem Kopf und geben ihr Sicherheit, wĂ€hrend die anderen Sex liefern.
Mann/Frau/Mann-Paare sind nicht nur akzeptiert, sondern ziemlich normal. In manchen Gesellschaften dienen manche âHengstâ-MĂ€nner einer Frau exklusiv, in anderen teilen, tauschen und handeln Frauen sogar mit diesen Hengst-MĂ€nnern. Die MĂ€nner sind in diesen Gesellschaften mit ihren Untergebenen Rollen gegenĂŒber der Frau glĂŒcklich. WĂ€hrend es einige ZwischenfĂ€lle von Eifersucht gibt, gibt es aber keine Gewalt, Verbrechen oder sexuelle Perversion. Die MĂ€nner sind darauf fokussiert ihre Frauen zufrieden zu stellen, anstatt andere Frauen in der Gruppe beeindrucken zu wollen oder mit anderen MĂ€nnern zu konkurrieren, es sei denn, es geht darum ein guter Sex-Lieferant zu sein.
Die Ehefrauen halten diesen Wettbewerb spaĂig und auf kleiner Flamme kochend am Laufen. MĂ€nner, die sich diese Art von Wettbewerb fokussieren, konkurrieren nicht in anderen Eigenschaften untereinander. Das fĂŒhrt zu weitaus stĂ€rkeren MĂ€nnerfreundschaften und Kooperation.
In verschiedenen Studien ĂŒber Primaten wurde ein unwahrscheinlicher Ort fĂŒr die BestĂ€tigung der Richtigkeit von Cuckolding in menschlichen Beziehungen gefunden. In einer Studienarbeit fanden Forscher zwei anatomische Beeinflusser der Treue der Primaten. Eine war der physische GröĂenunterschied zwischen den Geschlechtern. Der andere war das mĂ€nnliche VerhĂ€ltnis von PenisgröĂe zu KörpermaĂ.
Es wurde herausgefunden, dass bei den Arten von Primaten, bei denen das Weibchen deutlich gröĂer als das MĂ€nnchen ist, das Weibchen viele Sexualpartner hatte, aber mit keinem einen festen Bund einging.
Wo die KörpergröĂen der beiden sich angleichen, geht das Weibchen einen Bund mit einem MĂ€nnchen ein. Dieses MĂ€nnchen blieb ihr treu, aber sie hatte weiterhin Sex mit anderen MĂ€nnchen. Man fand heraus, dass sich das nicht Ă€nderte, bis das MĂ€nnchen deutlich gröĂer als das Weibchen war.
Der zweite Beeinflusser den die Forscher entdeckten, war das VerhĂ€ltnis der PenisgröĂe zu KörpermaĂ. Bei Arten, wo der GröĂenunterschied zwischen den Geschlechtern gering war (wie bei Menschen), erhöhte das Penis-zu-KörpermaĂ-VerhĂ€ltnis die Dominanz des Weibchens.
Je kleiner der Penis zur KörpergröĂe, desto mehr wurden gebundene MĂ€nnchen auf die AktivitĂ€t nur mit ihrer Partnerin beschrĂ€nkt, wĂ€hrend die Weibchen sich sexuell mit einer Vielzahl von nicht gebundenen MĂ€nnchen vergnĂŒgten. Die gröĂte gemeinsame AktivitĂ€t unter Weibchen und ihren Partnern war Pflege und Essen, wĂ€hrend der weitaus gröĂere Teil der sexuellen AktivitĂ€t sich zwischen gebundenen Weibchen und anderen MĂ€nnchen abspielte. Weder gebundene noch nicht gebundene Weibchen hatten sexuelle AktivitĂ€t mit gebundenen MĂ€nnchen, die nicht ihrer eigenen Partner waren. Die gröĂte sexuelle AktivitĂ€t der gebundenen MĂ€nnchen war Masturbation.
Diese Studie faszinierte mich besonders, weil die Forschungsergebnisse meinen eigenen Erfahrungen ziemlich genau entsprachen. Ich habe vielen Paaren zu Beginn und wÀhrend der Aufrechterhaltung ihrer Cuckold-Beziehung zur Seite gestanden.
Unter meinen Patienten waren es nicht nur die EhemĂ€nner mit kleinem Penis, die eher einverstanden waren gecuckoldet zu werden, sie schlugen es sogar manchmal vor. Diese sehr visionĂ€ren, weniger gut ausgestatteten EhemĂ€nner, waren sich sehr ihrem Unvermögen, ihre Frauen zu befriedigen, bewusst. Durch das Akzeptieren, dass ihre Ehefrauen Sex mit anderen MĂ€nnern hatte, wurden sie von dem Druck entlastet âperformenâ zu mĂŒssen.
Es macht Sinn, dass dieses Verhalten in Menschen vorkommen könnte, denn Menschen sind Primaten deren Unterschied zwischen den Geschlechtern gering ist und die Penisse der MĂ€nner sehr klein sind, wenn man sie mit der KörpergröĂe vergleicht. Es ist auch interessant, dass Frauen, wie andere Primaten, selten Sex mit verheirateten MĂ€nnern haben. Ein Ehering beim Mann ergibt also einen effizienten KeuschheitsgĂŒrtel. Ein Ehering bei einer Frau jedoch macht nicht viel aus und ermutigt sogar manchmal die Jagd durch die MĂ€nner. Das zeigt weiter, dass die angeborene menschliche Neigung zu Cuckold-Beziehungen sogar genetisch noch tiefer geht.
Unsere modernen Sitten und die Mann/Frau-Rollen die uns durch die Gesellschaft auferlegt werden, sind nicht nur anormale Verhaltensweisen wenn man unseren genetischen Aufbau sieht, sondern psychologisch ungesund und moralisch unethisch. Es ist unfair, dass eine Frau gezwungen wird ihren starken Geschlechtstrieb zu unterdrĂŒcken, der so sehr genetisch in ihrer Psyche eingebunden ist. Die meisten verheirateten Frauen können es einfach nicht. UnzĂ€hlig viele Ehefrauen haben heute Sex hinter dem RĂŒcken ihres Ehemannes, weil unsere Gesellschaft die natĂŒrlichen BedĂŒrfnisse der Frau nicht akzeptiert.
An welchem Punkt kamen wir von einer matriarchalischen zu einer patriarchalischen Gesellschaft (Anmerkung des Ăbersetzers: Bezeichnet ein System von sozialen Beziehungen, maĂgebenden Werten, Normen und Verhaltensmustern, das von VĂ€tern und MĂ€nnern geprĂ€gt, kontrolliert und reprĂ€sentiert wird), die unsere mĂ€nnlichen und weiblichen sexuellen Rollen verdrehte?
Wir haben das Konzept der menschlichen SexualitĂ€t so umgekehrt, dass wir zu dem Glauben gekommen sind, dass Frauen einen geringeren Sexualtrieb haben als MĂ€nner, wĂ€hrend das Gegenteil wahr ist. Wir glauben, dass MĂ€nner die Freiheit haben sollten ungezĂŒgelt Sex zu haben, wĂ€hrend es die Frauen sind, die befreit und die MĂ€nner gezĂŒgelt werden sollten.
Wir haben eine Gesellschaft erschaffen in der die Frauen mit Schuld und Frustration aufgrund ihrer natĂŒrlichen sexuellen BedĂŒrfnisse kĂ€mpfen, wĂ€hrend MĂ€nner von perversen sexuellen Neigungen besessen sind und einen viel zu groĂen Zugang zu einer viel zu groĂen Vielfalt von sexuellen Anreizen und -Freiheiten haben.
Es fĂŒhrt zu Stress, dass unser modernes Leben uns davor bewahrt, auf unser BedĂŒrfnis zu hören unseren Flucht- oder Kampfreflex nachzukommen. Genauso beschert uns unser Wandel hin von Vollwertkost zu industriell verarbeiteten Lebensmitteln eine Menge Arten von Gebrechen. Und die UnterdrĂŒckung unserer natĂŒrlichen sexuellen Ausrichtung fĂŒhrt zu unermesslichen emotionalen und Verhaltensproblemen.
Es wĂŒrde den normalen BĂŒrger erstaunen zu erfahren, wie viele Scheidungen es dadurch gibt, dass Frauen in unerfĂŒllten sexuellen BedĂŒrfnissen leben mĂŒssen. Im Versuch, den Mann vor Erniedrigung zu bewahren, wird selten in der Gesellschaft erwĂ€hnt, dass der Grund fĂŒr die Scheidung des Paares der war, dass die Ehefrau ihre sexuelle ErfĂŒllung auĂerhalb der Ehe gefunden hat.
Wenn wir uns öffnen und ehrlich mit den BedĂŒrfnissen der Frau umgehen könnten, und sagen, dass es nicht der Fehler des Mannes ist, dass sie die BedĂŒrfnisse auĂerhalb der Ehe erfĂŒllen mĂŒssen, dann könnten wir vielleicht damit beginnen das Cuckolding als eine gesunde soziale Norm anzusehen und weit mehr Ehen retten.
Ich habe in meiner Praxis viele Ehen gerettet, indem ich den Paaren in kriselnden Ehen vorsichtig die Idee und die Praxis des Cuckolding nĂ€her gebracht habe. Ich habe an meinen weiblichen Patienten gesehen, dass sie konzentrierter, ruhiger und selbstbewusster wurden, wenn sie anfingen Sex auĂerhalb der Ehe mit Zustimmung ihres Mannes zu haben, wĂ€hrend sie die Sicherheit hatten, dass ihr Mann treu blieb. Ăhnlich werden MĂ€nner ruhiger und erwachsener, sobald sie ĂŒber ihre Eifersucht und die Furcht der Minderwertigkeit hinweg sind. Sie sind nicht mehr von Sport besessen und benehmen sich nicht mehr so kindisch wenn sie z.B. mal mit den Jungs aus sind. Sie verlieren sogar ihr Interesse an Pornografie wenn ihre Frauen von ihren auĂerehelichen Erlebnissen erzĂ€hlen oder sie an diesen Treffen selbst teilnehmen. Es wird erregender fĂŒr sie als die kĂŒnstliche Stimulation durch Pornografie.
Wenn meine weiblichen Patienten das Prinzip der ungewissen Erregung- und Verweigerung in ihre Ehe bringen, kann eine Frau ihren Ehemann wieder zurĂŒck in die Zeit holen, als sie noch frisch verliebt waren. EhemĂ€nner schenken ihren Frauen mehr Aufmerksamkeit und leiden nicht lĂ€nger an frustrierenden GefĂŒhlen, verursacht von einem Verlangen nach unerreichbaren Frauen.
Eine Cuckold-Ehe kann sich zu einer Ehe mit groĂer Vielfalt von Vorlieben entwickeln. In meiner eigenen Praxis habe ich viele verschiedene Cuckold-Ehen gesehen. Angefangen bei Ehen, wo die Ehefrauen es genieĂen ihre EhemĂ€nner zu demĂŒtigen und bestrafen, ĂŒber die Ehen wo die Ehefrauen als eine Art von Unterhaltung Sex mit anderen MĂ€nnern vor ihren EhemĂ€nnern haben, bis hin zu allem dazwischen. Die meisten Paare in meiner Praxis haben sehr liebevolle Ehen mit spielerischer Erregung- und Verweigerung, die in jeder Hinsicht normal aussieht, auĂer der Tatsache, dass die Ehefrau Sex mit anderen haben kann, wĂ€hrend der Mann ihr treu bleibt.
Es ist bedauerlich, dass die Cuckold-Beziehungen aus der viktorianischen Zeit sich nicht zu einer offenen Art des Lebens, akzeptiert von der modernen Gesellschaft, entwickelt haben.
Es ist meine Hoffnung, dass das eines Tages noch passieren wird.