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Das Bild mit der Rosette
Eine Nacht im Berghain!
Da stehen wir nun und warten darauf, dass es endlich los geht. Kein Film, kein Konzert und auch kein üppiges Buffet. Sondern auf den Schritt über die Schwelle, an den Türstehern vorbei, Richtung Musik in der bekanntesten Disko Deutschlands – Berghain Berlin.
Das Berghain ist ein Techno-Club in Berlin im Ortsteil Friedrichshain. Sein Name leitet sich aus dem Bezirksnamen Friedrichshain und Kreuzberg ab. Das Berghain wird von Michael Teufele und Norbert Thormann betrieben und gilt, neben dem ebenfalls in Berlin ansässigen Club Tresor, als einer der bekanntesten Technoclubs der Welt und wurde 2010 sogar zum besten Club der Welt gekürt.
Es ist April. Eigentlich sollte es viel wärmer sein, aber wir – ich und zwei Freundinnen aus dem Studium – stehen draußen in einer 300m langen Schlange vor dem berühmten Berghain und frieren uns förmlich den Arsch ab. Die Nervosität steigt von Meter zu Meter, den wir der härtesten Tür Deutschlands näher rücken. Die Gedanken kreisen um das gewählte Outfit. „Ist es auch cool genug für das Berghain?“ Es heißt nämlich, dass man sich auf keinen Fall schick machen darf, aber zu lässig sollte es auch nicht sein. Eben ganz Berlin.
Der Club Berghain entstand aus dem früheren Berliner Technoclub Ostgut, der ein erster fester Ort schwuler Fetisch- und Sexparties, den sogenannten Snax-Veranstaltungen, war. Er befand sich in einer Lagerhalle eines ehemaligen Güterbahnhofs und galt als eines der Zentren der Berliner Technokultur. Am 6. Januar 2003 fand dort die letzte große Klubnacht statt. Aufgrund der Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Mehrzweckarena O2 World wurde er 2004, etwa ein Jahr nach der Schließung, abgerissen. Seit Dezember 2004 betreiben dessen Veranstalter den neuen Club Berghain in einer deutlich größeren Location im ehemaligen Heizkraftwerk, Nähe Ostbahnhof.
Wir warten immer noch. Vor uns wird einer nach dem anderen weggeschickt. Dabei heißt es immer, dass Jungs oder Männer besonders gute Karten haben, da es früher mal ein Schwulenclub war. Und wir? Drei 22-jährige Studentinnen. „Das wird eh nichts!“
Die Regeln fürs Berghain sind eigentlich gar nicht so schwer. Das Wichtigste ist, dass du dich in der Warteschlange gut benimmst. Man sollte kein Wegbier dabei haben, nicht mit Albernheiten oder Streitereien auffallen und sich auf keinen Fall vordrängeln. Denn was kaum einer weiß, die Schlange wird bis zu einer gewissen Meterzahl mit Hilfe von Videokameras beobachtet. Wichtig ist auch, dass man nicht in zu großen Gruppen das Berghain besuchen sollte, erst recht nicht, wenn es eine reine Mädchengruppe ist. Jungs werden gerne gesehen. Und Achtung! Niemals den Türstehern genau in die Augen gucken, dann kann man sofort wieder gehen.
Endlich. Wir stehen im letzten Bereich der Schlange und können die Vorfreude kaum noch bändigen. Die Hürde der Türsteher. Furchteinflößend. Der Eine, jung, muskulös, geschorene Haare, Bomberjacke. Der Andere, alt, graue lange Haare, dick und tattoowiert. Mitten im Gesicht - wie Mike Tyson. Das Herz rast. So jung und klein bin ich mir noch nie vorgekommen. Wir antworten ganz cool und lässig auf die Altersfrage und können es nicht fassen, als wir nach einer gefühlten Stunde der auf uns ruhenden Augen durchgewunken werden.
Das Erdgeschoss besteht aus Garderobe, einem Darkroom und einer kleinen Bar. Die Einrichtung enthält mit Leder und Polstern versehene Betoncouchen sowie eine riesige Wandgrafik des polnischen Künstlers Pior Nathan namens Rituale des Verschwindens. Die Grafik besteht aus 175 Aluminiumplatten auf einer Fläche von 135 Quadratmetern. Sie zeigt die vier Elemente, die aus stark vergrößerten historischen Stichen basieren.
An den Türstehern vorbei, können wir unser Glück kaum fassen. Wir müssen uns richtig zusammenreißen, dass uns nicht sofort wieder einer der dort rumlaufenden Security Männer wegschickt. An der Garderobe werden wir erneut überrascht. Ein Ganzkörper-Check wird vollzogen und wir werden auf Drogen untersucht. Denn man darf nicht seine eigenen mitbringen. Es gibt extra engagierte Drogendealer, die im Berghain ihre Rauschgiftmittel verticken.
Nachdem wir unsere Taschen und Handys abgeben mussten, machen wir uns auf den Weg Richtung Bass. Über eine riesige schwere Stahltreppe gelangen wir zum Mainfloor. Auf der Treppe können wir uns schon kaum halten. Der Bass der elektronischen Musik lässt unsere Beine zittern. Jeder Schritt ist anstrengend. Es ist noch nicht richtig voll und wir erkunden erstmal in Ruhe die verschiedenen Dancefloors.
Der Raum und die Tanzfläche sind für circa 500 Leute ausgelegt. Die Tanzfläche wird umgeben von vier Dance-Stack-Lautsprechern der Firma Funktion One, dem DJ-Pult und fünf auch als Sitzfläche geeigneten Podesten. Der Dancefloor ist 18 Meter hoch. In der Etage befinden sich hinter einer großen Glaswand eine weitere Bar mit einem langen Bartresen und diversen Sitzmöglichkeiten sowie ein zweiter Darkroom. Schließlich gibt es noch eine separate Bar, Klobar hinter der sich die Unisex-Toiletten befinden. Die obere Etage beherbergt die Panorama-Bar. Eine Bar, die von einer großen Fensterfront dominiert wird und mit Rollläden abgedunkelt werden kann. Auffällig sind hier großformatige Fotografien von Wolfgang Tillmanns. Der gesamte Club bietet Platz für ca. 1.500 Gäste.
Bei Erkunden dieses Wahnsinns Club stoßen wir auf absonderliche Dinge. Die Sache mit den Darkrooms war uns ja schon vorher klar, aber dass die Sexualität auch außerhalb der Darkräume so thematisiert wird, war mir nicht klar. Wir setzen uns auf eine gemütliche Couch in einem abgezweigten Flur, neben den Darkrooms. Wir bekommen Besuch von einem offensichtlichen Schwulen, der sich aber nicht weiter für uns interessiert. Wir quatschen, trinken und lachen. Nichts kann uns nach den ersten Eindrücken schocken. Bis wir weiteren Besuch bekommen. Es wird nicht geredet, es wird nichts besprochen, es wird sich nicht gewehrt. Unser neuer Gast macht eine Bewegung, reißt dem anderen die Hose auf und steckt sich den Penis tief in den Rachen.
Gespielt wird hauptsächlich Techno und Minimal-Techno. In der Panorama Bar legen zudem bekannte House- und Electro-DJs auf. In letzter Zeit finden im Berghain auch kulturelle Veranstaltungen jenseits der Clubkultur statt, so etwa Shut Up And Dance in Kooperation mit dem Staatsballett Berlin, dem monatlich stattfindenden Elektroakustischen Salon oder die Fotoausstellung 13 Monde, in der unter anderem Sven Marquardt, einer der Türsteher des Clubs, Fotos ausgestellt hat.
Ich schrecke auf und laufe sofort davon. Ich hatte unwillkürlich Angst. Meine Freundinnen folgen mir und mussten lautstark über meine Flucht lachen. Darauf war ich nicht vorbereitet. Doch was ich danach sah, war nicht besser. Ich bin wieder auf der Haupttanzfläche im ersten Stock und stehe direkt unter der Treppe, die uns wieder in die Panorama Bar führen würde. Halbnackte Männer tanzen zu der elektronischen Musik. Wenn man den Trockensex als tanzen bezeichnen kann. Viele Männer kleiden sich in Lack und Leser, tragen Ketten um den Hals und sehen schockierender Weise aus wie Väter, Nachbarn oder Lehrer. Ganz normale Männer, die hier am Wochenende ihren Fetisch ausleben.
Der Club öffnet am Samstag gegen Mitternacht und schließt montags im Laufe des Morgens, wobei die im oberen Stockwerk gelegene Panorama Bar als letztes schließt. In den Sommermonaten wird sonntags ab 12 Uhr zusätzlich der große Garten mit Bar und DJ-Musik geöffnet. Samstagnacht von etwa 24 bis 8 Uhr morgens bilden sich vor dem Club oft lange Besucherschlangen. Die Wartezeit kann in den Sommermonaten und bei populären DJs mehrere Stunden betragen.
Wir fangen auch an zu tanzen und genießen einfach die geile Musik. Doch uns fällt auf, dass hier jeder schwul ist. Hier ist alles Schwul. Jeder noch so große Macho und Frauenliebhaber würde in den Wänden des Berghains nicht mehr als solcher wahrgenommen werden.
Fotos sind nicht erlaubt, um den Gästen ein Höchstmaß an Freiheit und persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten zu gewährleisten. „Der Club will kein Bild von sich in der Außenwelt wieder finden. Seine Welt existiert in einem ewigen Frühmorgen. Hier steht das ungefilterte, nicht aufgezeichnete Erlebnis im Mittelpunkt." Im gesamten Berghain gibt es daher auch keine Spiegel oder spiegelnde Flächen. Vereinzelt werden aber Drehgenehmigungen für Fernsehteams erteilt. Die langen, ausschweifenden und sexuell freizügigen Partys sind einmalig.
Nach stundenlangem Tanzen und auspowern geht es wieder hoch in die Panorama Bar, in der ich jetzt erst die verschiedenen großen, imposanten Bilder Tillmanns sehe. Doch eins weckt meine volle Aufmerksamkeit. Ich kann es nicht glauben. Ein riesiges, bestimmt 20 Quadratmeter großes Bild zeigt eine männliche Rosette. Wie konnte ich es am Anfang nur übersehen haben? Dieses Bild zeigt jede Falte, jedes Haar, jedes noch so kleine Detail des menschlichen Abführorgans. Eine kleine Rose – riesengroß.
Die Natur macht auch mal Fehler
Das Leben im falschen Körper – Geschlechtsidentitätsstörung: Transsexualität
Momentan sind noch viele Schritte neu. Schritte, die Balian als Mann macht. Denn er wurde als Mädchen (Yvonne Buschbaum) geboren. Yvonne Buschbaum, eine erfolgreiche Stabhochspringerin, Zehnt- Platzierte bei den Olympischen Spielen und deutsche Meisterin. Diese Erfolge sollten eine Sportlerin selbstbewusst und stark machen, doch auch Siege und Medaillen können ihren inneren Konflikt mit sich und ihrem Körper nicht lösen. Schon seit der Kindheit empfand sich Yvonne als Junge, der im Körper eines Mädchens und später einer Frau gefangen war. Sie, eher gesagt er erzählt bei Markus Lanz von den Hürden und Hindernissen, die er überwältigen musste, um nun als Mann das Leben genießen zu können.
Aufrichtige Anteilnahme, erstaunliche Hochzeitsanträge, überwältigende Reaktionen. Reaktionen, mit denen Balian Buschbaum nicht gerechnet hatte. Der 30- Jährige betrat am 11. November letzten Jahres zum ersten Mal das Talkstudio des ZDF´s und war zu Gast bei Markus Lanz. Er begeisterte das Publikum mit seiner ehrlichen und aufrichtigen Art. Durch die offene und unkomplizierte Weise das Thema der Transsexualität in der Öffentlichkeit anzusprechen, sind die Menschen aufmerksam geworden. Balian erzählt von seinem langen Leidensweg, seinen Emotionen und den Wunsch der Transsexualität in unserer Gesellschaft eine Chance zu geben.
Die bereits in der Kindheit begonnen Verwirrung und Überforderung der Geschlechtsfrage setzte sich über die Pubertät und das Erwachsenenalter fort. Auch das Beziehungsleben litt darunter. Yvonne führte verschiedene Beziehungen, mit verschiedenen Frauen, heterosexuellen Frauen, die in ihr sofort den Mann erkannten. Endlich – nach langem Todschweigen, aber anschließender purer Akzeptanz ihres Familien- und Freundeskreises, dass sie ein Leben eines Mannes führt, kam der Schlüsselmoment...
Den Schlüsselmoment verdankt Balian der Mutter seiner damaligen Freundin, die ihn wie selbstverständlich darauf ansprach „wieso er denn nicht noch den letzten Schritt gehen würde?“. Bis zu diesem damaligen Zeitpunkt, erzählt Balian Buschbaum, war er so beschränkt, depressiv und traurig über seine Situation, dass er gar nicht daran gedacht hatte, dass es auch eine mögliche Lösung geben könnte. 2007 stand dann aber dem Plan nichts mehr im Wege und Yvonne Buschbaum bekannte sich in der Öffentlichkeit zur Transsexualität und ließ 2008 eine Geschlechtsumwandlung durchführen.
Woher kommt der plötzliche Mut, nach dem langen Leiden? Den Schritt zur Geschlechtsumwandlung zu machen ist schwer. Das Geschlecht und die damit verbundene Sexualität haben unter biologischen, psychologischen und soziologischen Faktoren unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Bei einer gestörten Sexualität kann das erhebliche psychische und soziale Auswirkungen wie Versagensgefühle, sexuelle Abweichungen, transsexuelle Geschlechtsidentität oder Existenzängste haben. Die Transsexualität stellt also keine Verwirrung der Sexualität dar, sondern beschreibt eine Identitätsstörung mit seinem Geschlecht. „Ursachen der Transsexualität sind nur wenig erforscht. Wir wissen aber, dass die Geschlechtsidentität (hier: transsexuelle) schon sehr früh festgelegt ist“, sagt Dr. Ammar Khadra, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Den transsexuellen Menschen fehlt die innerpsychische Übereinstimmung zwischen ihrer Geschlechtsidentität und dem biologischen Geschlecht. Das paradoxe Zugehörigkeitsgefühl löst den intensiven Wunsch aus, die inneren und äußeren Empfindungen anzupassen. Die Eindeutigkeit der Transsexuellen, männlich bzw. weiblich zu sein, wird gegenteilig empfunden und das Leben wird als „Irrtum der Natur“ wahrgenommen. „Es ist immer ein Kampf mit sich selbst, als transsexueller Mensch. Sie sind im hohen Maße depressiv und Selbstmord gefährdet.“ Die körperliche Angleichung ist der einzige positive Ausweg für viele Transsexuelle. Der Leidensdruck, der sich über die Jahre angesammelt hat ist irgendwann so groß, dass die Operation die einzige Linderung der emotionalen Schmerzen darstellt.
Wie auch Balian Buschbaum, der durch die Geschlechtsumwandlung, erst das richtig Leben kennen gelernt hat. Um den ganzen Prozess der Identitätsfindung, -erkennung und -veränderung zu verarbeiten, schrieb der ehemalige Stabhochspringer ein Buch: „Blaue Augen bleiben blau“. In Balians Biografie schreibt er über seine neugewonnenen Freiheitsgedanken, welchen er nur hegen kann, weil der Ausbruch aus seinem Körper, „dem größten Gefängnis“, ihm die Kraft dazu gegeben hat.
Bei Markus Lanz erzählt Balian, dass er den Schritt gut überstanden hat und endlich mit einer inneren Zufriedenheit sein voll- männliches Leben genießen kann. Er erinnert sich teilweise schon nicht mehr an seine Verzweiflungen und Unzufriedenheiten. Seine Überzeugung ist es, dass es die beste Entscheidung war den Schritt gegangen zu sein und empfindet es als einen natürlichen Lebensweg. Dadurch sieht er es jetzt als seine Aufgabe, die Gesellschaft aufzuklären und den Horizont der Menschen zu erweitern, indem er sagt, dass es nicht nur Männer und Frauen gibt, sondern auch verschiedene Abstufungen, die nicht zu verurteilen sind. „Die Natur macht auch mal Fehler“ sagt Buschbaum und ruft dazu auf, mit Nettigkeit, aber auch Ernsthaftigkeit offensiv mit diesem Randthema endlich an die Öffentlichkeit zu gehen.
"Und alle so Yeah!"
Festivals – eine Subkultur der Jugendlichen
Schlamm. Dreck. Abfall. Schmutzige Ravioli-Büchsen, leere Bierflaschen und zerfetze Plastiktüten. Ein Zeltplatz-Szenario, das normalerweise nicht geduldet wird. Und dennoch ist es für diese Campinggesellschaft das Übliche. Bei Festivals entdeckt jeder Besucher seinen Schweinehund und schert sich nicht um die Hygiene. Das einzige, was in diesen Tagen zählt ist die Musik, die Gesellschaft und die Schlafstätte, um sich für den nächsten Tag wieder fit zu schlafen.
Summerjam '10
Das Kulturgut „Festivals“ war unter den Jugendlichen noch nie so angesagt wie im Moment. Es ist nicht nur ein Treffpunkt, um seine Lieblingsband spielen zu sehen, sondern eben auch, um seine Freunde zu treffen - neue Leute kennen zu lernen und gemeinsam mit einem Bierchen anzustoßen. „Rock am Ring“, „Hurricane“, „Melt“ „Area 4“, „Wacken“, „Juicy Beats“, „Apple Tree“, „Splash“, „Summerjam“ sind nur die bekanntesten einer ganzen Reihe verschiedenster Musikveranstaltungen. Festivals sind zu einer Massenware und einem wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor geworden, für die Jugend und Jugendbewegung zu einem wichtigen Sozialisationsfaktor - spätestens seit Woodstock.
Woodstock fand vom 15. bis 17. August 1969 in Bethel, US- Staat New York statt. Es war ein gigantisches Rock- und Pop Festival zur Zeit der Hippiebewegung mit Ikonen wie Joe Cocker, Carlos Santana, Jefferson Airplane und Jimi Hendrix. Um den damaligen Zeitgeist wieder zu geben, müsste man ein Augenzeuge sein. Es ist schier unmöglich, Woodstock und die damit verbundene Atmosphäre einzufangen. Doch der Anfang des Open- Air Mythos wurde damit geschaffen und hält bis heute an.
Ulrike (60) erinnert sich noch genau an die Hippiebewegung und den Lebensstil der 70er Jahre. „Die Konventionen wurden aufgebrochen. Das Leben wurde freier, leichter und unabhängiger. Es war eine Zeit des Neuanfangs und ein Befreiungsschlag der festgefahrenen Konventionen.“ Die Welle schwappte auch bis nach Deutschland über und ergriff die Jungend. Frieden, Liebe und Drogen waren die drei Schlagwörter der jungen Generationen. Ulrike lebt heute noch nach dem Motto und erzählt, wie prägend diese Zeit für sie und ihr Umfeld war. Dadurch wird sie jedes Mal wieder dazu verleitet, die gegenwärtigen Rock-Festivals zu besuchen und den damaligen Zeitgeist zu spüren. „Diese ganz bestimmte Atmosphäre, die auf solchen Festivals herrscht bekommt man nirgendwo anders geboten.“
Auf dem Rasen liegen kaputte Türen – alles steht unter Wasser. Die WC-Räume sind nicht mehr wieder zu erkennen. Die Klopapierrollen sind völlig aufgeweicht, benutze Ob´s liegen in der Fütze und verschmierte Klodeckel sind mit Kot, Kotze und Zigaretten- Kippen dekoriert. Der Herpes vor Ekel ist nicht mehr zu vermeiden und dennoch ist es für die Jugend kein Problem, sich jedes Mal aufs Neue diese Festival-Zustände an zu tun. Der Dreck und die Abfälle machen den Besuchern überhaupt nichts aus. Es wäre eher verwunderlich, wenn es mal anders - hygienisch wäre.
Menschen der verschiedensten Altersklassen sind auf Festivals anzutreffen. Viele aus der Zeit Woodstocks finden es auch heute noch reizvoll und gehen sogar zusammen mit ihren Kindern auf Open Air Konzerte. Hauptsächlich aber sind es die Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 24 Jahren, die zu den Festivals strömen. Das Gefühl, zum ersten Mal auf so einem Event dabei zu sein ist unbeschreiblich. Jeder kennt jeden – hilft jedem beim Zelt aufbauen - leiht dem wildfremden Mensch aus dem Zelt nebenan eine Decke und teilt sich den Campingherd mit der Ravioli-Büchse. Da sei es den Jugendlichen nicht zu verdenken, dass sie sich dort geborgen, sicher und willkommen fühlen. Jedes Mal werden die Eltern aufs Neue unter Druck gesetzt, im nächsten Jahr dort unbedingt wieder hin zu müssen! Bedeutet so ein Highlight doch eine Flucht aus dem stressigen Schulalltag und den häuslichen Verpflichtungen. Es ist unbeschreiblich, wie viel Toleranz und Akzeptanz zwischen den Jugendlichen herrscht, wenn man in Kontrast dazu die Prügelvideos auf den Handys der Jugendlichen auf dem Schulhof konfeszieren muss.
Lisa (21) studiert Kunstgeschichte und Medien- Wissenschaften an der Bochumer Ruhr- Universität und ist ein „eingefleischter“ Festival-Besucher. Schon seit mehreren Jahren fährt sie quer durchs Land, sogar bis nach Holland und Belgien, um „ihre“ Bands hautnah mitzuerleben. Auch sie berichtet, dass es nicht allein um die Musik geht. „Natürlich ist es das, was uns zusammen kommen lässt und uns vereint, doch letztendlich spielt bei einem Festival das „Drum Herum“ eine große Rolle. Selbst die fehlende Hygiene, der Ekel vor jedem Toilettengang und das Frieren nachts im Zelt bei Sturm und Unwetter - alle noch so negativen Tatsachen sind bei einem Festival einfach Pflicht.“ Und das geht nicht nur Lisa so. Egal wo man hinschaut, es sind nur glückliche, ausgeglichene und zufriedene Jugendliche zu sehen: Gute Stimmung und Harmonie sind das einzige, was man auf dem Bühnengelände und dem Campingplatz vernehmen kann.
Die friedliche Flower-Power Bewegung der Hippie- Ära scheint immer noch prägend für den Festival und Open-Air Mythos zu sein. Tanzen, Party, Stimmung, Lachen und Musik sind die Elemente die im Vordergrund stehen. An Meinungsverschiedenheiten oder ausschreitenden Diskussionen ist in der Regel nicht zu denken. Dieses Phänomen erkennt und erklärt Lisa so: „Wir sind hier, um miteinander die Musik zu genießen und zu chilln, da gibt es nichts „Schlechtes“ oder „Negatives“, was einem die Laune verderben könnte. Wir sind einfach hier... und alle so yeah!“ Überall, wo man hinhört und den Gesprächen der Menschen folgt, fallen in jedem zweiten Satz die Wörter: „Und alle so yeah!“. Lisa erklärt, dass es sich hierbei um einen allgemein verbreiteten und trendigen Ausdruck unter den Festival-Besuchern handelt, der fest im Vokabular der jungen Leute verankert ist. Dieser „Slogan“ hilft den jungen Menschen, auszudrücken, wie sie sich fühlen. Er umschreibt das Hochgefühl der Jugendlichen und die Ausgeglichenheit - den Moment.
Henry ist grade erst 16 Jahre alt geworden und besucht schon seit zwei Jahren regelmäßig das „Summerjam“ Festival. Er schildert, wenn man einige Zeit bei einem Festival mit dabei war, will man nur noch vor lauter Freude und Glückshormone „Yeah!“ schreien. Der Zusammenhalt, den man hier erfährt und die Liebe, die sich die Menschen untereinander schenken, machen süchtig. „Jeder, der einmal auf Festivals war, kann und möchte auch nicht mehr darauf verzichten, sie zu besuchen. Jetzt schon bilden sich Gruppen für das nächste Jahr und man spart sein Geld, um sich wieder eine Karte kaufen zu können“, erzählt Henry. Seine Eltern wissen noch nicht so richtig, ob sie glücklich oder traurig darüber sein sollen, dass er nun jedes Jahr auf ein Festival gehen möchte. Es ist toll, dass man Freunde findet und Zusammenhalt lernt, doch alles richtet sich kurze Zeit vorher nur noch nach dem Festival aus und der Alkohol fließt dort nicht gerade rückwärts.
Dichtes Gedränge. Schreiende Menschenmengen. Dröhnende Musik. Die Massen tanzen in den ersten zwei Ranges vor der Bühne bis sie nicht mehr können. Jeder singt mit, fällt mal hin und springt auf die Menschen zu. Diese Ausgelassenheit wird in Schweiß verwandelt und die Besucher bringen sich gegenseitig in Stimmung. Es ist nicht möglich, dort nicht euphorisch mit zu machen. Egal, ob die Musik gefällt oder nicht - nirgendwo erlebt man das Feeling eines Festivals so, wie in den zwei ersten Ranges vor der Bühne.
Der Zuwachs an Festivals und auch deren Besucher ist in den letzten Jahren enorm angestiegen. Kein Wunder, aber was ist dabei für die Veranstalter drin? Es gibt kaum noch kleine Unternehmen, die Open-Air´s veranstalten, sondern nur noch Organisationen mit großen Namen, die sich die coolsten und besten Bands leisten können. Dadurch werden die Ticket Preise immer mehr in die Höhe getrieben - Bessere Acts entspricht höhere Kosten, die gedeckt werden müssen.
„Davon bekommen die Konsumenten nichts mit, außer vielleicht die erhöhten Eintrittspreise.“ David (42) ist Veranstalter von Musik-Konzerten und Open-Air Festivals in der INDIE- Szene. Er erzählt, dass es ziemlich viele große Veranstalter gibt, die den Kleinen keine Chance lassen und keine Rücksicht auf die Jugend nehmen. „Immer mehr nutzen die Festival- Gemeinschaft und die Veranstaltungen aus, um ihre eigenen Zwecken in den Vordergrund zu stellen.“ Beispiele dafür sind: rassistische Äußerungen gegen Ausländer, Homosexuelle und Behinderte. „Das ist eine absolute Ausnahme, und dennoch kommt es leider immer wieder vor. Wir als kleinere Veranstalter versuchen das Kulturgut von Woodstock beizubehalten und den Frieden leben zu lassen.“
Die ganze Festival-Szene ist unglaublich polarisierend und das höchstwahrscheinlich hauptsächlich wegen ihrer großen Toleranz und Akzeptanz. Niemand ist etwas Besonderes oder schlechter als sein Gegenüber - dennoch gibt es ein unsichtbares Band zwischen den Musik-Fanatikern, die alle eine Meinung vertreten und sich jedes Jahr auf den Festivals wieder treffen. Ein Tanz, ein Lied, eine Musik, die jedes Jahr aufs Neue ertönt und den Menschen für drei bis vier Tage aus dem Alltag reißt...
Eine Hommage an die Bergleute
"Ich wünsche dir nen Juten Beutel"
Wer trägt die Schuld?
Krise Krise Krise
Wer hätte das gedacht: Schlimmer geht immer. Nach 2009 haben wir nicht geglaubt, dass es der Weltwirtschaft noch schlechter gehen kann. Die Auswirkungen auf Europa machen sich jetzt erst richtig bemerkbar. Nach wie vor ist Weltwirtschaftskrise. Auch wenn man es in Deutschland nicht richtig merkt. Die deutsche Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen sinken. Aber der Boden unter unseren Füßen wackelt gewaltig. Griechenland steht vor dem Staatsbankrott. Italien, Spanien, Portugal und Irland folgen dicht dahinter. Selbst die USA, Japan oder andere Wirtschaftsmächte sind bis an den Rand verschuldet. Ängste dominieren die Märkte, die Banken, die Familien, die Bürger. Wird Griechenland in der Euro-Zone bleiben? Reicht der Rettungsschirm für die kriselnden Euro-Länder aus? Wie geht es weiter?
Fragen über Fragen, – aber leider auch Antworten über Antworten – und wieder Fragen über Fragen. Wir haben mal nachgefragt bei den Leuten, die die Krise am meisten betrifft. Beim Ottonormalverbraucher, beim Menschen von nebenan, bei den Leuten auf der Straße. Jeder hatte eine eigene Geschichte. Und den Senf gab es von uns gratis dazu. Wir führten Krisengespräche und fielen von einer Krise in die nächste.
Carolin V. (22), Studentin auf Lehramt – Englisch, Geschichte
„Die Gelder wurden an den falschen Stellen ausgegeben und an den falschen Stellen eingespart – gerade in Griechenland wird der Sparkurs nicht konsequent durchgezogen.“
Aha, die Griechen sind also schuld! Restlos verschuldet, faul und verbeamtet. So lautet gemeinhin der Vorwurf. Zugegeben: 70% der Angestellten sind bei staatlichen Behörden beschäftigt, sie haben ein extremes Haushaltsdefizit und etwa 370 Milliarden Euro Schulden. Man kann davon ausgehen, dass das Sparen nicht in Griechenland erfunden wurde. Ein Rettungsschirm nach dem anderen, Schuldenschnitt oder doch der Euro-Austritt!? Doch die weiterführende Frage wäre hier: Wer gab Griechenland eigentlich die Kredite? Was haben sich die Griechen eigentlich gekauft? Deutsche Panzer? Daran könnte man wirklich sparen. Und wo beginnt sparen und wann fängt man an, die Luft abzuschnüren?
Karl-Heinz B. (53), Arzt
„Die Wirtschaftskrise hat sich beruhigt, doch die Finanzkrise scheint anzuhalten. Neben vielen Ursachen spielt auch der Konkurrenzkampf zu Asien – Japan und China – eine große Rolle. Die Länder wachsen von Jahr zu Jahr und sind eine große Konkurrenz.“
Aha, die Chinesen sind also schuld! Die Bevölkerungsdichte ist hoch, die Geburtenrate wird kontrolliert und die Wirtschaft wächst stetig an. Nette Probleme, die wir hier in der EU nicht kennen. Doch die westlichen Unternehmen tragen dazu bei, dass es China gut geht und eine echte Konkurrenz zu den erstrangigen Wirtschaftsländern bietet. Die günstigen Produktionskosten locken die Unternehmen an und treiben die Wirtschaft von China voran. Selbstverständlich ist das Land so eine Konkurrenz zur EU vor allem zu Deutschland. Wann übernimmt also China den ersten Wirtschaftsplatz? Und gehen die Chinesen dann zum Deutschen essen?
Max R. (25), Manager
„Die Europakrise ist die Schuld der Politiker und deren verzweifelter Versuch, alle noch so unterschiedlichen Länder gleich zu machen und deren nationale Identität zu rauben. Das ist ein Himmelfahrtskommando und wird nie funktionieren.“
Aha, die EU-Politiker sind also schuld! Unentschlossen, nachgiebig und inkonsequent. Die starken Länder der europäischen Union wie Deutschland schaffen mit einer relativ starken Wirtschaft das Geld an, sodass es Griechenland wieder ausgeben kann. Mit einem Rettungsfond über 700 Milliarden Euro versucht der Zusammenschluss der Mitgliedsstaaten, die Krisenländer finanziell zu unterstützen. Mit diesem Geld stehen alle EU-Länder gemeinsam füreinander ein. Auch Alternativen wurden vorgeschlagen. Die Schulden abschneiden oder der Euro-Austritt Griechenlands. Letzteres rettet vielleicht nicht Griechenland, aber eventuell 20 andere Länder, bei denen Hoffnung besteht. Sinnvoll – oder doch nur ein Himmelfahrtskommando?
Jannis T. (22), Student der Luft und Raumfahrttechnik
„Die Basis aller Krisen ist die Gier und fehlende soziale Verantwortung der Menschen. Mittlerweile ist Konsum deutlich wichtiger, als viele andere Sachen und aus diesem Problem heraus ist die Finanzkrise entstanden.“
Aha, der Konsum ist also schuld! Gier, Überflussgesellschaft und Reichtümer. Die Menschen sind verwöhnt und haben die Möglichkeit, auf nichts verzichten zu müssen. Doch woher kommt dieser unbändige Wille, immer mehr und mehr besitzen zu wollen? Jeder muss das Beste haben und das machen die Banken möglich? Eine Bank baut ihre Existenz auf Krediten auf, die sie an Privatleute und Kleinverdiener vergibt. So führt eine private Krise bei Bürgern zu einer Krise von Banken, und diese wieder zu einer Krise des Landes. Wenn die Kredite nicht zurückgezahlt werden, fehlen der Bank die Gelder. Doch macht es wirklich Sinn die Konsumgier zu stillen und sich in Schulden zu stürzen, um mehr zu besitzen, als andere? Wollen wir zu vie? Und ist weniger nicht mehr?
Florian L. (28), Medizinstudent
„Ich sag nur Spekulationsblase.“
Aha, die Spekulanten sind also schuld! Verkalkuliert, gescheitert und übernommen. Alles begann mit der Immobilienkrise in den vereinigten Staaten von Amerika. Ohne alle Risiken zu bedenken, verteilten die Spekulanten der Banken wahllos damit um, Kredite an die Bürger zu verteilen. Wir in Deutschland haben bei Abschluss eines Kredites einen festen Zinssatz zu zahlen. In Amerika jedoch ist dieser variabel und kann je nach Nachfrage und Angebot steigen, bzw. sinken. Die Banken haben sich durch ein Überangebot von Häusern verschuldet und die Zinsen von vier Prozent auf acht angehoben. Diese Rechnung haben die Spekulanten aber ohne die Bürger der USA gemacht. Diese konnten ihre Schulden nicht mehr decken. Sind Schulden die notwendige Schmiere für unsere Wirtschaft?
Ulrike F. (55), Krankenschwester
„Die Probleme ergeben sich aus der Globalisierung.“
Aha, die Globalisierung ist also schuld! Weiter, höher, schneller. Die Gesellschaft ist es gewohnt, dass es nach gewisser Zeit wieder etwas Neues gibt, was mehr zu bieten hat, als alles andere zuvor. Innerhalb einer Stunde ist man mit dem Flugzeug in einem anderen Land. Fast überall in der EU kann man mit dem gleichen Geld zahlen, ohne vorher den Umrechnungskurs zu beachten. Die Welt wird kleiner, das Geld knapper und die Luft schlechter. Doch was ist uns der Luxus noch wert, wenn wir hinter die Fassade blicken?
Djamel H. (22), Student Business und Economics
„Rating-Agenturen. Rating-Agenturen kümmern sich um EU-Unternehmen und schlagen Profit heraus. Diese downgraden Länder ohne handfeste Wirtschaft.“
Die Rating-Agenturen sind schuld! AAA, BBB, CCC - das Wirtschafts-Alphabet. Eine Rating-Agentur bewertet die Kreditwürdigkeit eines Landes oder eines Unternehmens. Die Gesamtbeurteilung erfolgt mit der Einordnung auf einer standardisierten Skala. Danach muss die Agentur nachweisen, dass ihr Beurteilungsverfahren auf der Basis objektiver Kriterien folgt und muss unabhängig von politischen und ökonomischen Einflüssen sein. Doch wieso sollten die Agenturen Schuld sein? Ist auf deren Einschätzung eigentlich Verlass? Und wer rated die Ratingagenturen?
Stefan H. (23), Student International Managment
„In den verschuldeten Ländern gab es nach der Einführung des Euros eine enorme Lohnsteigerung, die aber nicht mit Arbeitsproduktivität gedeckt werden konnte. Man hat also mehr Lohn ausgeschüttet ohne Produktionsertrag. Die Korruption und Steuerhinterziehung in diesen Ländern sind enorm und auch ein Problem, warum die EU in der Krise steckt.“
Aha, der Euro ist also schuld! EU-Erweiterungen, Vereinheitlichung, Rettungsmaßnahmen. Ist die europäische Union zu lieb? Die EU erweitert ihr Gebiet gerne und selbstverständlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn neue Länder beitreten. Doch wo ist die Grenze? Und in wie weit nehmen die bereits beigetretenen Länder Schaden daran? Deutschland macht als einziges Land ein wirtschaftliches Plus und versucht den Euro zu erhalten. Werden wahllos Länder aufgenommen, bei denen das Geld zu knapp wird. Der Euro rettet uns schon?
Fifty Fifty Oktober-Ausgabe
Boutique Kleiderkammer: Low Budget High Quality
Make Up, Kamm, Haarspray, Schmuck und Sicherheitsnadeln. Die wichtigsten Utensilien haben wir mit dabei. Der eine zupft an der Kleidung, der andere trägt erneut Puder auf. Dann ist es endlich so weit. Das Shooting in Münster kann beginnen. Die Nervosität ist uns Modestudentinnen der AMD Akademie Mode und Design. Düsseldorf beim Gang zur ersten Location ins Gesicht geschrieben.
Plötzlich stehen wir da und haben nach den Vorbereitungen nicht mehr viele Worte übrig: „Wow!“ Das Model überzeugt uns von der ersten Pose an. Obwohl wir die Kleidungsstücke selbst schon länger kennen und uns jedes Detail immer wieder vorgestellt haben, bleibt uns in diesem Moment der Atem weg.
Kein Prada – Kein Gucci. Das Model trägt ausschließlich Stücke aus den Kleiderkammern des Deutschen Roten Kreuzes und der Caritas. Kleidungen, die dem Ottonormalverbraucher nicht mehr ausgereicht haben, erstrahlen nun bei uns auf einer achtseitigen Fotostrecke für einen guten Zweck. Von aktuellen Trends bis hin zu echten Unikaten finden sich die außergewöhnlichsten und schönsten Styling-Lieblinge. Wer hätte je gedacht, dass sich auch ein mittelloser Mensch anziehen kann wie ein Fashionvictim? Mit dieser Fotostrecke wollen wir zeigen, dass es nicht wichtig ist, wie man finanziell dasteht. Soziale Organisationen sind dazu da, um genutzt zu werden. Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen, die einem angeboten wird. Dieses Shooting soll das soziale Konzept fördern und Hilfestellen bekannter machen. Kein Prada – Kein Gucci. Lassen Sie sich begeistern von Mode aus dem Kleidersack.