Darstellung eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes beim Lipödem aus der Sicht einer Betroffenen.

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Darstellung eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes beim Lipödem aus der Sicht einer Betroffenen.
rotes Oberteil: Jahr 2003
schwarze Jacke: Jahr 2015
Städtetrips werden immer schwerer, da langes Laufen trotz tragen der Kompression zur Qual wird
Lipödem: Dick ist nicht gleich dick
Kurze Röcke oder Kleider sind für Frauen und Mädchen mit einem Lipödem undenkbar. Sie leiden nicht allein unter körperlichen Beschwerden, sondern sind auch traurig über das eigene unförmige Spiegelbild. Der Grund ist eine Störung der Fettverteilung.
Das Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die besonders im Oberschenkel-, Gesäß- und Hüftbereich, an der Innenseite der Kniegelenke und der Unterschenkel auftritt. Auch die Oberarme sind im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sehr voluminös. Wegen der typischen seitlichen Fett- und Wassereinlagerungen (Ödemen) zwischen Po und Oberschenkeln wird das Lipödem auch als Reiterhose oder Säulenbein bezeichnet. Die Körpermitte ist dagegen schlank.
Was heißt eigentlich Lipödem?
"Lip" ist die Abkürzung für Lipide, also Fette. "Ödem" bezeichnet die Ansammlung von wässriger Flüssigkeit im Körpergewebe, die zu einer Schwellung führt.
"Die Fettverteilungsstörung trifft fast ausschließlich Frauen und jungen Mädchen", sagt Dr. Helga Christoffel vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Eine genetische Veranlagung wird vermutet. Auch hormonelle Einflüsse sind sehr wahrscheinlich, denn die Fettverteilungsstörung beginnt meist in Phasen hormoneller Veränderung wie der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre", erklärt die Allgemeinmedizinerin.
Lipödem und Übergewicht - Verwechslungsgefahr
Das Lipödem bleibt sehr oft unerkannt und wird mit starkem Übergewicht (Adipositas) verwechselt. Doch beim krankhaften Übergewicht bleiben die Proportionen des Körpers normal, und das Fettgewebe verursacht keine Schmerzen. "Das Lipödem lässt sich weder von Sport noch von verschiedenen Diäten beeindrucken", sagt Dr. Christoffel und ergänzt: "Allerdings ist jede zweite Patientin mit Lipödem auch von einer Adipositas betroffen, deshalb bleibt es oft unerkannt. Eine Gewichtabnahme durch gesunde Ernährung und körperliche Bewegung ist in jedem Fall wichtig."
Für betroffene Frauen und Mädchen ist die Fettverteilungsstörung eine große Belastung. Nicht allein die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im fortgeschrittenen Stadium stellen eine Herausforderung dar. Schon im frühen Stadium der Erkrankung beeinflussen verächtliche Blicke und böse Bemerkungen von Mitschülern und Kollegen über den dicken Po oder die unförmigen Beine die psychische Gesundheit der jungen Mädchen und Frauen. An eine mögliche Erkrankung wird dabei oft nicht gedacht.
Symptome des falsch verteilten Fettes
Die Symptome treten beim Lipödem immer symmetrisch auf. Betroffene Frauen empfinden ein Schweregefühl in den Beinen oder Armen. Hinzu kommen Druckschmerzen, ein Anschwellen der Beine bei längerem Stehen und Sitzen und Cellulite (Orangenhaut). Ihre Haut ist kalt und neigt schon bei geringen Stößen zu blauen Flecken.
"Wassereinlagerungen (Ödeme) verstärken das Problem", sagt Dr. Christoffel. "Sie nehmen bei Wärme, langem Sitzen und Stehen zu, dann beginnt das Gewebe in Armen und Beinen zu spannen und zu schmerzen."
Die drei Stadien des Lipödems
Das Lipödem wird nach dem Tastbefund (Palpationsbefund) in drei Stadien eingeteilt:
Stadium I: Orangenhaut; feinknotige Hautoberfläche
Stadium II: Matratzenhaut; grobknotige, unebene Hautoberfläche mit größeren Dellen
Stadium III: Das Gewebe wird zusätzlich derber und härter; grobe, deformierende Fettlappen entstehen.
Je nach Fortschreiten des Lipödems, unterscheidet der Arzt außerdem verschiedene Schweregrade.
Die fünf Schweregrade des Lipödems
Reiterhosenphänomen: erhöhte Ansammlung von Fettgewebe im Bereich von Gesäß und Hüften
Fettlappenbildung auch im Bereich der Knieinnenseite.
Ausbreitung des Lipödems von den Hüften bis zu den Fußknöcheln.
Auch Handgelenke beziehungsweise Fußknöchel sind betroffen. Hände und Füße bleiben aber weiterhin schlank.
Im späteren Stadium der Erkrankung entsteht ein Lipo-Lymphödem, das heißt, auch Hand- und Fußrücken sowie Finger und Zehen gewinnen an Volumen. Betroffene Frauen neigen zu Wassereinlagerungen (Ödemen) in den Armen und Beinen. Blutergüsse (Hämatome) und blaue Flecke entstehen schon bei geringen Verletzungen. Die betroffenen Körperbereiche sind sehr empfindlich auf Berührungen.
Die Erkrankung kann für die betroffenen Frauen auch psychisch sehr belastend sein und sogar zu Depressionen führen. Sie neigen, oft aus Resignation, zu allgemeinem Übergewicht, da Diäten fehlschlagen.
Das sind die Ursachen eines Lipödems
"Es ist nicht bekannt, wie und warum das Lipödem entsteht", sagt Dr. Christoffel und ergänzt: "Da häufig mehrere Frauen in einer Familie betroffen sind, gehen Experten von einer genetischen Disposition aus."
Auch hormonelle Einflüsse sind sehr wahrscheinlich, denn die Fettverteilungsstörung beginnen meist in Phasen hormoneller Veränderung wie der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre.
Hormone und eine genetische Veranlagung können die Ursache dafür sein, dass sich vermehrt Unterhautfettgewebe hauptsächlich an den Beinen bildet. Gleichzeitig tritt vermehr Flüssigkeit in die Zellzwischenräume aus, Wassereinlagerungen entstehen. Mediziner gehen davon aus, dass bei einem Lipödem auch die feinen Haargefäße (Kapillaren) durchlässiger sind. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kann sie auch das Lymphgefäßsystem angreifen. Dann entsteht zusätzlich ein Lymphödem.
The beginning
Hallo Ihr Lieben,
nach einigen Überlegungen dachte ich mir, ich wage mich mit meiner Erkrankung ein bisschen an die Öffentlichkeit.
Im Dezember 2014 habe ich von meiner Lymphologin die Diagnose Lipödem erhalten. Eine mir bis dahin unbekannte Erkrankung. Aber erst einmal auf Anfang…
Während meiner Pubertät litt ich unter einer Essstörung. Dadurch kam der Unterschied zwischen meinem Ober- und Unterkörper zur Geltung. Mein Ober- und Unterkörper passten schon damals nicht zusammen. Ich versuchte natürlich alles, was mir möglich war, um dem entgegen zu wirken. Ich ernährte mich normal und gesund und trieb fünf Mal in der Woche Sport (Hip Hop-Tanz und Fitness). Doch warum wurden meine Beine immer dicker? Ich verstand die Welt nicht mehr und konsultierte einige Ärzte. Jeder Arztbesuch war überaus ernüchternd. Aussagen wie „treiben Sie mehr Sport“ und „essen Sie weniger“ begleiteten mich in den 12 Jahren in denen ich auf der Suche nach einer Antwort war. Genialer Tipp für jemanden, der einmal an einer Essstörung litt. Der Selbsthass wuchs und jede Shoppingtour endete damit, dass ich weinend in der Umkleide stand, weil mir keine Hose mehr gepasst hat. Von einer Hosengröße 36 landete ich innerhalb weniger Jahre bei Größe 42. Die Ärzte haben mich nur auf meine Beine reduziert und mich als dickes Mädchen abgestempelt. Wenn einen die Ärzte so betrachten, dann ist das eine Sache… Von Menschen die einen lieben Aussagen zu hören wie „du solltest mal wieder Bauch-Beine-Po-Übungen machen“, „ich will keine fette Freundin“ oder „ich habe Angst, dass meine Freunde denken du bist fett“ bricht einen innerlich und verletzt einen zutiefst. Gedanken wie „wer könnte mich fette Sau jemals lieben“ gehen einem durch den Kopf. Die eigene Selbstwahrnehmung, welche durch meine Essstörung schon zerstört war, bekam noch einmal einen Schlag.
Die Vermutung eines Lipödems habe ich letztendlich von meiner Hausärztin erhalten. Die Beine waren sehr angeschwollen und ich hatte ein starkes Spannungsgefühl. Sie hat mich an eine Fachärztin überwiesen. Die endgültige Bestätigung habe ich am 23.12.2014 erhalten. Es war wohl das für mich schönste Weihnachtsgeschenk. Auf einmal ergab alles Sinn und ich konnte das erste Mal in meinem Leben Essen als etwas Wunderschönes sehen und nicht nur als Notwendigkeit um zu überleben. Damals konnte ich noch nicht erahnen, wie mein zukünftiges Leben mit dieser Erkrankung aussehen wird.
Die Fettverteilungsstörung Liödem hat meist hormonelle Ursachen. Deshalb sind überwiegend Frauen davon betroffen. Die fortschreitende Krankheit ist nicht ...
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