Runde 10 - Tag 14
Hach ja, einen Tag später zwar aber der Abschluss.
Also wie vorher geschrieben gings zeitig raus, nochmal sich frisch machen, alles zusammenpacken und aufladen bevor es zum Frühstück geht und sich dabei erstmal glorreich vor der Unterkunft aussperren, weil der Schnapper in der Tür war und es keine Kombischlüssel ist, supi. Also kurz warten bis die Dame aufmacht und mal endlich wieder ein vernünftiges Frühstück gegönnt, nicht so dieses typische süße italienische aus Gebäck und Espresso. Nicht falsch verstehen, es reicht prinzipiell aus aber nur wenn man am Vorabend die ortsüblichen 3 Gänge Menüs verspeist. Ich dagegen werde schon leicht schepp angeschaut, wenn man "nur" das Primi und keine Antipasti, Secondi und Dessert bestellt. Alles Übung aber ne, so viel Abends das packe ich nicht.
Guter Start..
Um acht Uhr abfahrbereit und los gings, richtig mummelig eingepackt ab Richtung Meran und dann kehrt wendend weder gen Westen nach Prad am Stiflserjoch. Extra brav das Navi auf schnell eingestellt und bei den Straßen und Minipässen dazwischen war das auch ganz gut so. Der Regen hielt sich zum Glück früh morgens noch in Grenzen und die Talblicke mit dem Tief hängenden zerpflückten Wolkenfetzen war echt schön anzusehen. Nur an einer etwas höheren Stelle in der es in einen Tunnel hineinging (ca 1500m), Fährt man fröhlich in den Tunnel und hat Wolken die von rechts durch die 2-3 Öffnungen reindrücken. Also Nebel im Tunnel - mal was Neues. Ebenda auf der anderen Seite wieder raus, Sichtweite 20m und ich Eumel such für 5 Sekunden meine Nebelschlussleuchte (n zweiter Kaffee täte wohl Not).
Nach 3h und ca. 120km kurzer Tankstop und so schnell es geht rein ins Tal an Prad vorbei und rauf aufs Joch. Man kann sagen, bissi schiss hatte ich. A Wegen des Untergrundes, B der berühmten Fotokurve wo die Leute umfallen und C Beides in Kombination mit eingeschränkter Mobilität meinerseits da Regenkombi (die leichte halt) + Pulli + Dicke Handschuhe mich immer recht steif machen.
Schon die erste Tornanti hat es in sich und man sollte wirklich Kurvenblick befolgen und seinem Gerät vertrauen, das geht ja immerhin 48x so, was zwar genug Zeit zum üben verschafft aber es bleibt immer spannend. Nach gefühlt der 20sten Kehre war aber genug Routine da um ab da einigermaßen entspannt nach oben zu stotter, da ich echt schlecht einschätzen konnte welcher Gang gerade ideal ist, so ein 1,5er gang wäre ideal.
Mit viel Gezeter über so manchen Deppen vor mir schlängelte ich mich also bis nach oben sogar an der berühmten Stelle vorbei, welche im Vergleich erstaunlich breit und gut fahren ist. Klar mit Gegenverkehr und Hektik wird das hier schon spannender. Zum Vergleich auf der Abfahrt auch gefühlt einige liegen sehen da sie überrascht waren das da jemand kommt, also kann es schon tricky sein hier und da.
nach einigen Schnappschüssen am Gipfel und der zum Glück echt guten Sicht für den Tag ging es erstmal entspannt runter, inkl Foto, ins Tal um von da an einen neuen Plan zu schmieden.
A: Unterkunft suchen in Grenznähe, allerdings bei miesem Wetter und damit eher mäßigem Fahrspaß
B: durchballern bis nach Hause
B – B Klingt gut
Also Navi nach Coburg programmiert und ab die Post, bis 19 Uhr sollte ich es schaffen.
Von hier aber durchs Inntall, Fernpass und vorbei an der Zugspitze (Im Regen) ab Richtung München und natürlich direkt durch München weil Google es so will (und außernrum war auch alles dicht). Wäre an sich ja auch kein Problem, käme man nicht 20 Minuten vorher aus 5°C kaltem Klima nur um dann im 28°C München zu stehen und sich durchzuquälen, wir kenn es doch. Hinzu kam allerdings noch ein Gefühl und Geräusch aus dem Endantrieb der nichts Gutes verhieß, kann man schlecht beschreiben und auch nur bei gewissen Belastungen.
Nach aber gut 30 Minuten auch das geschafft und an der ersten Parkmöglichkeit auf der Autobahn sich aller Sachen entledigen da es ja ab jetzt warm und trocken bleiben soll (ich bewundere meine kindliche Naivität manchmal). Dabei noch Antrieb gecheckt und jaa ich glaube die Kette samt Zahnräder ist so gut wie durch, denke der Stelvio hat hier nochmal den letzten Rest gegeben.
Mit der Erkenntniss also schonen weiterfahren, brav konstant mit wenig Ruck damit alles hält. „Duckie“ und „Alice“ beschworen das es nur noch 350km sind und wir das brav und ohne Ausfälle durchziehen, was bis Ingolstadt auch gut klappte.
Baustelle, 15km und von Links rollt was ganz dunkles heran. Zwischen dem Gefühl im Antrieb das ich gleich der nächste Stauverursacher bin und mir predige das da noch genug Toleranz und Sicherheit mit drin ist, ging es sich schlängelnd durch den zähen Verkehr (ratet mal welche Nationen einem Paltz machen und welche zu machen, genau alle machen so gut es geht Paltz und Winken einen vorbei, der deutsche Eumel macht dicht, absichtlich…warum? Ich tu dir in keinem Szenario Schaden zu fügen..aber gut)
Tja und mit diesen 20 Minuten Zeitverlust kam die Wolke immer näher und es begann zu, regen, schnell und Stark. Zum Glück kenn ich die Strecke und wusste da da in 2-3 km eine Rast mit Klo kommt. Und wie ich so elegant und gar nicht nass fast direkt ins WC Gleite (glatt die Fliesen) kam es auch schon seitwärts mit Hagel (ab Sekunde 43...Video 10 Sekunden reicht, geht Grad net anders)
Währenddessen wurde auch der Parkplatz immer voller, da es so geschüttet hat das die meisten Autofahrer auch Schutz suchten um abzuwarten.
Mit ständigem Blick auf das Radar ergriff ich dann die Chance eine mitziehende Lücke zu nutzen um halbwegs Gewitterfrei weiterfahren zu können. Also alles wieder an und im abklingenden Regen rauf aufn Boch und nächste Abfahrt runter, weil tanken. Aber ab hier ging es zumindest bis Nürnberg relativ trocken durch bis der „Windfall?“ kam, also die Art Wind die von einer Regenwolke weggedrückt wird am Boden. Und genau dies hat mich dann knapp 30km fast von der Maschine geholt was wie immer super unangenehm ist und auf dem gleichen Niveau wie letztes Jahr Schottland war, ungeil…
Aber durchgekämpft und weiter ging der Regen, zum Glück nur moderat sodass der Plan um 20 Uhr zu Hause zu sein (ach ja die Pause) bestand hatte. Bis kurz nach Forchheim. Wenn ca. 500m Meter vor einem (oder lass es n Kilometer sein) ein Blitz nahe der Autobahn einschlägt, fährt man rechts zur Tanke raus und macht Pause, so dämlich bin ich nun auch wieder nicht in so eine Zelle freiwillig nochmal reinzufahren.
Abendessen in Form eines Twix und mal wieder Regenradar beobachten in dieser Oase des trockenen Daseins. Das Studium ergab einen einigermaßen passablen Korridor aus mittlerem Regen (der Rest war Rot..) in dem ich durchgleiten konnte für die letzten 45 Minuten. Also gesagt getan und ab hier kein Stopp mehr.
Mittlerweile 20:20 und die Sonne sagt Adieu in 15 Minuten.
Einfach weiterschwimmen sagte schon einst ein kleiner Blaugelber Fisch und genau das tat ich somit auch. Allerdings halb blind durch den spiegelnden Untergrund und die Diskokugel alias Helm durch zu hoch eingestellt Scheinwerfer. Nur gut das ich die Strecke gut kenne ansonsten wäre es noch, ehm, ne das wäre dann nichts geworden, das war halber Blindflug.
Aber um 21:12 dann Ankunft vor der Haustür, alles abgeladen, Treppenhaus eingesaut und die Klamotte auf dem Wäschestände danach fluten gerade die Küche. Knäckebrot, Bier, geschafft. Irgendwo wieder witziger Tag die 700km.
Tja und somit Tourende mal wieder nach 14 Tagen und ca. 5700 km Strecke. Alice hat nun die 70000 in Jahr 4 geknackt und hat sich Ihren Service Am Freitag redlich verdient.
Aber hat es sich gelohnt?
Auf jeden Fall und jeder der es schaffen kann sollte das mal machen, über die Mitte Italiens runter und Sizilien genießen ein paar Tage, es hat einfach was und man ist einfach von den Landschaften komplett überrascht da man das gar nicht so auf den Schirm hat, was für eine Vielfalt trotzdem herrscht oder in welche Extreme das Ganze läuft. Ich werde zwar die nächsten Jahre das in der Form nicht wiederholen aber, ja machts einfach mal, 2 Wochen reichen komod, mit oder Fähre (Fähre 50 Euro lohnt sich aber extrem)
In dem Sinne, danke an alle die mal wieder nichts Besseres zu tun haben als das hier zu lesen und bis demnächst oder spätestens nächstes Jahr.
Gehabt euch gut und habt immer nette Menschen um euch
Cheers












