-Stellen sie sich einen kreativen und lustigen Titel vor-
Die zweite Woche meines Aufenthaltes hier fing ziemlich tabellarisch an – kleiner SQL-Scherz am Rande. Im zweiten Lehrjahr sitze ich neben zwei sympathischen Gestalten, die ich hier liebevoll als Knechte bezeichnen werde. Da ich bereits einige Erfahrungen mit MySQL-Datenbanken gesammelt habe, war es meine Aufgabe, meine treuen Knechte in die magische Welt von SQL-Queries einzuweisen. Ich zeigte ihnen, wie Queries aufgebaut sind, wie man mit bestimmten Kriterien sucht und noch einige andere nützlichen Funktionen wie z.B. Grouping. Meine werte Kollegin – die sich für sehr teuflisch hielt – hatte in der Zwischenzeit ein Quiz zum Thema Datenbanken erstellt, welches wir am Ende gespielt haben. Das ich natürlich gewonnen hab, muss ich ja wohl niemanden erzählen – und das ich sehr bescheiden bin auch nicht!
Der Dienstag fing ziemlich cool an. Buchstäblich, denn er begann mit einem Feueralarm, wo ich die Anweisung „Alles stehen und liegen zu lassen“ etwas zu wörtlich genommen hab und meine Jacke liegen gelassen hab und deswegen gut 30 Minuten im T-Shirt im morgendlichen kühl-feucht-finnischen Herbstwetter warten durfte. Nach der erfrischenden Abkühlung haben wir Google-Forms fürs “Datanurkka” gemacht. Das Datanurkka ist quasi eine Werkstatt, wo Menschen ihre funktionsuntüchtigen Computer hinbringen können, in der Hoffnung, dass sie noch zu retten sind. Das Formular, das wir erstellt haben, dient der Evaluation der jeweils erbrachten Leistung. Nach der Pause habe ich wieder meine niederen Knechte besucht. Die Klasse hatte eine Vertretungsstunde, in der sie Schwedisch gelernt haben. Da meine Schwedisch-Kenntnisse sich auf „IKEA“ und „Smörrebröd“ beschränkten, konnte ich hier nicht wirklich glänzen. Dennoch habe ich mich ausgiebig mit der Lehrerin unterhalten. Wir haben über Ähnlichkeiten zwischen Deutsch und Schwedisch gesprochen und ich habe ihr vom deutschen Schulsystem erzählt. Im Anschluss habe ich meine loyalen Knechte weiter in SQL unterwiesen und wir wollten selbst ein Quiz erstellen, um meiner Kollegin eins auszuwischen, aber leider ist uns die Zeit davongelaufen.
Mittwoch war ein etwas überraschender Tag. Viele Schüler waren aus Krankheitsgründen abwesend und leider hatte es auch die Hälfte meiner mir stets untergebenen Knechte erwischt. Einer der beiden trudelte erst später ein und bis dahin hab ich mich meiner Kollegin und ihrem Schützling gewidmet. Die beiden waren gerade dabei, sich mit PHP zu beschäftigen und ich gesellte mich dazu. Nach der zweiten Pause hat uns Antti – der für uns zuständige Lehrer – gefragt, ob wir nicht unsere Präsentation bezüglich des Austauschs noch einer anderen Klasse präsentieren könnten. Allerdings war das weniger eine Frage, da er der Lehrerin bereits zugesagt hatte und es nur vergessen hatte. Heldenhaft und pflichtbewusst wie wir sind, haben wir uns schnurstracks Richtung Kasarmi aufgemacht und denen eine Präsentation verpasst, die Finnland nicht so schnell vergessen wird. Na gut… vielleicht war sie nur ganz in Ordnung aber ich hätte auch lügen können und niemand hätte je die Wahrheit erfahren! Immerhin durften wir uns danach aus dem Staub machen.
Am frühen Donnerstagmorgen habe ich weiter an meiner Taschenrechner-App für Android gewerkelt. Als Antti merkte, dass ich gut damit zurechtkomme, setzte er mich mit jemandem aus dem dritten Jahr zusammen und wir versuchten gemeinsam, seine App mit einer SQL-Datenbank zu verbinden. Danach haben wir die Job-Messe in der Ouluhalli besucht, einer großen Sporthalle. Viele Stände waren sehr interaktiv, wobei gefühlt jeder dritte Stand einen Milcheimer hatte, wo man etwas gewonnen hat, falls man es schaffte, etwas darein zu werfen. Es gab normale Stände mit Quizzen, coole Stände mit Bagger-Simulator oder VR-Brille und merkwürdige Stände mit Twister und Handschellen – ich weiß, eine merkwürdige Kombination, aber es gab sie. Zu guter Letzt hatten wir noch mit Antti und Miia unser Evaluationsgespäch und danach hatten wir frei.