Valen again 💙
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Valen again 💙
Valen, patagonian female Orca intentionally stranding.
female sealion
Ich war noch nie so lange so glücklich, wie an diesem Ort.
Argentinien, an der nördlichsten Spitze von Patagonien, Ostküste, Halbinsel Valdés. Jeden morgen standen wir um 5 Uhr auf, zogen uns salzige Funktionsklamotten über und packten unsere Lunchbox für den Tag. Jeder hatte seine eigene, gefüllt mit einem gekochten Gericht und etwas Süßem, den Rest haben wir uns ausgesucht. Dann ging es in den Jeep, eine staubige und wackelige Fahrt von 15 Minuten, meistens mit Ziel Leuchtturm. Und dann fing täglich das Warten an. Hauptziel waren Orcas, die an diesen Stränden jagen. Es ist die einzige Familie/Gruppe, die das gelernt hat. ca 25 Tiere, alle katalogisiert und benannt, sind hier in der Umgebung, davon ca 10 Stück Jäger. Ob eine Orca-Chance besteht, hängt vom Wind, dem Wellengang und dem Tidenhub ab. Juan kennt seine Orcas gut und führte uns zu den richtigen Stränden.
3 mal täglich war Mate Zeit, da setzte sich unsere Gruppe zusammen, alle sippten frischen Mate und naschten dazu etwas von dem leckeren Essen. Manchmal waren die Tage lang, dann konnte man im Kies ein Nickerchen machen oder baute Türme aus flachen Kieseln. Und manchmal fuhren wir durch das Land, verfolgten Füchse, suchten Eulen oder krabbelten an Pinguine heran. Die Tiere dort kennen keine Menschen, kennen nur diese kleine Gruppe von der Schaffarm, die in der 2 monatiger Saison zu Besuch ist. Deshalb sind viele scheu, manche jedoch umso neugieriger. Hier ist man eins mit der Natur, hier hinterlassen Menschen keine Fußstapfen, hier liegt kein Müll und hier sind keine Geräusche. Hier ist man man selbst und hier kann man ein Stückchen Herz lassen.
Die Menschen gefielen mir, die Gruppe kam gut miteinander aus. Ich hatte erst die Befürchtung, an so einem einzigartigen Ort wären nur hochnäsige Fotografen und abends wären die Tischgespräche stumpf und trocken. Aber so war es nicht, denn hier trifft man nur einzigartige Menschen und jeder ist mit seiner eigenen Art und Weise plötzlich Teil dieser Familie. Niemand beurteilt hier Andere für das, was sie tun, wer sie sind. Es ist selbstverständlich, einander mit Respekt und Hilfsbereitschaft zu begegnen und so geriet man nie aneinander. Jeder schätzt diesen Ort, bringt es anders zum Ausdruck. Ob Wirtschaftsanwalt aus Italien, Kinderarzt aus Canada, Orcaforscherin aus Kalifornien oder 3 facher Unternehmensgründer aus Boston, egal ob 20 oder 76 Jahre alt: wenn Füchse anfangen zu kämpfen, krabbelt man auf allen Vieren näher und beim Abendessen trinken doch alle Wein und man lacht und redet und isst und mag sich.
Es ist ein besonderer Ort in allen Hinsichten und ich werde zurückkommen, schon nächstes Jahr.
Fotos: Dirk Düvel
just testing our new 100mm macro lens
Sonnenuntergang über der Estancia
Patagonia - countryside
kleiner Graufuchs
Burrowing Owl
Estancia Dogs
Sunrise at Medina
Estancia Horses