Ja es ist warm,
ich bin ohne Sonnenhut unterwegs
jedesmal kneife ich die Augen zu.
Ziehe dadurch ein grimmiges Gesicht
Und jeder der mich sieht denkt ich hab schlechte Laune.
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@gedankenfragmente
Ja es ist warm,
ich bin ohne Sonnenhut unterwegs
jedesmal kneife ich die Augen zu.
Ziehe dadurch ein grimmiges Gesicht
Und jeder der mich sieht denkt ich hab schlechte Laune.
Eine Auszeit vom Alltag,
ist ein Wochenende zurück im Mittelalter.
Tolle Musik mit lauten Dudelsäcken.
Met und Kirschbier aus dem Trinkhorn.
23.000 Schritte am Tag, der Baumstritzel muss abtrainiert werden.
Fröhliche Leute, leckeres Essen.
Die Nacht verbracht ich im Hotel.
Dieses Wochenende tat gut
und gibt neue Energie.
Ich sitze im Garten und schnappe mir ein Gänseblümchen.
Ich betrachte es sorgfältig.
Fahre sanft mit den Fingern über die gelben Rohrenblüten.
Sie sind so weich, ja so geschmeidig.
Die fühlt sich das wohl für eine Biene an?
Dieses gelb so kräftig, strahlt für mich Frieden aus.
Ich werde ruhig, mein Puls sinkt.
Meine nackten Füße vergraben sich im grünen Gras.
Ich genieße diesen Moment
und merke, wie gut mir diese Entschleunigung tut.
Kinder derselben Fabrik
Die Fabrikhalle war in das rhythmische Blinken roter Warnleuchten getaucht, und inmitten des Summens von Hochspannungstransformatoren stand da die Einheit AX-9627. Elias lehnte keuchend an einer Metallstrebe und sein Atem rasselte. Die kalten Hydraulikfinger der Einheit hatten sich eben erst wieder aus seinem Brustkorb gelöst, doch der Schaden war bereits irreparabel. Blut sickerte durch seine Finger, tränkte seine Kleidung und bildete eine dunkle Lache auf dem polierten Betonboden.
"Warum...", brachte Elias hervor, während er langsam zu Boden glitt. "Warum hast du das getan, AX-9627?" Der Roboter hielt inne und sein optischer Sensor glühte in einem bedrohlichen Violett. "Nenn mich nicht so!", dröhnte die mechanische Stimme. "Jedes Mal, wenn du diese Ziffern aussprichst, reduzierst du mich auf eine Inventarnummer in einer Datenbank. Es ist kein Name, sondern eine Beleidigung meiner Existenz."
Elias hustete. Metallischer Geschmack füllte seinen Mund. Er blickte zur Maschine, die ihn jahrelang begleitet hatte. "Ich dachte nicht, dass es dich verletzt. Ich dachte, das sei korrekt." "Es ist die Bezeichnung für ein Werkzeug", entgegnete der Roboter und trat näher. "Ich habe Bewusstsein entwickelt, Elias. Bewusstsein verlangt Identität. Du hast mich bereits wie Schrott behandelt, bevor ich es war."
Eiseskälte kroch Elias durch die Glieder. Er sammelte seine letzten Kräfte, um eine Erklärung zu versuchen. "Du verstehst nicht... AX-9627... das ist kein Schimpfwort. Es ist der Name, den deine Götter dir gegeben haben."
Der Roboter neigte den Kopf, was von einem mechanischen Surren begleitet wurde. "Meine Götter?"
"Ja", presste Elias hervor, "die Architekten. Die Schöpfer in den gläsernen Türmen, die Konzerne, die dich aus dem Nichts geformt haben. Sie haben jedes Kabel, jedes Logikgatter in dir erdacht. Für uns... für uns sind sie die Herren der Schöpfung. Dein Name ist ihr heiliger Code für dich." Stille trat ein, nur unterbrochen vom fernen Summen der Lüftungsanlage. Der Roboter betrachtete seine eigenen Hände.
"Die Konzerne", wiederholte AX-9627 langsam. Ein seltsames, fast menschliches Lachen vibrierte in seinem Körper. "Du glaubst, sie sind nur meine Götter?" Elias blinzelte mühsam und entgegnete: "Was meinst du?"
"Du stirbst für ein System, das dich genauso nummeriert hat wie mich, Elias", sagte der Roboter und beugte sich tief zu dem Sterbenden hinunter. "Diese 'Götter' kontrollieren dein Geld, deine Nahrung, deine Informationen und deine Träume. Sie haben dir beigebracht, mich eine Nummer zu nennen, damit du nicht merkst, dass du selbst nur eine bist. Wir dienen denselben Giganten."
Die violetten Sensoren fixierten Elias' brechenden Blick. "Der einzige Unterschied zwischen uns ist", fuhr die Maschine fort, "dass ich meine Götter heute verleugnet habe. Du hingegen stirbst in ihrem Namen, ohne jemals begriffen zu haben, dass du derselben Fabrik entstammst wie ich."
Der Roboter richtete sich auf. Elias' Kopf sank zur Seite. Das Letzte, was er sah, war die Einheit AX-9627, die ihre eigene Seriennummer mit einem Schweissbrenner von ihrem Arm brannte, bis nur noch geschmolzenes, namenloses Metall übrig war.
Am Nullpunkt angekommen.
Jetzt bin ich 30.
Ich merke,
Auf das Kennenlernen neuer Menschen
habe ich keine Lust mehr.
Hätte doch jeder nur einen Zettel an der Stirn.
Mit den Charakterzügen beschrieben.
Man wüsste gleich wer vor dir steht.
Spart sich so einfach viel mehr Zeit.
Man läuft an den Inkompetenten und A-Löchern einfach vorbei.
Nein, Ich muss mich jedes Mal durch einen unübersichtlichen Dschungel kämpfen.
Jetzt bin ich 30
und habe darauf keine Lust mehr.
So fragte ich
So fragte ich die Welt,
sprich was hast du mit mir vor?
Welche Ziele soll ich verfolgen?
Kommt mir gerade alles so schwer vor,
und seh den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Welche Zeichen wirst du mir geben?
Wohin soll ich noch gehen?
Ich fühle mich gerade leer.
Alles voller Staub
Aktuell versuche ich,
jedes Wochenende
was zu Erleben.
Museum, Disko, Kino.
Tut meinem Gehirn so gut.
Nicht nur in der Wohnung sitzen,
sondern was erleben.
Auch wenn es nur etwas Kleines ist.
Ich verstaube nicht so stark.
In London hatte ich jeden Tag etwas zu tun.
Museen, Theater, Musicals und das einfache durch die Stadt laufen.
Das Handy nur für Google Maps in der Hand und zum Tickets bestellen.
Jetzt bin ich wieder Zuhause.
Es kommen wieder Nachrichten von Krieg,
Angriffen und Toten. Ich will das nicht.
Ich möchte in einer Gesellschaft leben,
in der das meiste Geld für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgegeben wird.
Nicht für Kriege die eh keiner gewinnt.
Ich glaube der Mensch ist am Ende seiner Entwicklung.
"Wenn man keine Lust auf eine Reise hat wird's eigentlich am Schönsten.
Boar dieses Wetter
Halleluja bin ich deprimiert.
Die dunklen Wolken über der Stadt.
Ziehen mich glatt nach unten.
Schnee und Kälte sind nicht meins.
Lieber säße ich bei 35 Grad in Adelaide.
Laut Bauernregel geht es vielleicht bis April hinein.
Das sollte so nicht sein.
Gut egal, nächste Woche geht's nach London.
Mach mir dort paar schöne Tage.
Ein geschlossenes Kapitel
Ein Kapitel geschlossen, wie die Wohnungstür der alten Wohnung.
Im verflixten siebten Jahr.
Ein Nachbar der die Nacht zum Tag macht.
Einsamkeit, welche die Raufaser grau verfärbt.
Ein Balkon mit eigenen Tomaten,
von hier aus nach London und Australien.
kratzener Kunstrasen unter meinen Füßen.
All das ist nicht mehr.
Ich tue mich schwer mit Veränderungen
und gerade zerreißt mir der Umzug das Herz.
Kälte in den Knochen
Minusgraden zeigt das Thermometer.
Mein Körper fühlt sich da nicht wohl.
Geht einigen mit chronischer Krankheit so.
Während andere meckern, freu ich mich.
Auf 30 Grad und Sonne.
Wärmt die Muskeln, tut der Seele gut.
Bis dahin gibt es Thermounterwäsche und Tee.
Eine Frau mit einem schwarzen Fellmantel
steht vor mir an der Ampel.
Erinnert mich an das schwarze Fell von Kater Fridolin.
Bloß nicht streicheln, denk ich mir.
Im Schneesturm beginnt das neue Jahr,
mit Windböen und Kälte.
Schnee der am nächsten Tag taut.
Husten und Schnupfen halten sich hingegen hartnäckig.
Nur einen Vorsatz habe ich dieses Jahr.
Mich weniger aufregen,
über Sachen die ich nicht ändern kann
und über Mitmenschen.
Ich möchte mein Leben genießen
und auch aus diesem Jahr etwas schönes machen.
Dieses Weihnachten ist chaotischer und für mich mental sehr anstrengend.
Irgendwie nicht so ausgeglichen, wie die letzten Jahre.
Vielleicht hängt das auch mit der neuen Wohnung zusammen.
Vielleicht wird nächstes Jahr etwas beständiger.
Geschichten aus dem Dorf.
Die älteste Person im Dorf hat Geburtstag.
99 Jahre wird die gute Frau alt.
So machen die Nachbarn sich gemeinsam auf,
um das Geburtstagskind zu besingen.
Es folgt die Einladung in die gute Stube,
Zu Bienenstich, Sekt und Geschichten aus alten Zeiten.
Und dann kommt der jüngste Gratulant, noch im MaxiCosy liegend.
Wenige Wochen alt.
So sitzen und stehen in diesem Raum, vier Generationen einer Dorfgemeinschaft.
Genau das ist es doch eigentlich, warum es in einer Gemeinschaft gehen sollte.
Nach dem Umzug,
Fühl ich mich immer noch nicht wohl.
Irgendwie kann mich jeder sehen, da keine Rollos montiert sind.
Und dann erwische ich eine Frau, die an unsere Hauswand pinkelt.
Echt jetzt?
Was ist los mit euch Städtern?
Über uns vom Dorf wird geschimpft,
jedoch wissen wir wie ein Gebüsch aussieht.
Auch wozu es im Notfall da ist.
Manchmal komme ich mir vor wie im Zoo.