Es duftet nach Flieder
Die Sinne halluzinieren
Die Seele sucht den Frühling
Schafft sich ihre Wirklichkeit
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@gelegegasse
Es duftet nach Flieder
Die Sinne halluzinieren
Die Seele sucht den Frühling
Schafft sich ihre Wirklichkeit
Pianoklänge
schlendern durch den Raum. Klopfen an, meine Ohren lassen sie herein. Ich gleite ruhig mit ihnen dahin.
Leicht, träumend beschwingt tanzen sie wie aufgeplusterte Schneeflocken, steigen auf, fallen fast schwerelos, zeichnen eine seidenzarte Spur. Ich schwebe mit ihnen.
Töne erklimmen Stufen ins Licht. Tanzen, schweben, tirilieren, wirbeln umher, hüpfen, schaukeln hinauf, gleiten sacht wieder hinab. Sanft und kraftvoll nehmen sie mich an die Hand, tragen mich aus mir heraus und ganz in mich hinein.
Dieser Klang schließt Alles ein, lässt Alles offen, hält mich fest und lässt mich frei meine Bahn finden und erkunden. Er schenkt mir seinen Rhythmus und lässt meinen daraus werden und wachsen. Wie aus dem Nichts überfällt es mich, springt meine Seele an, hämmert auf sie ein.Rüttelt an jeder Saite meines Selbst. Aufwachen.....
Klanglawinen, die mein Inneres nicht mehr halten kann. Sie überfluten mich, pressen mich an die Wand, schleudern mich innerlich umher wühlen in meinen Gefühlen.Wirbeln sie wie Laub auf. Atemlos Atem holen. Nach Luft, nach mir schnappen.
Die Klanglawine wandelt sich, turnt von Taste zu Taste lacht über den gelungenen Satz in die Klangräume meines Herzens. Breitet sich aus, ein Feuer knistert sacht, es wärmt, hüllt mich ein. Tief klingen sie, vertraut wie ein wärmender Mantel. Zärtliche Ruhe, ein verspielter Hauch durchströmt mich, schwerelos, ahnungslos wissend.
Meine Gedanken gleiten aus mir, tragen leichtes Gepäck. Fühlen wie ein Schmetterling der so gar nicht in den Winter passt. Hat er sich verflogen? Ist er die Erinnerung an den Frühling, den Sommer, die Erinnerung, dass in jedem Ende ein Anfang wohnt?
Danke George Winston
https://www.youtube.com/watch?v=f5qGUhWPi6w
Die Tür zu meiner Quelle hat sich wieder geöffnet Fange die Gedanken- und Gefühlstropfen mit meiner Feder. All die, die sich in meinem Gefieder verfangen, verkrochen haben.
Wonach es schmeckt
Erstaunlich, nach Sommer, nach weithin offenen bin zum Horizont reichenden Wiesen, nach einem Meer aus Grün, getupft mit Rot, Blau, Gelb – Farbsymphonie
Gräser, zarte Blüten wiegen sich im Hauch des Sommers recken sich himmelwärts
Bienen surren tänzeln von Blüte zu Blüte, bei jeder Landung wippen sie ihren sanften eigenen Takt
Es schmeckt schon nach Honig weit vor seiner Erntezeit
Es schmeckt nach dem Duft prall gefüllter Blüten, nah einem Kranz aus Löwenzahn, Ringelblumen und Margeriten.
Es schmeckt nach zärtlichen Berührungen zweier Liebenden auf frischem Heu, nach Verlockungen, Neugier auf mehr
Ganz eintauchen, fallen lassen in den Geschmack des Sommers
Vielleicht nur einen Sommer lang
Erstaunlich
So schmeckt Kamillentee
Erstaunlich
Die Zeit ist weggelaufen
Haben sie sich jemals darüber Gedanken gemacht?
Der Satz kam durch die Luft geflogen. Die Männer gingen an mir vorbei. Er blieb an mir haften.
Die Zeit ist weggelaufen.
Wo ist sie denn hingelaufen? Wieso hat sie sich von hier nach dorthin auf den Weg gemacht? War es hier nicht mehr schön genug? Oder wollte keiner mehr die Zeit haben oder war es vielleicht genau umgekehrt. Alle hechten nach der Zeit. Immer und überall ist sie im Munde. Zu viel zu wenig Zeit. Zu schnell zu langsam vergehende Zeit. Die Zeit hat nicht gereicht. Wenn ich nur Zeit gehabt hätte. Kommt Zeit kommt Rat....Und, jetzt ist sie also weggelaufen.
Die Zeit sitzt auf der Anklagebank. Wir sind dabei sie schuldig zu sprechen. Für all die verpassten Momente, für all die verpassten Dinge die wir gern tun wollten, wenn wir uns doch nur getraut hätten, zu tun, was wir tun wollten. Was in uns drängte, manchmal nur zaghaft, manchmal stürmisch an, in uns rüttelte. Wir haben nach der Zeit gerufen. Setzten sie auf das Laufband des Lebens. Irgendwann würden wir zugreifen. Irgendwann. Wann ist irgendwann? Wir haben es uns nie wirklich beantwortet, baten nur um Zeit.
Baten um etwas, was es gar nicht gibt und gaben ihr noch all die Verantwortung für die Entscheidungen.
Gut!
Endlich!
An ihrer Stelle wäre ich auch weggelaufen.
Die Frage bleibt. Was passiert jetzt ohne Zeit?
gesagt, getan
Sie sagte, schreib es auf. Schreib all die Dinge auf, die dir über den Weg laufen, schreib all die Dinge auf, die dich immer wieder ins Straucheln bringen. Schreibe, halt sie fest damit du sie loslassen kannst.
Nun sitze ich hier, weißes Papier, wie das Weiß der Leinwand.Ein Wort, ein Pinselstrich, das Weiß verliert die Unendlichkeit der Möglichkeiten, gewinnt den Weg der Entscheidung. wofür? Für das, was von innen nach außen fließt.
Also, ich schreibe auf was mir passiert,
wenn ich mir begegne in den Gedanken unter der Dusche, beim Autofahren, beim Musik hören....
wenn ich mir begegnet wenn ich Anderen begegne.
Jetzt gibt es ein, mein Stolperstein Buch. Während ich dies schreibe, stolpere ich gradewegs über einen. Er begleitet mich schon viele Jahre. Ein Freund ist er mir nicht geworden auch kein Feind. Er wohnt in mir, ein Untermieter mit wechselnden Launen. Der Verschreib- Verlese –Dich. Ich legastheniere so vor mich hin. Irgendwann beschloss ich mich als strategische Legasthenikerin zu bezeichnen. Eine Taktik die aufging. Für eine Legasthenikerin mache ich wirklich wenig Fehler und Nachsicht ist mir auch sicher. Augen- Hand und Auge –Mund, dazwischen mein Hirn, gehen immer wieder unterschiedliche Pfade, wie verstrittene Kinder, die sich nicht auf ein gemeinsames Spiel einigen können.
Einfach Kuddelmuddel. Ich kann’s einfach nicht. Fehlerfrei Lesen und Schreiben.
Zwischen meinem ersten gelernten Buchstaben, meinem ersten gelesenen Wort stapeln sich meterhoch die gelesenen Bücher, die beschriebenen Blätter füllen Regalboden um Regalboden.
Der Makel haftet treu an mir. Und genau zu dem, was mich plagt, zu dem zieht es mich immer wieder hin.
Ich möchte schreiben, entspannt, fließend. Möchte meine Geburtstagskarten mit Füller schreiben, den Bleistift zur Seite legen, dessen missglückte Spur ich immer wieder mit einem geschmeidigen Radiergummi ins Reine bringen kann. Ich möchte Briefe mit der Hand schreiben, meine Gedanken aus der Feder fließen lassen, ohne Gefahr zu laufen sie wieder und wieder abschreiben zu müssen, weil meine Hand etwas anderes schrieb als ich in meinem Kopf formulierte. Mich durchfluten Gedanken, ich möchte sie halten und, mich durchflutet eine Trägheit die mich davon abbringt.
Aber, das wäre schon wieder ein anderer Stolperstein.
Es wohnt in mir. Ein Behäbiges, Faules, Unentschlossenes. Ein, ich könnte. Wo wohnt - ich mach’s?