Leiharbeit
Zwei Millionen Erwerbslose haben im vergangenen Jahr einen regulären Job gefunden. 380.000 davon waren Leiharbeiter.
Damit landen die meisten Job Rückkehrer in der Leiharbeit, mit 19.2 Prozent fast jeder Fünfte.
(Abendzeitung)
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Leiharbeit
Zwei Millionen Erwerbslose haben im vergangenen Jahr einen regulären Job gefunden. 380.000 davon waren Leiharbeiter.
Damit landen die meisten Job Rückkehrer in der Leiharbeit, mit 19.2 Prozent fast jeder Fünfte.
(Abendzeitung)
Nach den Banken möchte jetzt auch die deutsche Industrie gern gepampert werden
Eigentlich hatte Rotgrün der Industrie ja die Steuern gesenkt, weil die dann losinvestieren würde wie ein Karnickel. Geglaubt haben das jedenfalls die SPD Genossen, die das Ohr bis heute ganz dicht an der Industrie und deren zahllosen Initiativen tragen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Großunternehmen haben sich in Banken verwandelt, weil sie nicht wissen wohin mit dem Geld. Die deutsche Investitionskurve aber ist nach wie vor flach wie ein Brett.
Mit einem Wort: die Industrie hat die Steuersubventionen genommen. Und behalten.
Jetzt haben die Banken der Industrie etwas vorgemacht, was die sich selbst bislang gar nicht getraut hätte. (Das hat wahrscheinlich etwas mit Würde zu tun, die im Geschäftsmodell der Banken bekanntermaßen keine Rolle spielt.) Jedenfalls wollen die Konzerne da auch gern hin: die eigenen Kosten und Risiken auf den Steuerzahler abwälzen. Mit der Leiharbeit ist das ja schon einmal geglückt. Jedenfalls hat man die “Zukunft der Industrie“ ins Leben gerufen, eine Initiative, die den Weg frei machen soll. Frei für den Griff in die Geldbörse der Steuerzahler.
„Konkret wollen wir die Personalkosten für Forschung und Entwicklung mit einer 10-prozentigen steuerlichen Zulage fördern“
Mit Steuergeld will die deutsche Industrie ihre Investitionen fördern, nicht mit dem eigenen, wohlgemerkt.
Wenn das gut geht - und daran kann angesichts des Zustandes der politischen Linken im Land kein Zweifel bestehen - werden die F+E Ausgaben der deutschen Industrie in Zukunft aus Steuern finanziert, die die Arbeitnehmer dann idealerweise alleine zahlen.
Die Gewerkschaften sitzen - selbstverständlich - schon im Boot. Und für die Genossen öffnet - logischerweise - Sigmar Gabriel schon mal die Tore.
Guten Appetit.
Bauboom
in Deutschland fehlen aktuell eine Million Wohnungen
vergangenes Jahr wurden 250.000 fertiggestellt
pro Jahr müssten 400.000 Wohnungen hinzukommen
(Berliner Zeitung)
Eine Air Berlin Aktie kostet derzeit 70 Ct. Damit ist das komplette Unternehmen 81 Mio. Euro wert. Das ist der Preis eines Airbus Mittelstreckenjets.
Das Universum ist unendlich. Das entspricht der Größe von unendlich vielen Fußballfeldern.
Wolfgang Herrndorf
Auch wieder da. Teenage Fanclub
Wir beschäftigen in Deutschland etwa eine Million Menschen für Werbezwecke. Außer Belästigung produzieren die aber nichts, was irgendwer wirklich brauchen kann. Stellten wir diese unnötige Arbeit ein, könnte jeder von uns knapp eine Woche länger bezahlten Urlaub machen, ohne irgendeinen Verlust.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34952
Flauberts Blues
Flauberts berühmter Frédéric irrt tief in der Nacht durch Paris. Verliebt - wie ihm schon länger bekannt ist. Und unglücklich, wie ihm gerade klar wird.
Die Straßen waren öde. Zuweilen kam ein schwerer Karren vorüber, der das Pflaster erschütterte. Die Häuser mit ihren grauen Fassaden und geschlossenen Fenstern reihten sich aneinander; und er dachte verächtlich an alle diese menschlichen Wesen, die hinter den Mauern schliefen und existierten, ohne sie zu kennen, von denen nicht einer ahnte, daß sie lebte! Er hatte weder Bewußtsein von Ort noch Raum, noch von irgend etwas; und müßig weiterschlendernd, indem er mit dem Stock die Rolljalousien der Läden streifte, ging er aufs Geratewohl, erregt und überwältigt, immer geradeaus. Eine feuchte Luft hüllte ihn ein, und er fand sich am Rande des Quais.
Die Gaslampen leuchteten unbestimmt in zwei geraden Linien, und lange rote Flammen flackerten in der Tiefe des Wassers. Es hatte die Farbe des Schiefers, während zu beiden Seiten des Flusses der klarere Himmel sich auf große Schattenmassen senkte. Gebäude, die man nicht unterschied, vertieften die Dunkelheit. Ein leuchtender Dunst schwebte über den Dächern drüben; alle Geräusche verloren sich in einem einzigen Gesumm; es wehte ein leiser Wind.
Er war mitten auf dem Pont-Neuf stehen geblieben und atmete mit bloßem Kopf und nackter Brust die Luft ein. Währenddem fühlte er tief in sich ein Unbezwingbares, eine Welle von Zärtlichkeit aufsteigen, die ihn überwältigte wie jene ruhelosen dort unten. Eine Kirchenuhr schlug eins, ganz langsam, wie eine Stimme, die ihn rief.
Flaubert: Schule der Empfindsamkeit
"Zu teuer" ist natürlich noch keine "Blase".
Allerdings ist es nicht so, dass es diese Variante nicht auch gäbe: auf ft.com heisst es: "Bundesbank warns on German house prices: Central banks move stokes fears of property bubble"
Naja, gegen Blasenprobleme hilft übrigens Kamillentee.
Quelle: querschüsse.de
Quelle: lostineu.eu
Erich Kästner über Kanonen.
Dieter Hildebrandt über Erich Kästner.
Zwei Redaktionen, eine Erinnerungslücke: "Wallstreet Journal Deutschland" und "Die Welt"
Wieder mal ein Hinweis darauf, dass man Dummheiten, sind sie einmal in der Welt, nicht so schnell wieder los wird.
Im vergangenen Jahr machte ein Studie die Runde, die nachgewiesen haben wollte, dass eine Volkswirtschaft massiv an Leistungsfähigkeit einbüßt, sobald die Schuldenquote die Grenze von 90 Prozent am BIP überschreitet.
Von jetzt an sprachen die Sparfüchse von nichts Anderem, als eben dieser berühmten Zahl: 90 Prozent. Notenbanker, Schäuble, Merkel, alle hatten endlich etwas in die Hand bekommen, um der offiziellen Sparpolitk die Weihen wissenschaftlich-empirischer Expertise zu verleihen.
Schade. Es war falsch.
Ein Doktorand widerlegte die Zahl. Der Student hatte gravierende Fehler in jenen Excel-Tabellen gefunden, die der Arbeit zu Grunde lagen. Damit war das 90 Prozent Limit gestorben. Das wussten Alle; damals wusste das auch "Die Welt", die heute diesen Text vom deutschen Wall Street Journal übernommen hat.
Es handelt sich um einen typischen Alarmismus-Artikel, in dem einmal mehr "Alle über alle Verhältnisse leben". Ein Stand der Krisendebatte, der eigentlich überwunden ist, wenn man von "Welt" und "WSJ" einmal absieht. Darin heisst es über Frankreich:
Das Defizit des Landes wird 2014 die Marke von 95 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) überschreiten und damit gefährlich nahe an die 100-Prozentschwelle rücken, ab der die Verschuldung außer Kontrolle gerät.
Ups?
Irgendwie sind die zwei Redaktionen sehr vergesslich. Nicht nur, dass sich niemand daran erinnern kann, dass der Zusammenhang an sich falsch ist, es weiß auch keiner mehr die korrekte falsche Zahl: 90 fette, falsche Prozente.
Zwei italienische NATO Soldaten haben vor der Küste des indischen Bundesstaates Kerala zwei Fischer erschossen, die sie fälschlicherweise (?) für Piraten hielten. Die Inder würden die Sache ganz gern untersuchen und zwar auf Grundlage nationaler Antiterrorgesetzte, die es auch dort gibt. Klares NATO Statement: "Aber …. aber … aber …"
AF Rasmussen will sich seinen schönen Krieg keinesfalls kaputt machen lassen:
"This could have possible negative implications for the international fight against piracy. A fight which is in all of our interest."
Da könnte ja auch echt jeder kommen.
"Wenn diese (von der OECD empfohlenen politischen Änderungen) in die Projektionen eingearbeitet wurden, diesen Ratschlägen aber nicht gefolgt wurde, entstehen vermutlich Fehler in der Projektion."
... meint ... die ... OECD ... über ihre falschen Wachstumsprognosen.
Quelle: welt.de
Die Fehleinschätzungen der OECD können sich wirklich sehen lassen. Wer noch eines Nachweises bedurfte, um ökonomische Schätzungen dem Reich der Astrologie zuzuschlagen, bitteschön.
Aus Sicht der OECD liegt das Problem übrigens darin, dass sich die Realität anders verhält, als die Modelle der Ökonomen. Das kennen wir von Enzensberger. Alles kein Problem. Wenn nur die Menschen nicht wären …
Bildquelle: welt.de