Wellenmuster im Casel-See
Dezember 2020. Abendlich-goldene Wellenmuster in einem See in der Niederlausitz.
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Wellenmuster im Casel-See
Dezember 2020. Abendlich-goldene Wellenmuster in einem See in der Niederlausitz.
Elegie
(für Tobias) Mögen die Wellen ihr Lied an die tausend Lande tragen Den Winden gleich, die ihre Kunde führen! Möge sich das Tal mit der Sonnengarbe füllen Die Freude allen Quellen entspringen! Kindern gleich, auf der Suche nach Schätzen, die Im Blick der Liebe gewahr, selbst Schätze sind. Wir, Kometen gleich, tragen die Früchte Heiß und innig, uns verglühend ins All. Das Rad der Zeiten plappert bunt seine Melodie – Wir Kinder, Tautropfen der hohen Nacht Treten mit Rehblicken an die Säule: Scheu spielt ein Wort an der Zunge Tränkt seine Hoffnung aus der Fülle des Seins Und lässt seine Zügel Flügel sein... Oh möge jeder Augenblick so voll An Licht und Freude sein! Dass das Herz in Liebe zitternd pumpt Was die Wellen seit Tausenden von Jahren An die Küsten der Begegnung tragen.
“The Cabin in the Woods” by Menis Art
Tag an dem die
Tag, an dem die Häuser, sacht, zu schweben beginnen, sich aus den Verankerungen lösen, aus den Grundfesten enthoben, die Verbindungen kappend, eines nach dem anderen, ins Ungeahnte davon, sich einen Weg bahnend in den Raum Die Erde, Lebensraum sich überhäufender Schlagzeilen, ist sprachlos. Die Ausrufezeichen kleben am Bodensatz fest. Die Kontinente schwellen an, platzen auf, liegen brach. Lichter im All. Kein Standpunkt lässt mehr als Vermutung zu. Wie viele, wohin, welcher Richtung folgend. Auf dem Weg Begegnungen, Inseln im Nichts, Erinnerungen an ein Davor, das uns entgleitet, je mehr wir auseinanderstreben. Dahinter noch Unerreichtes, leise Fragendes auf der stillen Reise. Unwägbar weit, ist letzlich einzig von Belang: Bewegung, die selbst bewegt, wie gesagt.
ein große träne
ist mir die welt und meine wut säht liebe liebe liebe.
Gärten aus Beton Melodie & Text: Kilian Seiterich Akkordeon: Friederike Peters Kontrabass: Vinzenz Erb Aufgenommen von Adrian Tulpe im Frühling 2013.
Kiefer am Strand
in dir tauche ich in einen ungelösten Traum ein paar Schritte ins Mittagsrätsel der Scharfenwelt Farben atmend vergesse ich alles später Schritte, Schritte, die an den Fußsohlen brennen und Harz Steiles Blau an den Wipfeln Salz und Sehnsucht in den Ästen Ton der Zeit ist Ockerfarben im Mittag an dessen Küste ein dunkler Traum spült unvergessen zwischen Treibgut und hoher Stille und Schaum und Weihrauch und Ginster im Kieferbaum.
Origami-Angst
Wach auf und erriner dich. Präg es dir ein, eingeklemmt zu sein. Ein junger japanischer Künstler, kleine Flammenzungen aus Origami schaffend, Flammenzungen, die die Wände des Zimmers bedecken, in denen er als Kind wohnt. Flammenzungen, die sich vermeeren und überhand nehmen, einengen,bedrängen. Ich kann nicht hinaus, das Auge meiner Eltern ist hinter den gefalteten Flammenmeeren. Der Weg, ich krieche, und krieche, mich an den Flammenzungen schneidend, vorsichtig schlängelnd, wie unter der Erde in einen Gang, der sich zunehmend verjüngt und einschließt. Meine selbstgefalteten Flammenspeere aus Origami. Der jünge Künstler aus Angst. Origami ist nichts als gefaltetes Papier. Wach auf und erinner dich. Präg es dir ein, eingeklemmt zu sein.
Spalt in der Geschichte
Hunderte Seemeilen entfernt gräbt das Gewissen unmerklich weiter, gräbt auf die Fundamente, die wieder im Gründerstil gebaut wurden. Ruhe bis an den Gartenzaun, gestutzt, dahinter die andere Sprache und die Bergketten, die nie fränkische Schweiz sein werden. Alpen beim besten Willen nicht. Jahrzehnte so gelebt in Abgeschiedenheit vor der Welt. Der Spiegel zeigt das alternde forschende Fragen und altert auch, blinde Flecken, die poliert nicht verschwinden, trotz aller zittrigen Versuche. Auch das Mädchen vom Montag vermag da nichts auszurichten. Manches musste man hier nie— Im Garten ist alles akkurat und düster erhaben unter den Nadelzweigen. Das Licht drinnen gelblich und alt, Stromausfall hierzulande, auch die Hornbrille gilbt und die Hornhaut ums Nagelbett. Gehe wenig aus, deswegen, langsam schiebt sich der gekrümmte hohe Rücken durch die Kleinwüchsigen. Einmal wird über alles Efeu wachsen, die Großen und die Kleinen und schon jetzt ist alles zur Touristenattraktion verklärt. Solange der Mythos rankt klimpert Geld und wirklich gekannt haben will dann ja doch keiner. Doch, sind damals gut wegekommen und mit dem Rest komme ich aus, wenn ich spare. Das Montagsmädchen macht die Einkäufe, ich sehe die Liste durch mit Zeit. Die Sonne scheint zu hell hier und brennt unnötig in den Erinnerungen. Der Schatten ist jahrzehnte alt und erprobt, dann abends Hölderlin und die Rollläden, und so weiter, weiter, immer unmerklich weiter.
donde se asentará mi energía
es aquí donde en las hojas brilla el viento y las voces se mezclan entre pájaros y humanos acunado entre sierras se estremece una nueva voluntad de crecer.
binde die sterne wieder an!
im wellensturm, segel auf kurs gelange ich wieder ins gleichgewicht und komme nach und nach in mir ins neue an.
schichtbilder
wir sind auf einem floss wissen nicht wohin es treibt wir sind im ausguck warten nicht wir sind wind WIR SIND TEIL DER KOSMISCHEN BEWEGUNG ATMUNG DER PLANETEN HERZSCHLAGELLIPSE wir tragen hoffnung in die welt ton im klanggebilde wir sind wir laufen mit offenen armen zurück ins jetzt wir wachsen wir schichten ich gehöre mir längst nicht mehr geschichte wir vergehen wir hinterlassen keine spuren WIR TREIBEN AUF DEM FLOSS AKKORD IM FARBENMEER