Haendl - Wie kommt man auf so einen Namen?
Wir schreiben das Jahr 2013. Vier Abenteurer brachen auf, die neue Welt zu entdecken. Die vier Abenteurer sind wir und die neue Welt hieß damals noch, zumindest als kryptischer Arbeitstitel, Handel 2.0. Zu diesem Zeitpunkt steckte unsere Idee noch in den Kinderschuhen. Dementsprechend beschäftigt waren wir mit der Ausarbeitung unseres Konzeptes und hatten uns erstmal keine Gedanken um den Namen gemacht. Wir dachten uns, dass sich ein Name bestimmt schon aus der Arbeit selbst heraus ergibt – aus heutiger Sicht wohl etwas blauäugig – und beschäftigten uns mit Dingen wie Businessplan und Programmkonzept.
Als wir dann weit genug waren, stand endgültig die Frage im Raum, wie wir das Ganze denn jetzt bitte nennen. Also Flipchart gezückt und los geht’s. Kann ja nicht so lange dauern. Zu diesem Zeitpunkt ahnte keiner von uns, dass wir den Gegenwert einer Reise um die Welt in Flipchart-Blöcken und Filzmalern investieren würden. Wir opferten unzählige Hirnzellen und wechselten staccato-artig E-Mails mit Namensvorschlägen, von denen einer dämlicher war als der andere.
Und dann war er da. Da ist das Ding! Emporion. Antike griechische Marktplätze, die Händler auf der ganzen Welt vereinten. Die Entwürfe machten Sinn, das Feeling stimmte. Super. Dann merkten wir aber recht schnell, dass Emporion für den täglichen Gebrauch wohl etwas zu lang war. Wir waren ja gekommen um zu bleiben und deshalb musste unser Name auch etwas sein, was man ohne Knoten in der Zunge tagtäglich aussprechen kann. Also zurück ans Reißbrett.
Im Nachhinein war die Arbeit trotzdem nicht umsonst. Emporion erfüllt heute seine Bestimmung als Name unserer ersten Firma.
Es dauerte noch etwas, aber dann waren wir uns wieder sicher. Der ist es. Mit dem Namen hatten wir alles, was wir wollten: Er war kurz, prägnant und man konnte ihn in allen nur denkbaren Kombinationen benutzen. Er war ein Verb, er war eine Bezeichnung, er war eine Erklärung und wir waren in Hochstimmung. Nach Monaten voller Frustration war er endlich da! Also fackelten wir nicht lange und machten uns an daran, die Markeneintragung vorzubereiten.
Die Freude hielt aber nicht lange: An dem Tag, als wir die Eintragung eigentlich beantragen wollten, fand ich zufällig ein Softwareprojekt, das unseren Namen, in leicht abgewandelter Form, seit über einem Jahr nutzte. UNSEREN Namen! Natürlich kann ich den Namen hier nicht nennen. Ein Gentleman verdrängt und schweigt…
Was tut man in so einem Moment? Naja. Erstmal nichts. Dann geht man wieder auf Start. Man geht nicht über Los, zieht keine 4000 Euro ein und beginnt von vorne.
Rekapitulieren wir nochmal, was wir vom Namen erwarteten. Wir wollten einen Namen, der beschreibt, was unsere App macht, was Menschen damit tun können, den man in allen möglichen Situationen benutzen kann und der zu allem Überfluss auch noch zu haben ist! Wir wollten keine Kompromisse eingehen. Bei Google googelt man, bei Twitter twittert man. Und bei uns?
Kurz durchgeatmet. Dann überlegten wir und kamen irgendwann wieder ganz zum Anfang: Warum machen wir das alles hier? Weil wir mit anderen Menschen handeln wollen! Weil wir handeln wollten, wo, wie und wann wir wollten. Uns gefiel nicht, was wir so als Verkaufsplattformen vorgesetzt bekamen.
Dann machte es Klick.
Und wieder zeigt sich, dass man am Ende doch oft genau wieder da ankommt, wo man begonnen hat. Muss ja nicht schlecht sein. Wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn die ersten Hændler ihr soziales Netzwerk zum Markplatz machen und begeistert hændln können.
Michi und das Haendl-Team!











