In Teil 3 begleiten die Figuren den Zuschauer auf eine Hochzeitsfeier, die durch den zuvor von einem Hund gebissenen Onkel der Familie der Getrauten plötzlich unterbrochen wird. Der Virus breitet sich wie gewohnt aus und alle Gäste sind isoliert. Zwanzig Minuten lang werden die Hochzeitsgäste in Form eines Hochzeitsvideos abgelichtet, bis es zum gelungenen Übergreifen des Infizierten kommt. Bis dahin dachte ich, dass erneut eine grandiose Fortsetzung vorliegen würde. Dann kommt der größte Fehler, den REC nur begehen kann: Die Entscheidung fällt darauf, die Story aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen, man wechselt also von der verwackelten Handkamera, die die Fans so gewohnt sind und die die Serie zudem auch ausmacht, auf die normale 0815-Filmkamera.
Musikalische Untermalung durch epische Töne, die vielleicht bei einem Kameraschwenk über weitreichende Landschaften in Herr der Ringe geeignet wären. Dramatisierung durch eine Lovestory zwischen den Hauptfiguren mit einem zumindest zwischenzeitigen Happy End. Entsprechende Kamerafahrten und Panoramaaufnahmen, um dies zu unterstreichen und in Szene zu setzen. Komedieeinschübe, indem man den männlichen Hauptpart in eine Ritterrüstung steckt und seine "Prinzessin" suchen schickt. Das alles sind Elemente, die gehören in einen Horrorfilm einfach nicht rein. Horror ist nicht Inszenierung, Horror ist echt und ungeschönt, keine unnötigen Storyeinschübe, die unauthentisch wirken und nur der Zufriedenheit des Zuschauers dienen.
Zwischendurch gibt man dem weiblichen Hauptpart dann noch eine Kettensäge in die Hand, dazu der blickfangende Rock und die kurzen, schwarzen Haare - irgendwer konnte sich hier nicht zwischen dem wirklichen REC, einer dramatischen Gewaltinszenierung und dem japanischen Abschlachthorror entscheiden. Und alles drei in einem macht es sicherlich nicht besser! Positiv sei noch der mehr oder weniger eindeutige Verzicht auf ein Happy End zu nennen. Insbesondere Teil 1 und Teil 2 noch in Abstrichen waren wahre Schocker, die auch uns Fans Ekel und Grusel aufs Gesicht zauberten, gepaart mit der Freude über einen solchen Streifen. Davon kann nun nicht mehr die Rede sein. In der Menge an Blut und definitiv nicht jugendfreier, blutrünstiger Gewaltszenen zieht REC 3 dagegen locker an seinen beiden Vorgängern vorbei.
Das wichtigste Merkmal - die verwackelte Handkamera - wurde genommen, Unentschlossenheit aufgrund der Richtung des Films kommt dazu: Eine dramatisch inszenierte Blutparty, in der REC Fans aber leider enttäuscht untergehen werden.