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… nicht eine Frau als Panelisten auf neun Panels beim führenden Bankenkongress in Indien, dem FIBAC 2026.
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54 Männer
… nicht eine Frau als Panelisten auf neun Panels beim führenden Bankenkongress in Indien, dem FIBAC 2026.
Politprominenz
… zählt viel, Fußgänger zählen nicht. So blockiert eben eines der Plakate einen Bürgersteig auf der Route, auf der die Politprominenz langfahren wird.
Verkehr
… scheint mir in Indien das größte Sicherheitsrisiko zu sein, zumindest für Fußgänger, die es für die Stadtplaner offenbar nicht gibt - zumindest gibt es idR keine Bürgersteige, auf denen man vernünftig gehen könnte. So gehen alle auf der Straße. Wenn immer wieder ein Bus relativ nah an einem vorbeidonnert, schickt man schon mal Dankgebete Richtung Himmel, dass man weiter unbeschadet unterwegs ist. Dass letztlich insgesamt kaum Unfälle im zT ziemlich unübersichtlichen Verkehr in der Stadt entstehen, liegt mE daran, dass die Autos relativ langsam fahren - weil alle auf der Hut sein müssen, dass plötzlich ein Hindernis vor ihnen erscheint.
Ein Sicherheitsrisiko aufgrund von Kriminalität habe ich bisher so gut wie nicht wahrgenommen. Lediglich in Delhi fühlte ich mich hie und da unwohl. So geht es auch anderen.
Die Landwirtschaft
… trägt dazu bei, dass Indien beim Wohlstand mit 2.700$ BSP / Kopf pa nicht recht vorwärts kommt. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen arbeitet in der Landwirtschaft, aber diese trägt nur gut 15% zum BSP bei mit Wachstumsraten von gut 4% in den vergangenen Jahren - verglichen mit 7-8% für die Volkswirtschaft.
Dazu passt die mühsame Handarbeit, die während des Monsoons in Goa auf den Reisfeldern verrichtet wird: Reissetzlinge werden von Hand umgesetzt und Unkraut wird entfernt.
Goa
… ist in vielfacher Hinsicht besonders in Indien: der flächenmäßig mit Abstand kleinste Staat mit 25% Katholiken, bis 1961 zu Portugal gehörend und mit dem höchsten BSP / Kopf unter den indischen Staaten, der doppelte Wert des durchschnittlichen BSP / Kopf unter den indischen Staaten. Den relativen Reichtum merkt man in Süd-Goa auf Schritt und Tritt. Die große Mehrheit der Häuser sieht gut aus, das Auge verweilt dort gern. Das habe ich bisher noch nirgends jenseits von Süd-Mumbai erlebt. Die Straßen sind in bemerkenswert gutem Zustand und es liegt zwischen den Orten kein Müll herum. Viel des hier anzutreffenden Geldes wurde im Ausland verdient: in den Golfstaaten, in Europa und - als Matrosen - auf Schiffen. „Remittances“ spielen in Indien auch volkswirtschaftlich eine große Rolle.
Die Keneseth Eliyahoo Synagoge
… im Galerienviertel Kala Ghoda - wurde gestiftet von den beiden Söhnen von David Sassoon zu Ehren ihres Vaters, auf dessen Spuren man in Mumbai laufend stößt, zB bei der David Sassoon Library und dem Fischmarkt Sassoon-Dock. Die Sassoons waren eine Baghdadi-jüdische Familie. David floh 1833 aufgrund der jüdischen Unterdrückung durch das osmanische Sultanat nach Bombay und erarbeitete sich mit Handel (u.a. mit China) ein legendäres Vermögen, das er ua für den Bau mehrerer Synagogen nutzte. Er gilt als Philanthrop, der in Bombay seiner Identität als Bagdad-Jude treu blieb - und kein Englisch sprach.
Der Sanjay Gandhi National Park
…. benannt nach dem jüngeren der beiden Söhne von Indira Gandhi, der ihr als Premierminister Indiens folgen sollte, aber 34-jährig einen tödlichen Unfall des von ihm gesteuerten Flugzeugs verursachte, verlangt auch Gelassenheit angesichts der langen Schlangen beim Eingang. Schließlich geht es dann doch oft schneller als man zunächst denkt. Der Park empfängt einen mit Regenwald- und netter Ausflugsatmosphäre der vielen vielen Inder*innen (nur ein bleichgesichtiges Paar begegnet mir während der drei Stunden dort), Hinweisschildern auf Krokodile und Leoparde, letztere offenbar erst ab 6pm, und dem größten und einem der ältesten buddhistischen Höhlenareale Indiens. Mehr als 100 Höhlen gibt es hier, nur 30 km entfernt von meinem angenehmen Süd-Mumbai und sehr gut mit dem lokalen Zug zu erreichen. So hat man einen tollen Tagesausflug für weniger als 5€.
Gelassenheit ist gefragt
… in Indien. Zum Beispiel wenn einen ein ohrenbetäubendes Spektakel am Bahnhof empfängt; es scheint einen religiösen Hintergrund zu haben und ist nicht eine der gerade Schwung entfaltenden Kakerlaken-Demonstrationen. Zum Beispiel wenn man in der Wohnung einen Vierbeiner ausmacht, den man eigentlich nicht haben will in der Wohnung und mit dem man nicht gerechnet hätte angesichts des erste Klasse Zustands der Wohnung dank Maid.
Der Monsoon ist da
… und empfängt mich bei meiner Rückkehr nach Mumbai nach Urlaub in Europa gnädig - mit leichtem Dauerregen, der die Inder*innen in ihrem Alltag keinesfalls stört, sondern eher erfreut, so wurde mir gesagt. Ein Schirm ist keinesfalls für alle ein Muss, eher regenresistente Schuhe, zB FlipFlops. Viele sitzen ohne Regenschutz am Marine Drive auf der Mauer und freuen sich scheinbar ihres Lebens.
Das Leben zu schützen ist Aufgabe der Polizei. In einem Abschnitt des Marine Drive werden alle aufgefordert, möglichst großen Abstand zur Quaimauer zu halten. Könnten die Wellen von jetzt auf gleich so gewaltig werden, dass sie diesseits der Quaimauer wüten?
Viele Menschen sind in den letzten Wochen dem tageweise extremen Monsoon zum Opfer gefallen. In der ersten Juliwoche gab es in Mumbai so viel Niederschläge wie üblicherweise im ganzen Juli. Menschen wurden erschlagen von herabfallenden Bäumen, Ästen oder Baustellensusrüstung, sie ertranken in Löchern, die im Hochwasser nicht zu sehen waren, und ihre Häuser wurden geflutet.
Data centres
… sind der von der indischen Regierung gewählte Hebel, um am AI Boom teilzuhaben. Bis 2047 werden ihnen erhebliche Steuervorteile gewährt. Über 50% der data centre Kapazität des Landes sind im Finanzzentrum des Landes, in Mumbai, angesiedelt. Auch globale cloud provider wie Microsoft und Google haben hier investiert. Aufgrund ihres Bedarfs an Kühlwasser tragen alle data centres zur aktuellen Wasserknappheit bei. Auf sie kann Indien aber keinesfalls verzichten, will es doch am AI Boom Anteil nehmen. So wird auf Innovationen bei der Wasser(mehrfach)nutzung gesetzt.
Der Monsoon
… sollte in Mumbai ab Anfang Juni die Wasserreservoires auffüllen. In 2026 kommt er mindestens drei Wochen zu spät und dann zögerlich. Das verdüstert die Ernteaussichten und es macht die Versorgung der 29 Mio Menschen in Mumbai mit Wasser schwierig. Der arme Teil der Bevölkerung muss Wasser zum Teil selbst heranschaffen. Bei den Wohlsituierten kommen Wassertanklaster, um die Wassertanks im Haus aufzufüllen. Ist zu viel Bedarf an Lieferungen von Wasser, dann werden einzelne Häuser nicht rechtzeitig versorgt. Bei mir kam heute Morgen z.B. kein Wasser aus dem Hahn. Da war es gut, wenn man eine kleine Reserve angelegt hatte. Und dann staunt man, mit wie wenig Wasser man auskommt, wenn es sein muss - oder anders herum: wie leicht unsereiner mit Wasser „aast“.
Gelassenheit
… lehrt einen Indien. ZB wenn zwar viel Personal hinter dem Hoteltresen oder an einer Kasse wartet, wenn aber dennoch Vieles länger dauert, als man erwartet hat. Oder wenn im Mai, dem heißesten Monat, der Schweiß unweigerlich reichlich fließt und mit einem Tuch großflächig abgewischt werden muss, sobald man sich außerhalb von AC-gekühlten Räumen bewegt. Oder während des Monsuns, in dem es beispiellos schüttet. Flip-Flops und leichte Kleidung, die schnell trocknet, scheinen mir die Mittel der Wahl zumindest für diejenigen, auf die nicht rund um die Uhr ein Fahrer&Auto vor der Haustür wartet. Und viel Gelassenheit.
Regen. Endlich Regen.
Heute Nacht habe ich erstmals nach acht Monaten in Süd-Mumbai Regen gehört. Seit November zeigen Himmel und Wetter-App nichts als Sonne. Nun also Regen. Endlich. Der Monsoon wird sehnsüchtig erwartet. Seit Anfang Juni. Er ist schon drei Wochen lang überfällig in weiten Teilen Indiens. Mitte April hat das India Meteorological Department (IMD) bereis einen Monsoon von 92% im Vergleich mit dem historischen Normal vorausgesagt, inzwischen werden 90% genannt. Der Regen im Juni war bis Mitte Juni 35% unter Normal mit erheblichen Auswirkungen auf die Wasservorräte. Die Ökonomen sprechen von einem weiteren externen Schock für die Volkswirtschaft, der zusätzlich zu den Belastungen aus der West Asia Crisis hinzukommt. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung steigende Lebensmittelpreise zulassen oder sie abfangen wird, wie sie es in der Vergangenheit immer wieder getan hat und wie sie es gegenwärtig bei den Öl- und Benzinpreisen tut. Die fiskalischen Belastungen sind in beiden Fällen erheblich. Sie werden nicht dazu beitragen, das so dringend benötigte ausländische Kapital ins Land zu locken. Der Klimawandel trifft Indien hart.
WATER SUPPLIER
… rangieren nun täglich abends vor meiner Haustür herum. Bisher fiel nur an einem Sonntagnachmittag Wasser bei mir aus - ich dachte zunächst an die Bauarbeiten im Haus. Aber dies war wohl wegen der allgemeinen Wasserknappheit aufgrund des verspäteten Monsoon. Die Behörden rufen zum Wassersparen auf, auf Baustellen darf baw kein Wasser genutzt werden und der Wasserdruck in meiner Wohnung wird merklich schwächer.
Krisenvorbereitungen
… spielen in Indien angesichts der West Asia Crisis eine größere Rolle. Immerhin ist Asien insgesamt und Indien ganz besonders abhängig von der Region, vor allem wegen Import von Öl und Fertilizer. Aber ganz grundsätzlich sind an deutsche Auslandsvertretungen Entsandte gehalten, für unerwartet und unmittelbar eintretende Krisen gewappnet zu sein. Ich habe heute endlich kleine Rupienscheine im Wert von insgesamt 100€ in meiner Wohnung deponiert. Als Bundesbankerin ist man sich besonders bewusst, wie abhängig man sich in Indien von der so komfortablen digitalen Zahlungsinfrastruktur macht. Überall wird mit Handy und QR-Code gezahlt. Aber wehe, es ist kein Strom verfügbar oder aber diese Infrastruktur wird erfolgreich attackiert - dann kommt man nur mit handlichem Bargeld über die Runden. Strom fiel in letzter Zeit schon mal hie und da für kurze Zeit aus - wegen erhöhter AC-Nutzung aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen über einen ungewöhnlich langen Zeitraum.
Founders‘ Day Celebration
Der Bombay Gymkhana, ein 1875 von Engländern gegründeter Club mit sehr sportlichem, aber auch gesellschaftlich-kulturellem Profil feiert nicht nur runde Geburtstage, wie 2025 den 150. Geburtstag. Auch der 151. wird an einem Freitag, am 19.6., um 9:00 mit Bell Ringing Ceremony und Brunch und nach allen Regeln der Kunst begangen.
Abends unterwegs
… im traditionellen Business-Viertel von Mumbai, in Nariman Point, führt Dreierlei vor Augen:
- Auch hier rollen die vielen, die tagsüber an den Straßenständen Essen anbieten, abends ihre Matten aus, um auf der Straße zu schlafen.
- Mehr noch als tagsüber: es sind fast ausschließlich Männer auf den Straßen.
- 31 Grad um 23:30 und Mitte Juni noch immer kein Monsun, der doch Anfang Juni einsetzen müsste. Kein gutes Omen für Ernte und Inflation.