Die Frau an meiner Seite
Alles was um mich passiert wird überprüft, auf Gefahr und Notwendigkeit. Musst du da jetzt wirklich hin? Nützt es dir? Und was, wenn..? Sätze die in mir hallen, wie schlechte Werbeslogans. Eigentlich verpasst du doch nichts? UND OB! Ich verpasse das Leben, die kleinen Dingen die alles erst Lebenswert machen, Gespräche die tief gehen, leckeres Essen, ein Lächeln, Emotionen die positiver Art sind, Zwischenmenschliche Beziehungen die mir wichtig sind, Situationen die mein Leben zeichnen, Freiheitsgefühl und Leichtigkeit.
Doch das bin nicht ich. Ich steuere das ganze System schon lange nicht mehr. Das ist die Frau an meiner Seite. Meine innerer Mentorin, die jede Handlung, jeden Atemzug und jede Bewegung dritter analysiert. Eigentlich will ich mein Leben intensiv leben aber was, wenn die Panik mich in der Kneipe um die Ecke heimsucht und findet und ich es nicht rechtzeitig schaffe, diese in literweise Bier zu ertränken.
Als würde dich etwas größeres stumm Schalten, Ausschalten. Da kommt nun meine zweite, treue Wegbegleiterin ins Spiel, die Depression. Sie ist das Widerlichste was ich kenne. Und doch gibt sie mir jedesmal die Zeit die ich brauche um rum zu liegen und mich und die Welt zu hassen.
Zurück zur Frau an meiner Seite, das Gemeine ist nicht sie selbst sondern ihre kleine Schwester, darf ich vorstellen? Die Angst vor der Angst. Sie bestimmt den kompletten Tagesablauf. Sie ist immer da und verpetzt Ihre große Schwester, wie schlimm sie doch sei. Stell dir vor sie kommt dich heute wieder besuchen flüstert sie mir zu, jeden Tag, jede Stunde warnt sie mich vor Ihr. Sie ist ständig bei mir, neben mir und hinter mir. Jedoch stärkt sie mir nicht den Rücken vielmehr zwingt sie mich in die Knie. Schmeißt ihren Umhang über mich, der mich aber nicht schützend und behütend umhüllt wie Mutterhände. Er sorgt lediglich dafür dass ich unten bleib, da wo ich bin. Generalisierte Angststörung.
Teufelszeug.
- L. Breining











