Scheidung bei alten ägypten
kairoroyal : Scheidung bei alten ägypten
Als häufigster Scheidungsgrund wird Kinderlosigkeit oder Ehebruch seitens der Frau genannt. Da Kinder eine hohe Bedeutung im alten Ägypten hatten und nur der Sohn das Amt seines Vaters erben konnte, war Kinderlosigkeit ein häufiger Scheidungsgrund. Des weiteren konnte dies aber auch durch Ehebruch seitens der Frau geschehen.War dies der Fall, so konnte das Vermögen der Frau vollständig auf ihren Mann übergehen und sie musste mittellos zu ihrer Familie zurückkehren. Wurde eine Frau beim Ehebruch erwischt, drohte ihr und ihrem Geliebten das Abschneiden von Ohren und Nase oder das Auspeitschen in der Öffentlichkeit. Eine Alternative zur drohenden Todesstrafe war die Verbannung nach Nubien oder in die Steinbrüche. So wird im Papyrus Westcar von einem Priester erzählt, der den Verführer seiner Frau Mithilfe eines Krokodils gefangennehmen liess und ihn dem Pharao brachte, der Gericht über ihn halten sollte. Der Pharao entschied, den Mann den Krokodilen zum Frass vorzuwerfen, die Frau zu verbrennen und ihre Asche in den Nil zu schütten. Es ist nicht bekannt, wem die Kinder zugesprochen wurden, dennoch wird vermutet, dass sie der Frau zugesprochen wurden. Erfolgte die Scheidung wegen eines anderen Grundes, wurde der Frau ein Bussgeld gezahlt, und ein Teil des Vermögens vom Ehemann, ein Drittel, das ihr zustand. Des weiteren musste er ihr einen Teil des Vermögens abtreten, das ursprünglich den gemeinsamen Kindern vererbt werden sollte. Die Scheidungsabfindung konnte um das Doppelte erhöht werden, wenn der Mann beabsichtigte eine neue Frau zu ehelichen. Der Mann war dazu verpflichtet ihr das Auszuzahlen, was sie an Vermögen mit in die Ehe gebracht hatte. Aus der Spätzeit sind Tempeleide bekannt, in denen die Frau schwor, dass sie seit der Eheschliessung keinen Ehebruch begannen hat, wenn ihr Ruf gefährdet war. Frauen verliessen ihre Männer seit der Perserzeit, während sie zuvor verlassen wurden. Allerdings sind auch Fälle bekannt, in denen der Vater oder der Bruder die Frau ihrem Manne wegnahm, wenn dieser schweren Verbrechen, wie der Grabräuberei, überführt wurde. Nach einer Scheidung hatte die Frau das Haus ihres Mannes zu verlassen. Nur ausnahmsweise konnte sie in seinem Haus verbleiben. Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. sind Scheidungsurkunden bekannt, die der Mann seiner Frau zwecks finanziellen Ausgleichs ausstellte.
Ihr Kairoroyal


















