- Tourblock II: Berlin/Hannover/Aschaffenburg:
Liebe Leute,
die Reise nach Berlin, Hannover und Aschaffenburg hat sich gelohnt. Wir hatten drei sehr wunderschöne Abende. Eine verletzte Person. Und ein Geburtstagskind. Viele Emotionen also. Auch echten Zusammenhalt der Musikerriege auf Tour.
ABER.
Sicher interessiert ihr euch mehr für das Pläuschchen aus dem Nähkästchen. Die Wahrheit über DROGEN im Musik-Buizz. Rollen wir also einen weiteren Mythos auf. Musiker sind DRAUF! Sie saufen bis die Leber bellt. Quarzen bis es aus der Dachstube qualmt. Oder schnupfen exzessiv, um die Kreativität zu befeuern oder um auf der Bühne jeden Abend eine Leidenschaft zu entfalten, die ohne den Gebrauch der verbotenen Substanzen überhaupt nicht abrufbar wäre.
Ok.
Das ist ja auch eben der Reiz am ROCKSTAR LIFESTYLE. Gnadenlose Selbstzerstörung Die härtesten Hunde sind das. Vertragen richtig viel und zelebrieren die größte Party ihres Lebens. Ich bin mir da nur nicht sicher, ob diese Leute ihr verkümmertes und trauriges Leben erträglich machen wollen, oder ob es da vielleicht doch etwas zu feiern gibt. Irgendetwas positives. Das lässt sich so vereinfacht und pauschal sicher nicht feststellen, aber ich beschreibe euch jedenfalls meinen Blick auf diese Angelegenheit.
Sind wir denn Drogen affin?
Naja.
Das würde ich jetzt nicht unbedingt behaupten.
Kommt allerdings auch ganz darauf an, über welchen Abschnitt unserer Bandhistorie wir sprechen. Die Phase nach unserer Gründung im Jahre 2007 war sicher von dem einen der anderen Exzess, Absturz und oder Suff begleitet. Das lag aber auch an einer eher naiven Vorstellung von diesem Band-Ding. Zumindest in meinem Falle. Drogen und Musik ergänzen sich eben gut. Dafür gibt es viele Beweise in Form von Ikonen und Legenden, die in Drogen den Schlüssel zu ihrem Erfolg gesehen haben. Und dann aber leider auch
zu ihrem Untergang (Selbstmord, Überdosis, etc. pp)
Naja, wie auch immer.
Um kurz etwas intimer zu werden. Wir haben konsumiert. Im “Studio” und auch auf der Bühne.
Was war das für´n Zeug?
Alkohol und andere Sachen. Nicht schlimmes aber.
Wie lange ging das denn?
Das betrifft - wie schon gesagt - wohl nur Anfangszeit. Wir sind relativ schnell diszipliniert
und “erwachsener” geworden.
Hat´s euch was gebracht? ...die Kreativität und so...? Das Feeling...?
Naja.
Um ehrlich zu sein, hat es nicht so viel gebracht.
Es gab ganz wenige Shows – also wirklich Ausnahmen – die wir verkackt haben. Wenn du vergisst, wie ein Song beginnt, wann er endet, welche Tonfolgen den Refrain ergeben, dann ist das nicht wirklich cool. Amateurhaft. Lappen on stage. Das will doch keiner.
Wenn du dir den Abend frei nimmst, um neue Songs zu schreiben, zu produzieren, dann aber bis unter das Dach zugeraucht auf dem Scheißhaus sitzt, dabei darüber sinnierst, wie es denn ist auf einem Lichtstrahl durch die Galaxy zu reiten, du hin und wieder einpennst, ganz übersehen hast, dass es kein Klopapier mehr gibt, du nach Lösungen für diese missliche Lage suchst, letztendlich vier Stunden später frisch geduscht wieder vor dem Rechner ankommst, und doch vergessen hast, was das hier eigentlich alles soll... dann ist da auch nicht soooo cool.
Es ist eine Eigenart des Musikgeschäfts gewisse Mythen zu erzeugen und diese zu ihren selbsterklärenden Attributen zu machen. Ihr kennt das – genau so läuft es in der Politik, im Sport und in vielen Bereichen des Lebens. Spektakuläre, emotionale Geschichten, die glorifizierte Gestalten beschreiben, sie umhüllen und ihnen künstlichen Glanz verleihen.
Ich persönlich kenne keine von diesen Personen. Vielleicht war das auch in vergangen Zeiten so, dass Drogen eher dazu gehörten. Gegenwärtig würde ich eher Gewinnstreben, kalkulierte Investitionen und das Schulterklopfen der Stake-Holder als Triebfeder der Bands und Musiker nennen. Rasant steigende KLICKS auf der Facebook-Page ersetzen die line Koks auf dem Klo im abgefuckten Kiez-Club in Kreuzberg. Business Punks tagen eher über den Style der neuen Merch-Kollektion, als dass sie sich wochenlang auf LSD,
Crack, etc. pp. im Studio verschanzen.
Der Mythos der drogenabhängigen Musiker lässt sich meiner Meinung nach beweisen.
Auch Mukker müssen nützlich sein.
Rollt dir ein circa 846 Kilogramm schwerer PKW mit dem linken Hinterrad über die Zehen des linken Fußes, kommt es überraschenderweise zu KEINEN
ernsthaften Brüchen oder Quetschungen. Das kann ich nach einem tatsächlichen Vorfall nam vergangen Samstag in Hannover bestätigen.
Ich war zwar sichtlich erschrocken, als der waghalsige Fahrer unseres Bandkonvois plötzlich los fuhr, ich aber noch die Türe schließen wollte, doch bei dem Schrecken blieb es. Mit Sandalen würde ich das zwar nicht ausprobieren wollen, aber unvorsichtiges und rücksichtsloses Autofahren ist wohl doch nicht so sehr gefährlich für die Füße, wie ich dachte. Ob das auch für Finger, Arme und Beine gilt, könnt ich ja bei Gelegenheit selbst einmal ausprobieren. Haftungsauschluss PUNKT
Menschen in Hamburg, Köln, Bochum und Augsburg – wir sehen uns in den nächsten Tagen!