Zwei Jahre sind eine lange Zeit, es ist so viel passiert. Ich habe so viel gelernt und bin so stark geworden. Es gab viele Niederschläge, die ich mir im Vorfeld nie auch nur vorstellen könnte.
Ich habe jahrelang nur davon geträumt endlich in einer Stadt zu leben, in einer eigenen Wohnung und alles so zu machen wie ich es will.
Aber da fängt es an. Es ist nicht einfach gewesen.
Ich habe meine erste Wohngemeinschaft im Laufe der Zeit gewechselt und bin dankbar für die Zeit mit dem Menschen. Zum Glück war es die beste Entscheidung für mich gewesen. Ich liebe mein jetziges Zuhause mit meinen Mitbewohnerinnen und vor allem Freundinnen und bin glücklich, dass auch der Kontakt zum ersten Mitbewohner besteht und wir in letzter Zeit viel klettern waren.
Meine neue Leidenschaft, die ich in Bremen für mich entdeckt habe. In diesen zwei Jahren habe ich so viele Stunden mit so lieben Menschen verbracht. Mit vielen Schmerzen, Herausforderungen, Glücksgefühlen, Frustration und Fortschritt.
Und meine neue Liebe zum Surfen entstand ebenfalls durch die derzeit wichtigsten Menschen in meinem Leben. Die so von diesem Sport begeistert sind, dass sie mich einfach mitgerissen haben und ich außerhalb von Bremen so tolle Urlaube in der Natur verbracht habe.
Ich bin dankbar für meine absolut bewundernswerte Wegbegleiterin und beste Freundin, die sich von nichts und niemanden unterkriegen lässt und so eine starke Frau ist und oft auch Vorbild.
Aber ich bin auch dankbar für meine Freunde, die außerhalb leben und mich besucht haben oder einfach Teil meines Lebens waren.
Diese zwei Jahre habe ich so viel durch das Studium gelernt und wenn es nur das Durchhaltevermögen ist, was man entwickeln muss um Gruppenarbeiten zu überstehen. Oder die Erkenntnis, dass das Studium nicht zu mir passt.
Aber auch die Arbeit hier hat mir viel ermöglicht und ich hab so viel in Bremen kennengelernt, neue versteckte Orte und tolle Menschen. Ich habe gelernt selbstständiger zu arbeiten und mehr und mehr gesehen was ich gut kann, was ich will und was meine Zukunft sein könnte.
Ich habe mich am ersten Tag in Bremen in diese Stadt verliebt. Ich bin durch die Straßen gelaufen und saß am Werdersee und war unglaublich glücklich.
Das war nicht immer so, nach der Euphorie kam der erste Rückschlag. Einsamkeit, Isolation und Zweifel.
Wie lernt man Menschen kennen und vor allem Menschen, die wirklich zu einem passen? Ich stand mir so oft im Weg durch Selbstzweifel und so viel Angst. Aber es sind Menschen in meinen Leben gekommen. Früher und später und manche sind gegangen oder ich habe sie gehen lassen.
Aber mich hab ich hier gefunden, auch wenn ich oft nur ein Chaos war und es mir so schwer fällt Entscheidungen zu treffen. Aber ich hab in diesen zwei Jahren alles gemacht, was ich wollte. Ich habe jeden Wunsch umgesetzt, es oft wenigstens versucht und bin nun hier im jetzt.
Ich bin zufrieden mit meinem Körper, mit meiner Ernährung. Ich habe gelernt zu Bouldern, zu klettern und zu Surfen. Hab aktiv wieder Yoga gemacht und bin so oft in den Werdersee gesprungen.
Es gab Nächte in denen ich nicht nüchtern war, in denen ich bis morgens getanzt habe und die Tage danach sehr gekatert habe.
Es gab unzählige schlaflose Nächte.
Es gab Tage, an denen ich nicht einmal vor der Tür war.
Es gab so viel Erschöpfung, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Panik, Aggression und Selbstzweifel, so viele Tränen und Überlegungen alles abzubrechen. Ich bin geflohen, von einem Urlaub in den nächsten. Nach Berlin und zu meinen Eltern und meinem Kater.
Um festzustellen, dass ich hier alles hab und ich nur lernen muss das zu sehen. mir den Alltag selbst so zu gestalten, dass ich glücklich bin. Ich bin für mich allein verantwortlich, ich kämpfe für mich und mein Leben. Das Leben was mich erfüllt, mir gut tut und mich jeden Morgen aufstehen lässt.
Es gab viele Tage an denen ich glücklich ins Bett gefallen bin und so dankbar war. Ich habe es geschafft einen Weg zu finden, der mich so stark gemacht hat, dass ich nun unglaublich glücklich bin und im jetzt da bin. Kein Gedanke an das Morgen, kein ewiges Aufschieben, auf ein Tag der nicht kommen wird. Der Tag ist heute.
Und da warten noch einige Herausforderungen in der Zukunft, es gibt noch viele Wünsche.
Aber jetzt heißt es die letzte Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe und nochmal alle Energie bündeln um die letzten Hindernisse zu verbrennen.