2025 on Tumblr: Trends That Defined the Year
"I'm Dorothy Gale from Kansas"
RMH

Product Placement

#extradirty

Origami Around
sheepfilms
Not today Justin

❣ Chile in a Photography ❣
Three Goblin Art
No title available
Alisa U Zemlji Chuda

Kiana Khansmith
Today's Document

blake kathryn
No title available
d e v o n
Lint Roller? I Barely Know Her
trying on a metaphor

tannertan36

seen from Taiwan
seen from South Korea
seen from Türkiye
seen from United States

seen from United States

seen from Singapore
seen from United States

seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from United States

seen from United States
seen from United States
@marioulli-blog
Ingenieur von Schweizer Firma unter Verdacht
Flugzeug-Techniker Mohd Khairul (29) bestieg für eine Schweizer Firma den Flug MH370. Die Behörden nehmen den Mann nun unter die Lupe.
Die Boeing 777 verschwand am 8. März mit 239 Menschen an Bord spurlos auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Die malaysische Polizei ermittelt wegen Entführung, Sabotage und Terroranschlägen.
Sie geht davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme abstellte. Das Flugzeug flog nach den Ermittlungen noch stundenlang weiter. Es würden nun Lebensumstände und Kontakte der Besatzung, der Passagiere und der Techniker, die vor dem Abflug an der Maschine waren, noch einmal genauer untersucht, sagte der Polizeichef.
Einer der Passagiere war Mohd Khairul, ein 29-jähriger Flugzeug-Ingenieur aus Malaysia. Gemäss der malaysischen Polizei war er der Einzige an Bord, der nebst dem Piloten und dem Kopiloten beruflich mit Flugzeugen zu tun hatte.
Er war für die Execujet Aviation Group unterwegs. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Zürich, mit Niederlassungen in der ganzen Welt. Sprecherin Juliane von Heimendahl bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass der Mann im Auftrag der Firma unterwegs war. «Er flog von Kuala Lumpur nach Peking, um dort eine Maschine zu warten.» Andere Angestellte der Firma seien nicht an Bord gewesen.
«Wir wollen nicht spekulieren»
Bisher seien die malaysischen Behörden noch nicht an die Firma herangetreten. Ob Khairul fähig gewesen wäre, ein Flugzeug zu fliegen, wollte die Sprecherin nicht beurteilen. «Wir denken dabei auch an die Angehörigen und wollen nicht spekulieren.»
Der Vater des Ingenieurs, Selamat Omar (60), zeigte am Wochenende Bilder seines Sohnes. Er könne sich nicht vorstellen, dass Mohd Khairul in die mögliche Entführung des Flugzeugs verwickelt gewesen sein soll, sagte er lokalen Medien.
Bisher sei er von den Behörden für eine mögliche Hausdurchsuchung nicht kontaktiert worden. «Sie sollen nur kommen, wir haben nichts zu verbergen.» Omar sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters weiter, dass sein Sohn seit zehn Jahren als Flugzeug-Ingenieur arbeitete.
Khairul habe eine Tochter und sich vor kurzem ein Haus ausserhalb von Kuala Lumpur gekauft. Sein Vater: «Er war gut in seinem Job und er war ein guter Sohn.»
«Playboys wie Hirschmann sind mein Antibild»
Mit alt Bundesrat Merz steht er in regem SMS-Kontakt, auf eine Antwort von Tennisstar Federer wartet er hingegen bis heute vergebens. Ein Gespräch mit dem frischgebackenen Vater Andrea Caroni.
Bildstrecke im Grossformat »
1|3
Er sei «unglaublich happy», schwärmt Andrea Caroni, der seit rund drei Wochen Vater eines kleinen Mädchens ist.
Es hätte auch anders kommen können mit Andrea Caronis Karriere. Als der damalige Bundesrat Hans-Rudolf Merz vor sechs Jahren in seinem Elternhaus anrief, um dem jungen Juristen eine Stelle anzubieten, war dieser nicht zu Hause. «Meine Mutter ging ans Telefon und sagte, ich hätte keine Zeit für den Job – ich würde bald für ein Studium in die USA fliegen.»
Doch Caroni intervenierte, rief den Magistraten zurück und wurde kurz darauf zu dessen rechter Hand – mit nur 27 Jahren. Der Job als Merz' persönlicher Mitarbeiter war der vorläufige Höhepunkt einer Bilderbuchkarriere: Maturnote 5,97, Jusstudium, Anwaltsprüfung, Doktortitel. Nach dem Rücktritt des Finanzministers dann doch noch ein Nachdiplomstudium in den USA, an der Elite-Universität Harvard.
Seit 2011 sitzt der Ausserrhödler nun für die FDP im Nationalrat, arbeitet daneben in einer renommierten Anwaltskanzlei. Als wir uns in dieser Frühlingssession nach einem langen Tag vor dem Bundeshaus treffen, ist er vor allem eines: «hungrig!» Wir gehen ins «Schwellenmätteli», für den Ostschweizer «der schönste Ort in ganz Bern». Auf der Terrasse des Restaurants, direkt über der Aare, kommt Caroni bei Panache, Burger und Schokoladenkuchen ins Plaudern.
Windelgespräche im Bundeshaus
Er sei gerade «unglaublich happy», schwärmt der Jungpolitiker, der vor rund drei Wochen Vater geworden ist. Seine Tochter Fiona Norina habe seine Welt ziemlich auf den Kopf gestellt: «Ich staune selbst darüber, dass ich mich plötzlich mit anderen über Babyausscheidungen unterhalte.» Parlamentskollegen, die sich für seine Geschichten vom Wickeltisch interessieren, gibt es genug: SP-Ständerätin Pascale Bruderer brachte ihr zweites Kind am gleichen Tag zur Welt, an dem auch Caronis Töchterchen geboren wurde. «Und bei Andrea Geissbühler von der SVP ist es schon ein Running Gag, dass ich ihr auf den Bauch schaue, ob bereits wieder ein Kind auf dem Weg ist.»
Die ersten Lebenstage seiner Tochter erlebte Caroni sehr intensiv: «Ich habe im Spital geschlafen und verbrachte jede Minute mit meiner Freundin und unserem Baby.» Deshalb sei es nicht ganz so schlimm, während der Session für eine Weile von seiner kleinen Familie in Herisau getrennt zu sein. Die Parlamentssitzungen zu verpassen, kam für ihn nicht in Frage, denn: «Das Volk kann ich im Gegensatz zu meinem Arbeitgeber nicht fragen, ob es okay ist, wenn ich ein paar Wochen Urlaub nehme.» Carl Hirschmann als «Antibild»
Caroni gilt als pflichtbewusst, manche bezeichnen ihn gar als «übermotiviert». Für den jungen Ostschweizer ein Unwort: «Kann man denn zu motiviert sein?» Der Politiker stammt aus einer vermögenden Familie, seinem Vater gehörten einst die Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG. Wieso machte er sich also nicht einfach ein schönes Leben, so wie das Sprösslinge anderer wohlhabender Familien tun? «So wie Carl Hirschmann? Nein, das ist mein totales Antibild.» Sein Ehrgeiz hätte es nie zugelassen, «ein Playboy oder – noch schlimmer – ein Pseudo-Entrepreneur mit fremdem Geld zu werden, anstatt selber etwas zu leisten», so der 33-Jährige.
Stattdessen kletterte er in schwindelerregendem Tempo die Karriereleiter hoch. Kaum gewählt, wurde er schon als künftiger Parteipräsident oder Bundesrat gehandelt. Davon will er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts wissen: «Als Mitarbeiter von Hans-Rudolf Merz habe ich gesehen, wie anspruchsvoll die Arbeit eines Bundesrats ist – ich habe unheimlich Respekt vor diesem Amt.»
Für Schwulenrechte und Cannabis-Legalisierung
Lieber mischt er die Politik mit teilweise unkonventionellen Ideen auf: So will er etwa die Trauzeugenpflicht bei Hochzeiten abschaffen oder es auch unverheirateten Paaren erlauben, einen Familiennamen für ihr Kind auszusuchen. Für ihn selber ist eine Hochzeit aktuell kein Thema: «Jeder soll selbst entscheiden, welches Familienmodell am besten für ihn passt.»
Auch für die Rechte Homosexueller und die Legalisierung von Cannabis setzt sich der 33-Jährige ein. «Was mir vor die Flinte kommt, erlege ich mit freisinnigem Schrot», sagt Caroni von sich selber. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, den gesellschaftsliberalen Flügel der FDP zu stärken. Deshalb engagiere er sich für Schwule, obwohl er selbst «hochgradig heterosexuell» sei. Mit der Freiheit halte er es wie Voltaire: «Auch wenn ich nichts von dem teile, was du sagst, werde ich mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.» Wie sich jemand sexuell auslebt, ob er am Abend einen Joint raucht oder am Tag eine Burka trägt, auch das solle jeder selber bestimmen.
Wie es kam, dass Caroni Federer stalkte
Seine Pointen setzt der Jungpolitiker gezielt, kritische Fragen beantwortet er, ohne ins Schwitzen zu kommen. Darin hat er Übung: «Als ich damals beim Bund anfing, wurde ich einer Personensicherheitsprüfung unterzogen. Die wollten vielleicht Sachen wissen – Schawinski als Talkmaster ist ein Schäflein dagegen!» Ein Müsterchen aus dem Fragenkatalog: «Sie fragten, ob ich jemanden stalke oder gestalkt werde.» Und? «Naja, in der Kanzlei hatte es einmal eine verwirrte Kundin auf mich abgesehen. Und: Vielleicht habe ich Roger Federer einmal etwas gestalkt.»
Wie bitte? Als er bei Merz gearbeitet habe, sei es Tradition gewesen, dass der jeweilige Bundespräsident Roger Federer in Wimbledon gratuliert, holt Caroni aus. So sei er als persönlicher Mitarbeiter des Bundespräsidenten durch einen glücklichen Zufall an die Nummer des Tennisstars gekommen. «Ich habe mir geschworen, die Nummer nie privat zu brauchen.» Doch als ein Leserbriefschreiber ihn einmal als ‹Roger Federer von Ausserrhoden› bezeichnet habe, habe er dem Tennis-Ass geschrieben, das sei das schönste Kompliment, das er während des gesamten Wahlkampfs erhalten habe.
Die Nachricht blieb allerdings unbeantwortet – trotz mitgelieferter Erklärung, weshalb er im Besitz der Nummer sei. «Vermutlich war ich für Federer in diesem Moment eben doch nur ein Stalker», lacht Caroni. Bis heute sei es sein Traum, einmal mit Federer auf dem Platz zu stehen und einen Aufschlag von ihm zu erleben. «Vielleicht kommt Roger ja eines Tages, wenn er im Ruhestand ist, einmal im parlamentarischen Tennisteam vorbei.»
In der Metzgerei mit Merz
Während ihm ein Treffen mit seinem sportlichen Idol bislang verwehrt blieb, pflegt Caroni mit seinem politischen Vorbild Hans-Rudolf Merz noch regen Kontakt. «Wir schreiben uns immer wieder lustige SMS, manchmal frage ich ihn nach seiner Meinung.» Auch am warmen Buffet in der Metzgerei in Herisau treffe er seinen ehemaligen Chef regelmässig an – ganz bodenständig, eben.
Die Krim verändert Europa
Das Referendum auf der Krim hat Folgen für ganz Europa. Die Ukraine droht ein gescheiterter Staat zu werden und die Beziehungen Russlands zum Westen sind so zerrüttet wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.
In der Ostukraine kam es in den letzten Tagen zu gewaltsamen Zusammenstössen: Ein pro-russischer Demonstrant in Donezk. (16. März 2014) (Bild: Keystone)
Nach der faktischen Besetzung der ukrainischen Krim durch Russland und der hohen Zustimmungsrate für das von Moskau gesponserte Referendum wird nichts mehr sein wie vorher: Nicht in der Ukraine, nicht in Russland und auch nicht in Europa.
Die Ukraine kann zwar auch ohne die Krim leben, doch die letzten Tage haben deutlich gemacht, dass der Spuk mit der Abspaltung der Halbinsel wohl nicht vorbei ist. Radikale wittern ihre Chance, die Ostukraine von Kiew abzutreiben, auch dank der Unterstützung aus Russland.
Präsident Wladimir Putin hat gestern erneut erklärt, Moskau sei besorgt über die Gewalt in der Ostukraine. Er will sich auch dort das «Recht» einer Intervention vorbehalten, wenn sich die Lage destabilisiere. Und das tut sie: Täglich kommt es zu Zusammenstössen, es hat bereits mehrere Tote gegeben. Vor gut drei Monaten war die Ukraine auf dem Weg zu ihrer Zukunft in Europa, heute droht sie ein gescheiterter Staat zu werden.
Innenpolitische wird die Schraube angezogen
Auch in Russland hinterlässt die Krim-Krise Spuren. Die Beziehungen zu den USA und zur EU sind so zerrüttet wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr, von Partnerschaft wird da lange niemand mehr sprechen. Und je mehr sich die Lage auf der Krim zuspitzte, desto mehr wurde auch innenpolitisch die Schraube angezogen: Der Kreml hat die letzten Formen freier Kommunikation ins Visier genommen wie soziale Netzwerke und kleine alternative Medien.
Trotzdem marschierten am Samstag Tausende durch Moskau und skandierten «Keinen Krieg» und «Maidan, Maidan». Grund zur Hoffnung ist das nicht: Wer in Moskau Maidan sagt, macht sich automatisch zu einem machtgierigen, extremistischen, faschistischen und vom Westen gekauften Usurpator der Macht.
Putins Comeback
Daran ist natürlich das Gehetze im russischen Fernsehen schuld, aber nicht nur: Das Schlimmste ist, dass Putin in weiten Teilen der russischen Bevölkerung diese Propaganda gar nicht nötig hat. Eine Mehrheit betrachtet sein Eingreifen auf der Krim als rechtens, als Verteidigung gegen einen Vorstoss des Westens, als Schutz vor Chaos und Anarchie, als Schritt, das Brudervolk vor dem Untergang zu retten. Und Wladimir Putin, dem manche schon ein baldiges Ende prophezeit hatten, kann mit Zustimmungsraten um die 70 Prozent ein triumphales Comeback feiern.
Putins Vollstrecker
Der umstrittene Premier der Halbinsel Krim, Sergei Axjonow, hat das Referendum in nur zwei Wochen durchgeboxt. Vor seiner steilen Politkarriere stürzte er sich ins Business der wilden 90er-Jahre, ein Paradies für Schwarzhändler und Schmuggler.
Vor kurzem noch ein Unbekannter: Sergei Axjonow feiert seinen Sieg (16. März 2014). Foto: Keystone (Bild: Keystone)
«Das ist ein historischer Moment, alle werden glücklich leben», sagte der Premierminister der Krim, Sergei Axjonow, nach der Stimmabgabe. Es gebe keinerlei Probleme, die Menschen könnten endlich selber über ihre Zukunft bestimmen. «Wir werden feiern heute Abend.» In seinem Wahllokal in der Krim-Hauptstadt Simferopol war die Wahlkabine in den russischen Farben Weiss, Blau und Rot gehalten, jene Flagge, die nach dem Willen Axjonows in Zukunft über der ukrainischen Halbinsel wehen soll.
Noch vor wenigen Wochen war der Held des gestrigen Tages ein unbekannter Mann. In der Politik ist er noch nicht lang, 2010 hatte seine Partei Russische Einheit bei den Wahlen nur 4 Prozent der Stimmen gemacht, dafür bekam sie im Parlament drei Sitze. Doch im Schutz der Bewaffneten, die Ende Februar über dem Parlamentsgebäude die russische Flagge gehisst haben, wurde der Mann mit dem grauen Bürstenschnitt handstreichmässig zum Premier gewählt. Wie die Abstimmung in dem abgeschotteten Gebäude genau abgelaufen ist, wie viele Abgeordnete wirklich für ihn gestimmt haben, bleibt ein Geheimnis.
Doch in den Augen Axjonows war das alles rechtmässig: Seine bewaffneten Anhänger, die er um sich geschart hat, hätten Regierungsgebäude unter Schutz genommen, dies hätten die Demonstranten in Kiew schliesslich auch getan. Und wenn Kiew den Westen um Hilfe rufe, habe er das Recht, Russland um Hilfe zu rufen. Was er nach seiner Wahl auch tat. Axjonow verkündete zudem die Durchführung eines Referendums. Ursprünglich sollte das Volk entscheiden, ob die Krim ein unabhängiger Teil der Ukraine werden soll. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Der Urnengang wurde zweimal vorverlegt und die entscheidende Frage hinzugefügt, ob die Krim ein Teil Russlands werden soll.
So selbstbewusst, wie der 41-Jährige auftritt, so klar ist, dass er nicht sein eigener Herr und Meister ist, sondern ein Mann von Moskaus Gnaden. «Natürlich ist er ein legitimer Führer», stellte sich Russlands Präsident Wladimir Putin umgehend hinter seinen Vollstrecker. Dass die Wahl ausgerechnet auf Axjonow gefallen ist, scheint allerdings eher ein Zufall zu sein. Er kenne den Mann nicht persönlich, sagt Putin. «Ich wurde als Krisenmanager gewählt, alle anderen sind davongerannt», sagt der Krim-Premier in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass nicht unbescheiden. Wie sein Meister im Kreml schliesst Axjonow einen Dialog mit der Führung in Kiew kategorisch aus. Ob es in der neuen Krim, die gemäss Axjonows Vorstellung das 84. Föderationssubjekt Russlands werden soll, mit seiner steilen politischen Karriere weitergeht, ist offen. Allerdings hat Putin angekündigt, er werde diesen Mann sicher bald näher kennen lernen.
Kopf der Zigarettenmafia
Klar ist, dass der russische Patriotismus Axjonow sozusagen im Blut liegt, obwohl weder er noch seine Familie je in Russland gelebt haben. Er wurde 1972 in der Sowjetrepublik Moldawien geboren. Sein Vater war, wie bereits dessen Vater, Offizier der Roten Armee. Zugleich war er einer der Anführer der dortigen russischen Minderheit. Mit dem Vater teile er den Wunsch, «die humanitären Werte Russlands zu schützen». Kurz vor dem Untergang der Sowjetunion verliess Axjonow Moldawien und zog 1989 auf die Krim, wo der 17-Jährige eine Ausbildung zum Armeeingenieur begann. Als die Union zerbrach und der russischpatriotische Axjonow über Nacht Ukrainer wurde, brach er seine Ausbildung ab und stürzte sich ins Business der wilden 90er-Jahre, ein Paradies für Schwarzhändler und Schmuggler.
Putins Mann auf der Krim soll ein führendes Mitglied des Verbrechersyndikats Salem gewesen sein, benannt nach der gleichnamigen Zigarettenmarke, mit der die Gang handelte. Zudem wird ihm vorgeworfen, Schutzgeld erpresst zu haben. Bei Auseinandersetzungen zwischen Mafiagruppen wurden 1991 auf der Krim Dutzende Menschen getötet. Einige seiner Mitstreiter haben sich später wie er selber der Politik zugewandt und wurden Abgeordnete im Krimparlament. Der damalige stellvertretende Parlamentschef Michail Bacharjow hatte Axjonow 2009 öffentlich vorgeworfen, «ein kriminelles Element» zu sein. Der Beschuldigte reichte eine Verleumdungsklage ein, die von einem Gericht jedoch als haltlos abgewiesen wurde.
Sergei Axjonow sieht sich heute in der Rolle des Friedensstifters. Alle Vorwürfe, er habe Beziehungen zur Mafia, weist er vehement zurück. Gegenüber dem Magazin «Time» gibt er zu, in den 90er-Jahren am Import von Tabakprodukten beteiligt gewesen zu sein. Die meiste Zeit aber habe er auf den Märkten der Krim automatische Regenschirme verkauft, die in der Fabrik seines Vaters hergestellt worden seien.
Spuren aus Janukowitschs Estrich führen zur Credit Suisse
Nachdem Wiktor Janukowitsch als Präsident der Ukraine gestürzt wurde, liess die Schweiz seine Konten sperren. Jetzt sind neue Belege für sein Korruptionssystem aufgetaucht.
Luxusuhren in Gstaad oder eine zwei Millionen teure Luxusjacht, die über ein Konto bei der Credit Suisse bezahlt wurde. Das sind Käufe, für die die «Sonntags-Zeitung» bei Recherchen in Janukowitschs verlassener Residenz ausserhalb von Kiew Belege gefunden hat.
Der Ex-Präsident der Ukraine hatte sein Anwesen am 22. Februar unter dem Druck der Strasse verlassen müssen. Er liess zwar seine Villa säubern. Doch wie die «Sonntags-Zeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, hatte er dabei ein Estrichabteil übersehen. Die dort gefundenen Belege zeigten eine Geldspur in die Schweiz, wo Janukowitsch seiner Gier nach Luxus gefrönt habe.
Geldwäscherei im grossen Stil
Dass Janukowitsch und seine Entourage grössere Summen in der Schweiz parkiert haben, wird seit Längerem vermutet. Der Bundesrat hatte vor zwei Wochen allfällige Vermögenswerte von Janukowitsch und seinem Umfeld sperren lassen. Anfang dieser Woche wurden die Sperren auf weitere Personen ausgeweitet. Ob und wie viel Geld ukrainische Politiker und ihre Familien in der Schweiz haben, ist allerdings nicht bekannt.
Die Bundesanwaltschaft prüft inzwischen auch einen Geldwäscherei-Verdacht gegen den ehemaligen ukrainischen Präsidenten. Bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) ist eine entsprechende Anzeige eingegangen.
Bereits eine Strafuntersuchung gegen den gestürzten Präsidenten und dessen Umfeld führt die Genfer Staatsanwaltschaft. Sie verdächtigt Janukowitsch und dessen Sohn Alexander der Geldwäscherei in grossem Stil. Auch in den Geschäftsräumen der DTEK Trading, die dem reichsten Ukrainer Rinat Achmetow gehört, wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Die Belege aus Janukwotischs Villa sollen der Genfer Staatsanwaltschaft nun dabei helfen, Konten mit Korruptionsgeldern zu finden.
Luxusgeschenke für das Wohlwollen der Elite
Exklusive Geschenke gehörten laut dem Geldwäschereispezialisten Daniel Thelesklaf zum Korruptionssystem von Janukowitsch. «Luxusgüter eignen sich hervorragend, um sich in der Ukraine als bedeutender Unternehmer das Wohlwollen der regierenden Elite zu sichern», sagt er gegenüber der «Sonntags-Zeitung». Thelesklaf ist Leiter der Geldwäschereimeldestelle Liechtensteins. Liechtenstein hat wie die Schweiz Konten von Ukrainern aus dem Umfeld Janukowitschs sperren lassen.
Serie Bless- Begin with Prayer
Dein ganzer Kopf ist voller Todos und du fragst dich am Morgen, wie soll ich das Alles heute schaffen? Oder du fragst dich, wo bleibt den hier das Leben? Die Gefahr ist dabei, dass das Leben zur Routine wird.
"Ich habe aufgehört die Organisation zu bauen! Ich will mich in Menschen bauen!"
Gibt es mehr, als ein Leben aus dem Muss? Christen möchten dafür leben, um ein Segen in dieser Welt zu sein.
1.Mose 12,2 ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein...
Bei seinem Plan die Welt zu segnen, bist du dabei, sagt Gott. Und dies in all deinen Muss und Todos.
Joh.4.4 der Sohn von Gott musste auch....Jesus konnte nicht anders, er wurde von Gottes Geist gedrängt, wegen einer Frau, nach Samarien zu gehen! und diese eine Frau hatte dadurch eine Berührung mit Gott.
Joh.4,39a durch dieses muss von Jesus bekehrt sich schlussendlich eine ganze Stadt!
Entscheidend ist nicht was du tust, sondern wie du tust, was du tust!
Bless Konzept:
Begin with Prayer
Listen
Eat
Serve
Story
Wie wäre es, wenn wir in dieser Fastenzeit bis Ostern bewusst Raum schaffen, um zu beten?
Frage Gott die mutigen Worte "Wie möchtest du, dass ich heute ein Segen bin?"
Bringe Gott deine Muss, ich mache daraus ein Plus!
«Wer seine Vision lebt, bleibt länger jung»
«Jeder Mensch kommt mit einer Vision zur Welt», sagt der in Baltimore (USA) lehrende Psychologie-Professor und Psychotherapeut Peter Warschawski. Problematisch sei, dass viele sich bei der Verwirklichung ihres Lebenssinns bremsen liessen – durch die Projektionen der Eltern oder durch eigene Gedankenkonstrukte. Im Interview sagt Warschawski, was wir von einer Autobatterie lernen können.
Interview: Mathias Morgenthaler
Herr Warschawski, was unterscheidet sehr erfolgreiche Menschen von durchschnittlich erfolgreichen?
PETER WARSCHAWSKI: Vor allem die Lust, etwas Ausserordentliches zu wollen; dann das Talent und das Know-How und schliesslich die Disziplin. Zudem wissen erfolgreiche Menschen, dass Grenzen nichts Absolutes sind, sondern unsere eigenen Konstrukte. Es gibt keine unveränderliche Wirklichkeit; wir schaffen sie durch unsere Annahmen.
Können Sie konkretisieren, was Sie mit Annahmen meinen?
Das lässt sich im Privatleben gut zeigen. Was entscheidet über den Erfolg von Beziehungen? Die Annahme, dass beide die Beziehung fortlaufend neu kreieren können. Wer hingegen annimmt, die anfängliche Verliebtheit werde andauern, wird enttäuscht. Ein anderes Beispiel: Ich lebe in den USA, bin aber die Hälfte des Jahres in Europa, wo man gerne sagt, Amerikaner seien oberflächlich. Diese Aussage trifft nur zu, wenn man annimmt, dass es nur eine Form der Freundschaft gebe. Auch Erfolg und Misserfolg sind kollektive Annahmen. Man kann Scheitern als Versagen betrachten oder als Schritt auf dem Weg zum Erfolg.
In der Schweiz ernten sehr erfolgreiche Menschen oft mehr Neid als Bewunderung.
Was oft Anlass zum Neid ist, kann ebenso der Anlass zur Nachahmung werden. Dazu eine Anekdote: Ein Geschäftsmann holte mich mit seinem VW Polo im Hotel ab. Er erzählte mir, er habe zuhause noch einen Porsche, den er aber nie fürs Geschäft brauche, weil die Leute sonst denken würden, er ziehe ihnen das Geld aus der Tasche. Man kann aber auch die Annahme machen, dass gerade ein Porsche-Fahrer weiss, wie man erfolgreich wird. Somit wird er zu einem interessanten Gesprächspartner für jemanden, der auch erfolgreich sein will.
Sie sagen, unsere Annahmen würden die Realität erschaffen und erfolgreich sei der, der sich nicht von limitierenden Annahmen bremsen lasse. Was unterscheidet das Genie vom Phantasten?
Die Grenze zwischen genialen Künstlern oder erfolgreichen Unternehmern und Menschen, die nach klinischen Kriterien als verrückt gelten, ist sehr schmal. Als ich in der psychiatrischen Klinik arbeitete, sagte eine Patientin zu mir: «I love your music, Mister Tschaikowsky!» Hätte sie gesagt: «Wenn ich Sie sehe, denke ich wegen Ihrer Ähnlichkeit und Ihrem Namen an Tschaikowsky, dessen Musik ich liebe», wäre das eine normale Aussage gewesen. Der Unterschied liegt in der fehlenden Beziehung zur allgemein bekannten Wirklichkeit. Die besten Künstler und Unternehmer verlassen den Boden dieser Wirklichkeit nicht, aber befreien sich von unnötigen Begrenzungen und folgen ihrer Vision. Wer seinen Lebenssinn verwirklicht, entfaltet ungeheure Kraft.
Sind Sie der Auffassung, dass jeder Mensch eine Berufung hat?
Ja, jeder Mensch kommt mit einer Vision zur Welt. Daraus leitet sich sein Lebenssinn ab. Die Vision ist immer etwas Positives, das in der Welt einen Wert schaffen will. Studien mit Babys haben gezeigt, dass sie sich schon kurz nach der Geburt manifestiert. Bei Kindern ist sie leicht erkennbar. Die Erziehung, die Erwartungen und Projektionen der Eltern, Lehrer und anderer Autoritätspersonen führen oft dazu, dass sich Heranwachsende von ihrer Vision und damit auch von einem erfüllten Leben entfernen.
Erwachsene können in ihrer Arbeit nicht wie spielende Kinder bloss ihren Neigungen folgen. Die Arbeit ist ja nicht nur eine Möglichkeit, sich zu entfalten, sondern auch ein Mittel zum Zweck, ein Broterwerb.
Die entscheidende Frage ist, ob wir das tun, was uns erregt, oder das, was zwar dem Broterwerb dient, uns aber auslaugt. Betrachten Sie die Autobatterie: Sie lässt den Motor anspringen und erhält durch das Fahren die Energie zurück. So ist es auch bei uns Menschen, wenn das, was wir tun, einen Funken auf uns und andere überspringen lässt. Wer seine Vision lebt, bleibt länger jung. Ich bin keine 20 mehr, aber empfinde keine Müdigkeit, obwohl ich seit 28 Jahren alle 14 Tage zwischen den USA und Europa hin und her fliege und Seminare gebe, Unternehmen berate, Klienten psychotherapeutisch behandle, Menschen coache und Studenten ausbilde. Das ist für mich kein Muss, sondern aufregende Arbeit.
Wie erkennt man die eigene Vision, den eigenen Lebenssinn?
Indem man sich immer wieder fragt, wo man sich in seinem Element fühlt. Viele lassen diese Frage gar nicht zu, weil sie fürchten, egoistisch oder naiv zu sein. «Das Leben besteht nicht nur aus Spass», sagt dann sofort eine innere Stimme; oder: «Wo kämen wir hin, wenn das alle machen würden?» Deswegen braucht es meist Hilfe von aussen, einen Coach, der hilft, solche negative Glaubenssätze in Konstruktives zu überführen und Grenzen zu überwinden. Ich erlebe in meinen Seminaren, wie viel Energie dadurch freigesetzt wird.
Menschen finden leicht Vorwände, warum etwas nicht möglich ist. Hat das auch damit zu tun, dass es sie davor befreit, selber mehr Verantwortung zu übernehmen?
Ja, es geht in letzter Konsequenz um fehlenden Mut und fehlende Lust, ohne dass sich der Mensch dessen bewusst ist. Menschen geben leicht ihre Verantwortung ab und merken nicht, dass sie damit auch ihre Freiheit aufgeben. Freiheit und Verantwortung sind unzertrennlich. Heutzutage fördert wohlmeinende Politik diesen Trend, indem Regierungen für fähige Menschen Verantwortung übernehmen und ihnen durch immer weitere Regulierung ihre Freiheit rauben.
Angesichts der wachsenden Lohnschere und der Selbstbedienungsmentalität vieler Manager kann ein wenig Regulierung vielleicht nicht schaden. Wenn sich Reichtum bei einigen Wenigen konzentriert, schadet das einer Gesellschaft.
Damit ein Individuum, eine Gruppe oder eine ganze Gesellschaft auf Dauer überleben können, sind drei Faktoren unabdingbar: Freiheit, Verantwortung und Ethik. Meistens bricht zuerst die Ethik weg, dann die Verantwortung, wodurch Regulierungen nötig werden. Damit ist die Freiheit beschnitten. Unternehmen, die in ihrem Rationalisierungs- und Effizienzstreben ihren Angestellten immer mehr Arbeit und Verantwortung ohne die entsprechende Handlungsfreiheit geben, müssen sich nicht wundern, wenn Mitarbeiter entweder zugrunde gehen oder anfangen, sich unethisch zu verhalten. Deswegen werden sich in Zukunft nur noch visionsgeführte Unternehmen gut entwickeln. Interessante, kreative Menschen werden nur dort arbeiten wollen, wo sie ihre Persönlichkeit in der Arbeit ausdrücken können und etwas tun, das ihrer Vision entspricht. Gerade junge Menschen wollen zu etwas Wertvollem beitragen und das Ziel der Reise kennen. Grösse, Marktanteil und Salär reichen nicht mehr.
Wie kleine Kinder lernen können
Mit dem Projekt «Lerngelegenheiten für Kinder bis 4» will der Kanton die Frühförderung anstossen. In Kurzfilmen werden Alltagssituationen gezeigt – und was Kinder darin lernen können.
Die dreijährige Mara versucht unbeirrt, eine Kniesocke anzuziehen, die neun Monate alte Melina untersucht Wäscheklammern und der bald fünfjährige Ilke baut zusammen mit seinem Vater und der kleinen Schwester ein grosses Legogebäude. Diese drei und viele andere kleine Begebenheiten zeigen die rund zweieinhalb- bis vierminütigen Filme.
Natürlich könnte die Kita-Erzieherin der kleinen Mara huschhusch die Socken anziehen, Melinas Mutter könnte ihrem Töchterchen die Klammern wegnehmen und sie hübsch ins Körbchen zurücklegen, und Ilkes Papa könnte gemütlich fernsehen statt mit den Kindern zu spielen.
Filme in zwölf Sprachen
Das heute Freitag den Medien vorgestellte Projekt will aber gerade vermitteln, dass gerade in solch unspektakulären Situationen kleine Kinder viel lernen und dass Eltern und Betreuungspersonen zahllose Möglichkeiten haben, ihr Kind zu fördern. Bloss: Etwas Geduld und Einfühlungsvermögen muss schon sein.
Die in zwölf Sprachen übersetzten Filme sollen möglichst viele Eltern und Bezugspersonen von kleinen Kindern erreichen. Über die Website www.kinder-4.ch» sind sie frei zugänglich. Sie sind nach Themen, Alter oder alphabetisch geordnet. Zudem werden sie in Mütter- und Väterberatungen, Erziehungsberatungen, Kitas, Tagesfamilien oder Spielgruppen eingesetzt.
Finanziert aus Lotteriefonds
Das Projekt «Lerngelegenheiten für Kinder bis 4» ist pädagogisch abgestützt durch den «Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz». Dieser wurde 2012 lanciert vom Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz und der schweizerischen Unesco-Kommission.
Heidi Simoni, Direktorin des Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind, leitet die Filmproduktion. Finanziert wurde das Projekt aus dem Lotteriefonds des Kantons Zürich sowie von verschiedenen Stiftungen.
«Jemand schaltete bewusst die Kommunikationstechnik aus»
Das Verschwinden der Boeing 777 der Malaysia Airlines wurde nach Einschätzung der malaysischen Regierung «vorsätzlich» herbeigeführt. Die Kommunikationssysteme der Maschine seien manipuliert worden.
1/41TA-Grafik: Woher kam das letzte Ping?
Das seit einer Woche verschollene Passagierflugzeug von Malaysia Airlines ist nach neuen Erkenntnissen offenbar bewusst umgelenkt worden und danach stundenlang weitergeflogen. Der Kursschwenk der Maschine nach Westen deute auf «gezieltes Handeln von jemandem an Bord» hin, zumal die Kommunikationssysteme höchstwahrscheinlich manuell nacheinander abgeschaltet worden seien, erklärte die malaysische Regierung.
Allerdings sei eine mögliche Entführung nicht erwiesen, es werde in alle Richtungen ermittelt. Das letzte Funksignal der Boeing 777 sei mehr als sechseinhalb Stunden nach ihrem Verschwinden am vergangenen Samstag von einem Satelliten empfangen worden, sagte Regierungschef Najib Razak bei einer Pressekonferenz. Dieser Zeitpunkt entspräche ungefähr jenem, zu dem laut Malaysia Airlines der Treibstoff ausgegangen wäre.
In der Zwischenzeit überflog das Flugzeug laut Najib die malaysische Halbinsel in Richtung des Indischen Ozeans. Sein letzter Aufenthaltsort könne überall liegen zwischen «Kasachstan und Turkmenistan bis nach Nord-Thailand, oder innerhalb eines südlichen Korridors, der schätzungsweise von Indonesien bis zum südlichen Indischen Ozean reicht». Die Suche nach möglichen Wrackteilen im Südchinesischen Meer sei deshalb eingestellt worden. Über die örtliche Neuausrichtung der Suche werde noch beraten.
Der Indische Ozean hat eine durchschnittliche Tiefe von knapp 3900 Metern, mögliche Trümmerteile dürften infolge der Meeresströmung nach einer Woche weit verstreut sein. An der internationalen Suchaktion waren insgesamt mehr als hundert Schiffe und Flugzeuge aus 13 Ländern beteiligt.
«Etwas, das über die Planung von 9/11 hinausgeht»
Nach Einschätzung des unabhängigen Luftverkehrsexperten Gerry Soejatman ist es angesichts der neuen Informationen «extrem schwierig», ein eindeutiges Motiv für eine mögliche Flugzeugentführung zu erkennen. «Aber wenn das Absicht war, haben wir es möglicherweise mit etwas zu tun, das über die Planung von 9/11 hinausgeht», sagte er mit Verweis auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA.
Ein ranghoher Militär, der nicht namentlich genannt werden wollte, hatte der Nachrichtenagentur AFP zuvor gesagt, ein erfahrener und kompetenter Pilot müsse die Boeing 777 stundenlang geflogen und dabei offenbar bewusst zivile Radargeräte umgangen haben. Aus den militärischen Radardaten ergebe sich eindeutig, dass das Flugzeug seinen Kurs radikal geändert habe und in Richtung Indischer Ozean geflogen sei.
Die Maschine mit 239 Menschen an Bord, davon zwei Drittel Chinesen, war vor einer Woche auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt worden wäre. Nach den neuen Erkenntnissen wirkt die These eines katastrophalen technischen Problems oder Materialfehlers an Bord tendenziell eher unwahrscheinlich. Die Spekulationen über das Verschwinden der Maschine richteten sich zuletzt aber ohnehin verstärkt auf eine Flugzeugentführung.
Najibs Pressekonferenz wurde von Angehörigen der Flugzeuginsassen in einem Pekinger Hotel mit Skepsis verfolgt. Manche unterstellten den malaysischen Behörden gar ein doppeltes Spiel. Ein Mann, dessen Sohn sich an Bord der Maschine befand, wies auf widersprüchliche Zeitangaben hin: So habe es anfangs geheissen, das letzte Signal sei um halb zwei Uhr morgens empfangen worden. Nun sei von einem Zeitpunkt fast sieben Stunden später die Rede.
Start at Part 1 of this Series
What is the Bible? Part 21: In Air, In Sea
A number of you have asked about inerrancy. If you aren’t familiar with this word, it’s a word that some use to argue that the Bible is without errors. In the next few days I’ll be writing about the idea...
What is the Bible? Part 20: Questions, Questions
It’s Friday, which means it’s time for a question:
jangosclone asked you: Just finished the latest in your series about the Bible and found it quite compelling. Can you recommend any further reading on this subject?
Sure....
Nelson Mandela ist tot
Der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela ist tot. Das teilte Südafrikas Präsident Jacob Zuma am Donnerstagabend mit. "Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren."
Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela ist tot. Der 95-Jährige sei am Donnerstag gestorben, sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma in Johannesburg in einer landesweit übertragenen Fernsehsendung. "Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren", betonte Zuma. Er sei friedlich dahingeschieden. "Nelson Mandela brachte uns zusammen und zusammen nehmen wir Abschied von ihm", sagte Zuma. Er starb um 20.50 Uhr Ortszeit (19.50 Uhr MEZ) in seinem Haus in Johannesburg.
Mandela hatte zuletzt unter einer schweren Lungenentzündung gelitten und deswegen drei Monate im Krankenhaus verbracht. Seit dem 1. September wurde er in seinem Haus behandelt. Der Friedensnobelpreisträger, der wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-Regime 27 Jahre im Gefängnis war, galt weltweit als Symbolfigur für Freiheit und Humanität.
Nelson Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland und wurde dafür 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas und blieb bis 1999 in diesem Amt.
Die letzten Wochen bei der Familie
Mandela war im Sommer wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in der südafrikanischen Hauptstadt behandelt worden. Seine letzten Wochen hatte der Friedensnobelpreisträger im Kreis seiner Familie verbracht.
Er soll in seinem Heimatort Qunu im Südosten des Landes beigesetzt werden. Beobachter rechnen damit, dass in Südafrika Staatstrauer ausgerufen wird. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten, die vermutlich in etwa fünf bis sieben Tagen stattfinden, werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet.
Der greise Ex-Präsident war binnen sechs Monaten viermal im Krankenhaus behandelt worden. Im Dezember 2012 unterzog er sich einer Gallensteinoperation. Anschließend erlitt Mandela eine Infektion der Atemwege. Im April musste er wegen einer Lungenentzündung zehn Tage ins Krankenhaus.
Zeitweise künstlich beatmet
Nach der erneuten Einlieferung in die Klinik Anfang Juni berichtete das Präsidialamt mehrfach von lebensbedrohlichen Krisen. Zeitweise soll der 95-Jährige künstlich beatmet worden sein und wegen Nierenversagens Dialysen bekommen haben. Die Ärzte hätten der Familie angeboten, über die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte zu entscheiden, meldete die Zeitung "The Citizen".
Der zunehmend gebrechliche Nationalheld hatte sich seit vielen Jahren öffentlich nicht mehr geäußert. Sein letzter öffentlicher Auftritt war bei der Schlussfeier der Fußballweltmeisterschaft im Juli 2010 in Johannesburg.
Wie aus Adolf Hitler wurde
Volker Ullrich legt eine voluminöse, nuancenreiche Hitler-Biografie vor. Mit neuen Quellen bringt der deutsche Historiker und Publizist auch Licht ins Dunkel der jungen Jahre.
Neue Einblicke: Adolf Hitler (rechts) im Alter von 25 Jahren als Gefreiter der bayerischen Armee im Ersten Weltkrieg.
Die Literatur über die nationalsozialistische Herrschaft füllt ganze Bibliotheken. Vergleichsweise klein ist dagegen die Zahl der Hitler-Biografien, die wissenschaftlichen Standards genügen. Nun legt der ehemalige «Zeit»-Redaktor Volker Ullrich den ersten Band seiner Hitler-Biografie vor. Dieser Band mit 1065 Seiten umfasst, so der Untertitel, «Die Jahre des Aufstiegs (1889–1939)».
Volker Ullrich bewegt sich mit seiner Biografie auf einem schmalen Grat, denn bisherige Hitler-Analysen stürzten oft ab in küchenpsychologische Spekulationen, oder sie dämonisierten Hitler zum Monster, das «gar keine private Sphäre» (Hans Mommsen) bzw. «kein Privatleben» (Joachim Fest) kannte. Der Autor umschifft beide Klippen bravourös – den Absturz in spekulativen Psychologismus ebenso wie die platte Dämonisierung. Er zeigt, wie Hitler agierte, funktionierte und schauspielerte. Er verdankt dies seiner umfassenden Kenntnis und kritischen Überprüfung einer breiten Hitler-Literatur, mit der viele Legenden transportiert wurden und werden, zum Beispiel diejenige seiner angeblichen Homosexualität. Ullrich, quellennah arbeitend, beschreibt Hitler im Alltagsleben als janusköpfigen Menschen, der permanent schwankte zwischen öder Normalität und rhetorisch-expressiv eingeleiteten Exzessen.
Mönchische Askese
Methodisch fasst Volker Ullrich die Schwankungen der Person wie jene der Politik in Anlehnung an Ian Kershaws Hitler-Biografie in den Satz: «Erst aus dem Wechselspiel der Intentionen Hitlers mit dem strukturell bedingten Handlungsdruck, der von den Initiativen der ihm nachgeordneten Chargen und Institutionen ausging, lasse sich – so Kershaws Kernthesen – die entfesselte Dynamik des Regimes erklären, die zu immer radikaleren Lösungen trieb.» Ullrich belegt diese systembedingte Selbstbeschleunigung und Selbstradikalisierung eindrücklich an der unmittelbar nach der Machtübergabe am 30. Januar 1933 erfolgten Ausschaltung und Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen und Institutionen.
Gegenüber der zweibändigen Hitler-Biografie (1998/2000) von Ian Kershaw, die als Standardwerk gilt, bietet Ullrich jetzt ein nuancenreiches Porträt Hitlers, seiner Herkunft (über die man wenig weiss), seiner Wiener Jahre von 1910 bis 1913 als Ansichtskartenmaler und Gelegenheitsarbeiter im Obdachlosenasyl und im Männerwohnheim. Als dauerhafte Prägung aus dieser Zeit blieb Hitler die mönchische Askese, was seine frugalen Ess- und Trinkgewohnheiten angeht, aber auch seine sexuelle Enthaltsamkeit.
Kershaws Darstellung dieser Frühzeit wie des Privatlebens Hitlers ist viel knapper, und dessen Persönlichkeit bleibt dabei «bemerkenswert blass» (Ullrich). Manches aus Hitlers Privatleben – seinen Hang zu teuren Anzügen, feinen Hotels und schnellen Autos, aber auch seine hohen, steuerfreien Einnahmen aus dem Verkauf von «Mein Kampf» – belegt Ullrich mit bislang unbekannten Quellen. Hitlers Verhältnis zu seiner Nichte Angela («Geli») Raubal, die bei ihm wohnte und 1931 Selbstmord beging, beschreibt Ullrich ebenso sachlich und ohne Voyeurismus wie dessen oft dämonisierte Beziehung zu Eva Braun.
Erst in München wurde Hitler zum Antisemiten
Im Mai 1913 zog Hitler nach München und lebte bis zum Kriegsausbruch als einzelgängerischer Schwabinger Bohemien vom kleinen Erbe seiner Mutter. In Österreich meldete er sich vergeblich als Freiwilliger zum Kriegseinsatz, aber in Bayern wurde er beim zweiten Versuch am 5. August 1914 gemustert, obwohl er noch nicht einmal die deutsche bzw. bayerische Staatsbürgerschaft besass. Nach kurzer Ausbildung kam er an die Westfront nach Flandern und Nordfrankreich. Der brutale Grabenkrieg mit über einer Million Toten wurde für Hitler zu einem Schlüsselerlebnis, auf das er sich lebenslang bezog. Hitler wurde zweimal ausgezeichnet und bei einem Gasangriff schwer verletzt.
Als er nach München zurückkam, war die Münchner Räterevolution im Gange. Nach deren Niederschlagung durch rechtsradikale Freikorps und Reichswehrtruppen schlug sich Hitler auf die Seite der Gegenrevolution. Er durchlief einen «Lehrgang für Propaganda gegen den Bolschewismus», in dessen Verlauf sein rhetorisches Talent entdeckt wurde. Erst jetzt in München, wo die Räteherrschaft als «Judenherrschaft» galt, wurde Hitler zum Antisemiten. Er verkehrte in rechtsradikalen Kreisen und gehörte 1920 zu den Gründern der Deutschen Arbeiterpartei, woraus die NSDAP hervorging. Mit vielen Reden profilierte er sich als «Bierkellerdemagoge» und beanspruchte für sich den Parteivorsitz «mit diktatorischer Machtbefugnis».
1923 hatte die Splitterpartei immerhin schon 55'000 Mitglieder, darunter ehemalige kaiserliche Offiziere wie Erich Ludendorff, Chef des Generalstabs der 8. Armee unter Hindenburg, und einige reiche Gönner. Mit einer Handvoll Kämpfer inszenierte Hitler am 8. November 1923 einen Putsch gegen die bayerische Regierung und die Reichsregierung, in dessen Verlauf 14 Putschisten und 4 Polizisten ums Leben kamen. Der Putsch brach schnell zusammen, 8 Putschisten wurden wegen Hochverrats angeklagt und verurteilt, aber bereits nach neun Monaten entlassen. Ullrichs Fazit: «Die wichtigste Lehre, die Hitler aus dem gescheiterten Unternehmen von 8./9. November zog, war, dass er, wollte er an die Macht kommen, einen anderen Weg einschlagen musste: nicht den des Putsches, sondern den scheinbarer Legalität im Bunde mit der Reichswehr.»
Shootingstar der Politik
Da sich die NSDAP fortan im parlamentarisch-politischen Raum bewegte, wurde Hitler klar, dass er Massen für sich gewinnen musste und die konservativen Eliten nicht erschrecken durfte, wollte er legal an die Macht kommen. Der Aufstieg der NSDAP vollzog sich zunächst in bescheidenem Rahmen. Noch 1928 kam die Partei nur auf 2,6 Prozent der Stimmen und 12 Mandate im Reichstag. Erst unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise und der Massenarbeitslosigkeit 1929 wurde die Führerpartei zum Machtfaktor und Hitler selbst zum «Shootingstar der deutschen Politik» (Ullrich).
Ullrich belegt, dass es weniger die Spenden der Industrie und der Finanzwelt waren, die Hitler nach oben brachten, als vielmehr das Krisenmanagement der Regierung Brüning, das Arbeitslosigkeit und Verelendung vergrösserte. In der Endphase der Weimarer Republik kam die Illusion der konservativen Elite hinzu, sie könne mit Notverordnungen und ihrer Mehrheit in der Regierung Hitler/Papen den Reichskanzler Hitler beherrschen. Ein tödlicher Irrtum.
Wie tödlich, erwies sich schnell nach dem 30. Januar 1933. Nach der Verhaftung von Kommunisten und Sozialdemokraten, der Gleichschaltung von Gewerkschaften, Kirchen und Medien ging das Regime zügig an die Revision von «Versailles» – die vertragswidrige Rückeroberung des Rheinlandes (1936), die forcierte Aufrüstung der Wehrmacht (1935–1939), den Anschluss Österreichs (1938) und die Zerschlagung der Tschechoslowakei (1938).
Volker Ullrich will nicht mit steilen Thesen imponieren, sondern belegt seine Argumentation akribisch. Das Buch besticht durch eine klare Sprache, umsichtige Interpretationen und eine grosse Kenntnis von Quellen und Literatur: ein grosser Wurf.
Demografie: Warum Reiche etwa fünf Jahre länger leben als Arme
Bei der Lebenserwartung geht die Schere zwischen Arm und Reich immer noch weiter auseinander. Ein Grund dürfte sein, dass Reiche mehr Sport treiben und gesünder essen. Von Matthias Kamann
Dass es da einen Unterschied gibt, weiß man seit Längerem. Gutverdiener haben eine höhere Lebenserwartung als Geringverdiener. Arme sterben früher. Doch nun zeigt sich, dass dieser Unterschied zwischen Arm und Reich während der vergangenen Jahre in Deutschland noch größer geworden ist.
Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche demografische Studie, die von Vladimir Shkolnikov und Domantas Jasilionis am Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung sowie Eva Kibele am Zentrum für Bevölkerungsforschung an der Universität Groningen erstellt wurde.
Die drei Forscher stützen sich auf einen außerordentlich großen Datensatz: Sie konnten Unterlagen der Deutschen Rentenversicherung auswerten, in denen nicht weniger als 86 Prozent der männlichen Deutschen erfasst werden. Dass nur die Angaben zu Männern genutzt wurden, steigert dabei noch die Aussagekraft der Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung.
Denn anders als bei Frauen, deren von der Rentenversicherung ausgewertete Einkommensverhältnisse auch noch vom Wohlstand der Partner abhängen, wird aus den Rentenversicherungsdaten zu Männern klar ersichtlich, wie es diesen Männern materiell geht.
Lebenserwartung bei Armen steigt langsamer
Bei diesen Männern nun stellten die Forscher eindeutig fest, "dass die durchschnittliche Lebenserwartung zwar in allen Schichten steigt, bei Männern mit sehr niedrigen Renten aber wesentlich langsamer als bei besser gestellten Altersgenossen", wie es in einer Zusammenfassung der Studie in dem Newsletter "Demografische Forschung aus erster Hand" heißt.
Mitte der Neunzigerjahre noch konnten Gutverdiener mit entsprechend hoher Rente ihre Alterseinkünfte in Westdeutschland drei und in Ostdeutschland dreieinhalb Jahre länger genießen als Bezieher einer niedrigen Rente. Aber "bis zum Jahr 2008", so die Autoren, "stieg der Abstand zwischen den beiden Gruppen im Westen um eineinhalb Jahre auf 4,8 Jahre und im Osten sogar um zwei Jahre auf 5,6 Jahre". Der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Arm und Reich hat sich mithin in Deutschland in jener Zeit vergrößert.
Staffelung nach Rentenpunkten
Konkret vorgegangen sind die Autoren so, dass sie die so genannten Rentenpunkte der gesetzlichen Versicherung heranzogen. Dabei gilt: Je mehr Punkte man hat, umso besser hat man verdient – und umso mehr Rente bekommt man. Die Forscher nahmen die beiden "Extremgruppen": Zum einen die Männer mit 65 Punkten und mehr, also die Bezieher sehr hoher Renten, zum andern die Männer mit 30 bis 39 Punkten, wo es wegen geringer Einkommen auch nur niedrige Altersbezüge gibt.
In einem zweiten Schritt betrachteten die Forscher die Zahl der Todesfälle in den beiden Punkte-Gruppen und ermittelten mit Hilfe von mathematisch-statistischen Verfahren die so genannte "Altersstandardisierte Sterberate" der beiden Gruppen. Nach dieser notwendigen statistischen Bereinigung kamen die Autoren zu folgenden Ergebnissen: In den Jahren 1995/96 kamen in der hohen Einkommensgruppe deutschlandweit 564 Todesfälle auf 100.000 Personen, aber 2007/08 waren es in dieser Gruppe nur noch 396.
Ein enormer Rückgang, der deutlich stärker ausfiel als in der niedrigen Einkommensgruppe. 1995/96 kamen bei den Ärmeren 813 Todesfälle auf 100.000 Personen, und 2007/08 waren es noch 720.
Fast fünf Jahre Unterschied bei der Lebensdauer
Umgerechnet in die Lebenserwartung von 65-Jährigen bedeutet das, so die Autoren: "65-Jährige mit sehr kleinen Renten durften im Jahr 2008 mit einer Lebenserwartung von 79,8 Jahren rechnen. Für gleichaltrige Rentner mit hohen Bezügen ergab sich dagegen eine Lebenserwartung von 84,3 Jahren." Damit zeige sich, "dass gut verdienende Rentner mehr von der steigenden Lebenserwartung profitieren als die Gruppe mit den niedrigsten Renten".
Dieser Befund zeigt sich übrigens auch in anderen europäischen Ländern und ist in ähnlicher Weise auch dann zu vermerken, wenn man Angestellte (höhere Lebenserwartung) und Arbeiter (geringere Lebenserwartung) vergleicht.
Unterschiedliche Lebensstile sind entscheidend
Über die Gründe für die sich öffnende Schere bei der Lebenserwartung lassen sich nur Mutmaßungen anstellen, weil den verwendeten Datensätzen hierzu keine belastbaren Aussagen zu entnehmen sind. Kaum bezweifeln lässt sich, dass gut bezahlte (Schreibtisch-)Berufe die Gesundheit weniger belasten als körperlich harte Arbeiterberufe. Fest stehen dürfte auch, dass gerade in Zeiten der Zuzahlungsmedizin Gutverdienende einen besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen haben als ärmere Menschen.
Gerade in jüngster Zeit hinzugekommen aber ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine wachsende Differenz zwischen den Lebensstilen der Reicheren und der Ärmeren. Hatten auch Wohlhabende in den Sechzigerjahren viel geraucht, getrunken und gegessen, so sind der starke Tabak- und Alkoholkonsum sowie die Fettleibigkeit mittlerweile sozial ein Stück weit nach unten gerutscht.
Das betrifft stärker als früher im wesentlichen untere Gesellschaftsschichten – so dass die durchschnittliche Lebenserwartung dort entsprechend geringer steigt. Während heute die Wohlhabenden ihre Gesundheit auch dadurch pflegen, dass sie mehr Sport treiben.
iTunes Podcast URL Extractor
http://itunes.so-nik.com/