OUT NOW: LOIK - "SOME REMIXES"
Letztens hat jemand zu mir über all die unzählbaren Lieder, die ich als (CLAUDIUS) LOIK, als DIAMETRAL und unter sonstigen Namen in den zurückliegenen Jahrzehnten (!) den Äther gespien habe, gesagt, sie seinen mein „Lebenswerk“.
Tja, das hat mich etwas ambivalent zurückgelassen. Einerseits war ich froh, dass dieser jemand - einer von vielleicht einer Handvoll Leuten - in meinem musikalischen Schaffen also offenbar mehr sieht als nur das spleenige Tun eines Menschen, der ganz offensichtlich vor vielen Jahren den Schuss nicht gehört, der stattdessen immer weitergemacht hat. Andererseits ist mein unbeachtetes Schaffen - immer unbeachtet gewesen und ziemlich sicher auch immer unbeachtet bleibend - ein ziemlich mickriges „Lebenswerk“. Unbedeutend, unsichtbar, nicht vergessen werden könnend, da ja niemals überhaupt erst in das Bewusstsein der Menschen getreten seiend, jedenfalls nicht in das Bewusstsein der Menschen außerhalb meines eigenen kleinen persönlichen Radius’. Irgendwie also nicht gerade viel für so ein „Lebenswerk“.
Aber dann sagte ich mir (mal wieder), dass dieses Nicht-Gesehen-Werden, dieses Irgendwie-Auch-Gar-Nicht-Mehr-Gesehen-Werden-WOLLEN auch eine Menge Vorteile mit sich bringt: ich kann machen was ich will, denn es interessiert KEINE SAU! Ich teste daher schon seit Jahren - größtenteils unbewusst, denke ich - gewisse Grenzen aus, was man so an Liedern veröffentlichen kann, bis sich vielleicht auch der LETZTE abgewandt hat. Ich teste die Grenzen der Zumutbarkeit aus, verschiebe sie immer und immer weiter.
Ein wichtiger Bestandteil dieses Grenzen-Austesten-Und-Verschieben-Dings ist seit jeher das Veröffentlichen von bizarren Remix-Skizzen (größtenteils meiner eigenen Lieder), die hauptsächlich wegen ihrer im Regelfall sehr schmalbrüstigen Produktion weder im Club noch zuhause funktionieren können, die irgendwie unentschiedene Spielereien sind, planlos herumtastende Erforschungen von Materie, die ich nicht verstehe und an der ich sogar oft gar nicht sonderlich INTERESSIERT bin. Kurz: diese Remixe entstehen oft aus Langeweile oder eher aus dem Wunsch, wirklich JEDE freie Minute mit IRENDEINER musikalischen Tätigkeit auszufüllen, wie unrund das Ergebnis dieses ungekonnten Geklöppels am Ende oft auch sein mag.
Und jetzt hab’ ich also mal wieder ein paar dieser Grenzen-Austesten-Remix-Skizzen rausgehauen, sieben an der Zahl, versammelt auf einer kleinen Digital-ep. Allesamt widmen sie sich dem Liedgut des jüngsten LOIK-Albums „10 LIEDER ÜBER WEITESTGEHEND UNANGENEHME UMSTÄNDE UND VORKOMMNISSE“, einem Album, das im Grunde ja EBENFALLS ein hingerotztes und die Grenzen des Zumutbaren austesten wollendes „Fuck It! Ich klopp’ das jetzt raus!“-Album war / ist.
Nach der kleinen ep neulich mit dem Titel „ALLES STIRBT“ schließt „SOME REMIXES“ nun aber auch wirklich endgültig dieses Projekt ab! Neues Material steht schon in den Startlöchern!
Naja, was ich sagen will: man kann ja kurz mal reinhören. Gibt’s bei Spotify und Co. Und natürlich auch bei BANDCAMP: https://frohundmunter.bandcamp.com/album/fm099-10-lieder-ber-weitestgehend-unangenehme-umst-nde-und-vorkommnisse-some-remixes