Eiger, Mönch und Jungfrau - in jungfräulichem Weiß
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@nervworld-blog
Eiger, Mönch und Jungfrau - in jungfräulichem Weiß
Das Problem
Man kann die Klärung eines Problems lange verschieben, aber es ist nur möglich ein Problem so lange unbeachtet zu lassen, bis es sich von selbst erledigt hat. Und selbst wenn es einmal den Anschein hat, als hätte das Problem sich von selbst erledigt, dann ist doch nichts anderes eingetreten, als dass das Problem selbst eine Tatsache als Lösung geschaffen hat um sich damit selbst zu negieren. Diese Lösung ist aber in erster Linie eine Lösung im optimalen Sinne des Problems und richtet sich in keiner Weise nach den Bedürfnissen und Werten des (oder der) negierenden Menschen.
Es erscheint somit also nicht unumgänglich notwendig, auftretende Probleme auf schnellst möglichem Wege einer Lösung zuzuführen. Aber es hilft mit der Situation nach dem Problem zu leben. Natürlich kann man auch bei der Lösung eines Problems wiederum entweder nicht mit der notwendigen Sorgfalt und Ernsthaftigkeit an die Arbeit gehen oder sogar über das Ziel hinaus schießen. In beiden Fällen wird man mit einer Lösung gleich wieder neue Probleme schaffen. Diese Gefahr ist, wenn schon nicht gänzlich auszuschalten, so doch durch bewusste und genaue Beachtung aller Faktoren und Risiken weitgehend minimierbar.
Da dem Menschen aber von dem eng verknüpften Netzwerk der Existenz nur ein verschwindender Bruchteil bekannt ist (und noch weniger den meisten bewusst), so kann selbst bei der sorgsamsten Planung jeder Eingriff des Menschen nur zu Verwirrung oder sogar zu Zerstörung führen. Vielleicht im kleinsten, mikroökonomischen Ausmaß. Vielleicht in einer globalen, ökologischen Katastrophe. Es muss also Bestrebung jedes mit Intelligenz begabten Wesens sein, mehr über die Zusammenhänge, Verknüpfungen und Auswirkungen zwischen den einzelnen Existenzen zu erfahren. Mehr von der einen, großen, alles umfassenden Existenz zu begreifen.
Der Schuh in Interlaken passt
Inmitten von Interlaken und inmitten von massenhaft (asiatischen) Touristen gelegen hat es dieses Lokal wirklich nicht notwendig Gäste zu umsorgen. Und trotzdem!
Trotz anfänglicher Bedenken gingen wir (4 Personen) dorthin mittags essen - und waren überrascht. Freundliche Bedienung für die auch eine Karaffe Leitungswasser kein Problem darstellt. Geduldige Beratung bei den Gerichten. Mehrmaliges Nachfragen und Nachschenken. Und das nicht nur bei uns sondern auch bei allen anderen Tischen.
Liegt es vielleicht auch daran, dass unsere Bedienung zwar asiatischer Abstammung aber offensichtlich in der Schweiz aufgewachsen war? Gastkultur muss auch vom Unternehmen gefördert werden. Des Schuh ist zu diesem Weg (und diesen Mitarbeitern) nur zu gratulieren.
Die Gerichte selbst waren Tagesmenue und dem Ort und dem Preis durchaus angemessen und wohlfeil.
Wer eine Reise tut, der merkt sehr schnell, dass an der österreichischen Grenze (wahlweise) der Balkan oder der Ostblock beginnt.
www.schuh-interlaken.ch
Wer profitiert davon?
„Wer profitiert davon?“ – Das ist die entscheidende Frage. Immer und überall im Leben, wenn man etwas verstehen will. Egal wie und worüber man überlegt, man kommt immer wieder auf diese Frage zurück. Also überlegte ich im Fall der Ukraine – und kam zu keinem Schluss! Niemand, so scheint es, kann aus diesem Chaos noch was Positives ziehen. Tot, Massenflucht, Verunsicherung, Wirtschaftlicher Niedergang, Versorgungsengpass bei Gas … weil Gas kommt sonst nicht nach Europa. Oder? Da war doch mal was – Nabucco – wurde in den Sand gesetzt. Ein Mrd-Projekt abgedreht. Das Stichwort heißt TANAP – Trans Anatolische Gas Pipeline! Um Gas unter der Umgehung von Russland aus dem Mittleren Osten nach Europa zu bringen. Die Türkei und Azerbaijan würden davon ebenso profitieren wie BP und andere westliche Konsortien. Die Aufregung um die Leitung von Griechenland nach Österreich (Nabucco) war vor einem Jahr groß, die Leitung von Baku über Tiflis nach Istanbul und Griechenland müsste inzwischen ziemlich fortgeschritten sein. Schließlich soll das Ganze 2018 in Betrieb gehen. Nun lasst mich mal überlegen, wer Timoschenko, Klitschko und Konsorten finanziert hat um das (gewählte aber diktatorische) Regiem in Kiew zu stürzten. Um Russland herauszufordern. Damit Putin den Gashahn zudreht, ein Krieg im Raum steht und alles händeringend nach einen Ersatz für russisches Gas sucht. Allerdings soll diese Süd-Route erst 2018 fertig gestellt sein (wenn die Planung hält). Somit wäre die Aktion in der Ukraine ein bisschen früh für eine Werbeaktion. Aber, wenn bis 2018 der Markt für Gas zusammen gebrochen ist, dann könnte die Preisgestaltung ganz anders aussehen. Und sich TANAP schneller rentieren und Geld abwerfen. Alles nur müßige Spekulationen! Kein Mächtiger aus Politik oder Wirtschaft würde auch nur ein einziges Menschenleben gefährden um seinen Profit zu steigern.
Oder täusche ich mich da?
Ist das, was die Meersburger über ihre Besucher denken? Zu verdenken wäre es ihnen nicht!
Landgasthof Köchlin, Lindau
Natürlich ist das Haus in die Jahre gekommen. Sonst hätten wir dort nicht angehatlen. Wenn man Ambiente sucht und erwartet, dann muß man eben in Sachen Ausstattung und Größe des TV-Gerätes Abstriche machen. Zimmer 1 und 11 gehen nach vorne zur Straße hinaus, unseres (Nr.1) hatte aber gute Fenster. Oder wir hatten keinen Verkehr in der Nacht. 20 min spaziert man entlang einer Gärtnerei bis man auf die Lindau-Insel kommt. Essen kann man aber im Haus ausgezeichnet und zu angemessenen Preisen. Wie in den meisten europäischen Betrieben würde ein wenig Personal nicht schaden, aber man wird tollerant, wenn man sieht, dass die Leute sich bemühen. Parkplätze gibt es genug hinter dem Haus (in Lindau keine Selbstverständlichkeit!) und man ist auch gleich wieder auf der Autobahn (wenn man das möchte). Erwähnenswert ist jedenfalls auch die reiche Auswahl an Büchern, wenn wer den Reader zu Hause vergessen hat und sich in Lindau nichts besseres findet. Wir waren mehr als zufrieden und werden sicher wieder vorbei kommen.
www.hotel-koechlin.de
Die Güte des Scheriffs
Gestern auf der Straße in Wien: Ein Mann parkt ein, will aussteigen, sieht dabei einen Parksheriff, der mehr oder weniger direkt vor ihm steht. Es entwickelt sich folgendes Gespräch, wobei die Stimme des Autofahrers immer schriller wird, der Parkraumbewirtschafter gütig bleibt:
Autofahrer: Ist hier etwa Kurzparkzone? Parksheriff: Ja. Hier und im ganzen Bezirk. AF: Ich habe aber kein Pickerl. PS: Dann müssen Sie einen Parkschein ausfüllen. Autofahrer kramt herum, vergewissert sich mehrfach, ob der Mann immer noch wartet, kramt herum, findet endlich einen Parkschein. AF: Jetzt habe ich keinen Stift um den Parkschein auszufüllen! PS: Dann nehmen Sie einen Schlüssel und entwerten das Feld so, kratzen Sie es auf. Autofahrer sucht unschlüssig herum. AF: Einen Schlüssel habe ich auch nicht. PS: Vielleicht steckt ja der Autoschlüssel noch. Den könnten Sie nehmen. Autofahrer brummt vor sich hin, zerrt den Autoschlüssel heraus. AF: Ich mach' das schon! Sie müssen nicht warten! PS: Kein Problem. AF: Sie haben sicher was zu tun! PS: Ich werde dafür bezahlt in der Kälte zu stehen und darauf zu warten, dass Sie Ihren Parkschein ausfüllen. Autofahrer setzt zu einer längeren Rede an, deren Sinn etwas mit „für so was zahl' ich Steuern, Frechheit; Verschwendung; Blödsinn″ zu tun hat. PS: Ja, ja. Ist schon schlimm. Autofahrer wirft genervt den Parkschein ins Auto: Ich hab' jetzt keine Zeit mehr! Startet an, fährt aus der Parklücke und weg. Es kommt ein zweiter PS dazu (sie sind immer zu Zweit unterwegs): PS 2: Und? PS: Der fährt nur um den Block und versucht es noch einmal. PS 2: Warten wir? PS: Wenn einer so blöd ist – sicher!
Wie man sieht, ist es auch möglich bei einer eher ungeliebten Tätigkeit Freude zu empfinden. Wobei ich zugeben muss, dass ich völlig auf der Seite der beiden Bediensteten bin. Wenn einer so blöd ist …
Man mag nun über die Parkraumbewirtschaftung denken was man will, erfunden haben es die Menschen die als "AussendienstmitarbeiterInnen der städtischen Parkraumbewirtschaftung" (was für eine Bezeichnung!) unterwegs sind nicht. Und sie können auch nichts dafür. Also macht es wenig Sinn mit ihnen zu streiten. Denn auch darauf zu hoffen, dass sie (immer) wegsehen ist auch - blöd.
Handvenenscan und Hausverstand
Österreich ist ja bekanntlich der Garten Eden der Ärzte. Nicht nur, weil die meisten hier (mehr oder weniger gratis) studieren um dann gut bezahlte Jobs im Ausland zu übernehmen. Auch für die, die nicht nur gratis sondern auch umsonst studiert haben, findet sich in den Gefilden Österreichs ein Plätzchen.
Erschreckend natürlich, als dann der raue Wind der freien Marktwirtschaft wehte und die Versicherungen von den Ärzten verlangten, zu kontrollieren, ob den die Patienten für die sie Gelder bezogen auch wirklich versichert waren. Ein schier überirdisches Geheul erhob sich (weil die Ärztekammer so abgehoben ist ;) und die horrenden Investitionen in Lesegeräte für e-Karten wurden mit große Plakaten verteufelt. Wahrscheinlich hat damals jedes Plakat so viel gekostet wie fünf Lesegeräte. Da dies nicht zu verhindern war schießt man sich nun darauf ein, dass die Karten nicht von den Besitzern vorgelegt werden sondern von Leuten, die gar nicht versichert sind und sich so ärztliche Leistungen erschwindeln würden. Natürlich ist es keine Sprechstundendame zuzumuten einen Lichtbildausweis zu einer e-card zu verlangen oder gar zu prüfen. Ein Handvenenscan soll nun Abhilfe schaffen und die Identität des Patienten sicherstellen. Kratzt sich der alte Kater nachdenklich ... Jeder Arzt hat einen Handvenenscanner? Und die sind billiger als Lesegeräte für e-Karten? Die Zentrale Medizinische Patientendatenbank (ELGA) darf es laut den Ärzten auch nicht geben, weil viel zu unsicher wenn Ärzte Daten speichern (sag deren eigene Vertretung) - aber wie prüft man dann die Handvenen der Kranken?
Auch eine Kontrolle der medizinischen Leistung scheint geradezu ein Verstoß gegen die Menschenrechte zu sein. Mit der Argumentation, dass die Ärzte ja nicht prüfen können, ob ein Patient nun wirklich krank ist oder sich als Mistery-Shopper nur so stellt. - Nur - wer könnte das prüfen, wenn nicht ein Arzt? Ist nicht gerade das der Job des Arztes, festzustellen ob eine und welche Krankheit überhaupt vorliegt?
Ach ja, hätte ich fast vergessen - Mit dem Begriff "Arzt" ist natürlich geschlechterübergreifend eine Berufsgruppe und somit auch die "Ärztin" gemein. Ich hoffe ja doch, dass die Genannten wenigstens den Unterschied kennen.
Mein neues Buch ist da!
Erhältlich bis amazon ... oder dem Dealer deines Vertrauens.
http://www.thalia.at/shop/home/suggestartikel/ID43795412.html?sswg=EBOOK&sq=Eachdraidh
Unverfrorene Ignoranz
Asylanten! Überall Asylanten! Und das werden immer mehr. Ich versteh' das nicht. Wozu gibt es das Aufnahmeverbot im Erstlagen, wenn die trotzdem kommen? Warum kommen die immer nicht, wenn es vom Landeshauptmann ein Aufnahmeverbot gibt?
Irgendwie kann man dem verwunderten und wütenden Ausruf des Mannes heute am Bahnhof schon nachvollziehen.
Wenn sich sogar ein Landeshauptmann die Mühe macht und einen Beschluss erlässt (der schon seit langem überfällig war), dann ist das tatsächlich ein erhebender Moment.
Aber diese Realität ist so was von kaltschnäuzig, schnoddrig und widerwillen – die hält sich einfach nicht daran!
Warum lesen sich Flüchtlinge nicht vorher die (aktuellen!) Bestimmungen von Ländern durch, in die sie gar nicht wollen und in denen sie nur abgeladen werden, damit Schlepper möglichst geringes Risiko eingehen. Der gelernte Mitteleuropäer wird es nie verstehen.
Star Trek und Christian Felber
Star Trek kennen viele, Christian Felber nur wenige. Und warum ich diese Beiden in einem Atemzug nenne, ist wohl auch den wenigsten verständlich. Kann ich aber erklären.
Star Trek ist Kult und fasziniert. Mich, wegen der Lebenseinstellung, die uns kommerziellen Individualisten dort vorgelebt wird. Wo Leute nächtelang ihre Freizeit opfern um ihre Arbeit zu erledigen. Nein, sagen wir es anders herum: Die Menschen arbeiten nicht in unserem Sinne, sie leben ihre Hobbys (mit allen Höhen und Tiefschlägen) und werden dafür bezahlt. Bezahlt? Das 24. Jahrhundert funktioniert anders. Es gibt kein Geld mehr, jeder tut was er meint, dass der Gesellschaft (und sich selbst) gut tun und darum versorgt ihn die Gesellschaft mit den Dingen des Lebens. (Erklärung Kapitän Piquard aus "Der Erste Kontakt").
Christian Felber ist Soziologe und Publizist (Gründungsmittglied von ATTAC-Österreich und vieles mehr) - und er ist (u.a.) Autor des Buches "Gemeinwohl-Ökonomie". Damit bewegen wir uns wieder in Richtung Star Trek. Denn in seiner „Gemeinwohl-Ökonomie-Phantasie“ begeben wir uns genau in das 24.Jahrhundert Piquarts.
Genau genommen ist (und bleibt es – in dieser Form) eine Utopie. Aber Felber stellt die richtigen Fragen. Zum Beispiel macht er sich Gedanken über den Unterschied zwischen Geld- und Sachwert. Ein Kilo Fleisch kostet weniger als eine Packung Zigaretten. Obwohl der Sachwert des Fleisches weit über dem der Zigaretten liegt. Eine Kindergartenpädagogin oder Krankenpflegerin verdient um vieles weniger als ein Bankmanager oder Aufsichtsratsvorsitzender. Obwohl ihre Arbeit um vieles anstrengender, verantwortungsvoller (!) und gesellschaftlich wichtiger ist. (Das Märchen von der vielen Verantwortung, die Manager angeblich tragen und deswegen so viel verdienen müssen glauben niemand mehr. Nicht einmal die Manager selber.)
… eine Gesellschaft in der jeder tut, was er für richtig und wichtig hält und die funktioniert …
Eine Utopie! Aber eine, für die es sich zu arbeiten lohnt! Und ein Link
Das Paradoxon des Kriegers
Nicht erst seit der Öffentlichkeit des Berichtes über CIA-Methoden wissen wir, dass Folter ein sehr inadequates Mittel ist um Informationen zu bekommen. Genau genommen weiß man das seit dem Mittelalter.
Es gibt genug Studien darüber warum Menschen foltern obwohl sie wissen, dass der Erfolg sehr begrenzt ist und es gibt genug Informationen darüber, dass der CIA kein Einzelfall ist.
Bemerkenswert immerhin, dass die Amerikaner sich getrauen darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen. Ich ziehe den Hut über meine Katzenohren.
Bemerkenswert auch, dass dieser Bericht wieder das Paradoxon des Kriegers offensichtlich macht:
Ich bekämpfe meinen Feind weil dieser anders ist weil dieser mit seiner anderen Lebensart nicht siegen darf. Um ihn zu bekämpfen wende ich seine Mittel an, werde ich wie er. Wenn ich wie er bin, dann sind wir gleich, dann ist keiner mehr anders, dann gibt es keinen Grund mehr ihn zu bekämpfen. Wenn es keinen Grund mehr zu kämpfen gibt dann hat er gesiegt. Aber er darf nicht siegen ...
Aus diesem Paradoxon entstand die Propaganda. Auch wenn sich Montague und Capulet in Wahrheit durch nichts unterscheiden - dann erzählt man halt Dinge, die der andere nie gamacht hat, die man ihm aber zutraut. Da schlitzen deutsche (und serbische) Soldaten Schwangeren den Bauch auf. Da töten und essen russische Soldaten kleine Kinder der Bevölkerung. Da reißen irakische Soldaten Säuglinge aus Brutmaschinen. Und für jeden ist klar, dass (immer nur) der andere sich mit Mord und Vergewaltigung an der Bevölkerung vergeht. Was wohl kaum nur eine Erfindung ist. Egal ob ukrainische Seperatisten oder Regierungstruppen, syrische Armee, Rebellen oder IS-Kämpfer. Ob viel bejubelte (und propagierte) kurische Kämpferinnen. Ob viel gehasste (und propagierte) Kämpferinnen der IS.
Kampf macht die Menschen gleich. Und nicht zum Besseren.