Erektionsprobleme behandeln
Auf Grund der Fortschritte in der Medizin besteht heute kein Grund mehr bei der Diagnose erektile Dysfunktion oder Impotenz den Kopf hängen zu lassen. Waren Erektionsprobleme in den 70er-Jahren in den urologischen Arztpraxen kein Thema, ist heute eine Gliedschwäche in den meisten Fällen erfolgreich behandelbar. Wirkungsvolle Potenzmittel sind für jedermann erhältlich, und in Versandapotheken kann man sogar Potenzmittel, ganz bequem von zu Hause aus, bestellen. Am Anfang der Behandlung sollte man zuerst versuchen, die verantwortlichen Ursachen zu finden und Grunderkrankungen zu behandeln. Eine Erektionsschwäche ist keine eigenständige Krankheit sondern „nur“ ein Symptom. Bei manchen Männern kann bereits eine Entwöhnung von Alkohol oder eine Raucherentwöhnung zu mehr Standhaftigkeit führen.
Die Lösung eines seelischen Problems führt meist sehr rasch wieder zu einem erfüllten Sexualleben, wobei psychologische Störungen immer individuell behandelt werden müssen. Unter Umständen können schon einfache Verhaltensänderungen ausreichend sein, zum Beispiel Stressabbau, sich mehr Zeit für den Partner und die gemeinsame Nacht im Bett nehmen, sexuelle Abwechslung durch neue Anreize, Fantasien schaffen, etc. Manchen Paaren hilft auch eine Ehe- oder Sexualberatung. Gesprächstherapien haben sich als sehr effektiv erwiesen, da bereits das Ansprechen der Erektionsstörung für viele Männer eine Minderung des Leidensdrucks mit sich bringt. Bei organischen Ursachen ist es entscheidend, die Grunderkrankung (zum Beispiel einen Bluthochdruck, eine Zuckerkrankheit oder eine Schilddrüsenerkrankung) zu behandeln.
Dem Urologen stehen mehrere Möglichkeiten zur Behandlung von Erektionsschwächen zur Verfügung, die da wären: Tabletten, Injektionen, Vakuumpumpen, in den Harnleiter verabreichte Medikamente und auch chirurgische Methoden in Form von Penisprothesen. Die erste Penisprothese wurde bereits 1947 erfolgreich implantiert. Während dieses Implantat noch ein eher primitives, steifes Plastikrohr war, das chirurgisch in den Penis eingesetzt wurde, sind moderne Varianten sehr viel eleganter und auch funktionell besser geworden. Mit der Einführung von Silikon in die Medizin wurden biegsame und anatomisch angepasste Prothesen aus zwei oder drei zigarrenförmigen Silikonzylindern entwickelt.
Sie bestehen aus einem im Hodensack liegenden Silikonballon, den entfaltbaren Zylindern im Penis und dem im Bauchraum eingesetzten Reservoir, das die Flüssigkeit, die zum Aufbau einer Erektion benötigt wird, beherbergt (Kochsalzlösung). Über den Ballon im Hodensack kann bei Bedarf eine Erektion „aufgepumpt“ werden. Ein Ventilmechanismus am Ballon sorgt dafür, dass die Flüssigkeit wieder aus dem Penis „abgelassen“ werden kann und sich im Reservoir sammelt, wo sie für den nächsten Einsatz bereit steht. Zu dieser Variante greifen vornehmlich Männer um das 50. Lebensjahr. Die Implantate zeigen kaum einen Verschleiß und werden von den Herstellern mit einer lebenslangen Garantie beworben.












