Ferien ! Erster Schultag ! Mona Lisas Lächeln !
Man mag es nicht glauben, aber auch in Frankreich gibt es Herbstferien. Und das coolste daran ist, dass ich dadurch zwei Wochen einen auf Tourist machen konnte.
Ganz klar, die ersten Tage habe ich mir erst mal ein paar Tage Entspannung gegönnt. Auch wenn ich nicht hart arbeiten muss, ist es trotzdem manchmal sehr anstrengend mich ständig an neue Situationen anpassen zu müssen. Aber hey, dafür bin ich doch auch hier !
Nachdem ich dann allmählich Energie in Form von Galettes, Crêpes und Cider getankt hatte, ging ich auf die Reise. Eine Reise, die auf dem Namen „Musée“ hört. Nach fünf Jahren des Umbaus war ich einer der Ersten, der das Musée National Picasso Paris besuchen durfte. Und ich sage euch, es ist mehr als sehenswert! Viel schöner ist es noch, wenn man zusammen mit Freunden, wie meiner Lieblingsperserin mit Lidstrich um den Kopf herum und einer ganz lieben Dänin, die Hood unsicher macht. Ich wusste nicht wie aufregend Picasso wirklich ist. Okay, er hat seine Frauen gewechselt, wie seine Feinrippunterwäsche und er hatte mehr Kinder als die Wolnys, aber malen konnte er wirklich gut!
Meine Perserin aus Blois und ich haben dann auch erstmals das Pariser Nachtleben unsicher gemacht. Also so richtig! Von einer billigen Bar (billig heißt hier, dass billigste Bier kostet 2.90€ und schmeckt wie Kotze) sind wir dann mit ein paar englischen und amerikanischen Freunden in irgendeinem Kellerclub gelandet. 15€ Eintritt + 4€ Garderobe. Studio, ich vermisse dich !!! Als die Sonne langsam wieder anfing zu lachen, saßen die Perserin und ich schon zwei Stunden an einer Nachtbushaltestelle begafft von nicht wenigen sturzbesoffenen oder High-auf-einer-Wolke-schwebenden Typen. „Ausgeruht“ am nächsten Morgen ging es für uns dann wieder nach Paris und wir haben uns den typischen Touristentag angetan. Gefehlt hätten da nur die Schirmmütze und die Socken in Sandalen um vollkommen als Touristen zu gelten.
Eine billige Studioalternative haben wir fünf Minuten von meinem Domicile entfernt gefunden. Nicht besonders gut, aber es blieb uns ja nichts Anderes übrig. Wie Studio eben!
Wir wollten dann ins Musée d'Orsay gehen, motiviert durch xoxo Gossip Girl, weil Blair dort ihren Prinzen traf. Wir dachten auch, dass wir dort jetzt wären, dumm nur, dass direkt gegenüber ein viel kleineres popliges Museum ist, dass sich mit irgendwelchen verliehenen Orden beschäftigt. Ja, und in genau das sind die beiden „frischen Abiturienten“ hineingestiefelt, voller Erwartungen!
Als meine Perserin ihr Jetlag-Leben wieder antritt um in die Kälte zu fliegen war ich mit Freunden auf einer Messe. Coole Sache, weil, um von den Spezialitäten kosten zu dürfen wir einfach unsere Nase etwas höher trugen und Schwuppsdiwups, Robin war satt!
Vollgefressen und glücklich ging es dann ins Museum 2. Was Haltestelle Nummer 1 für jeden Touristen in Paris ist. Richtig geraten: Das Louvre! Abgesehen davon, dass man sich stundenlang verlaufen hat, kann ich der Gesellschaft wirklich zustimmen. Ein mal im Leben sollte sich jeder von Mona Lisa anlächeln lassen. Und auch die Venusstatue direkt vor Augen zu sehen, gibt dir ein unfassbar krasses Gefühl.
Kennt ihr Hokusai? Einen berühmten japanischen Künstler? Ja, zahlreiche Werke wurden im Grand Palais ausgestellt und ich gebe zu, dass ich mir mehr erwartet hatte. Die Welle, ist zu meiner Verwunderung kaum größer als ein Din A 4 Blatt. Enttäuschung pur.
Die Ferien neigten sich dem Ende zu, aber nicht traurig sein, denn endlich, Robin, wirst du wieder ein Schüler sein. In den vergangenen Monaten hat mir irgendetwas gefehlt und ja, liebe Kinder, ich habe die Schule vermisst. Egal wie sehr andere und ich selbst manchmal über den Abistress gejammert und gemeckert haben, ist es jetzt unvorstellbar schön, wieder Hausaufgaben zu haben. Bisschen dämlich - weiß ich auch!
Und jetzt sitze ich hier, warte auf meinen elfjährigen Skateboardlehrer, der zufällig auch mein Gastkind ist und kann es noch immer nicht fassen, dass der kleine Robin aus dem niedersächsischen Flachland wirklich wirklich in Paris ist. Alles ist so aufregend und neu. Und ich weiß, dass eine Stadt, wie Paris genau das Richtige für mich ist. Alhmdulillah habe ich die Chance hier zu sein! <3