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Aqua Utopia|海の底で記憶を紡ぐ

JVL
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@planvergleich
Sitzungsprotokoll der ordentlichen Generalversammlung der fatalen Gemeinschaft vom verborgenen Schrein.
Angespannte Zuhörer nehmen dreiste Haltungen ein. An den weit geöffneten Türen lehnen Schützen in angespannter Bereitschaft. „Leute„ sagte der Schwurführer „Leute, wir werden deutlich Zeichen zu setzten haben. Das gesamte Land, was sag ich , der gesamte -Strich soll es erfahren „ Die alte wissende Äbtissin lobte derweilen den Schwurführer verdächtig über den grünen Klee.
Am Rande drängten sich die unbefassten Quertreiber, die geballten Fäuste in den Hosentaschen. „Hol das Buch der unsagbaren Verse, wir müssen eine feile Lesung inszenieren.„
Der devote Kriechbart wuselte davon, um den Auftrag zu erfüllen. Die Äbtissin hatte ihr dunkelrotes Korsett angelegt und ließ ihre Brüste deftig pulsieren. Kurz vor dem Herausquellen legte sie besänftigtend ihre Hände mit den überlangen violetten Nägeln darauf und grub sich damit einigermaßen ins Fleisch.
Dem Schwurführer entging es nicht. Von links kam der Kriechbart in beiden Händen schwer einen Folianten schleppend. Sabbernd brachte er nur urige Laute hervor und reichte das gewünschte Buch der Äbtissin. Diese umrundete mit ihrer Zunge den grell geschminkten Mund und schlug das Buch genau an der gewünschten Stelle auf. Die mittlerweile zusammengedrängte Masse begann vor Erwartung tief zu Grummeln. Auf ein gebieterisches Zeichen des Schwurführers begann die Äbtissin zu lesen. „Waltet, zögeret nicht. Sendet eure Boten! Wir warten voller Sehnsucht auf die gebotene Strafe. „ Die Stimme der Äbtissin war dunkler als vorstellbar man wähnte ein Grollen zu vernehmen. Ihre Augäpfel wanderten nach oben bis sie nahezu verschwunden waren. Die Menge stöhnte vor Entzücken. Einige rissen sich die Kutte vom Leib, manche wälzten sich, wo eben noch Platz zu finden war.
Der Schwurführer war mittlerweile im Hintergrund die Stufen zur Schranne hochgeschritten und stand nun auf dem Altan, bereit die Weihe vorzunehmen.
Die Überraschung gelang dem Schwertführer perfekt. Aus dem dunkelbraunen mächtigen Einfahrtstor brach unversehens und grausam ein Tross düsterer Gesellen in den Marktplatz. Viele wurden zertrampelt, alle stöhnten vor Entzetzen. „Hoa! Voran wir kommen zur rechten Zeit“ rief er und ritt auf seinem monströsen Gaul mit geifernden Lefzen direkt auf die Äbtissin zu. Diese hatte eiligst ihr Sudokoschwert gezogen und es pfeifend durch die Luft gewirbelt. „Willst du gar Widerstand leisten“ tönte der Schwertführer. Im Hintergrund hatte der Schwurführer gerade in die Hose geschissen, jetzt versuchte er sich klammheimlich zu verdrücken. Dies lies allerdings der gerechte Kriechbart nicht zu. Seine Vorstellung von Hoheit war intim mit Verantwortung und Standhaftigkeit gepaart. „Ihr bleibt“ meinte er und hielt den Schwurführer an seiner gefüllten Hose.
Mittlerweile hatte „Zack“ die Äbtissin dem Schwertführer, mit nichts dir nichts, den Kopf sauber abgetrennt. Dieser flog im Bogen über die Köpfe der eng gedrängt stehenden Menge. Hände wurden instinkthaft hochgestreckt und der Schädel flott weiter bugsiert. Der Schwurführer konnte es nicht fassen und hielt sich den Mund sicherheitshalber zu. „Was bereit war von den Älteren soll vollendet werden von der Brut“ Die Äbtissin setzte die Lesung fort als ob nichts geschehen wäre. Der Kopf des Schwertführers war konsequenterweise auf dem kommunalen Misthaufen gelandet, wo er von den flott herbei gestelzten Krähen intensiv in Augenschein (!) genommen wurde.
Als sich plötzlich der Himmel verfinsterte und erste Blitze das Geschehen kurz erhellte, war es den Schwurführer klar.
Seine Amtszeit war abgelaufen.
Ich glaube nicht, dass die Vergangenheit existiert.
Das ist alles zusammengelogen.
Kann mir irgendwer sagen, was eigentlich los ist?
Wer nach Definitionen sucht ist für das freie Denken verloren.
Buchgewerbehaus Wien
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