Es hilft
Vier Wochen sind jetzt um. Vier Wochen, in denen ich bestaunt worden bin wie ein seltenes Tier im Zoo: “Krass! Vegan? Echt jetzt?”
Ja, echt jetzt.
Die häufigsten Adjektive in den Kommentaren waren das bereits erwähnte “krass”, außerdem “mutig”, “bewundernswert” und das von mir zum Adjektiv erklärte “daskönnteichnicht”.
Geringschätzung gab es lediglich von wenigen Hobbyfleischlobbyisten. Ein guter Freund (von mir und auch von Schnitzel, Steak und Frikadelle) findet, dass die Zeit, die Veganer mit ihrem Veganismus verbringen, doch viel besser in eine “bewusste Ernährung” investiert sei. Als ob ich mich nicht bewusst ernähren würde ... Fuck you, mein Lieber.
Für meine Eltern ist Veganismus so etwas wie Leben auf dem Mars. In ihrer Welt - Nordhessen, draußen auf dem Land - kommt so etwas nur dann vor, wenn Leute von Leuten berichten, die Leute kennen, die von Leuten gehört haben und so weiter. Meistens geht es dann um Berlin und irgendwelche durchgeknallten Hedonisten, die schon sehen werden, wohin ihr experimenteller, mekwürdiger Lebensstil führt. Okay, meine Eltern versuchen immerhin, es sich nicht anmerken zu lassen, dass sie mich für einen Alien halten, oder zumindest für jemanden, der von Aliens entführt und zum Veganer umoperiert worden ist. Nett von ihnen.
Wie auch immer. Ich bin kein Tierrechtler. Ich bin auch kein Öko-Ideologe, kein Natur-Missionar, kein Gegner von Milliarden furzender Rinder oder von Schlachthöfen oder Metzgereien oder einer Armee von Ziegen, denen in einer dunklen Halle im Rhythmus menschlicher Gier die Nahrung ihrer Kinder aus den Eutern gepumpt wird. Oh Gott, ich bin ein gleichgültiger Arsch.
Aaaaaber! Ich habe ein Argument für meinen Veganismus. Ein einziges. Der Zustand meiner verfluchten Haut hat sich signifikant - ja, sick-nie-fick-cunt! - verbessert. Die Neurodermitis ist nicht verschwunden (noch nicht?). Aber ich scheine zu erreichen, was beabsichtigt gewesen ist. Da kann mir die Fleischlobby die procarnivoristischsten Studien im Maul des saftigsten Kobe-Rinds überbringen, egal. Nachdem sie jeden Schlag lächelnd weggesteckt und mich dafür durch den Ring geprügelt hat, weicht die Hautkrankheit nun erstmals zurück. Um beim Boxvergleich zu bleiben: Meine vegane Deckung ist effektiv, aus ihr heraus verpasse ich dem Wichser Neurodermitis ein paar saftige Linksausleger direkt in die Fresse. Und das hoffentlich weiterhin und bis zum K.O. Bäm.












