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Nach der Messe
Heii, Sonntags findet jeweils am Morgen nach der finnischen Messe und am Abend nach der englischen Messe ein Treffen statt. Wir treffen uns alle in der Parish hall und essen zusammen. Jede Woche gibt es jemanden der freiwillig für uns alle kocht. Diese Woche habe ich mit einer Freundin zusammen für die ca. 50 Personen aus der englischen Messe gekocht. Das Treffen nach der Messe ist einzigartig, zumindest in all den katholischen Kirchen in Finnland. Neben Tortillas gab es noch Muffins und Joulutorttu. Joulutorttu sind Kekse in Sternenform, die in der Mitte meistens Pflaumen- oder Apfelzimt Marmelade haben. Diese sind traditionelle Kekse in Finnland und verdammt lecker sind sie auch. Näkemiin Lisa
Adventsbeginn in Uppsala
Nachdem bei Erikshjälpen die Adventszeit ja schon inoffiziell Mitte November eröffnet wurde (Sinah berichtete) und ich am selben Wochenende Tomte (dem schwedischen Weihnachtsmann) in einem Kaufhaus in Stockholm begegnet bin, war es nun am Wochenende endlich wirklich soweit: der Advent ist da, und das natürlich auch in Uppsala ;-)
Einen kleinen Weihnachtsmarkt gab es dieses Wochenende in St.Lars und in der Stadt leuchten jetzt die Weihnachtsbeleuchtungen. Die Geschäfte sind natürlich auch gefüllt mit Weihnachtssachen! Alles trägt jetzt den Beinamen "Jul" (Weihnachten auf schwedisch)! Jul-Kaffee, Jul-Limo, Jul-Knäckebrot, Jul-diesunddas! Faszinierend, woraus man alles ein „Jul“ machen kann ;-) Außerdem wird man mit einem riesigen Pepparkakor-Angebot (Pfefferkuchen) überhäuft und in den Supermärkten riecht es überall lecker nach Safran! Neben Zimt wohl das Lieblingsgewürz in Backwerken der Schweden. Und Safran gibt es gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit. Das bekannteste Safran-Gebäck sind die sogenannten "Lussekatter"! Ein leckeres Hefe-Safran-Gebäck, das es traditionell zum Tag der Heiligen Lucia am 13. Dezember gibt. Apropos Lucia! Diesen Samstag waren wir Praktikanten dabei, als Uppsalas Lucia im Dom gekrönt wurde! Es gab etwa 10 Kandidatinnen für diese ehrenvolle Aufgabe und die Einwohner Uppsalas stimmen selbst für ihre Lucia ab! Samstagabend wurde die Siegerin dann feierlich im Dom verkündet und dazu sangen der Knabenchor des Doms und die Lucia mit ihren Mitstreiterinnen Adventslieder!
Sonntagnachmittag war dann gefühlt ganz Uppsala unterwegs, um den Advent in Uppsala zu begrüßen! Die größte Zeitung der Stadt hatte am Schloss ein Feuerwerk organisiert!
Danach ging es für uns Praktikanten ans Plätzchen backen. Neben Karamellkeksen haben wir natürlich auch Pepparkakor gebacken!! Nur leider hatten wir keine Ausstechformen zur Hand... Deshalb wurde jeder Keks ein Unikat und mit Hand ausgeschnitten;-) Unsere Kreativität reichte von Herzen, dem Kölner Dom, Berliner Ampelmännchen, Pilzen und Monden bis zu Glücksschweinchen und Katzen ;-) Lecker waren sie alle!!
Ich wünsche allen eine besinnliche und gesegnete Adventszeit und sende liebe Grüße aus Uppsala,
Anna
Krönung von Uppsalas Lucia
Feuerwerk zum Adventsbeginn
Pepparkakor-Unikate
Es weihnachtet sehr..aber pssst!
Auch in Vadstena beginnt nun die Weihnachtszeit- und das sogar schon vor dem ersten Advent. Ganze Touristengruppen besuchen den „Weihnachtsmarkt“, der im Schloss stattfindet. Ich selbst habe das Ganze eher als Messe zum Verkauf von Dekoration, Essen, Kleidung und Schmuck wahrgenommen. Aber nun ja, Weihnachtsstimmung kommt trotzdem auf. Um das Bild noch perfekter zu machen, wurden sogar alle Bürger Vadstenas per Zeitungsartikel dazu aufgefordert, bereits jetzt ihre Weihnachtsbeleuchtung und – dekoration anzubringen. Auch bei uns im Gästehaus der Birgittaschwestern wurde schon fleißig dekoriert. An diesem Wochenende ist es bei uns im Haus (mal wieder) gaaanz leise. Das dritte, und in diesem Jahr letzte, Besinnungswochenende findet statt. Die Teilnehmer leben das ganze Wochenende in Stille und halten verschiedene Meditationen ab. Es ist immer wieder spannend, wie die einzelnen Menschen das Wort „Stille“ interpretieren- die einen sagen absolut nichts, die anderen fragen uns als Mitarbeiter hin und wieder etwas. Ich muss sagen, am Anfang fand ich die Ruhe und Sprachlosigkeit, vor allem während der Mahlzeiten, sehr bedrückend. Mittlerweile empfinde ich das ganz anders, es ist auch für mich fast zur Entspannung geworden, ab und zu mal nicht zu sprechen. Gerade jetzt, wenn der Essenssaal durch die Weihnachtsbeleuchtung erstrahlt, ist die Ruhe sehr angenehm und die aufkommende Weihnachtsstimmung wird noch einmal verstärkt.
Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit!
Hej då, Patricia
Ministrantenwallfahrt nach Stift Klosterneuburg
Zum Fest des heiligen Leopold (15. November) reisten 10 Ministranten, die Oberministranten und ich nach Stift Klosterneuburg, welches das Mutterstift der Augustiner-Chorherren bei denen ich hier in Bergen wohne ist. Mit dem Flugzeug flogen wir gemeinsam am 14. November über Amsterdam nach Wien, von wo wir mit Taxis in die Pfarrgebäude der Pfarrei Kierling gebracht worden, wo wir schlafen sollten. Dort erwartete und schon Dom Lukas und der Pfarrer, der ebenfalls ein Chorherr aus Klosterneuburg ist.
Am nächsten Tag fuhren wir alle mit unserer Ministrantenkleidung mit dem Bus ins Stift, wo wir im Pontifikalamt mit Kardinal Schönborn ministrierten – eigentlich waren wir mehr Schmuck als echte Altardiener. Anschließend führten uns Lukas und Wilhelm – ein Novize im Stift – durch die Schatzkammer des Klosters, in der man einige Kostbare Paramente und liturgische Geräte bestaunen konnte. Nach einem Abstecher bei McDonalds fuhren wir dann gemeinsam nach Wien, wo alle ihre Freizeit genossen.
Der Sonntag begann mit der großen Ministrantenmesse zum Anlass der Ministrantenwallfahrt Niederösterreichs. Es war schön für mich, mal wieder eine Messe auf Deutsch zu hören. Nach dem Gottesdienst führte uns Lukas nun noch durch das Kloster, wobei er uns vieles erklärte und wir einige Details sehen durften, die ein normaler Besucher vielleicht nicht zu Gesichte bekommen würde. Bevor wir am Abend dem lateinischen Chorgebet beiwohnen durften, hatten alle noch Zeit auf den Tivoli, dem Jahrmarkt zum Anlass Leopoldi.
Am Montag hatten wir dann noch einmal Zeit Wien zu entdecken, bevor wir schon wieder nach Bergen zurückkehren mussten.
Ha det bra!
Hannes
Jul - 39 Tage To Go ...
Was der ganze Weihnachtsrummel betrifft, gehen es die Schweden im Gegensatz zu meinem Heimatland, der Schweiz, etwas gemütlicher an. Berichten zufolge seien in der Schweiz bereits seit Ende des Monats September die Schaufenster weihnachtlich dekoriert, und in den Läden konnte man bereits Weihnachtsschokolade- und Kekse kaufen. Auch hier in Uppsala kann man mittlerweile die Vorfreude förmlich spüren. Ich war jedoch sehr dankbar, nicht bereits schon im September mit Weihnachtsdingen konfrontiert zu werden. Nicht, dass ich Weihnachten nicht mag - im Gegenteil. Ich bin ein Fan von Weihnachten, doch dieses Jahr wird für mich dieses Fest auch gleichzeitig mit Wehmut verbunden sein, da ich nach unglaublichen 6 Monaten dieses wunderbare Land verlassen werde. Aber nun stecken wir ja noch mitten im November - das heisst, keine Zeit zum Trübsal blasen. Doch mittlerweile ist auch bei mir Weihnachtsstimmung aufgekommen. Der gestern gekaufte Adventskalender ist dafür wohl der beste Beweis. Auch der obligate Jultee darf da nicht fehlen. Doch anscheinend bin ich nicht die einzige, der es so geht. Heute waren Anna, Marie und ich bei Erikshjälpen. Für einmal nicht zum Arbeiten, sondern als Kunden. Mit dem heutigen Tag wurde da nämlich die Weihnachtssaison eingeläutet und die Weihnachtssachen zum Verkauf angeboten. Als wir 5 Minuten vor Ladenöffnung mit unseren Rädern um die Ecke bogen, stiessen wir auf eine 10 Meter lange (unübertrieben) Besucherschlange.Verkauft wurde alles Mögliche - von Julteller, über Jultischdecken zu kitschigen Tomtefiguren (ich finde, die sehen aus die Gartenzwerge..) konnte man alles finden. Nach einer erfolgreichen Shoppingtour haben wir dann, zufrieden mit unseren Einkäufen, Erikshjälpen wieder verlassen.
Die vergangenen Wochen habe ich intensiv genutzt und habe mich, nebst Ausflügen in der Umgebung, über die schwedischen Grenzen nach Norwegen (Oslo und Telemark, Sebastian berichtete ;-)) und nach Kopenhagen gewagt.
In den nächsten Wochen stehen noch viele Aktivitäten (wovon mindestens 70 % weihnachtlicher Natur sind ;-)) auf dem Programm. Ich freue mich und wünsche allen eine gute und gemütliche Zeit. Ha det bra, Sinah
Winter
Moi, der Winter ist jetzt in Tampere auch endlich mal angekommen. Über Nacht hat es 5 - 10 cm geschneit. Einfach ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk. Den Tag hab ich dann draußen im Schnee verbracht. Hier sind ein paar Bilder:
Näkemiin Lisa
Ein Leben für Gott
Am vergangenen Samstag hatten Celine, Svenja und ich (Anna) die Ehre bei einer Feier der ewigen Profess zweier Novizen des Heliga Hjärtas Klosters auf dem Omberg (ca. 20 km von Vadstena entfernt) teilzunehmen! Für mich war es in diesem Jahr schon die zweite ewige Profess, die ich miterleben durfte. Ende Mai hatte eine Birgittaschwester aus Vadstena ihre ewigen Gelübde abgelegt. Diese Feier glich wirklich einer Hochzeit: eine fröhliche Messe, eine fünfstöckige Torte und eine Feier mit Musik und Tanz bis spät in die Nacht!
Deshalb wurden wir im Vorfeld auch schon mit den Worten "Bei den Benedektinerinnen ist das eher eine Beerdigung!" vorgewarnt... Ganz so schlimm war es dann aber nicht ;-)
Aber es war schon anders als die Feier im Mai. Es herrschte während der 2,5 stündigen Messe mit Bischof Anders Aborelius eine eher ernstere, aber zugleich sehr erhaben und fast mystische Stimmung. Die ganz in schwarz gekleideten Benediktinerinnen und ihre zarten Gesänge auf Latein haben einiges dazu beigetragen.
Die eigentliche Profess läuft dann so ab: zunächst haben beide Schwestern ihre eigenhändig geschriebene Professurkunde laut vorgelesen und unterschrieben. Danach singen sie zunächst mit zum Himmel gestreckten Armen und dann auf den Knien „Nimm mich entgegen, o Herr“. Schließlich empfingen beide ihre Professzeichen und wurden mit ihrem neuen Chorgewand, dem schwarzen Schleier (vorher war es ein weißer) und einem Ring von der Priorin eingekleidet. Allein das war schon irgendwie rührend, aber der wohl schönste Moment in der ganzen Messe war, als dann beide Schwestern zu jeder ihrer Mitschwestern (18 an der Zahl) einzeln gegangen sind, ihnen den Friedensgruß gegeben und um ihre Fürbitte gebeten haben. Das war wirklich sehr schön!
Nach der Messe wurde den beiden neugeweihten und überglücklich wirkenden Schwestern gratuliert und alle waren zum Mittagessen eingeladen. Der Abschluss des Tages bildete eine kleine Andacht mit Musik und Dankesreden beider Schwestern.
Im Gegensatz zur Professfeier der Birgittaschwester im Mai war dieser Tag schlichter und ruhiger gestaltet, aber nicht weniger feierlich, berührend und besonders. Und das Wichtigste hatten beide Feiern wohl gemeinsam: Nonnen, die in völliger Freude ihr Leben ganz auf Gott ausgerichtet haben! Zwei wunderschönes und berührende Feiern und ein unvergessliches Erlebnis für uns!
Viele Grüße aus Uppsala,
Anna
Blick in die Kirche des Heliga Hjärtas Kloster
Durch Großstadt und Wildnis
In der letzten Woche war mein Familie zu Besuch in Schweden. Mit einem Wohnmobil haben wir Stockholm und den Tiveden-Nationalpark erkundet.
Bevor ich gefahren bin, habe ich noch viele Tipps für Stockholm bekommen. Gefühlt hat jeder Schwede, den ich kenne, schon mal irgendwann in Stockholm gelebt. Es wurde also Zeit, dass auch ich die Hauptstadt entdecke. Wir sind mit der U-Bahn von unserem außerhalb gelegenen Campingplatz in die Stadt gefahren. Das hat auf jeden Fall sehr gut geklappt, als wir den Verkehr in Stockholm gesehen haben, waren wir alle umso glücklicher, daran nicht teilnehmen zu müssen. Natürlich haben wir uns zunächst die üblichen Touristenziele angeschaut- zum Beispiel das Schloss (mit 600 Zimmern eines der größten Europas), die tyska kyrka, die stora kyrka (die ich ehrlich gesagt gar nicht soo groß finde, dafür ist sie aber mit vielen Gemälden und Skulpturen gefüllt) und das Parlament. Anschließend sind wir mit einer kleinen Fähre in den Stadtteil Djurgården (Tiergarten, das war das frühere Jagdgebiet der Königsfamilie) gefahren. Bei der Ankunft dort kam ich mir zunächst vor wie im Disneyland- rechts das Tivoli, links riesige Ticketschalter und das ABBA-Museum. Doch je weiter wir gelaufen sind, desto idyllischer wurde es. Schließlich sind wir in einem riesigen Park direkt an einem der zahlreichen Flüsse Stockholms gelandet. Stockholm wird nicht umsonst das „Venedig des Nordens“ genannt, es ist tatsächlich voller Wasser. An unserem letzten Abend sind wir auf einer etwas höher gelegenen Promenade spazieren gegangen und durften einen wunderschönen Sonnenuntergang bewundern, die Farben faszinieren immer wieder.
Und dann ging es ab in die „Wildnis“, der Nationalpark Tiveden ist das absolute Gegenteil zu einer Großstadt wie Stockholm. Bis zum nächsten Supermarkt waren es 30 Kilometer, man fühlte sich schon etwas abgeschieden, obwohl 30 Kilometer in Schweden ja eigentlich keine Entfernung sind. Man fährt hier schon mal über 100 Kilometer, um einen neuen Pullover zu kaufen. Auf der Hinfahrt habe ich zum ersten Mal Elche gesehen! Sie hatten zwar kein Geweih, es handelte sich um eine Elchkuh und ihr Kalb, aber Elch ist Elch, oder? Was mich wirklich beeindruckt hat, war die Stille an diesem Ort. Ich glaube, ich habe noch nie so eine Ruhe erlebt. Die unberührte Natur, die riesigen Felsen und (ich muss es nochmal sagen) die absolute Stille wirkten fast unwirklich, nachdem man zuvor in einer so großen Stadt war.
Ich bin froh, dass ich die Chance hatte, zwei weitere Seiten Schwedens kennenzulernen. Ich kann beide Orte nur weiterempfehlen!
Hej då, Patricia
Durch das wilde Norwegen
Vom Reisefieber gepackt, zogen Bernhard, Sinah, P. Christoph Hermann SJ und ich in der letzten Woche los in Richtung Norwegen. Vier Tage boten eine gute Möglichkeit, um über den Tellerrand von Uppsala und der Lebenswelt in Schweden hinaus zu wagen. Ist Norwegen wie Schweden?
Mit dem Pickup ging es also auf die Reise. Als erstes Ziel standen die Dominikanerinnen in Oslo auf dem Plan. Die Fahrt führte vorbei an spiegelglatten Seen. Keine einzige Welle kräuselte das Wasser. Die Landschaft sah aus, wie auf einem Gemälde von Johan Christian Dahl, dessen Gemälde in der Nationalgalerie von Oslo zu bestaunen sind. Und da sind wir schon in Oslo. Nach kurzer Stadtbesichtigung, entschieden wir uns noch spontan für Kunst. Da wir kurz vor dem Ende der Öffnungszeit in der Galerie ankamen, sind Bernhard und ich einem wahren Schnelldurchlauf durch die Ausstellung gezogen. Das Highlight war natürlich, neben vielen anderen bemerkenswerten Bildern, eine Version des Bildes „Der Schrei“. Aber wir entdeckten noch einen anderen Künstler, zudem wir sogar einen Bezug hatten: Anders Zorn. Von diesem hatten wir vor ein paar Wochen in Erikshjälpen eine Lithographie mit originaler Signatur verkauft. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Bildes gingen an die Organisation ‚Världens Barn’. Aber ich komme etwas von Thema ab...
Durch Zufall begegneten wir vor einem Hotel noch dem Konvoi des ghanaischen Präsidenten. Da muss man also nach Oslo fahren, um den Präsidenten von Ghana zu sehen...
Am nächsten Tag ging es auf in die Region Telemark. Wieder zog eine atemberaubende Landschaft an uns vorüber, bevor wir unser Quartier, eine Hütte am Tinnsjå (einer der tiefsten Seen Europas), bezogen. Am nächsten Tag besuchten wir die Stadt Rjukan. Sie erlangte im Zweiten Weltkrieg besondere Bedeutung durch die Produktion von ‚Schwerem Wasser’. Gegen Nachmittag zog es uns dann weiter in die Wildnis. Der Besuch des Trappistenklosters ‚Hylland munkelyd’ stand auf dem Plan. Versteckt im Wald der Berge liegt dieser Ort monastischen Lebens. Drei Mönche leben dort. Ohne Strom, aber mit wahrlich fließendem Wasser. Denn dieses rinnt in Bächen den Berg hinunter. Einer der Mönche ist der über achtzig jährige Pater Robert. Er entspricht haargenau dem Bild, dass ich von Wüstenvätern in meinem Kopf habe. Eine beeindruckende Begegnung. Ebenso beeindruckend war die byzantinische Liturgie, an der wir in einer kleinen Holzkappelle teilnahmen. Die nur von Kerzen beleuchtete und von Weihrauch geschwängerte Luft führte mich weit weg von Norwegen. Der Ort hätte wohl in den Kaparten sein wollen, aber nicht in den Bergen der Telemark. Zu später Stunde führte uns der Weg durch unglaublich dichten Nebel zurück zu unserer Hütte am See. Bei dem Nebel wäre selbst London neidisch geworden. Die Sichtweite betrug zum Teil unter einen Meter und der Weg war nicht nur steil, sondern auch schmal. Doch den Fahrkünsten von P. Christoph konnten wir ohne Vorbehalt vertrauen.
Leider mussten wir am folgenden Tag schon die Taschen packen und uns auf den Heimweg begeben. Er führte uns nochmals über Oslo, wo wir an einer Messe der ukrainisch-sprachigen Gemeinde teilnahmen. Dabei wurde mir wieder klar, wie sehr doch Kirche Heimat ist. Selbst in der Fremde bietet sie ein ‚Daheim’. Das ist wirklich Diaspora: Das Volk in der Verstreutheit (und doch daheim).
Vier intensive Tage liegen hinter uns. Vier beeindruckende Tage in toller Gemeinschaft.
Nun, und ich kann sagen: Selbst wenn sich die Sprache ähnelt, Skandinavien ist nicht gleich Skandinavien. Ein genauer Blick lohnt sich, um noch mehr von diesem Teil der Welt zu entdecken.
Typisch finnisch
Moi :) Am Mittwoch hatte ich einen typisch finnischen Tag. Nachdem ich mit meiner finnischen Freundin zusammen joggen war, verbrachten wir den Abend in der Sauna. Nach dem Saunieren ging es dann immer für kurze Zeit in den See, also typisch finnisch. Es macht wirklich Spaß andere Kulturen kennenzulernen und ich würde es auch immer wieder wiederholen.
Dies war der See in dem ich schwimmen war.
Die Temperaturanzeigen: von der Sauna, dem Wasser und der Außentemperatur
und das Schwimmen im wirklich kaltem See. Näkemiin Lisa
Norwegisches Nationalgericht die II. oder "Respekt for grandiosa"
Nach ca. 1300 kcal kann nun auch ich meine Meinung zur Grandiosa (oder Grændis wie man hier sagt) abgeben. Es ist schon eine ordentliche Mahlzeit, und auch wenn Fårikål – ein Gericht aus Hammel und Kohl, das wir hier in Bergen auch schon gegessen haben – das offizielle Nationalgericht Norwegens ist, so konnten mir Dom Alois und Erlend doch bestätigen, dass die Grandiosa sowohl die meistgegessene Speise, als auch das beliebteste Weihnachtsessen sei. Außerdem gäbe es einige Lieder hier in Norwegen, die die Pizza besingen. So lørdagspizza (dt. Samstagspizza): http://www.youtube.com/watch?v=pIb-boiAnRM Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Liedtext: Vi snakker Lørdagspizza Vi snakker ekte kjærlighet Vi snakker om totall fullkommenhet … Vi snakker om totall avhengighet. Wir sprechen (von der) Samstagspizza Wir sprechen (von) echter Liebe Wir sprechen von totaler Vollkommenheit … Wir sprechen von totaler Abhängigkeit Dazu habe ich dann noch die Parodie “ferdigpizza” (http://www.youtube.com/watch?v=D8KaTckR6UM ) gefunden, in der es dann heist: Vi snakker ferdigpizza Vi snakker dårlig kondisjon Vi snakker ferdigpizza Vi snakker Norges nye religion … Vi snakker dårlig fantasi … Vi snakker mat helt uten energy Wir sprechen Fertigpizza Wir sprechen (von) schlechter Kondition Wir sprechen (von) Fertigpizza Wir sprechen (von) Norwegens neue Religion … Wir sprechen (von) Schechter Fantasie … Wir sprechen (von) Essen ganz ohne Energie Das ist er wohl, der norwegische Humor. Und zum Schluss noch eine Info von der Grandiosaverpackung: Seit 1980 wurden 460 Mio. Grandiosas verkauft und man könnte mit den aneinandergereihten Verpackungen die Erde dreimal umrunden! Ha det bra! Hannes
#EndHungerBy2025
Heii, bis heute lief die #EndHungerBy2025 Aktion von Caritas. Wie der Name schon sagt, geht es darum hungernde Menschen zu unterstützen. Die Internetseite www.food.caritas.org. gibt sogar Beispiele, wie man das Projekt einfach unterstützen kann. Des Weiteren gab es eine Art Kampagne, bei der man ein Foto von sich gemacht hat mit dem #EndHungerBy2025 Logo. Hier ist mein Foto:
Da die Qualität nicht grad die Beste ist, werde ich noch kurz schreiben was sozusagen ein Leitspruch ist. "yksi yhteinen ihmisperhe, ruokaa kaikille" (eine menschliche Familie, Essen für alle). Hoffentlich können wir alle zusammen dieses Problem in den Griff bekommen. Näkemiin Lisa
Schweden im Jagdfieber
Nachdem die letzten Blaubeeren gepflückt und die Pfifferlinge verwertet wurden, wenden sich die Schweden einem neuen, saisonalen Hobby zu - der traditionellen Jagd. Bengt, der Jäger, erklärte uns auf der Hinfahrt zum Waldstück auf der Insel Tvärnö (Östhammar, nördlich von Uppsala), dass nahezu jeder Waldbewohner seine individuelle Zeitspanne hat, wo er zum Jagen freigegeben wird. Selbstverständlich darf man nicht jedes Tier erlegen, das einem über den Weg läuft, denn dafür könnte man sogar ins Gefängnis wandern.. "Jede Kugel, die den Lauf verlässt, muss das Resultat von einer schnellen, aber wohlüberlegten Entscheidung sein", erklärte uns Bengt. Und das macht das Jagen meiner Ansicht nach zu einer Herausforderung. Ansonsten ist die Jagd sehr entspannt und gemütlich. Nach der Teambesprechung am Morgen mit anderen Jägern, platziert man sich auf einem Jägerhochsitz, irgendwo im Nirgendwo, und - wartet. Die Stille des Waldes hat etwas sehr Meditatives und umso grösser war demnach der Adrenalinkick, als ich mich nichtsahnend in Richtung eines Geräusches drehte und direkt einem Elch in die Augen blickte. Der König des Waldes erwiderte unsere Blicke, bevor er Reissaus nahm Richtung Dickicht. Zu meinem Erstaunen wurde der Elch jedoch nicht abgeschossen, obwohl die Gelegenheit dazu optimal gewesen wäre. Dieser Elchbulle war nämlich nicht freigegeben. Am Ende des Tages kehrten wir ohne erlegte Beute nach Hause, aber das machte mir ehrlichgesagt nichts aus,denn- ein lebendiger Elch ist mir tausendmal lieber, als ein erlegter ;-)
Sinah
Norwegisches Nationalgericht?!
Wenn man an das norwegische Nationalgericht denkt, stellt man sich sicher ein opulentes Fischgericht vor. So auch ich bis vor einigen Stunden.
Jeden zweiten Donnerstag finden bei uns in der Pfarrei St. Paul Firmkatechesen statt, vor denen allerdings noch für die Firmlinge ein Aufenthaltsangebot besteht, bei dem unter anderem auch etwas zu Essen bereitet wird. Heute sollten es nur Tiefkühlpizzen sein.
Der eine oder andere ahnt es sicher schon. Kurzerhand erklärte mir Stefan unser Katechesenleiter, dass es sich dabei um das Nationalgericht Norwegens handeln soll. Erst hielt ich das Ganze für einen Witz, doch dann schaute ich auf die Rückseite, auf der tatsächlich "Norges Nasjonalrett" stand. Ebenso war dort zu lesen, dass täglich neun vollbeladen Laster das Fabrikgelände verlassen, um die Kunden zu beliefern, die täglich 60.000 Pizzen Essen. Auch als Weihnachtsmahl wäre die Pizza sehr beliebt, so seien Heiligabend 2011 insgesamt 200.000 Pizzen dieser Marke gegessen worden.
Wohl bekomm´s!
Ha det bra! Hannes
p.s. Ich werde heute beim Abendessen noch einmal nachfragen, was die Anderen im Haus für das Nationalgericht halten.
Flaggentag
Moi, hier in Finnland gab es am Freitag einen Flaggentag. Ein Flaggentag (ich nenne es einfach mal so) ist ein Tag, am dem öffentliche Gebäude und an besonderen Flaggentagen auch private Gebäude, die finnische Flagge hissen. Am Freitag waren es eigentlich nur öffentliche Gebäude, die die Flagge gehisst haben, aber vereinzelt gab es auch ein paar privat Häuser. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Flaggentag. Dieses Foto habe ich an einer Uni in Tampere aufgenommen. Ich fand es faszinierend, dass sogar das Wappen (ein Löwe der ein Schwert schwingt) auf der Flagge war.
Dieses Foto habe ich in Keskustori aufgenommen. Links sieht man das Rathaus von Tampere. Näkemiin Lisa :)
Segnung mal anders
Vor einigen Tagen wurde bei uns im Kloster der Franziskus-Tag gefeiert. Unser absolutes Programmhighlight an diesem Tag war die Tiersegnung im Garten des Gästehauses. Wir haben mit Eseln, Pferden, Katzen, Kaninchen, Spinnen und Schlangen gerechnet. Leider kamen nur einige Hunde, obwohl die natürlich auch ganz toll sind! Wir haben uns dann also im Kreis gesammelt, der Pfarrer in der Mitte. Das Ganze sah eher aus, wie eine Hundeschule und nicht wie eine Segnung. Nach einigen Kirchenliedern, Gebeten und Bibeltexten begann dann die Segnung. Die Hunde wurden dazu auch mit Weihwasser bespritzt, das fand der ein oder andere Hund nicht ganz so witzig, man konnte immer mal wieder ein Jaulen vernehmen. Schließlich wollten die Herrchen noch ein gemeinsames Gruppenbild machen. Auch diese Idee fand der ein oder andere Hund nicht ganz so witzig. Es begann ein wildes Bellen und Springen. Letztendlich hat es aber doch noch zu einem schönen Foto gereicht und Mensch und Hund konnten gesegnet zum Kaffeetrinken (bzw Wasser schlürfen) übergehen.
Celine & Patricia