Täglich Cash in Litauen: Am Rande der Sportwetten-Hölle
Ein klassisches Drama in drei Akten - Akt 2
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Täglich Cash in Litauen: Am Rande der Sportwetten-Hölle
Ein klassisches Drama in drei Akten - Akt 2
Täglich Cash in Litauen: Am Rande der Sportwetten-Hölle
Ein klassisches Drama in drei Akten - Prolog und Akt 1
Der Auftrag III - Brüssel brennt
„Hey my man … just wanted to call you ganz kurz. Say, ist es eigentlich Zufall, dass R. Porter sich im Prinzip auf Reporter reimt?“
Die Gespräche mit dieser Scheiß-Eidechse werden immer bescheuerter, denke ich, als ich mich in den Telefonhörer sagen höre: „Musst du meine Eltern mal fragen, das bin ich der falsche Ansprechpartner. Sonst noch was?“
„Wieder schlecht geschlafen, compadre?“ lacht die zischende Eidechsen-Zunge. „What happend to deiner angekündigten Brüssel-Story? You know, the fucking Zeitungs-Staff ist wieder mal zu faul, um den Platz auf page 3 anderweitig zu füllen.“
Erinnerungen an letzte Woche schießen durch meinen Schädel. „Brand im Parlament. EU-Viertel musste tagelang gesperrt werden. Ist bei Ihnen wohl nicht angekommen?“
Das böseartige Knurren in der Leitung bleibt nicht alles, was er als Antwort für mich übrig hat. „Porter! Hauptsache you quit deine goddamned Sportwetten, Die fressen dein komplettes Auslands-Budget!“
Das stimmt. Sportwetten…wie wäre es hier mit einer Geschichte? Ich klicke mit dem Kugelschreiber und durchlebe erneut die Hölle der letzen Stunden...
Als Fisch im Fischrestaurant ist das Leben nicht so leicht wie man denkt. Karstens Depressionen verschlimmern sich Tag für Tag. Je mehr Fisch verkauft wird, desto schlimmer. Eine Geschichte über Fischbrötchen Sehnsucht, Hoffnung und süße Tiere.
Sachsen-Anhalter, dieses Bundesland hat die zweitschlechteste Quote im Bestehen von praktischen Fahrprüfungen. Fast 40 Prozent rasseln beim ersten Mal durch. Wer sich sowieso gut auskennt ("kenn ich doch schon!"), zuckt jetzt vielleicht mit den Achseln - aber wer nach den Gründen sucht, kann sich diesen neuen, äußerst süßen Radio-Beitrag reinziehen. Eine kleine Reportage aus Halle...
„Sperrzone!?“ oder „Ich würd gerne Fußball gucken“
Schöne Sache. In gut einem Monat startet die Frauen-Fußball-WM und langsam kommt auch in Halle so etwas wie Spannung auf. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, dass die hallesche Bundesliga-Torschützenkönigen Conny Pohlers wahrscheinlich wieder mal nicht zum deutschen Turnier-Kader gehören wird, da die Konkurrenz im Sturm einfach zu erfahren und zu eingespielt ist. Überraschender als diese Meldung ist allerdings eine Ankündigung vom 24. Mai, nach der es offenbar ein einigermaßen geheimes Testspiel zwischen den Auswahlen Nordkoreas und Englands geben wird. Und zwar im Halle-Neustädter Stadion, dem vorübergehenden Mietshaus des HFC, genau ein Woche vor dem WM-Gruppenspiel der Koreaner gegen die USA (Dresden, 28. Juni) .
Keine Ahnung wie man so eine Geheimhaltungsstufe nennt, bei der man von offizieller Steller erfährt, dass es passiert (Oh Junge, die spielen wirklich in Halle!), und auch definitv an diesem Tag (das Datum stimmt auf jeden Fall, steht sogar bei mir im Kalender), bloß die Uhrzeit ist halt ultra-topsecret (hoffentlich nicht um 12.45, da hab ich Zahnarzt). Sicher ist: das WM-Flair kommt nach Halle, aber keiner kommt da rein. Da bleibt dem eingefleischten Nordkorea-Fan wohl nichts anderers übrig, als einen Tag lang die Schule zu schwänzen, sich ganz oben im zwanzigstöckigen ehemaligen Lehrlings-Wohnheim nebenan einzunisten und bis zum Anstoß (Achtung geheim!) durchzuhalten. Sport frei.
Kroatien steht schon seit längerem kurz vor dem EU-Beitritt. Die Aufnahme verzögert sich seit ein-zwei Jahren, da die Union Zweifel an der Fairness und Arbeit der kroatischen Judikative gegenüber serbischen Minderheiten hegt. Hier rollt sich ein Thema auf, das größer ist. Aus Gesprächen ergibt sich, dass der serbische-kroatische Krieg kulturell noch im vollen Gange ist. Was hat das mit dem EU-Beitritt zu tun?
Der Auftrag II - Anruf im Morgengrauen
Plötzlich zerbricht der ufquirlende Wolkenteppich. Eine hölzerne, aufrecht stehende Figur trennt die kilometerweiten Felder aus weißem Qualm auf blauem Hintergrund. Aus dem Horn in ihrer erdfarbenen Hand dröhnt ein langes, mächtiges Kommando. Der Himmel spaltet sich. Jetzt, aus der ewig qualmenden Masse, ragt langsam das fantastische Dampfschiff hervor, auf dessen Bug die stolze Kriegsgöttin thront. Gemächlich rollt die königliche Urkraft über den Himmel, hinaus aus dem blau-weißen Dunst, ohne Mühe in ihrem gut geschmierten, tadellosen Getriebe.
Da, hinter dem Ur-Schiff, reißen sich fünf scharfe Löcher durch Himmel-Szene. Die schwarz-glänzenden Bomber offenbaren keine Gesichter unter ihren Wespenkörpern aus dunklem Stahl. Die Überschall-Schwadron donnert über den wirbelnden Dampf. Die Fadenkreuze sind exakt und lassen keine Fragen offen. Die Formation teilt sich, this is not a test. Triumphierend wird an der Häuserecke die Apokalypse verkündet.
Nach dem Augenaufreißen taste ich nach meinen Ohren. Alles noch dran. Die Träume sind nicht besser geworden, seit ich in dieser Stadt bin, mit einem Blick nach draußen sehe ich, dass mich vom dem Fensterbrett aus frische Spatzen-Scheiße anlacht. Noch fast dunkel. Ach ja, das Telefon.
Ja? Fuck, meine Ohren haben doch was abgekriegt, denke ich als ich die Plaste-Muschel spüre. Ungesunde Vibes aus der Eidechsen-Leitung.
Leck mich! Hast du gottverdammter Hippie keine Uhr? In den letzten Wochen habe ich gelernt, dass die cholerische Eidechse machmal in Lispeln verfällt. Besonders bei cholerischen Anfällen. Sie findet: Lass dir mal eine zum Frauentag schenken.
Kein Grund die Armbanduhren-Geschichte nochmal aufzurollen. Was sind die Fakten, Susy? frage ich, während ich ein Streichholz an meinem vergrindeten Schienbein entfache.
Fakten! kreischt das Reptil durch seinen schimmligen Zahnlücken. Seit Pfingsten höre ich keinen Pips mehr von dir! Dachte du hättest Schiss bekommen! Aber es geht ja nicht um meine Kohle. Bist du bereit für Kroatien, Mann!?
Beim Klicken des Hörers ist mein Blackbook um einen Eintrag reicher. Kroatien also, hm? Ist mir recht. Und die von Eidechse angheuerte Spatzen-Brut wird ebenfalls bezahlen müssen...
Time’s Up: Al-Quaidas Armbanduhren-Syndikat von CIA gesprengt
Die Tötung des Terror-Paten Osama bin Laden durch US-Militärs beherrschte gestern und heute die weltweite Medienlandschaft. Man merkt, wie schwer den Journalisten und politischen Beobachtern die Einordnung fällt; welche Folgen sich aus dem Todes des Al-Quaida-Chefs ergeben, kann kaum beantwortet werden. Folgendes Foto erschien heute in vielen Tageszeitungen, unter anderem in der Mitteldeutschen Zeitung und der Huffingtonpost.
Doch weg vom Thema: wer mich kennt, der weiß, dass ich keine Schwäche für schwere und vergoldete Chrome-Uhren habe, sondern eher auf die kleinen, Grundschul-Stil-Gummiarmband-aber-bitte-mit-Wecker-Stoppuhren abfahre, die man damals ganz easy in der Turnhalle abgreifen konnte, weil der dicke Dennis aus Vergesslichkeit seine immer liegen ließ. So – ich, damals schon alt und senil, habe meine auch immer liegen lassen, im Laufe der Zeit sind nach meinen naturgemäß groben Schätzungen vier bis fünf kleine Sport-Uhren verschwunden. Was tatsächlich einem kleinen Vermögen entspricht. Ich dachte immer, die verschwundenen Uhren würden dann einfach den Weg allen Fleisches gehen (in die Hosentasche des Hausmeisters), aber NO, weit daneben! Vergleich siehe Fotos.
Gerlinde Althoff hat einen schönen Job: Sie liest und übersetzt die besten amerikanischen Comics. Guckt man sich mal die ausgestellten Comics in deutschen Schaufenstern an, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie ihre Finger im Spiel hatte, so zum Beispiel beim Sandman (immerhin über 2000 Seiten, nicht mal inclusive Spin-Offs und Fortsetzungen), From Hell und Fables, der grandiosen Gebrüder Grimm-Adaption für fortgeschrittene Erwachsene. Für Corax sprach ich mit ihr über die tückischen Alltagssorgen ihres Berufs, Hakenkreuze in Ami-Büchern und warum der deutsche Markt evtl. doch nicht so sehr boomen wird, wie ihr dachtet.
Frühling in Neustadt - Mit Bastelschere aber ohne Kamera
Schön zu sehen, dass der Frühling auch schon in Halle-Neustadt angekommen ist. Sieht man nicht nur daran, dass man jetzt morgens von wiedergekehrten Spatzen-und Krähen-Schwadronen geweckt wird, die sich unterm Block-Dach schon wieder breitmachen (ich vermute, dass gerade der Bau des neuen Spatzen-Headquarters über meinem Fenster in vollem Gange ist).
Auch menschlich gesehen geht nach dem Winterschlaf schon wieder einiges in Halles schönster Lego-Siedlung - vorhin hab ich ein aufgewecktes Hallenser-Pärchen in freier Wildbahn beim Putzen beobachten können. Bei schönstem Morgen-Wetter auf dem Balkon half das Weibchen seinem Balzpartner beim stutzen des Bartes. Freihändig und mit handelsüblicher Bastelschere. True Story - leider ohne Fotobeweis.
Hier also der erste richtige Eintrag. So wie es Eindechse wollte.
Wer in den letzten 20 Jahren auch nur im Entferntesten mit amerikanischen/englischen Comics zu tun hatte, kennt sicherlich auch den ein oder anderen Band der Sandman-Reihe von Neil Gaiman. Falls nicht: Sollte man mal reingeschaut haben, selbst wenn man sonst eher selten liest, Scooter hört und Mutterwitze beim Elternabend erzählt.
Die Weltgeschichte gesteuert durch den Gott der Träume ... der in massiven Beziehungsstress reinrutscht und von einem Fettnäpfchen zum nächsten rennt. Um die Macht der Träume ging's auch neulich in meinem Radio Beitrag numero uno beim halleschen Radio Corax, massiv inspiriert vom Comiclesen, aber was will man machen... Herausgekommen ist ein sympathischens Interview mit dem sympathischen Michael Schredl aus Mannheim, einem der wichtigsten Traumforscher Deutschlands.
Intro - Der Auftrag
Das Telefon unterbricht mein Frühstück. Dringgg Dringg – Dringgg Dringg.
Ja? Sprechen fällt mir noch schwer. Ich bin froh, wenn die Augen aufbleiben. Ich nuschle: Wer, was, warum? Gib mir die 5 Ws und dann verpiss dich wieder. Ich esse, Mann.
Der texanische Eidechsen-Akzent des Informanten zieht an meinem Ohr. Hi, nice dich mal wieda zu hören. My man, listen! This is brändneue Befehl from headquarters! We need you in special mission!
Rightio, denke ich und mache den Cleveland Steamer, meinen Lieblingsmünzentrick aus Sägewerkzeiten. Mal wieder ein klassischer britischer Fallschirm-Absprung über dem gottverdammten Dschungel?
Der Informant bestätigt. Yeah, something in der Art war im Gespräch. Verdeckte mission in the most dangerous Neubau-Settlement I know. Du weißt wovon ich rede. Undercover-Recherche!
Ich klopfe die Asche in meine Cowboyboots. Klar weiß ich sofort, dass er den Auftrag in Halle-Neustadt meint. Ich hatte davon gehört. Genau der richtige Anlass, um schon mal sein Testament aufzusetzen. Oder richtig Asche zu verdienen.
More Info is on the way to unserem toten Briefkasten nähe Berliner Brücke, sagt der Eidechsen-Informant durchs Telefon. Er wirkt hektisch. Bei meiner Frage nach Bezahlung hagelt es wüste Beschimpfungen. Alles was er meint ist, dass er die Story so schnell wie möglich auf dem Tisch haben will. Das Telefon klickt. Der Auftrag steht.