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NĂ€chste Schulberatung zum Jenaplan am 25. und 26.1.2019
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âUnter vollen Segelnâ Gedanken ĂŒber FĂŒhrung und Leitung an Jenaplanschulen
Das Konzept des Jenaplans vermag viele pÀdagogische Antworten auf die Fragen der Zeit zu geben. Es ist ein sehr anspruchsvolles, modernes Konzept und verlangt viel von allen daran Beteiligten, gleich ob Kinder, Eltern oder PÀdagogen.
Klar, dass stĂ€ndig und zumeist sehr kurzfristig Verhandlungen gefĂŒhrt, aktuell Entscheidungen getroffen, Entwicklungsrichtungen vereinbart und festgelegt, Menschen mit auf die eingeschlagene Wegstrecke mitgenommen werden mĂŒssen. Das ist eine groĂe Herausforderung fĂŒr alle Menschen, die an solchen Schulen mit FĂŒhrungs- und Leitungsaufgaben betraut sind.
Aber welche Menschen sind fĂŒr solche komplexe Aufgabenstellungen geeignet oder welches sind zeitgemĂ€Ăe Formen der FĂŒhrung und Leitung von modernen sozialen Systemen und damit eben auch Jenaplanschulen?
Wenn in den MĂ€rchen die Alten und Weisen die Geschicke des Landes in jĂŒngere HĂ€nde ĂŒbergeben wollten, so legten sie den Bewerbern schwere PrĂŒfungen auf.
Nur derjenige, der sich als Mensch diesen Aufgaben gewachsen und im Umgang mit seinen Mitmenschen wĂŒrdig erwies, durfte fortan die Geschicke des Reiches fĂŒhren. Die PrĂŒfungen sollten verhindern, dass Macht wegen des GefĂŒhls, sich ĂŒber andere Menschen erheben zu können ausgeĂŒbt wĂŒrde. AuĂerdem liest man hĂ€ufig den Satz:âDas Reich soll blĂŒhenâ. Damit war eine Regentschaft im Interesse der Menschen und Nachhaltigkeit ĂŒber die aktuelle Generationenfolge hinweg gemeint.
Was passierte, wenn die Regenten diesen hohen Anforderungen nicht gerecht werden konnten, lĂ€sst sich in den GeschichtsbĂŒchern auch den deutschen von uns âHeutigenâ nachlesen.
Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, dass es sehr fatal wÀre den König aus den MÀrchen mit dem Leiter oder der Leiterin einer  Jenaplanschule gleichzusetzten.
Wer wĂŒrde in unserer heutigen Zeit freiwillig seinen Schulleiter gleichzeitig als seinen König anerkennen wollen? Aber darum geht es in diesem Beitrag auch gar nicht.
Sicher ist es heute an einer Vielzahl von Schulen- auch solchen mit einem besonderen pĂ€dagogischen Konzept- so, dass eine FĂŒhrungsstelle ausgeschrieben und die Bewerber welche(r) von den Begutachtungsgremien fĂŒr geeignet befunden wurde, als Schulleiterin oder Schulleiter ernannt wird.
Aber aktuell zeigt sich, auch angesichts auftretender manchmal sogar existenzieller Probleme, wie wichtig es ist gerade ĂŒber das Thema Leitung und FĂŒhrung von Menschen und Prozessen nachzudenken.
Selbst wenn Ă€uĂere Tatsachen ĂŒber zum Beispiel Bestellungsverfahren geschaffen werden, bleibt doch der âInnenraumâ in der Schule fĂŒr die Umsetzung von FĂŒhrung und Leitung.
Versuchen wir eine Standortbestimmung.
FĂŒhrungskrĂ€fte sollten ĂŒber eine innere natĂŒrliche AutoritĂ€t verfĂŒgen â entwickelt aus den Herausforderungen des Lebens - und diese zum Beispiel bei Entscheidungen nach auĂen mit Kompetenz und innerer SouverĂ€nitĂ€t verkörpern (vertreten).
Da gibt es den Eckpfeiler der Effizienz. Doch halt, das ist schon nicht ganz korrekt in der Fachliteratur. Der Eckpfeiler mĂŒsste besser EffektivitĂ€t heiĂen. Schon ein Blick in die entsprechenden Definitionen weist die Effizienz als Untereinheit der EffektivitĂ€t aus. EffektivitĂ€t (Was) und Effizienz (Wie) im richtigen VerhĂ€ltnis ist mit den richtigen Mitteln das Richtige tun. Man kann also das Falsche durchaus effizient tun!
(Quelle: www. Rechnungswesen-verstehen.de)
Nun steht das deutsche Schulwesen gerade aktuell unter dem Stern der EffektivitĂ€t. Da gibt es LĂ€ndervergleiche, Kompetenztests, Vergleichsarbeiten und vieles mehr. Wenn ich die obige Definition ernst nehme, heiĂt das, man bemĂŒht sich -  fĂŒr welch fragwĂŒrdige Dinge auch immer- um gröĂtmögliche Effizienz. SchĂŒler brauchen individuelle Zeit zum Ăben und Lehrer genauso Zeit zum Innehalten, Beobachten, Vertiefen, Wiederholen - alles nicht ganz klar messbare Etappensteine -  zum Lernerfolg.
SelbstverstĂ€ndlich sind die FĂŒhrungs- und Leitungsprozesse an Schulen mit dem pĂ€dagogischen Handeln eng verflochten und bedingen sogar einander. Dennoch möchte ich mich bei der Betrachtung des Eckpunktes EffektivitĂ€t eben im Zusammenhang von FĂŒhrung und Leitung auf den Gesichtspunkt â die richtigen Dinge tunâ somit auf Entscheidungsfindung, Entscheidung und deren Umsetzung, Zeitmanagement, Einbindung von Menschen, Verantwortung usw., beschrĂ€nken.
Diese ZusammenhÀnge sollen dann auch beim zweiten Eckpfeiler eine wichtige Rolle spielen, aber zunÀchst zum Eckpfeiler der EffektivitÀt.
Alle Prozesse werden zumeist von einer Person auf kleinem Weg begutachtet, beurteilt, entschieden, umgesetzt, ĂŒberwacht und verantwortet.
Die FĂŒhrungskraft ĂŒbernimmt diesen kurzen Weg selbst, oder sie lĂ€sst sich im Vorfeld der Entscheidung von ihm wichtigen Personen beraten. Die umgebenden Strukturen sind im Laufe der Zeit auf EffektivitĂ€t zugeschnitten. Es kann vorkommen, dass Betroffeneninteressen oder deren Ideen nur wenig in den Entscheidungsprozess eingebunden sind. Sie sind dann vorwiegend als AusfĂŒhrende in das System effizient eingebunden.
Der Eckpunkt auf der Gegenseite der EffektivitĂ€t ist durch Vielfalt sowohl personell als auch sachlich- inhaltlich bei FĂŒhrungs - und Leitungsaufgaben gekennzeichnet. Entscheidungsprozesse werden GremienĂŒbergreifend vernetzt und verschaltet. Alle diskutieren mit, alle entscheiden mit, fĂŒr eine Entscheidung ist meist die Einstimmigkeit notwendig. Die Betroffeneninteressen und deren Ideen sind in höchstem MaĂe berĂŒcksichtigt. Nach der Entscheidung setzen alle diese gemeinsam um und verantworten diese  gemeinsam.
So ist es jedenfalls gedacht und so wird es besonders in der Euphorie einer NeugrĂŒndung und wenn die SpielrĂ€ume zum Beispiel bei Schulen in freier TrĂ€gerschaft dafĂŒr vorhanden sind, versucht umzusetzen.
Dann kommen nach einiger Zeit sowohl bei den Verfechtern der EffektivitÀt, wie auch bei den Verfechtern der Vielfalt, sicher auf ganz unterschiedliche Art, massive und vor allem bedrohliche Probleme auf.
Da kann es dazu kommen, dass bei den EffektivitĂ€tsverfechtern Leitung - und Betroffeneninteressen immer mehr wie eine Schere auseinanderklappen. Die eine Seite kann sich mit den âobenâ getroffenen Entscheidungen immer schwerer identifizieren und mag diese nur widerwillig, eventuell nur unter Druck, ausfĂŒhren.
Im zweiten Fall gibt es end- und oft auch ergebnislose Diskussionen. Im Endeffekt entscheidet zu spĂ€ter Stunde dann doch eine âgraue Eminenzâ. Oder ein AuĂenstehender findet bei Fragen zu umstrittenen Entscheidungen keinen rechten Ansprechpartner, der ihm gegenĂŒber die Entscheidung vertritt und Verantwortungsbereitschaft signalisiert.
Dabei gehe ich stillschweigend davon aus, dass die Gruppenmitglieder Entscheidungen zum Wohle der Einrichtung getroffen haben. Sie sind auch bereit bei entsprechender Notwendigkeit persönliche Interessen zurĂŒckzustellen.
LösungsansĂ€tze bei massiven Problemen bedeuten nur zu oft eine Korrektur in Richtung des Gegenpols. Man fĂ€llt wie der Volksmund sagt âvon einem Extrem in das andereâ und muss feststellen:
Die Probleme haben sich nicht gelöst sondern nur verschoben.
Wo aber könnte im Bereich von Leitung und FĂŒhrung eine echte Problemlösung liegen, wo könnte eine soziale Einrichtung wie die Jenaplanschule fĂŒr sie zeitgemĂ€Ăe AnsĂ€tze finden?
Gibt es auch eine GesetzmĂ€Ăigkeit zum nachhaltigen Funktionieren von FĂŒhrung und Leitung? Ob bei der Entwicklung der Lebewesen auf unseren Planeten oder der Nachhaltigkeit von Finanz-und Wirtschaftsystemen, scheint festzustehen:
Zuviel EffektivitÀt und zu wenig Vielfalt (DiversitÀt) machen Systeme anfÀllig.
Zuviel Vielfalt und Vernetzung und zu wenig EffektivitÀt lÀhmen die Durchsetzungskraft von Systemen.
Könnten diese Aussagen nicht auch fĂŒr den pĂ€dagogischen Bereich von GĂŒltigkeit sein?
Der geehrte und geschĂ€tzte Schulleiter geht in den Ruhestand. Ăber viele Jahre hat er die Schule erfolgreich geleitet, seine Kollegen wo es ging entlastet, die Prozesse effektiv gehandhabt und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Vielleicht gibt es auch bald schon das bis dahin bewĂ€hrte Konzept nicht mehrâŠâŠ
Oder anders: Bis Mitternacht diskutierten alle ein zu lösendes Problem. Immer wieder gab es EinwĂŒrfe. Von manchen wurden diese EinwĂŒrfe im Verlauf der endlosen Stunden manchmal sogar als Jahrmarkt der Eitelkeiten wahrgenommen. Es musste dann irgendwann zur Entscheidung kommen. Der Kompromiss, einstimmig gefasst, konnte keinen so richtig freuen. Aber es war schon so spĂ€t⊠und die Frage wie ich diese Entscheidung morgen den Eltern ĂŒberbringen wĂŒrde, raubte die wenigen verbliebenen Stunden Schlaf. Zugegeben, die Beispiele mögen extrem klingen, nur gebe ich hier leider reale Beispiele aus Schulberatungen oder Tagungen wieder.
ZurĂŒck zum Ausgangspunkt der Ăberlegung: Wenn das alles auch fĂŒr die PĂ€dagogik gĂŒltig wĂ€re, wĂŒrden beide Eckpunkte Vielfalt und EffektivitĂ€t fĂŒr eine nachhaltige Leitung und FĂŒhrung benötigt werden.
Gibt es eine Leitungsgruppe, um die nötige Vielfalt zu gewĂ€hrleisten, wird diese von einer Persönlichkeit gefĂŒhrt. Was zeichnet diese Person vor den anderen Gruppenmitgliedern aus? Diese Person lebt eine Vision fĂŒr das Ganze, die auch nach dem Durchleben und zuweilen Durchleiden der alltĂ€glichen PrĂŒfungen spĂŒrbar ist.
Sie vertritt die Schule nach auĂen, zum Beispiel in Verhandlungen mit der Schulaufsicht und dem TrĂ€ger.
Die Vielfalt der Einrichtung in Leitung und FĂŒhrung der Einrichtung reprĂ€sentiert die Gruppe ob, sie sich nun Leitungs- oder die anders strukturierte Steuergruppe nennt. Sie bringt ihre Erfahrungen ein und vernetzt die MeinungstrĂ€ger. NatĂŒrlich ist die entsprechende Person in der Leitungsgruppe, weil sie ĂŒber eine Vision verfĂŒgt.
Die Gruppe arbeitet deshalb auch effektiv, weil ihre Aufgabenbereiche besprochen, klar definiert und in FunktionsplĂ€nen transparent festgeschrieben wurden. So können KompetenzĂŒberschneidungen vermieden werden. Zum Schluss scheue ich mich nicht zu sagen:Die FĂŒhrungspersönlichkeit sollte mit einer klar definierten Vetokompetenz ausgestattet sein. Diese Vetokompetenz muss dann in Anspruch genommen werden, wenn es zum Beispiel Angriffe auf das festgelegte Schulkonzept gibt. Das mag sehr grenzwertig klingen, kann aber in ganz kleinen Dingen beginnen.
FĂŒr die dringend benötigte Honorarkraft mĂŒsste zum Beispiel nur fĂŒr eine Gruppe, nur einmal in der Woche der im Konzept festgeschriebene Epochenunterricht ausgesetzt werden.
Wichtig wĂ€re, dass sich FĂŒhrung und Leitung von sozialen Einrichtungen wie es die Jenaplanschulen sind in einem gesunden MaĂe zwischen den Eckpunkten der Vielfalt und EffektivitĂ€t je nach Situation und Gegebenheit zu bewegen weiĂ.
Sicherlich sind FĂŒhrungs- und Leitungsgruppen zukunftsweisende Gedanken in der praktischen Umsetzung. Der Gedanke selbst ist schon viel Ă€lter und wurde besonders in den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts ausgiebig wissenschaftlich beschrieben. ( Schweizer Modell der Steuergruppe)
Die praktische Umsetzung war jedoch, um es vorsichtig zu formulieren, hĂ€ufig mit ziemlich heftigen Problemen verbunden. Selbst wĂŒrde ich Jenaplanschulen zu einem Â
Modell Schulleiterin/ Schulleiter mit herausgehobenen Kompetenzen und Vision sowie einer gut strukturierten ebenfalls visionĂ€ren FĂŒhrungsgruppe mit klar definierten Funktionen raten. Das heiĂt nicht, dass Strukturen zementiert werden sollen oder das Nachdenken ĂŒber Neues im Leitungs- und FĂŒhrungsbereich nicht mehr nötig wĂ€re. Unser pĂ€dagogisches Hauptaugenmerk an Schulen gebĂŒhrt den Kindern und nicht der BeschĂ€ftigung mit sich selbst. Das aber macht ein Nachdenken ĂŒber zeitgemĂ€Ăe Leitungs- und FĂŒhrungsstrukturen so kompliziert. Der Mut sich auf den Weg zu machen ist aber wichtig.
Jens Bitterlich
GrĂŒnder und 18 Jahre Schulleiter einer Jenaplanschule
PrĂ€sident der Gesellschaft fĂŒr JenaplanpĂ€dagogik in Deutschland e.V.
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Kinderleben 37
http://www.jenaplan.eu/downloads/kl37.pdf
ReformpÀdagogische Werkstatt Schwarzenberg
Derzeit entsteht eine Veröffentlichung einer neuen Lerntheorie zur JenaplanpÀdagogik.
Jenaplandiplom in Jenaplanschule NĂŒrnberg verliehen
Neun Teammitglieder der Jenaplan-Schule NĂŒrnberg haben in der Woche vom 14.10. bis 19.10.2013 ihre zweijĂ€hrige Zusatzqualifizierung zum Jenaplandiplom erfolgreich abgeschlossen.
Neben ihrer TĂ€tigkeit an der Jenaplan-Schule in der PillenreutherstraĂe hatten sich die Lehrer, SozialpĂ€dagogen und Erzieher unter Begleitung des Jenaplanexperten Tom de Boer in regelmĂ€Ăigen Seminarrunden mit reformpĂ€dagogischen Inhalten beschĂ€ftigt. Auch der Blick ĂŒber den Zaun an hollĂ€ndischen Jenaplan-Schulen war Teil der Ausbildung.
Die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft fĂŒr JenaplanpĂ€dagogik in Deutschland e.V., Felicitas Liemersdorf, Horst Schulze sowie BĂ€rbel und Jens Bitterlich, besuchten nun abschlieĂend die PĂ€dagogen im Unterricht, fĂŒhrten Kolloquien durch und bewerteten schlieĂlich am Samstag die PrĂ€sentationen der Absolventen. Bei einem kleinen Festakt am Samstag sprachen sie den PĂ€dagogen und der gesamten Schule groĂes Lob aus und ĂŒberreichten die Urkunden.
http://www.jenaplan.org/index.php/kategorie/home/
Jenaplandiplom in LĂŒbbenau verliehen -13.09.2013
Nach ĂŒber zwei Jahren Kurs, Hospitationen und Kolloquium konnte den 15 Teilnehmern des Jena Plan Hauses LĂŒbbenau nun ihr Diplom ĂŒberreicht werden. Zum Festakt waren von der Gesellschaft fĂŒr JenaplanpĂ€dagogik in Deutschland e.V. die VizeprĂ€sidentin BĂ€rbel Bitterlich und der PrĂ€sident Jens Bitterlich angereist.
Die Jenaplangemeinde kann auf einen ganz aktiven Förderverein zĂ€hlen. Was der an diesem Freitag, den 13.fĂŒr âseineâ Erzieher und Lehrer auf die Beine stellte nötigte nicht nur den GĂ€sten höchste Bewunderung ab.
Ostern 2013
Im Licht der Ostersonne bekommen die Geheimnisse der Erde ein anderes Licht. Friedrich von Bodelschwingh (1831 - 1910)
Alles Gute fĂŒr 2013
ââIch kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.ââ
Georg Christoph Lichtenberg
Weihnachtsbrief 2012
Das Jahr 2012 ist nun schon fasst am Ende angekommen. Im Kalender ist das letzte Blatt aufgeschlagen, es sind nur noch wenige Tage bis ein neues Jahr beginnt. Wir freuen uns auf die Weihnachtstage und wie in jedem Jahr wollen wir ausspannen und uns an den freien Tagen freuen. Aber es lohnt auch einmal den Blick zurĂŒck zu wenden und darĂŒber nachzudenken was in diesem Jahr alles geschehen ist und was wir verĂ€ndert haben.
âNur wer sein Gestern und Heute akzeptiert, kann sein Morgen gestalten.â
Im November 2012 befand ich mich auf einer der Nordseeinseln und hatte eine Pause von den tausend AktivitĂ€ten, die mich sonst umgeben. Pause zum Nachdenken, Bewegen und Neuordnen. Dabei halfen mir meine tĂ€glichen neuen Entdeckungen und Funde am Strand und in den DĂŒnen. Mein kleiner Fotoapparat war tĂ€glicher Begleiter. Am Abend schaute ich mir die Bilder an und erinnerte mich an jeden einzelnen Fund.
Zum Beispiel fand ich kleine Seesterne und grĂŒbelte darĂŒber nach, warum sie uns so besonders vorkommen. Sie sehen aus, als ob sie vom Himmel gefallen sind und jetzt im Sand liegen.
TatsÀchlich fand ich auch einen kleinen Schweinswal, leider verendet am Strand.
Ich dachte darĂŒber nach, warum er so jung schon vom Meer angespĂŒlt wurde. Wurde er von einem Fischkutter verletzt oder kam er in ein Fangnetz? Die vielen besonderen Muschelarten, immer wieder sind es andere neue Formen, die man entdecken konnte.
Das sind âErfahrungen aus erster Handâ, insofern hat sich mein Aufenthalt auf der kleinen Insel schon gelohnt. Es war fĂŒr mich neu und auch abenteuerlich im Watt zu laufen oder den plötzlich hereinbrechenden Nebel zu erleben.
Am Morgen war die Sonne sehr intensiv ĂŒber dem Land zu erleben und plötzlich nur Augenblicke spĂ€ter konnte man die Hand vor den Augen nicht mehr sehen. Â
Ich habe meine Sinne geschÀrft, mir begegneten tÀglich neue faszinierende  NaturphÀnomene und ich konnte mich daran freuen.
Wenn wir nun auf die heutigen Kinder schauen, entdecken wir da auch jeden Tag etwas Neues, das uns noch nie zuvor aufgefallen ist? Oder wissen wir schon, wer uns wie am kommenden Tag gegenĂŒber steht?
Gibt es da auch Kinder von denen man glauben könnte- dich schickt der Himmel? Oder Andere, die vom Schicksal schon sehr jung hart angefasst wurden. Haben wir den offenen und fragenden Blick fĂŒr diese Kinder? Sind wir neugierig genug um neue Entwicklungsschritte bei den Kindern zu entdecken?
Gibt es fĂŒr uns auch Tage, an denen wir die Hand vor den Augen nicht sehen können, weil unser Blickfeld durch fertige Meinungsbilder verstellt ist?
Gerade dann möchte ich mich an den plötzlichen Nebel erinnern und ĂŒberlegen wie meine Sicht auf dieses Kind wĂ€re, wenn ich es unvoreingenommen und völlig ohne Kenntnisse sehen könnte. Auch wir können uns nur weiter entwickeln, wenn unsere Mitmenschen uns nicht immer wieder mit den gleichen Vorurteilen begegnen.
 Das Jahr 2012 war fĂŒr uns wiederum mit einigen VerĂ€nderungen bestĂŒckt. Im Mai kam der Ruf der Gesellschaft fĂŒr JenaplanpĂ€dagogik in Deutschland e.V., ob wir nicht bereit wĂ€ren das Amt des PrĂ€sidenten und VizeprĂ€sidenten zu ĂŒbernehmen. Unsere Erfahrungen aus der GrĂŒndung der Jenaplanschule Markersbach und der erfolgreichen Leitung der Schule wĂ€re wichtig um diese Strömung der ReformpĂ€dagogik in Deutschland weiter zu entwickeln. Im Juni wurden wir fĂŒr diese Ămter auf der Bundesversammlung in Bielefeld gewĂ€hlt.
Wir haben seither viele Beziehungen zu namhaften Persönlichkeiten intensiviert. VerstĂ€rkt kommen Anfragen von Schulen die wir auf ihrem Entwicklungsweg zu begleiten. 2011 konnten wir in den Niederlanden einen Kurs zur Jenaplanmoderation absolvieren. Wir haben das erste Jenaplandiplom fĂŒr ein Schulteam in Deutschland konzipiert, dieses gilt es jetzt weiter zu entwickeln und unsere Erfahrungen anderen Schulen und Initiativen zur VerfĂŒgung zu stellen. Â
Es ist uns gelungen die Zeitschrift fĂŒr die Jenaplangesellschaft neu zu konzipieren, sie wird noch vor den Weihnachtstagen erscheinen.
Trotz all dieser Arbeit sind wir natĂŒrlich auch weiterhin als Lehrer tĂ€tig.
Wir wĂŒnschen allen Freunden ein Weihnachtsfest mit der kindlichen Erinnerung des Freuens: ââŠund werdet ihr nicht wieder wie die Kinder...â
 Jens und BÀrbel Bitterlich
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Schule im Aufbruch
Lernortwechsel
Willst Du im laufenden Jahr ein Ergebnis sehen, so sÀe Samenkörner. Willst Du in zehn Jahren ein Ergebnis sehen, so setze BÀume. Willst Du das ganze Leben lang ein Ergebnis sehen, so entwickle die Menschen.
Kuan Chung Tzu
Lernen an anderen Lernorten! oder Wie wir Weltorientierung in die Schule bringen?
In vielen UnterrichtsfĂ€chern kommt es sehr darauf an, welche Erfahrungen die SchĂŒler bereits in diesem Fach gemacht haben. Wer hat das Fach zuvor wie unterrichtet?  Ist mit viel Motivation oder mit Unlust und Frust gearbeitet worden? Diese Erfahrungen ĂŒbertragen die SchĂŒler auch auf den neuen Lehrer.
Daher ist es gut, wenn man erst einmal versucht eine gute Beziehung aufzubauen. Man könnte die SchĂŒler fragen:â Was habt ihr bisher gemacht?â; â Was hat SpaĂ gemacht?â; â Was habt ihr nicht verstanden?â; âWas wĂŒrdet ihr gerne wieder machen?â
Der zweite Schritt ist Lust zu schaffen fĂŒr das Fach. Es macht ĂŒberhaupt keinen Sinn mit dem Lehrplan Druck zu machen, weil man nicht wirklich vorwĂ€rts kommt. Solange SchĂŒler sich weigern mitzumachen oder gute Ergebnisse anstreben ist dieses Vorgehen kontraproduktiv.
Darum kann es  hilfreich sein, wenn man andere Lernorte aufsucht und sich von einer fachlich lebensnahen AtmosphĂ€re verzaubern lĂ€sst. Experten sind oft genial dafĂŒr, sie können ihre Faszination der eigenen Arbeit prĂ€sentieren und den SchĂŒlern zeigen was sie in ihrem beruflichen Alltag machen.
Beispielsweise kann man mit SchĂŒlern in die Stadt gehen und die GebĂ€ude angeschaut, welche Baustile dort vorherrschen, die SchĂŒler können Fotos machen und spĂ€ter zeigen welche Besonderheiten die Stadt aufweist. Ein StadtfĂŒhrung zeigt die Baugeschichte der Stadt.
SpĂ€ter könnte man diese Kenntnisse und Fotos als Vorlage fĂŒr bestimmte Drucktechniken umgewandelt, so entstehen vielleicht Druckstöcke fĂŒr besondere Baustile. Diese kann man spĂ€ter drucken. Das Ergebnis könnte eine kleine Ausstellungen sein.Â
Auch kann man die ansĂ€ssigen Galerien oder Sammlungen besuchen. Dort werden spezielle FĂŒhrungen fĂŒr die einzelnen Klassen angeboten. Die SchĂŒler befassen sich mit einem KĂŒnstler und können vor den Originalen sitzen, eigene GefĂŒhle, EindrĂŒcke und Fragen an den Mann bringen.
Man erreicht damit, dass die SchĂŒler ihre Vorstellung von Kunst und Kultur erweitern, sie bekommen einen neuen Zugang und Lust selbst etwas zu gestalten. Das sollte das eigentliche Ziel von kreativen FĂ€chern sein.
UnterstĂŒtzend kommt hinzu, dass Museen, Galerien,  Theater und andere Kultureinrichtungen Sondertarife fĂŒr SchĂŒler anbieten. Damit ist es fĂŒr die ElternhĂ€user in der Regel gut erschwinglich diese BetrĂ€ge aufzubringen.  Von allen Seiten werden  solche Unternehmungen unterstĂŒtzt, denn man ist sich darin einig, wenn wir die junge Generation nicht an unsere Kultur heranfĂŒhren, wird sie kein Interesse entwickeln können sie zu erhalten. Â
Lasst uns im Kreis zusammensetzen
Vom Sinn des Kreises
In der heutigen Zeit wird kaum jemand den Kreis als ein wichtiges organisatorisches Mittel der Unterrichtsgestaltung in Frage stellen.
Der Kreis bietet GesprĂ€chsmöglichkeiten ohne Barrieren auf gleicher Augenhöhe. Er schafft ein Ăbungsfeld fĂŒr selbstĂ€ndiges SchĂŒlerhandeln und natĂŒrlich auch soziale NĂ€he. Die AufzĂ€hlung lieĂe sich fortsetzen. Dennoch wollen die positiven Wirkungen die aus einer Kreisform hervorgehen können erst errungen werden.
Von den Problemen des Kreises
Wer diese Form nicht gewöhnt ist spĂŒrt anfangs eine ziemliche Unsicherheit so zu sitzen. >Ich befinde mich ohne Versteckmöglichkeit wie auf dem PrĂ€sentierteller.<
Der Verantwortliche muss feststellen, dass schon das Stellen des Kreises einen zeitlich und rĂ€umlich kaum verantwortbaren Aufwand mit sich bringt. Die Unsicherheit der Sitzenden zeigt sich durch LautstĂ€rke, Verhalten, manchmal RangkĂ€mpfe und ĂuĂerungen wie: âSitzen wir jetzt im Therapiekreis?â Das RĂŒcken der Möbel verursacht LĂ€rm.
Ja und dann versteht auch nicht jedes Elternteil wieso nun auch noch SchĂŒler sich gegenseitig reglementieren.
Das reicht manchmal aus fĂŒr die Aussage:â Einmal und nie wiederâ
Kreis- RÀume und Möbel
Liebe Schulplaner eine feste Kreisecke im Zimmer mit leichten Möbeln ist wĂŒnschenswert. Wenn man sich  in modernen Schulen umschaut, dann kann man sehen, dass es zu einer SelbstverstĂ€ndlichkeit im Schulalltag geworden ist. Da planen Architekten, PĂ€dagogen, SchĂŒler und Wissenschaftler gemeinsam bevor ein Bau oder Umbau beginnt.
Wenn das Zimmer groĂ genug ist, sollte ein Kreis fest stehen, wenigstens der Raum frei bleiben und nur die StĂŒhle gerĂŒckt werden.
Wenn das alles nicht vorhanden ist, geht also kein Kreis? Doch es geht, das Auf- und Abbauen muss dann nach geordneten Ritualen ablaufen und trainiert werden.
Auf dem Weg zum Kreis â ein Ăbungsweg
Vorschlag fĂŒr einzelne Schritte:
1.Schritt:Kreis nach den Regeln und der Leitung des Lehrers auf- und abbauen
2. Schritt: Kurzkreise zum Ăben, z.B. Besprechen einer Aufgabe, Reflexion âmaximal fĂŒnf Minuten
3.Schritt:Stehkreise um den Lehrertisch- Lehrer steht mit im Kreis
4.Schritt: Auf- und Abbau des Kreises nach festen AblĂ€ufen- SchĂŒler als âKreisingeneureâ einsetzen
5. Schritt: Festlegen und Ăben von Kreisregeln- Lehrer leitet und ein SchĂŒler ist  der Assistent
6. Schritt: Regeln sind klar und eingeĂŒbt - Wahl von KreisprĂ€sidenten (SchĂŒler)
7.Schritt:SchĂŒler leiten den Kreis â Lehrer als Moderator
Jens Bitterlich
ReformpÀdagogische Werkstatt