Es gibt Neuigkeiten und das Wichtigste kommt zuerst: Ich hab meinen geliebten Laptop heile und ich freue mich wie wild auf einen Ortswechsel, denn nach etwas über zwei Wochen in Coffs Harbour ist nun wirklich Zeit für etwas Abwechslung und übermorgen geht es wieder zurück nach Queensland! Aber erstmal von vorne...
Wie schon berichtet war ich hier in letzter Zeit auf Jobsuche, leider nicht sehr erfolgreich. Vier Tage habe ich es auf einer Blueberry-Farm versucht aber dort war die Bezahlung dermaßen schlecht (6 Dollar pro Eimer, und da die Saison zu Ende geht und es auf einer kleinen Farm war, konnten hier auch erfahrene Picker nicht mehr als einen Eimer pro 45 Minuten ernten), dass ich doch wieder recht schnell, dafür aber leichten Herzens das Handtuch geworfen habe. Trotzdem war es interessant mitzubekommen, wie andere Backpacker das so machen. Ich bin immer noch überrascht davon, dass es so viele Leute gibt, die zu dermaßen schlechten Konditionen arbeiten, dass sie davon gerade so die Unterkunft im Hostel bezahlen können. Für die Weiterreise sparen kann man mit diesem Job jedenfalls nicht. Für das sagenumwobene 2nd Year Visa lassen sich gerade die jüngeren hier zumindest alles gefallen und auf meiner Farm war es auch so, dass man der Bezahlung auch wöchentlich hinterherrennen und die Vorgesetzten mehrmals daran erinnern musste, Zudem: Keine Toiletten, unangenehm sexistische Mitarbeiter und im Allgemeinen ein sehr ungemütliches Arbeitsklima. Aber die Blaubeeren waren lecker.
Wesentlich erbaulicher war mein Job hier im Hostel. Zwar unbezahlt aber dafür durfte ich die letzten zwei Wochen den Luxus eines eigenen Zimmers genießen. Ich kann nun in Rekordzeit Betten beziehen, ohne mit der Wimper zu zucken alte Kaugummis von Bettgestellen abkratzen und Leute, die vergessen, das Checkout um 10 ist ganz diplomatisch und freundlich aus dem Bett werfen. Ansonsten hab ich hier ein paar Spinde repariert, Wände neu angestrichen, Fenster geputzt etc. Nach Feierabend war ich meistens mit dem Fahrrad am Strand, im Schwimmbad, im Wäldchen hinter dem Hostel oder mit meinem australischen Lieblingskollegen unterwegs, der mir als leidenschaftlicher Soziologe und Kartograph verschiedenes über australische Geschichte, Wirtschaft und Aboriginal Culture erzählen konnte. Aber meistens haben wir Musik und Bücher ausgetauscht und auch mal das ein oder andere Pale Ale auf dem Balkon getrunken und Akzente raten und Imitieren gespielt. Manchmal auch über nervige Gäste gelästert und uns mit den netten unterhalten. Alleine gefühlt hab ich mich hier jedenfalls nie und das unhippste Hostel der Stadt im ersten Stock des alten Plantation Hotels (1950er-Jahre Bau und die Teppiche und Tapeten sehen aus, als wären sie genau seitdem nicht mehr ausgetauscht worden) ist mir sogar so richtig ans Herz gewachsen.
Trotzdem freue ich mich jetzt wahnsinnig, das es endlich weiter geht: Über meine Kontakte hier ist mir nämlich ein super bezahlter Job (22 Dollar pro Stunde + Superannuation) auf einer Pineapple-Farm (Oh ja, das wird harte Arbeit) in Morayfield (Nähe Brisbane) vermittelt worden. Jedenfalls komme ich dort in einem familiengeführten kleinen Working Hostel unter, das einen ausgezeichneten Ruf hat, am Montag gehts dann zum ersten Mal aufs Feld. Jedenfalls wird jetzt erstmal ein bisschen Geld verdient und ich freue mich tatsächlich schon total auf einen neuen Tagesrhythmus und das kostenlose Kraft- und Ausdauertraining.











