Kurzkritik Reportage: Jugendarbeitslosigkeit
https://derstandard.at/2000062640283/Jugend-ohne-Job
Die Reportage ,,Arbeitslosigkeit: Jugend ohne Job“ von Katrin Burgstaller und Maria von Usslar ist am 24.08.2017 in der Online-Ausgabe des Standards erschienen. Neben Textbeiträgen sind Videobeiträge und interaktive Statistiken ‒ zur Jugendarbeitslosigkeit in Österreich ‒ Teil der Reportage.
Im ersten Teil der Reportage wird die Situation von Florian dargestellt, der sich seit seinem 13. Lebensjahr in der Obhut des SOS-Kinderdorfes befindet. Mit der Erreichung der Volljährigkeit konnten diese die Kosten für seine Ausbildung an der HTL Ferlach nicht mehr übernehmen, weswegen Florian die Schule abbrechen musste. Das AMS kann ihm in dieser Situation nicht helfen.
Anschließend werden Aussagen von Peter Dominkovits, Abteilungsleiter beim AMS Jugendliche, in die Reportage eingearbeitet. Florians Situation weist auf ein allgemeines Problem hin, dass viele Unterstützungsleistungen für Jugendliche mit der Erreichung der Volljährigkeit enden. Die Folge: Viele Jugendliche brechen ihre Ausbildungen ab. Der Abschluss einer Ausbildung, so Dominkovits, sei jedoch eine wichtige Grundlage für die Integration am Arbeitsmarkt.
In einem weiteren Abschnitt wird kurz auf die Situation von Viktoria eingegangen, die ihre Lehre als Fachverkäuferin in einer Bäckerei ,,wegen blöden Verhältnissen“ abgebrochen hat. Sie ist nun auf der Suche nach einem Job, eine neue Lehre möchte sie nicht beginnen.
Nach der kurzen Darstellung von Viktorias Situation, wird auf den Zusammenhang von Jugendarbeitslosigkeit und Pflichtschulabschluss eingegangen. Der Abschluss der Pflichtschule ist eine wichtige Grundlage für die Integration am Arbeitsmarkt bzw. um eine Lehre beginnen zu können. Für jene, die den Pflichtschulabschluss nicht gemacht haben, vermittelt das AMS Kurse um diesen nachzuholen. In der Reportage wird nun die VHS Ottakring vorgestellt.
Im letzten Abschnitt der Reportage wird noch einmal ein Blick auf die Beratungsangebote des AMS geworfen.
In den Videos, die am Anfang und am Ende der Reportage platziert sind, werden die im Text beschriebenen Situationen gezeigt. Das erste Video zeigt das AMS, das zweite Video die VHS Ottakring. In beiden Videos kommen Jugendliche sowie Expert*innen zu Wort.
Ich finde, die Beschreibung der Videoszenen hätte man sich sparen können. Viel interessanter wären zusätzliche Informationen gewesen. Vor allem der letzte Abschnitt der Reportage ,,Hilfe zur Selbsthilfe“ stellt eine Beschreibung einer Szene des ersten Videos, welchen am Anfang der Reportage platziert ist, dar.
Der Text wirkt an einigen Stellen nicht flüssig. Neue Thematiken werden häufig zu abrupt eingeführt, wie zum Beispiel der Übergang von Viktorias Fallbeispiel zur Statistik der arbeitslosen Jugendlichen ohne Pflichtschulabschluss.