Es ist Zeit für ein Resümee der Reise. Ja, schnüff, sie geht vorbei! Heute geht unser Flieger nach Kopenhagen, wo wir zwei Tage verbringen, um den Schock zu verwinden und dann geht es im Kopenhagen-Express nach Oldenburg. Diesen Post (und die folgenden) habe ich vor unserer Abreise in die Warteschleife gepackt und während Ihr das lest, schaue ich wahrscheinlich den 17. Film im Flugzeug!Wir haben uns dazu entschieden, von jedem Land einen Lieblingsort vorzustellen. Die Diversität der Orte und die Intensität, mit der wir diese Orte erlebt haben, passen natürlich in kein Portfolio, aber trotzdem wollen wir versuchen, die Reise an uns vorbeiziehen zu lassen und mit Euch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen.Für Chile, haben wir gleich drei Orte ausgewählt. Zu groß ist das Land (Chile hat etwa 6000km Küstenlinie!), zu intensiv war unsere Zeit dort. Ansonsten gibt es immer nur einen Lieblingsort, zumindest in dieser Auswahl. ;-)
Für uns war die Region Maule das Land, wo Milch und Honig fließen. Unglaubliche Landschaften, tolle Leute, genialer Surf, fantastisches Essen. Und die Erdbeeren! Dieses Bild zeigt unseren Toyota 4Runner, den wir Guiguito tauften, an einem Surfspot, der der Surfwelt (noch) unbekannt ist.
Patagonien hat mit seinen endlosen, windgespeitschten Landschaften in uns Bilder erzeugt, die uns nicht mehr loslassen. Dieses Foto entstand an einem verlassenen Leuchtturm an der Magellanstraße: Wir kletterten bis zum Leuchtfeuer und spielten Leuchtturmwärter.
Nie waren wir dem Himmel näher: mit 6176m ist der Gipfel des Aucanquilcha der höchste Punkt, den wir je erreicht haben. Die Tour war mit Abstand das anstrengendste, was ich in meinem Leben je gemacht habe. Noch drei Wochen danach hatte ich kein Gefühl in den Zehen. Nie werde ich vergessen, wie ich mich am Gipfel fühlte: Völlig erschöpft, bis auf die Knochen kalt, keine Spur von Triumph, ich wollte nur wieder runter. Um dieses Bild zu machen, habe ich die allerletzten Energiereserven mobilisiert. Ich bin froh, es geschafft zu haben!
Fünf Tage, an denen wir unendlich weit von jedweder Zivilisation waren: Wir sagten in einer Polizeistation in einem winzigen Dorf Bescheid, dass wir die Tour zum Volcán Galán machen. Sollten wir in einer Woche nicht wieder kommen, sollten sie uns suchen. Der Weg führte über mehrere Gebirgspässe, wir trieben unseren kleinen Guiguito auf über 5000m.
Die höchste schiffbare See der Erde ist der Lago Titicaca. Das typische Altiplano-Klima mit seiner trockenen, dünnen Luft und den eisigen Nächten ist zwar hier weniger stark ausgeprägt, aber noch immer harsch. An Schönheit büßt dieser Ort jedoch nichts ein.
Chicama ist unter Surfern eine Legende. Auch wenn "Secret Spots" und weniger populäre Breaks für uns die erste Wahl bleiben -- es ist eine Ehre, die berühmten Wellen dieser Erde zu surfen. Wir hatten eine wunderbare Zeit dort, mit tollen Wellen, netten Leuten und gutem Essen (als dann die Magen-Darm-Grippe endlich überstanden war).
Die Gisborne-Region hat uns unglaublich gut gefallen. Gute Vibes, die entspannte Art der Neuseeländer und die wunderschönen Klippen hatten es uns echt angetan. Ja, und surfen waren wir natürlich auch. War ganz schön kalt, schließlich war Winter!
Wenn ich ein Wort finden müsste, um Japan zu beschreiben, dann wäre das: schrill. In Sapporo auf der Insel Hokkaido haben wir viel Zeit verbracht und die "schrille" Kultur und die liebenswerten Leute Japans etwas besser kennengelernt. Dieser völlig unspektakuläre Park hatte eine Bimmelbahn, die täglich ihre Runden drehte, einschließlich einem Lokführer und einem weiß-behandschuhten Schaffner.
Auf der samoanischen Insel Savai'i haben wir ein kleines Paradies gefunden: Falealupo. Das Schnorcheln -- das kann ich jetzt rückblickend sagen -- war mit Abstand das beste, das wir auf der Reise bekommen haben. Der Strand mit seinen Kokospalmen war wie eine Filmkulisse: blendend weißer Sand, azurblaues Meer, winzige Schatten von der hochstehenden Sonne.
Bei Hawai'i denke ich an: Entspannten Lifestyle, perfekte Temperatur, Wellen im Überfluss. Außerdem denke ich an Schildkröten. Viele Schildkröten! Das alles fanden wir in Hookipa. Die Surferin auf dem Bild, ein komischer Gedanke, das bin ich.
Die Insel Kiritimati (zur Erinnerung, das spricht man "Christmas" aus) hat unser Herz erobert: Mit ihrer Schönheit und dem amateurhaften Charme ihrer Bewohner. Touristen gibt es hier kaum, nur ein paar Angeltouristen, die ihrer eigenen Wege gehen. Dieser Strand im Südosten gehörte ganz uns, keine einzige Fußspur war auf dem Sand zu sehen.
Von der "besten Surfsession seines Lebens" zu sprechen ist ja immer etwas hochgegriffen. Aber unsere Session in Namotu Left kommt schon sehr nah daran. Das Wasser, über das wir fuhren, war so klar, dass jeder räumliche Bezug fehlte. Surfe ich, fliege ich, tauche ich? Von allem ein bisschen. Es war einfach perfekt.
Hier zeigte Bali sich uns von seiner schönsten Seite: Die letzten Tage unserer Reise verbrachten wir auf der Terrasse unserer Unterkunft in Tirtagangga, mit einem atemberaubenden Blick auf weite Reisfelder und dichten Regenwald. Während diese Zeilen entstehen, nehme ich genau diese Perspektive ein. Die Luft ist angenehm mild, die Grillen zirpen, die Palmen rascheln im Wind.