Warum Sierra Kidd für mich live nicht funktioniert.
Letzten Freitag war ich endlich auf einem Sierra Kidd Konzert in Hamburg. Die Karten waren seit Tag 1 bestellt und ich war einfach nur voller Vorfreude. Sierra Kidd ist schon seit ich ihn das erstemal hörte, der Musiker der mit am meisten bedeutet - grade mit “Kopfvilla” und “Nirgendwer” hat er mit über eine ziemlich schwere Zeit geholfen und seit dem höre ich ihn eigetnlich jeden Tag. Auch “FSOD” wurde um Mitternacht direkt gekauft und zu tode gehört….und jetzt war dann halt das Konzert.
Das schönste war eigentlich, dass ich zsm mit meiner freundin dahin bin. Wir sind zsm mit dem Zug nach Hamburg gefahren und von dort aus direkt zum Logo. Dort angekommen mussten wir uns erstmal in ne Schlange mit ein paar nicht grade unnervigen Fangirls stellen, wo mir dann auf einmal aufgefallen ist, dass ich meinen Ausweis vergessehen hatte…..Shoutout an den Mitarbeiter der mich trzdem rein ließ. Als wir dann da aber so in der Schlange standen ging öfters mal ne Tür auf, wo Crewmitglieder rein und raus sind, und wo man ab und zu kurz Sierra Kidd durch sehen konnte…alles sind ausgerastet. Lustig: Hadi El Dor war auch öfters mal vor der Tür, von den ganzen Fangirls kannte ihn wohl aber niemand:D
Drinnen angekommen musste ich dann enttäuscht feststellen, dass es keinen neuen Merch und generell auch nur T-shirts gab, wodurch ich immerhin ein bisschen Geld gespart hab. Also haben wir unser Zeug bei der Garderobe abgegeben und dann ging auch schon recht schnell die Show los.
als Voract war erstmal Kynda da. Er hat fast nur Kram von seinem neuen Album gespielt und ich muss sagen, dass ich da jetzt echt heiß drauf bin. Alles hatte zwar den gleichen Stil wie “FSOD”, ging aber noch mehr in sone “Kopfvilla” Richtung, was sich ziemlich nice anhörte. Dennoch fand ich es echt ziemlich schade, dass er kein altes Zeug wie z.B. “Kippen holen” oder “panzerglass” gespielt hat, da A) ich das einfach gerne mal live gehörte hätte und es B) natürlich nochmal n bisschen mehr Stimmung gemacht hätte, wenn man den Text und alles weiß. Aber das ist nur ein Wunsch meinerseits, an sich war Kynda Gray schon ziemlich nice.
ohne große Pause gigs dann nach Kynda auch direkt schon mit Sierra Kidd und sowohl einem Highlight als auch einer enttäuschung weiter. Das Highlight war, dass er direkt mit “Rote Bäume” (eins meiner Lieblingslieder von “FSOD”) gestartet ist und das echt nice. Er hat sich während des gesamten Liedes nicht gezeigt und einfach nur gerapt/gesungen…war grade bei diesem Lied einfach sehr atmosphärisch. Die Enttäuschung war dann, dass das lied entgegen meinen Erwartungen, live nicht mal ansatzweise so nice wie erwartet war….schade. Danach kam dann aber direkt schon das Highlight des Abends was die Show angeht: SIGNAL!
Als dieses Lied anfing hatte ich direkt Tränen in den Augen. Was ich alles damit verbinde, wie oft ich es schon gehört hab und es jz live zu sehen und ein Teil der mitsingenden Crowd zu sein: unbeschreiblich! Doch die Freude kam zu früh, denn kaum war das Lied vorbei meinte Kidd was von “der Phase des Turn up`s” und von dort an nahm das Konzert stark an Qualität für mich ab.
Versteht mich nicht falsch, objektiv war das Konzert wirklich sehr sehr stark und sowohl Kidd als auch Kynda haben einfach alles gegeben, aber es war einfach nicht das war ich mir erhoffte.
Ich verbinde Sierra Kidd einfach nach wie vor sehr sehr stark mit sehr traurigen Phasen meines Leben und damit wie er mir geholfen hat jene zu überwinden. Ich habe “Kopfvilla” schon zig mal gehört und auch Kynda Gray hat mich in Zeiten der Einsamkeit sehr unterstützt. Aber jetzt sind sie das nicht mehr. Sie gehen jetzt viel mehr in eine “gut drauf”/”Turn up” Richtung. Klar es gibt immernoch Lieder wie “Dein” und auch der Rest wie z.b. “Hell” ist eher etwas deep und düster gehalten, aber so im großen und ganzen fühlt es sich grade Live einfach nicht mehr so an wie früher. Wie gesagt, “Signal” war für mich das Highlight des Abends und auch Kopfvilla hat später ordentlich geballert. Während diesen zwei Liedern fühlte ich einfach so eine gewisse Verbundenheit in der Crowd und ich spürte, dass der Großteil auch schon die selben Probleme wie ich durchgemacht hat und wir dort jetzt alle zsm unseren Frust und unseren Gefühlen freien Lauf lassen. Es war einfach schön. Doch das waren halt leider nur 2 Lieder. Da zwischen kam viel Kram wie “Bando”, “Fan von dir” oder “Tapedeck”. Es war allesamt gut, aber es war nicht das was ich mir schon immer von einem Sierra Kidd Konzert erhoffte.
Ich verstehe, dass er jz eine andere Richtung einschlägt und ich wünsche ihm dabei nur das allerbeste, wirklich….aber es macht mich einfach nur etwas traurig, dass ich die Zeit, in der ich ein ganzen Konzert lang das was ich bei “Signal” fühlte hätte fühlen können, wohl verpasst habe und ich sie vermutlich nie wieder erleben werde. Das ist nicht Sierra Kidd´s Schuld sondern die meiner Erwartungshaltung.
Achja und was den Abend dann auch noch etwas lower gemacht hat war die Fanbase. dauernd wurde gekreischt, dumme möchtegern lustige Reinrufe getätigt und viel beleidigt….eine allgemeine unangeneheme Stimmung.
Schön war aber, wie sich Kidd und Kynda für jeden nach dem Konzert noch Zeit nahmen, so dass ich mich bei Sierra Kidd bedanken konnte, ein Autogramm bekam und ein längers Gespräch mit Kynda Gray führen konnte….das war eigentlich, das schönste von allem.
Letztendlich kann ich jetzt sagen, dass ich Sierra Kidd´s Konzerte jedem empfehlen kann, da sie wirklich sehr sehr gut sind. Sie sind halt einfach nicht mehr wie früher, genauso wie er selbst und damit sollte man sich am besten einfach abfinden. Wenn man das tun kann, erwartet ein ein wirklich gelungender Abend.
Meiner war aber auch nicht wirklich schlecht, da die Show an sich ja schon recht nice war, ich mich bei beiden Künstlern bedanken und ein ganzen abend mit meiner Freundin verbringen konnte.