Sonntag, 27.11.1983
Um halb acht Uhr aufgewacht, THROBBING GRISTLE gehört, Haferbrei gekocht, alles weggeräumt. Moustaki gehört, ein Lied abgeschrieben, für die Nachhilfestunde heute. Je déclare, ach, ist das schön! Weitergearbeitet, nämlich Zitate zu Botho Strauß in meinen Büchern gelesen. Zu Mittag Nudeln gegessen, weitergemacht. War grantig, weil mir schien, dass nichts weitergeht. Dann aber ging es gut und ich hatte einen Lauf. Eine tolle Zusammenfassung geschrieben.
Um vier Uhr nachmittags kam Frau Schmitz, meine Französisch-Schülerin. Sie ist schon 80 Jahre alt. Sie war lieb und lustig, hat mir von ihren Reisen nach Frankreich und von den Gräfinnen erzählt, die sie dort kennengelernt hat. Wir unterhielten uns zwei Stunden lang. Sie ist von Waidhofen an der Ybbs und kennt die Sulzbacher. Am Schluss gab sie mir 50 Schilling. Hallelujah! Fuhr in die Stadt, kaufte mir die ZEIT, eine Fleischkässemmel und eine Briefmarke für den Brief an Mama. In der Untergrundbahn war ein sehr schwarzer Schwarzer, wir mussten beide gleichzeitig lachen, alle beide, und lächelten uns dauernd an.
Zu Hause schaute ich DIE ZEIT durch, von Meredith Monk stand noch nichts darin. Die Premiere ist erst morgen. Mensch, Morgen! Höre schon wieder Moustaki. Werde wohl die Nacht durchmachen müssen, wenn ich die Kritiken auch noch schaffen will. Muss noch alles mit der Maschine schreiben, aber das geht erst morgen wegen dem Lärm. Und spätestens bis elf Uhr muss ich das Manuskript abgegeben haben. Heute hatte ich dauernd so ein Gefühl, dass ich jeden Moment Claudius treffen werde, aber es war nur Einbildung. Manchmal zweifle ich an unserer Liebe. An Claudius zweifle ich nicht. Solltest du aber! Er ist kein Macho. Doch! Das darf er nicht sein. Ist er aber. Außerdem ist er bei der AG, die du so hasst. Ruhe, jetzt geht die Arbeit weiter! Habe bis halb eins in der Nacht alle Zitate zusammengesucht und gegliedert. Den zweiten Teil habe ich nicht mehr geschafft.














