Montag, 28.11.1983
Um sieben Uhr aufgestanden, alles mit der Maschine abgeschrieben und Tee getrunken und Musik gehört. Mozart. Beethoven. Habe herausgefunden, dass ich so leichter arbeiten kann, überhaupt leichter werde. Um halb elf war ich fertig, mit der Arbeit und mit den Nerven. Zur Theaterwissenschaft gefahren, Hüttner war nicht da, Alexa ist gekommen. Wir gaben die Manuskripte Herrn Schmid. Auf der Theaterwissenschaft sind Menschen, an denen man sich festhalten kann. Herr Schmid ist einer davon. Ging mit Alexa zur U-Bahn, sie erzählte mir den Film DORNENVÖGEL. Zur UB, mein Theater Heute Heft war schon wieder nicht da, jetzt gebe ich es auf. In der Theaterwissenschaftsbibliothek kann ich diese Hefte nämlich einfach so lesen, ohne Schreiberei. Zur Theaterwissenschaft zurück, alte TH-Hefte angeschaut, nach Berichten über Nitsch gesucht, nur einen ganz kurzen Artikel gefunden.
Wollte zur Veranstaltung von Manac'h, fragte jemanden auf der Straße, wie spät es sei, der sagte: Viertel vier. Dachte, dass ich nun zu spät kommen werde und ging nicht mehr hin, sondern zurück zur Theaterwissenschaft. Überlegte mir, ob ich die Rezension nicht doch machen sollte. Sah den Herrn Schneider von hinten. Vorher, als ich in die Theatersammlung hineinging, stand er gleich hinter der Tür und schaute mich komisch an, ich erschrak wohl, als ich mich umdrehte, sagte er TAG zu mir und lächelte mich an. Da lächelte ich zurück. Schrieb ein Buch auf den Ausleihschein, nämlich Grotowski. Ich muss diesen feinen Menschen unbedingt wiedersehen. Morgen. Dann war die Hüttner-Übung. Johann Hüttner kam herein, sagte, dass wir zuerst Herrn Soundso machen wollen und dann Berner/Zanotti, also mich. Hat ihm das Thesenblatt gefallen? Mein Referat war dann eher chaotisch, aber die Diskussion war aufregend. Danach ging ich mit Armin zur U-Bahn, wir stritten zwar wieder, aber dieses Mal hatte ich schon bessere Argumente. Was er sagt, sind eigentlich nur Gemeinplätze. Vorurteile. Banalitäten.
Zu Hause kochte ich mir Nudeln und eine grausliche Sauce aus Ketchup, Senf und Sugo. Höre die dritte Symphonie von Gustav Mahler. Mensch, wie schön. Besonders das Lied mit dem Nietzsche-Text.
Habe in meinen Texten gelesen. Im Postkasten war nichts. Suchte in meinen alten Notizbüchern, was ich über die Transformations-Grammatik geschrieben habe und las die Einleitung im Söll. Um halb eins war ich im Bett.














