AutorIn: Diverse
Veröffentlicht: 1. Oktober 2014
Verlag: Macmillan Children's Books
Seiten: 355
Kurzgeschichtensammlung
KLAPPENTEXT:
This beautiful collection features twelve gorgeously romantic stories set during the festive period, by some of the most talented and exciting YA authors writing today. The stories are filled with the magic of first love and the magic of the holidays.
MEINE MEINUNG:
Kaum jemand, der gerne Young Adult-Bücher liest, hat My True Love Gave To Me im Dezember nicht gelesen. So kam es mir jedenfalls vor, und das ist nicht überraschend: Eine Sammlung von 12 Kurzgeschichten bekannter Young Adult-Autoren? Wer würde dazu schon nein sagen? Ich jedenfalls nicht, vor allem nicht, als ich die Namen Gayle Forman und David Levithan, ganz besonders aber Rainbow Rowell und Laini Taylor auf dem Cover entdeckt habe. Man nehme noch ein paar Autoren hinzu, von denen ich schon lange ein Buch lesen wollte, und ein paar Unbekannte – tadaa, der Mix ist perfekt!
Nachstehend gebe ich einen kurzen Kommentar zu jeder der zwölf Geschichten ab.
Midnights
Rainbow Rowell
Die Kurzgeschichtensammlung wird mit einer sehr bekannten und beliebten Autorin eröffnet, und das war auch gut so. Der Einstieg fiel mir sehr leicht mit dieser (gefühlsmässig) kurzen, für Rainbow Rowell sehr typischen Geschichte. Über mehrere Jahre und immer am Neujahrstag bekommen wir einen Einblick in das Leben von Mags. Die Story war mir ein bisschen zu klischeehaft und ich glaube, wenn sie doppelt so lang gewesen wäre, hätte sie sich mehr entfalten können. Nichtsdestotrotz gefielen mir der Aufbau und die melancholische Stimmung. Ein passabler Anfang!
4/5
The Lady and the Fox
Kelly Link
Anfangs war ich einfach nur verwirrt und habe überhaupt nicht kapiert, was ich da gerade lese. Für eine Kurzgeschichte ziemlich gewagt. Die Länge der Geschichte war schlussendlich aber genau richtig, allerdings hätte es viel mehr Erklärungen gebraucht. Ein nicht so überhastetes Ende wäre ebenfalls von Vorteil gewesen. Ansonsten fand ich diese Story ganz in Ordnung, besonders das Märchenelement hat es mir angetan.
3/5
Angels in the Snow
Matt de la Peña
Die erste Überraschung dieses Buches und sie kommt von einem Autor, von dem ich nie zuvor gehört habe. Es handelt sich hier um eine nette, kleine Geschichte eines mexikanischen Jungen namens Shy, den ich mit seiner sympathischen Art sofort ins Herz geschlossen habe. Sehr gut gefallen hat mir ebenfalls der witzig-sarkastische Schreibstil, der Lust auf mehr macht. Ich habe mir den Autor definitiv gemerkt und werde mir gerne mal eines seiner Werke genauer ansehen!
4/5
Polaris Is Where You’ll Find Me
Jenny Han
In dieser Geschichte finden wir uns am Nordpol wieder, buchstäblich bei Santa Claus und seinen Elfen. Ich war anfangs mindestens so verwirrt wie bei The Lady and the Fox, fand Polaris allerdings leider viel vorhersehbarer. Der Schreibstil sticht nicht besonders hervor, aber man kann den Geschehnissen gut folgen, nachdem die anfängliche Verwirrtheit verschwunden ist. Das Ende war mir viel zu abrupt, die Geschichte zu kurz und zu den Charakteren konnte ich keine Verbindung aufbauen, daher gibt’s hier keine besonders gute Wertung.
2/5
It’s A Yuletide Miracle, Charlie Brown
Stephanie Perkins
Die zweite Überraschung, dieses Mal von einer Autorin, von der ich vorher schon was gehört habe. Und ich nehm’s vorweg: Es ist meine Lieblingsgeschichte dieser Sammlung (ja, tatsächlich, obwohl Laini Taylor auch noch mit einer Story am Start ist). Ich mochte es, wie real die beiden Charaktere Marigold und North sich angefühlt haben, dass es in diesen wenigen Seiten Platz hatte für ihre (originellen) Hobbys und ihre Familien und ihre Vergangenheit und ihre Träume und Wünsche. Sie waren mir total sympathisch. Pluspunkte gibt es auch dafür, dass die beiden tatsächlich miteinander kommunizierten, das heisst, dass sie ihre Gedanken aussprachen, und dass es die Autorin dabei schaffte, nicht ins Kitschige abzudriften. Die Länge der Geschichte war genau richtig, ich hätte allerdings nichts gegen eine Fortsetzung gehabt. Ich werde mir die Werke der Autorin, die eigentlich schon lange auf meiner Leseliste stehen, auf jeden Fall sehr bald zu Gemüte führen!
5/5
Your Temporary Santa
David Levithan
Zugegebenermassen hatte diese Geschichte ein schwieriges Los, so kurz nach dem Kracher von Stephanie Perkins. Zur Abwechslung ging es hier um zwei Jungs, damit hört das Positive jedoch auch schon langsam auf. Die Geschichte war okay; sie hat mich nicht aus den Socken gehauen, fühlte sich am Ende aber irgendwie sinnlos an. Mich hat auch gestört, dass die beiden Hauptcharaktere kaum miteinander interagiert haben. Mir fehlte ausserdem, wie bei Jenny Hans Geschichte, ein Bezug zu den Protagonisten.
2/5
Krampuslauf
Holly Black
Für mich war Krampuslauf der Tiefpunkt dieser Sammlung. Als Folge davon ist The Coldest Girl in Coldtown, ein Buch von Holly Black, ganz schnell von meiner Liste verschwunden. Die Geschichte triefte vor lauter Klischees (grausig!). Man füge noch nervige Charaktere und einen ziemlich langweiligen Plot hinzu, schon hat man mich soweit, dass ich die Geschichte abbrechen möchte. Ich habe allerdings durchgehalten und wurde plötzlich mit paranormalen Elementen konfrontiert, die ich überhaupt nicht erwartet habe und die nicht wirklich reinpassen wollten. Mit der Idee hinter der Geschichte hätte man viel Besseres anstellen können; so war der Plot querbeet durcheinander gestreut. Was mir aber wirklich den letzten Rest gegeben hat, war der Schreibstil, der mir leider nicht zugesagt hat mit seinen andauernden Aufzählungen. Nicht mein Fall.
1/5
What The Hell Have You Done, Sophie Roth?
Gayle Forman
Insgesamt war diese Story ganz okay, wenn auch nichts Besonderes. Die Hauptperson Sophie war mir zu negativ eingestellt, und obwohl sie dies im Verlauf der Geschichte selber merkt, fand ich es doch ein wenig nervig. Am Schreibstil habe ich nichts auszusetzen, Gayle Forman schreibt gewohnt gut und erzählt die Geschichte flüssig.
3/5
Beer Buckets And Baby Jesus
Myra McEntire
Hier hatte ich deutlich mehr Mühe mit der Hauptperson, Vaughn, als noch bei der Vorgängergeschichte. Er war mir von der ersten Seite an unsympathisch und dabei blieb es auch. Die Story war sehr vorhersehbar und nicht besonders glaubwürdig. Ab und zu kam ein bisschen Langeweile auf, so dass ich zeitweise dachte, ich würde diese Kurzgeschichte nie fertig lesen.
2/5
Welcome To Christmas, CA
Kiersten White
Auch hier handelt es sich um eine grösstenteils recht vorhersehbare Geschichte, besonders was Marias (Hauptperson) angebliche Problembeziehung mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater anging. Mir war auch die magische Kochfähigkeit von Ben (Love Interest) zu übertrieben. Abgesehen davon war es aber eine gut geschriebene Geschichte ohne Längen mit insgesamt soliden Charakteren.
3/5
Star of Betlehem
Ally Carter
Die Autorin hat sich hier eine originelle, wenn auch komplett unrealistische Story ausgedacht. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Die Liebesgeschichte hat mich leider gar nicht überzeugt, aber immerhin waren die Geschehnisse interessant genug, dass ich dranbleiben wollte.
3/5
The Girl Who Woke The Dreamer
Laini Taylor
Sowohl der Inhalt der Geschichte wie auch der Schreibstil waren typisch für Laini Taylor. Zur Abwechslung kriegt man hier ein düsteres Märchen, das selbst in so wenigen Seiten die Welt von Neve, der Protagonistin, sehr gut erklärt. Mir fehlte allerdings ein Bezug zu den Charakteren und dass die Geschichte kaum Dialoge enthielt, verlangsamte das Lesen. Insgesamt hatte ich aber meinen Spass an dieser aus dem Rahmen fallenden Story, die so gar nicht weihnachtlich daher kam.
4/5
FAZIT:
My True Love Gave To Me lässt mich wie erwartet mit gemischten Gefühlen zurück. Manche Geschichten waren gut, andere sehr gut, wiederum andere schlecht. Es war schön, von einigen Autoren mal wieder was zu lesen, und noch schöner, ein paar neue Autoren zu entdecken. Alles in allem eine gute Kurzgeschichtensammlung für die Weihnachtszeit und für alle, die gerne Geschichten für junge Erwachsene lesen.
Deutscher Titel: Chroniken der Schattenjäger 03. Clockwork Princess
AutorIn: Cassandra Clare
Erschienen: März 2013
Verlag: Margaret K. McElderry Books
Seiten: 568
The Infernal Devices, Band 3 von 3
KLAPPENTEXT:
If the only way to save the world was to destroy what you loved most, would you do it? The clock is ticking. Everyone must choose. Passion. Power. Secrets. Enchantment. In this third and final instalment of the bestselling "Infernal Devices" trilogy, danger closes in around the Shadowhunters.
ACHTUNG, SPOILER, SPOILER, SPOILER, SPOILER!
MEINE MEINUNG:
Liebesdreieck.
Kaum etwas lässt mich ein Buch hastig wieder ins Regal zurückstellen wie die Aussicht auf ein Liebesdreieck. Zu viele davon habe ich gelesen und zu viele – eigentlich alle – sind mir auf die Nerven gegangen. Gibt es überhaupt Liebesdreiecke, die mir gefallen könnten, oder ist das einfach nichts für mich? Diese Frage habe ich mir irgendwann gestellt und bin zum Resultat gekommen, dass es sehr wohl ein Liebesdreieck geben könnte, das mir gefällt. Solange es kein ständiges Hin und Her gibt, solange mir alle drei Personen wichtig sind und alle drei einen gut ausgearbeiteten Charakter haben, solange es nicht offensichtlich ist, wie es herauskommen wird und solange sich die drei auch nach „der Entscheidung“ respektieren, könnte es für mich funktionieren.
Als ich von diversen Lesern hörte, dass die Liebesgeschichte in der Infernal Devices-Trilogie tatsächlich gut sein soll, wurde ich neugierig. Und ich liess mich auf die Geschichte ein, obwohl ich mit Cassandra Clare keine guten Erfahrungen gemacht habe.
Clockwork Angel und Clockwork Prince bestätigten mich in meiner Befürchtung: Das Liebesdreieck ist überhaupt nichts Besonderes. Zu klar war mir, dass Tessas Herz für Will schlägt. Wenn sie mal mit Jem allein war, wurde die Szene durch Will unterbrochen – entweder indem er selbst hineinplatzte, oder indem Tessa an ihn dachte und Jem dauernd mit ihm verglich. Das ist nicht gerade meine Vorstellung von einem guten Liebesdreieck und ich fand es Jem gegenüber alles andere als fair, besonders als er und Tessa sich verlobten. Ich war daher darauf gefasst, dass ich mich über Clockwork Princess ärgern würde.
Wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet in diesem Buch meine Vorstellung von einem guten Liebesdreieck finden würde.
Es war, als hätten die vorherigen Bücher gar nicht existiert. Plötzlich bedeutete Jem Tessa viel mehr, und dadurch, dass mir Will auf einmal sympathisch war, konnte ich auch mit seinen Szenen mit Tessa viel mehr anfangen. Die spezielle Beziehung zwischen Will und Jem war stärker denn je und die Art, mit der die beiden Jungs mit dem Liebesdreieck umgingen, brachte ihnen nur noch mehr Bonuspunkte ein. Ich bin noch immer total überrascht, wie gut diese ganze Storyline gemeistert wurde!
Natürlich gab es auch in Clockwork Princess einiges, das ich nicht so toll fand und das ich schon in Rezensionen und Kurzkommentaren zu den früheren Büchern der Autorin bemängelt habe. Zwar gab es endlich weniger Kleiderbeschreibungen, dafür aber viele Reime und viele Sätze in Fremdsprachen, die ich mit der Zeit entweder quer gelesen oder direkt übersprungen habe, zumal die fremdsprachigen Sätze sowieso gleich übersetzt wurden.
Auch der letzte Kampf mit dem Bösewicht Mortmain war eher kläglich, aber diese Krankheit konnte ich schon in der Mortal Instruments-Reihe miterleben. Genau wie dort Valentine war hier Mortmain nicht unbedingt ein ernstzunehmender Gegner. Da hat es sich die Autorin ein bisschen gar einfach gemacht, gerade auch in Bezug auf die mechanische Armee, die er erschaffen hat. Schade!
P.S.: JEM WAR IN ALLEN CITY OF WHATEVER-BÜCHERN VOR MEINER NASE, OHNE DASS ICH ES GEWUSST HABE? WAS? WAAAS?
P.P.S: MOMENT MAL, DAS BEDEUTET GLEICHZEITIG, DASS JEM IN CITY OF HEAVENLY FIRE VORKOMMEN WIRD! JUHUUUU!
FAZIT:
Trotz vieler Schwächen hat mir Clockwork Princess gut gefallen. Es war ein unterhaltsamer Abschlussband, bei dem man einfach das Hirn ausschalten und die Geschichte rund um Jem, Will und Tessa geniessen sollte. So erlebt man eine gut gestrickte Liebesdreiecksgeschichte und begegnet obendrauf MAGNUS einigen bekannten Gesichtern aus der Mortal Instruments-Serie. Wenn diese Trilogie nur aus dem letzten Band bestanden hätte und dieser (als Ersatz für die beiden Vorgänger) hundert Seiten mehr gehabt hätte – wer weiss, vielleicht hätte es sogar für vier Punkte gereicht.