Paris, Dienstag, 10. Juni bis Sonntag 15. Juni 2025
Ich komme mit dem Eurostar im Gare du Nord an und fahre mit der Métro 4 zum Odéon. Von dort gehe ich zu Fuss (Rollkoffer sei Dank) zum Hotel Belloy Saint Germain, das sich am Anfang der Rue Racine befindet, also eigentlich am Boulevard Saint-Michel.
Ich komme an einem grosse Gebäude vorbei, das mein Interesse weckt:
U N I V E R S I T E R E N E D E S C A R T E S steht über dem Eingang. Und wie sich herausstellt, hier war der Sitz der medizinischen Fakultät, die bis jetzt Teile des Gebäudes belegt. Es wurde 1769–74 als École de Chirurgie gebaut. Das Relief oberhalb des Gesimses ist von Pierre-François Berruer (1733 – 1797) und zeigt in der Mitte die Präsentation des Bauplans, links und rechts umgeben von Kranken.
Die Strasse, durch die ich ging, hiess denn auch sehr sinnreich Rue de l'École-de-Médecine.
À propos Métro: Man kennt ja die schönen, alten, von Hector Guimard entworfenen Jugendstileingänge, von denen einige die Zeiten überdauert haben, zum Beispiel hier bei Étienne Marcel:
Dass aber die dabei verwendeten Kandelaber detailliert unterschieden werden können, das war mir nicht bewusst, bis ich bei zwei Stationen auf entsprechende Dokumentationen gestossen bin:
Hier ein Beispiel für den Candélabre Dervaux bei der Station Alma – Marceau:
Gleich am ersten Abend erhalte ich einen Eindruck davon, wie beliebt gewisse Restaurants sein können. Die Schlange der Leute, die beim Relais de l'Entrecôte einkehren wollen, ist doch beachtlich (und man bedenke, dass es ein Dienstag ist, kein Freitag oder Samstag):
Man trifft aber auch auf Bilder automobilistischer Nostalgie:
Und um der Nostalgie vollends gerecht zu werden: Am ersten Morgen gehe ich in die Rue de Tournon, wo Joseph Roth die meiste Zeit gelebt hat, wenn er in Paris war, zuerst im Hotel Foyot, und als dieses abgerissen wurde, in dem Haus gegenüber, wo sich noch heute das Café Le Tournon befindet.
Im zweiten Stock erinnert eine Tafel an den Mann, der hier seine letzten Monate verbracht hat, während in seiner Heimat Leute wie er verfolgt wurden.












