Wider die akustische Hörigkeit
Oder: Die Dauerlärmwurst als Nahrung & Exkrement permanenter Vermarktung & Vernutzung
von Maria Wölflingseder
„In demjenigen Augenblick, in dem ein Individuum dazu verurteilt ist, in einer Welt zu leben, in der es, weil ihm kein stiller Platz übrigbleibt, hören muss, bleibt ihm auch nichts anderes übrig, als dieser Welt zuzugehören, ihr gehorsam oder gar hörig zu werden. Wenn es dem Menschen versagt wird, seiner akustischen Erreichbarkeit und Greifbarkeit zu entrinnen, dann ist es ihm bald auch versagt, d.h.: dann ist er bald auch außerstande, Erreichbarkeit und Greifbarkeit überhaupt zu entrinnen. Erreichbarkeit und Greifbarkeit werden dann zu seiner zweiten Natur. Und am Ende wird er dann diese Versklavung sogar kultivieren, sodass er sich, wenn er zufälligerweise einmal nicht greifbar ist, verloren fühlen wird.“
Günther Anders im Kapitel „Die Antiquiertheit der Privatheit“ 1958












