Tag 1334 / Gleiche Rechte und gleiche Verbote für legale Drogen

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Tag 1334 / Gleiche Rechte und gleiche Verbote für legale Drogen
Tag 1085 / Gilt die Berlinale-Inklusion auch bei psychischer Behinderung?
An den Ticketcounter für barrierefreien Zugang der Internationalen Filmfestspiele Berlin und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Inhaberin eines Schwerbehindertenausweises und mit Interesse an barrierefreiem Zugang zur Berlinale wollte ich mich erkundigen, ob und bei welchen Filmvorführungen und Events kein Alkohol konsumiert wird. Ich bin abstinente Alkoholikerin und mit dieser schweren Erkrankung so beeinträchtigt, dass die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft für mich unmöglich ist in Kinosälen, wo ich andere Personen unmittelbar bei deren Alkoholkonsum sehe, höre, rieche.
Da wohl in mindestens zwei Filmen des diesjährigen Berlinale-Programms Alkoholismus thematisiert wird, hoffe ich auf ein allgemein wachsendes Bewusstsein dafür, dass es neben körperlich auch schwerwiegend seelisch und geistig beeinträchtigte Menschen gibt, die gerne an der Inklusion auf der Berlinale teilhaben würden.
Ich freue mich auf Ihre Antwort vorm Abschluss des Filmfestivals. Mit freundlichen Grüßen Agatha Abstinent
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Ich habe die Antwort erhalten: "das ist eine sehr gute Frage gewesen." Das Team des Ticketcounters für barrierefreien Zugang zur Berlinale war so freundlich, sich für mich umzuhören und hat erfahren, "dass das Haus der Künste im Kinosaal ein Alkoholverbot hat." Das Restaurant in der Lobby ist davon ausgenommen.
Tag 909 / Drüsch in Düsseldorf
Tag 758 / Abstinent vorm, beim und nach dem Date
Tag 594 / Hier herrscht absolutes Alkoholverbot
Von den sogenannten legalen Drogen ist Nikotin hier erlaubt. Mancherorts auf dem Gelände ragen aus dem Rasen Symbolbilder an einem Stahlstiel hoch, auf denen nicht ein durchgestrichener kotender Hund, sondern eine durchgestrichene brennende Zigarette zu sehen ist. Doch es gibt ja Raucherpavillons. Man darf hier grundsätzlich rauchen. Man darf hier sogar, anders als in meiner medizinischen Rehaklinik, jederzeit rauchen. Vor sechs Uhr morgens, nach 23 Uhr nachts. Wir sind hier völlig frei darin, wann wir rauchen und wie viel. Ich könnte theoretisch eine ganze Stange Zigaretten am Tag rauchen, wenn ich das zeitlich schaffe. Aber Alkohol, Alkohol ist hier nicht nur auf dem Klinikgelände, sondern auch außerhalb, auch in der Werktagsfreizeit und am Wochenende verboten. Und das, obwohl wir hier nicht in einer Suchtklinik sind. Das, obwohl hier schätzungsweise höchstens eine Handvoll Patienten suchtkrank ist.
Alkohol behindert den Behandlungsprozess. Nikotin nicht. „Während des Rehabilitationsaufenthaltes besteht für alle Patienten absolutes Alkoholverbot. Alkoholkonsum lässt sich nicht mit den Behandlungsmaßnahmen und den Zielen unserer Klinik vereinbaren, da hierdurch die Verarbeitung psychotherapeutischer Themen erschwert wird.“ steht es auf einem der vielen Dokumente, die ich mir bitte durchlesen soll.
Wenigstens hier ist die Welt wie sie sein sollte: alkoholfrei. Wenigstens hier ist klar, was jedem klar sein sollte: Alkohol ist die unmittelbar schädlichere von den legalen Drogen, Alkohol beeinflusst die Denk-, Artikulations-, Interaktions- und Verarbeitungsfähigkeit, verändert die Wahrnehmung sowie das Bewusstsein - nicht nur im Moment des Konsums, sondern auch danach, auch noch, wenn der Blutalkohol völlig abgebaut ist, beeinflusst Alkohol Prozesse und die Biochemie im Gehirn.